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Donnerstag, 30. August 2012

Die Insel der zurückgelassenen Briefe- oder heute ist Meereschildkrötentag- Floreana-24.08.2012

Der Tag startet wie inzwischen schon üblich mit dem Frühstück gegen 7 Uhr morgens.
Wir haben heute einen vollen Tagesplan und starten mit einer Nasslandung am Punta Cormoran (leider nur der Name: die flugunfähigen Kormorane gibt es nur im Nordwesen der Inselgruppe- z.B. auf Isabela (Westseite) oder Fernandina) in Floreana. Auch diese Insel ist wieder wundervoll andersartig. Der Vulkanstrand schimmert in Farbtönen zwischen bräunlich- grün bis cremefarben und bei ganz genauem Hinsehen, kann man die kleinen, grünen Sandkörner, die wie geschliffenes Glas aussehen auch sehen. Die hier wachsenden Büsche sind wiederum endemisch- sie gibt es nur auf Floreana. Den Namen habe ich leider vergessen, aber da ich ihn sowieso nur in englisch gehört habe, ist das jetzt auch nicht sooo tragisch..
Wir folgen dem schmalen Weg und können dabei die herrliche Fauna der Insel auf uns wirken lassen: ein Farbenspiel aus schwarz, grün, braun, crème, silbergrau und rötlich.
Floreana ist die einzige Insel neben San Cristobal, die eine ganzjährige Süßwasserquelle besitzt. Bis El Niño die Nahrungsquelle (Lebershrimps) der Flamingos zerstört hat (durch steigende Temperaturen) gibt es nicht mehr sehr viele Flamingos hier.
Die geschätzte Zahl beträgt ca. 700- 1000 Exemplare, die sich zwischen den Inseln auf Nahrungssuche hin und her bewegen. Sie sind nicht endemisch für Galapagos, sondern vielmehr aus der Karibik abgewandert. Schön anzusehen sind sie dennoch.
Wir haben zumindest das Glück zwei vereinzelte Exemplare in der Lagune zu sehen- wobei das Bild mit dem schimmernden Wasser auf schlammfarbenem Boden mit den rosanen Flamingos auch schon wieder wie eine Fata Morgana wirkt.
Auch die aus Kanada zugewanderten Austernfischer geben sich am Strand ein Stelldichein.
Weiter geht´s auf die andere Seite der Insel, wo wir im seichten Wasser der Flut Stachelrochen beobachten können, die z.T. direkt an unsere Beine gespült werden.
An diesem Strand befindet sich zw. Dezember und März die Kinderstube der grünen Meereschildkröten, was dann wiederum bedeutet, dass der Strand nur sehr eingeschränkt betreten werden kann. Pro Gelege werden bis zu 120/130 Eier gelegt.
Auf dem Weg zu unserem Boot können wir in der Ferne einen Galapagos- Pinguin sehen. Dieser 3. kleinste der Pinguinfamilie ist besser in Isabela oder Fernandina zu beobachten, aber wir haben am Ende des Tages noch einmal Glück und können diesen kleinen Vertreter der Frackträger aus der Nähe beobachten.
Unseren ersten Schnorchelgang haben wir an der Teufelskrone, ein auseinandergebrochener Vulkankegel mit ziemlich heftiger Strömung.
Normalerweise tummeln sich hier auch viele Haie...Die hatten heute aber keine Lust auf uns. Spaß gemacht hat es trotzdem, dank der Strömung, der Seelöwen und der vielen, vielen bunten Fische.
Weiter geht es nach dem Mittagessen in westlicher Richtung zu dem berühmten Postfass von Floreana. Der englische Kapitän/Walfänger J. Colnett ließ im Jahre 1793 an dieser Stelle den ersten Postzustellservice “Ecuadors” einrichten. Eine Briefmarke ist dabei nicht von nöten- lediglich die Adresse wird vermerkt. Bei dieser Gelegenheit kann der Stapel der Postkarten durchgesehen werden und wer eine Karte nahe der eigenen Heimatadresse ausmacht, kann diese mitnehmen und freundlicherweise weiterleiten.
Hier sind auch noch die Überreste des Hotels Paradise zu sehen (der Versuch des damals ersten Hotels in Galapagos). Hier können wir auch wieder einen Lavatunnel besichtigen und in diesem Tunnel ist es so dunkel, wie in einem Kuha....
Ich war ja schon mal so schlau meinen Wetsuit und die Taschenlampe mitzunehmen und war dann wohl auch die Einzige, die in dem kalten Wasser nicht gefroren hat, denn dieser Tunnel war mit Wasser gefüllt. Letztendlich bis über Kopfhöhe..
Auch hier steht ein weiterer Schnorchelgang auf dem Programm und hier sehen wir bis zu 10 Meeresschildköten, welche wir größtenteils bei der Nahrungsaufnahme beobachten konnten.
Zurück an Bord freut sich jeder über die heiße Dusche und im Anschluss geht es mit den Motorbooten zum Sundowner und Pinguinesuchen hinaus auf die Bucht.
Ein vom Galapagos-Nationalpark bezahlter Pinguin (kl. Scherz ;-)) tut uns den Gefallen und wir haben auch einen herrlich kitschigen rosigen Sonnenuntergang auf dem Wasser, der dann noch getoppt wird, indem eine Gruppe Flamingos vorbeifliegt.
Wow!
Bevor heute das Abendessen genossen werden kann, beobachten wir unsere israelische Truppe, die ein Zermoniell, welches wohl immer Freitags stattfindet, durchführt. Mit Brot, Wein, Gebet und etwas Gesang. Kevin schmeißt eine Runde Sauvignon Blanc oder auf Wunsch auch Rotwein. Ich stelle für mich immer mehr fest, dass ich immer mehr zum Weißweintrinker werde. Schön- so fühlt sich Urlaub an! Unterwegs unter Freunden ;-).
Gleich im Anschluss an das Essen setzt sich das Boot auch schon wieder in Bewegung.
Na dann: hallejulia auf die nächste, wellig- wacklige Nacht oder “the same procedure as last night.”- dass ich vor Wellengang nicht aus dem Bett gekullert bin war auch grad noch fast alles ;-)

Und nun wieder die Bilder des Tages:
Olivgrüner Strand auf Floreana am Cormorans Point

Kanadischer Austernfischer (falls ich es richtig verstanden habe)

Sandkörner in oliv, die wie geschliffenes Glas aussehen

endemische Pflanze (sattgrün) auf Floreana

ein paar vereinzelte Flamingos


"Postoffice" mit Face to Face- Prinzip

Lavatunnel

Galapagos-Pinguin

Flamingo-"Schwarm" im Sonnenuntergang
 

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