Heute Morgen kurz nach 6 Uhr erlebe ich
einen herrlichen Sonnenaufgang auf dem Meer. Das bronzefarbene Licht
taucht die umliegenden kleinen Inseln in ein weiches Licht und das
Meer glitzert, als hätte man Diamanten auf einen Spiegel
gestreut..Einfach nur wunderschön anzuschauen!
Nach einem ausgiebigen Frühstück
heißt unser erstes Ziel „Chinese Hut“. Dies ist ein
Satellit-Vulkan, der quasi unter dem Meeresgrund von dem Vulkan von
Santiago gespeist wurde und dann quasi mit einem Blubb ein paar
hundert Meter entfernt von Santiago an die Oberfläche gekommen ist.
Warum Chinese Hut Chinese Hut genannt wird, brauche ich nicht zu
erklären...Er sieht aus wie der besagte Hut.
Bei unserer Nasslandung begleitet uns
ein Pinguin. Echt faszinierend, wie schnell die Tiere im Wasser
sind..
An Land erzählt uns Daniel noch ein
interessantes Detail zu den Lavaechsen. Bekanntlich sind die Männchen
größer und die Weibchen kleiner. Diese haben zusätzlich noch einen
roten Fleck an der Kehle. Wie auch bei den „deutschen“ Eidechsen
vorkommend, können die Echsen einmal im Leben bei Gefahr ihren
Schwanz abwerfen. Lavaechsen sind sehr territorial und vorallem
während der Paarungszeit kommt es teilweise zu erbitterten Kämpfen.
Bis hin zum Tod des gegenübers..Die juvenilen Männchen haben dabei
gegen die adulten Männchen keine Chance, so dass es manchmal nicht
nur ein Fressfeind ist, der sie in die Situation bringt,ihren Schwanz
abwerfen zu müssen. Ist dies der Fall im Kampf mit einem adulten
Männchen, passiert zusätzlich Folgendes: das juvenile Männchen
verfärbt sich im Kehlsack rot mit der Folge, dass es von den adulten
Männchen nicht mehr angegriffen wird, da diese es für ein Weibchen
halten...Beim Erreichen des adulten Alters verlieren die Männchen
die rote Farbe dann wieder..Tja, wie ich immer wieder feststelle: es
gibt keinen besseren Lehrmeister als die Natur..
Gegenüber (Küste von Santiago) haben
wir unsere erste Schnorchelrunde für heute und beste Bedingungen:
Sonne, gute Sicht, ruhiges Wasser.
Ich sehe riesige Fischschwärme der
buntesten Fische...Wirklich der Wahnsinn. Dazu Seesterne in allen
erdenklichen Farben und Formen. Schließlich gesellt sich noch ein
Seelöwe zu mir, der mich erst mal genaustens untersuchen muss, WAS
ich denn nun bin. Für diese Übung schwimmt er mit seinem Gesicht
bis auf ca. 50 cm an mich ran, um dann auf die Seite gedreht, sich an
mir vorbeigleiten zu lassen. Ich tue es ihm nach und drehe mich auch
auf die Seite, was ihn dazu veranlasst noch zwei Rollen zu
schlagen..Einfach nur atemberaubend.
Ich kann inzwischen mehr als gut
nachempfinden, warum die Sonarsysteme von Walen und Delfinen aufgrund
des Kraches unter Wasser nicht mehr richtig funktionieren..Diese
Beiboote mit Motor sind dermaßen laut unter Wasser und man kann nie
wirklich ausmachen, aus welcher Richtung das Geräusch stammt..
Im Anschluss ist erst einmal relaxen
auf dem Sonnendeck angesagt, da wir in dieser Zeit Richtung Rabida
aufbrechen. Ich unterhalte mich mit einer der Israelinnen und meine
zu ihr, dass ich ganz schön neidisch auf ihre braune Haut bin, da
sie sicher nie Sonnenbrand bekommt. Ich meine, also bisher habe ich
immer aufgepasst und auch noch keinen gehabt, aber dennoch muss ich
mich anders in der Sonne bewegen als sie..Aber- zugegeben gibt sie
mir die beste Antwort: warum ich neidisch sei? Das könne sie nicht
verstehen! Ich könne wenigstens zwischen beiden Farben wählen. Sie
nicht! Und wieder wird deutlich: es ist manchmal wirklich nur eine
Frage der Betrachtungsweise- denn dem Argument konnte ich dann
wirklich reichlich wenig entgegensetzen.
Während der ganzen Tour begleiten uns
Fregattvögel, die lautlos neben und über dem Boot durch die Lüfte
gleiten..
Gegen 14 Uhr kommen wir bei Rabida an.
Rabida ist die einzige der Galapagosinseln mit einem leuchtendroten
Strand. Alles ist rot. Der Sand und auch die Korallen. Als wir auf
die Insel kommen, gefällt auch sie mir spontan sehr gut. Ich stehe
ja auf starke Farben und hier ist alles, was mein Herz begehrt:
kräftig roter Sand, rote Felsen, graugrüne Bäume und Büsche,
grüne Kakteen, das türkisblaue Meer im Hintergrund, strahlender
Himmel und zusätzlich eine olivgrüne Lagune. Auf dieser Insel gibt
es übrigens auch eine endemische Kaktusart mit vollkommen weichen
Stacheln, welche sich eher wie eine Bürste anfühlen. Die ganz
simple Erklärung ist: auf dieser Insel gibt es keine Fressfeinde
gegen die sie sich wehren müssen. Weder Schildkröten noch
Landleguane.
Zurück am Strand geht es zur nächsten
Schnorchelrunde. Auch der Sandboden unter Wasser ist vollkommen rot,
was dem Ganzen mit dem von oben durch die Wasseroberfläche
gebrochenen Sonnenlicht, eine super interessante Optik verleiht.
Auch hier sind wieder viele bunte
Fische, Stachel- und Adlerrochen unterwegs. Sogar eine der selteneren
Seegurken bekomme ich zu Gesicht.
Und dann folgt mein Highlight des
Tages: ich kann für mehrere Minuten eine Meerechse beim Fressen
unter Wasser beobachten. Das war mein Wunsch- aber unser Guide hatte
mir da überhaupt keine Hoffnung gemacht, dass ich Gelegenheit hätte,
DAS zu sehen. Es ist ein absoluter Glücksfall, was ich heute zu
Gesicht bekommen habe. Die Meerechsen sind wechselwarm und können
sich daher immer nur ca. 15 Minuten im Wasser aufhalten, um zu
fressen (Algen). Danach müssen sie wieder an Land, um sich auf den
angewärmten Steinen in der Sonne aufzuwärmen. Hinzu kommt, dass sie
wohl die einzigsten Reptilien sind, die tauchen können. Vom Boot aus
können wir später noch mehrere grüne Meeresschildkröten
beobachten und einen etwas größeren Hai, den wir aufgrund der
Lichtbrechung und der Wellen aber nicht näher zuordnen können.
Nach einer heißen Dusche ist es auch
fast schon wieder Zeit für´s Abendessen.
Im Anschluss gibt es wie immer das
Briefing für den nächsten Tag (Santiago) und diesen Abend einen
Vortrag über Riesenschildkröten. Gestern waren die Haie dran.
Morgen haben wir die Chance
Galapagos-Pelzrobben zu sehen. Also- wieder ist Daumendrücken
angesagt. Diese Spezies gibt es hier nur auf Santiago. Sie sind
kleiner und geschmeidiger wie die hier oft vorkommenden Seelöwen,
besitzen stumpfe Nasen, längere Schnauzbarthaare und können sich
nicht mit ihren Vorderflossen aufrichten, wie ihre inzwischen schon
oft beobachteten Verwandten. Zusätzlicher Unterschied ist, dass sich
die Pelzrobben gerne in Felsgrotten aufhalten und die
Wahrscheinichkeit sie direkt am Strand anzutreffen daher eher gering
ist..
Na ja..wir werden sehen. Vielleicht ist
das Glück ja weiter auf meiner Seite:-)?!
Und wieder ein paar optische Schmankerl:
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| Sonnenaufgang vor Santiago-Island |
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| Strand am Chinese-Hut |
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| Lavafelder am Chinese-Hut |
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| Meerechse |
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| Abhängen auf dem Sonnendeck |
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| Rabida |
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| grüne Meeresschildkröte |
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| Strand auf Rabida |
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| der seltene Mickey-Maus Kaktus auf Rabida mit den weichen Stacheln :-) |