Der Tag startet wie
inzwischen schon üblich mit dem Frühstück gegen 7 Uhr morgens.
Wir haben heute einen
vollen Tagesplan und starten mit einer Nasslandung am Punta Cormoran
(leider nur der Name: die flugunfähigen Kormorane gibt es nur im
Nordwesen der Inselgruppe- z.B. auf Isabela (Westseite) oder
Fernandina) in Floreana. Auch diese Insel ist wieder wundervoll
andersartig. Der Vulkanstrand schimmert in Farbtönen zwischen
bräunlich- grün bis cremefarben und bei ganz genauem Hinsehen, kann
man die kleinen, grünen Sandkörner, die wie geschliffenes Glas
aussehen auch sehen. Die hier wachsenden Büsche sind wiederum
endemisch- sie gibt es nur auf Floreana. Den Namen habe ich leider
vergessen, aber da ich ihn sowieso nur in englisch gehört habe, ist
das jetzt auch nicht sooo tragisch..
Wir folgen dem schmalen
Weg und können dabei die herrliche Fauna der Insel auf uns wirken
lassen: ein Farbenspiel aus schwarz, grün, braun, crème, silbergrau
und rötlich.
Floreana ist die
einzige Insel neben San Cristobal, die eine ganzjährige
Süßwasserquelle besitzt. Bis El Niño
die Nahrungsquelle (Lebershrimps) der Flamingos zerstört hat (durch
steigende Temperaturen) gibt es nicht mehr sehr viele Flamingos hier.
Die
geschätzte Zahl beträgt ca. 700- 1000 Exemplare, die sich zwischen
den Inseln auf Nahrungssuche hin und her bewegen. Sie sind nicht
endemisch für Galapagos, sondern vielmehr aus der Karibik
abgewandert. Schön anzusehen sind sie dennoch.
Wir
haben zumindest das Glück zwei vereinzelte Exemplare in der Lagune
zu sehen- wobei das Bild mit dem schimmernden Wasser auf
schlammfarbenem Boden mit den rosanen Flamingos auch schon wieder wie
eine Fata Morgana wirkt.
Auch
die aus Kanada zugewanderten Austernfischer geben sich am Strand ein
Stelldichein.
Weiter
geht´s auf die andere Seite der Insel, wo wir im seichten Wasser der
Flut Stachelrochen beobachten können, die z.T. direkt an unsere
Beine gespült werden.
An diesem Strand befindet
sich zw. Dezember und März die Kinderstube der grünen
Meereschildkröten, was dann wiederum bedeutet, dass der Strand nur
sehr eingeschränkt betreten werden kann. Pro Gelege werden bis zu
120/130 Eier gelegt.
Auf dem Weg zu unserem
Boot können wir in der Ferne einen Galapagos- Pinguin sehen. Dieser
3. kleinste der Pinguinfamilie ist besser in Isabela oder Fernandina
zu beobachten, aber wir haben am Ende des Tages noch einmal Glück
und können diesen kleinen Vertreter der Frackträger aus der Nähe
beobachten.
Unseren ersten
Schnorchelgang haben wir an der Teufelskrone, ein
auseinandergebrochener Vulkankegel mit ziemlich heftiger Strömung.
Normalerweise tummeln sich
hier auch viele Haie...Die hatten heute aber keine Lust auf uns. Spaß
gemacht hat es trotzdem, dank der Strömung, der Seelöwen und der
vielen, vielen bunten Fische.
Weiter geht es nach dem
Mittagessen in westlicher Richtung zu dem berühmten Postfass von
Floreana. Der englische Kapitän/Walfänger J. Colnett ließ im Jahre
1793 an dieser Stelle den ersten Postzustellservice “Ecuadors”
einrichten. Eine Briefmarke ist dabei nicht von nöten- lediglich die
Adresse wird vermerkt. Bei dieser Gelegenheit kann der Stapel der
Postkarten durchgesehen werden und wer eine Karte nahe der eigenen
Heimatadresse ausmacht, kann diese mitnehmen und freundlicherweise
weiterleiten.
Hier sind auch noch die
Überreste des Hotels Paradise zu sehen (der Versuch des damals
ersten Hotels in Galapagos). Hier können wir auch wieder einen
Lavatunnel besichtigen und in diesem Tunnel ist es so dunkel, wie in
einem Kuha....
Ich war ja schon mal so
schlau meinen Wetsuit und die Taschenlampe mitzunehmen und war dann
wohl auch die Einzige, die in dem kalten Wasser nicht gefroren hat,
denn dieser Tunnel war mit Wasser gefüllt. Letztendlich bis über
Kopfhöhe..
Auch hier steht ein
weiterer Schnorchelgang auf dem Programm und hier sehen wir bis zu 10
Meeresschildköten, welche wir größtenteils bei der
Nahrungsaufnahme beobachten konnten.
Zurück an Bord freut sich
jeder über die heiße Dusche und im Anschluss geht es mit den
Motorbooten zum Sundowner und Pinguinesuchen hinaus auf die Bucht.
Ein vom
Galapagos-Nationalpark bezahlter Pinguin (kl. Scherz ;-)) tut uns den
Gefallen und wir haben auch einen herrlich kitschigen rosigen
Sonnenuntergang auf dem Wasser, der dann noch getoppt wird, indem
eine Gruppe Flamingos vorbeifliegt.
Wow!
Bevor heute das Abendessen
genossen werden kann, beobachten wir unsere israelische Truppe, die
ein Zermoniell, welches wohl immer Freitags stattfindet, durchführt.
Mit Brot, Wein, Gebet und etwas Gesang. Kevin schmeißt eine Runde
Sauvignon Blanc oder auf Wunsch auch Rotwein. Ich stelle für mich
immer mehr fest, dass ich immer mehr zum Weißweintrinker werde.
Schön- so fühlt sich Urlaub an! Unterwegs unter Freunden ;-).
Gleich im Anschluss an das
Essen setzt sich das Boot auch schon wieder in Bewegung.
Na dann: hallejulia auf
die nächste, wellig- wacklige Nacht oder “the same procedure as
last night.”- dass ich vor Wellengang nicht aus dem Bett gekullert
bin war auch grad noch fast alles ;-)
Und nun wieder die Bilder des Tages:
| Olivgrüner Strand auf Floreana am Cormorans Point |
| Kanadischer Austernfischer (falls ich es richtig verstanden habe) |
| Sandkörner in oliv, die wie geschliffenes Glas aussehen |
| endemische Pflanze (sattgrün) auf Floreana |
| ein paar vereinzelte Flamingos |
| "Postoffice" mit Face to Face- Prinzip |
| Lavatunnel |
| Galapagos-Pinguin |
| Flamingo-"Schwarm" im Sonnenuntergang |
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