Aktuelle Zeit bei mir :-)

Donnerstag, 30. August 2012

Black Beauty oder Santiago-29.08.2012

Auch dieser Morgen beginnt früh und wir starten mit einer Nasslandung- dieses Mal im herrlich schwarzen Sand von Santiago in Puerto Egas. Santiago ist die viertgrößte Insel der Galapagos-Inselngruppe und die Dritthöchste. Hier herrscht eine mondartige Kraterlandschaft vor. Die Farbgebung dieser Insel ist wie bereits in der Überschrift gesagt: schwarz.
Es ist interessant anzusehen, welche abstrusen Formen die erkalteten Lavaströme zustande gebracht haben..Und jawoll—wir haben Glück: wir sehen die seltenen Galapagos- Pelzrobben, deren Bestände sich leider nie von den Schlächtereien der Walfänger und Pelzjäger vergangener Jahrhunderte erholt haben. Dazu auch eine grüne Meeresschildkröte, die seelenruhig vor uns hin und her paddelt und man muss natürlich wieder aufpassen, dass man vor lauter schwarzer Lava nicht aus Versehen auf eine Meerechse tritt, die sich in ihrem schwarzen Schuppenpanzer nicht so wirklich von dem Lavagestein abhebt..
Und dann haben wir ein zweites Mal „riesiges“ Glück: wir sehen außerhalb des Wassers eine Meerechse schwimmen: auch ein absolut seltener Anblick! Ein weiteres Sahnestückchen..
Zurück am Strand zwängt sich jeder wieder in den Wetsuit und dann geht es vom Strand aus (mit schönem Abstand zum Seelöwenbullen, der sich hier die Herrschaft unter den Nagel gerissen hat) ins Wasser zum Schnorcheln.
Hier habe ich soooo viele Schildkröten gesehen. Ich bin bestimmt über 20 Minuten neben zwei Schildkröten hergeschwommen, die dann auch irgendwann angefangen haben, Algen zu futtern..Viele Fische natürlich; diverse Rochen..So wirklich sattsehen kann man sich da irgendwie nie..
Zurück an Bord haben wir nun erst mal Zeit gemütlich zu relaxen und uns die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, während wir unser nächstes Ziel ansteuern: ich glaube Bucaneer Cove, wo wir heute Mittag unser letztes Schnorcheln haben..Und wir werden auch dieses Mal belohnt: wir sehen einen Kuhnasenrochen.Und- wieder 4 Weißspitzen-Riffhaie kommen mir vor die Maske. Muss ja zugeben: wirklich schön anzusehen..Der Tag klingt auf dem Sonnendeck bei Genießen der herrlichen Landschaft (wir steuern die komplette Nordostküste von Santiago Richtung Bartolomé entlang) und gemütlichem Plausch aus. Am Abend spiele ich Cuarenta mit der Crew..und stelle fest, dass ich gar nicht so schlecht im Kartenspielen bin, wie ich immer gedacht haben. Wir haben in Teams gespielt und Daniel und ich immer gewonnen :-)..
Kann wirklich nur sagen: Galapagos-total mein Ding. Es hat in allem meine Erwartungen erfüllt; wahrscheinlich sogar noch übertroffen. Man konnte so nah an die Tiere; konnte so lebensnah ihre Verhaltensweise, Geräusche mitbekommen, dass es mir manchmal den Atem geraubt hat von der Schönheit der Natur oder man könnte auch sagen, dass in einem sehr viel Ehrfurcht vor der Schöpfung hochkommt, wenn man das sieht..
Jeder Tag war anders, mit anderen „Highlights“, aber jeder Tag war auf seine andere Art und Weise wunderschön. Ich bin mir sicher, dass mir dieser Besuch hier sehr lange in Erinnerung bleiben wird- in Darwin´s Fußstapfen ;-)..

Eine Bilderauswahl dieses Tages:
Galapagos-Pelzrobbe

Galapagos-Pelzrobbe

Grüne Meeresschildkröte

Kanadischer Austernfischer

Meerechse

Meerechse

Meerechsen beim Sonnenbad

Lavaechse beim Vertilgen eines Grashüpfers

Santiago

Blick auf Santiago
 

Die rote Schönheit (Rabida) und Chinese Hut (Santiago-Südwest) und Rabida-28.08.2012

Heute Morgen kurz nach 6 Uhr erlebe ich einen herrlichen Sonnenaufgang auf dem Meer. Das bronzefarbene Licht taucht die umliegenden kleinen Inseln in ein weiches Licht und das Meer glitzert, als hätte man Diamanten auf einen Spiegel gestreut..Einfach nur wunderschön anzuschauen!
Nach einem ausgiebigen Frühstück heißt unser erstes Ziel „Chinese Hut“. Dies ist ein Satellit-Vulkan, der quasi unter dem Meeresgrund von dem Vulkan von Santiago gespeist wurde und dann quasi mit einem Blubb ein paar hundert Meter entfernt von Santiago an die Oberfläche gekommen ist. Warum Chinese Hut Chinese Hut genannt wird, brauche ich nicht zu erklären...Er sieht aus wie der besagte Hut.
Bei unserer Nasslandung begleitet uns ein Pinguin. Echt faszinierend, wie schnell die Tiere im Wasser sind..
An Land erzählt uns Daniel noch ein interessantes Detail zu den Lavaechsen. Bekanntlich sind die Männchen größer und die Weibchen kleiner. Diese haben zusätzlich noch einen roten Fleck an der Kehle. Wie auch bei den „deutschen“ Eidechsen vorkommend, können die Echsen einmal im Leben bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen. Lavaechsen sind sehr territorial und vorallem während der Paarungszeit kommt es teilweise zu erbitterten Kämpfen. Bis hin zum Tod des gegenübers..Die juvenilen Männchen haben dabei gegen die adulten Männchen keine Chance, so dass es manchmal nicht nur ein Fressfeind ist, der sie in die Situation bringt,ihren Schwanz abwerfen zu müssen. Ist dies der Fall im Kampf mit einem adulten Männchen, passiert zusätzlich Folgendes: das juvenile Männchen verfärbt sich im Kehlsack rot mit der Folge, dass es von den adulten Männchen nicht mehr angegriffen wird, da diese es für ein Weibchen halten...Beim Erreichen des adulten Alters verlieren die Männchen die rote Farbe dann wieder..Tja, wie ich immer wieder feststelle: es gibt keinen besseren Lehrmeister als die Natur..
Gegenüber (Küste von Santiago) haben wir unsere erste Schnorchelrunde für heute und beste Bedingungen: Sonne, gute Sicht, ruhiges Wasser.
Ich sehe riesige Fischschwärme der buntesten Fische...Wirklich der Wahnsinn. Dazu Seesterne in allen erdenklichen Farben und Formen. Schließlich gesellt sich noch ein Seelöwe zu mir, der mich erst mal genaustens untersuchen muss, WAS ich denn nun bin. Für diese Übung schwimmt er mit seinem Gesicht bis auf ca. 50 cm an mich ran, um dann auf die Seite gedreht, sich an mir vorbeigleiten zu lassen. Ich tue es ihm nach und drehe mich auch auf die Seite, was ihn dazu veranlasst noch zwei Rollen zu schlagen..Einfach nur atemberaubend.
Ich kann inzwischen mehr als gut nachempfinden, warum die Sonarsysteme von Walen und Delfinen aufgrund des Kraches unter Wasser nicht mehr richtig funktionieren..Diese Beiboote mit Motor sind dermaßen laut unter Wasser und man kann nie wirklich ausmachen, aus welcher Richtung das Geräusch stammt..
Im Anschluss ist erst einmal relaxen auf dem Sonnendeck angesagt, da wir in dieser Zeit Richtung Rabida aufbrechen. Ich unterhalte mich mit einer der Israelinnen und meine zu ihr, dass ich ganz schön neidisch auf ihre braune Haut bin, da sie sicher nie Sonnenbrand bekommt. Ich meine, also bisher habe ich immer aufgepasst und auch noch keinen gehabt, aber dennoch muss ich mich anders in der Sonne bewegen als sie..Aber- zugegeben gibt sie mir die beste Antwort: warum ich neidisch sei? Das könne sie nicht verstehen! Ich könne wenigstens zwischen beiden Farben wählen. Sie nicht! Und wieder wird deutlich: es ist manchmal wirklich nur eine Frage der Betrachtungsweise- denn dem Argument konnte ich dann wirklich reichlich wenig entgegensetzen.
Während der ganzen Tour begleiten uns Fregattvögel, die lautlos neben und über dem Boot durch die Lüfte gleiten..
Gegen 14 Uhr kommen wir bei Rabida an. Rabida ist die einzige der Galapagosinseln mit einem leuchtendroten Strand. Alles ist rot. Der Sand und auch die Korallen. Als wir auf die Insel kommen, gefällt auch sie mir spontan sehr gut. Ich stehe ja auf starke Farben und hier ist alles, was mein Herz begehrt: kräftig roter Sand, rote Felsen, graugrüne Bäume und Büsche, grüne Kakteen, das türkisblaue Meer im Hintergrund, strahlender Himmel und zusätzlich eine olivgrüne Lagune. Auf dieser Insel gibt es übrigens auch eine endemische Kaktusart mit vollkommen weichen Stacheln, welche sich eher wie eine Bürste anfühlen. Die ganz simple Erklärung ist: auf dieser Insel gibt es keine Fressfeinde gegen die sie sich wehren müssen. Weder Schildkröten noch Landleguane.
Zurück am Strand geht es zur nächsten Schnorchelrunde. Auch der Sandboden unter Wasser ist vollkommen rot, was dem Ganzen mit dem von oben durch die Wasseroberfläche gebrochenen Sonnenlicht, eine super interessante Optik verleiht.
Auch hier sind wieder viele bunte Fische, Stachel- und Adlerrochen unterwegs. Sogar eine der selteneren Seegurken bekomme ich zu Gesicht.
Und dann folgt mein Highlight des Tages: ich kann für mehrere Minuten eine Meerechse beim Fressen unter Wasser beobachten. Das war mein Wunsch- aber unser Guide hatte mir da überhaupt keine Hoffnung gemacht, dass ich Gelegenheit hätte, DAS zu sehen. Es ist ein absoluter Glücksfall, was ich heute zu Gesicht bekommen habe. Die Meerechsen sind wechselwarm und können sich daher immer nur ca. 15 Minuten im Wasser aufhalten, um zu fressen (Algen). Danach müssen sie wieder an Land, um sich auf den angewärmten Steinen in der Sonne aufzuwärmen. Hinzu kommt, dass sie wohl die einzigsten Reptilien sind, die tauchen können. Vom Boot aus können wir später noch mehrere grüne Meeresschildkröten beobachten und einen etwas größeren Hai, den wir aufgrund der Lichtbrechung und der Wellen aber nicht näher zuordnen können.
Nach einer heißen Dusche ist es auch fast schon wieder Zeit für´s Abendessen.
Im Anschluss gibt es wie immer das Briefing für den nächsten Tag (Santiago) und diesen Abend einen Vortrag über Riesenschildkröten. Gestern waren die Haie dran.
Morgen haben wir die Chance Galapagos-Pelzrobben zu sehen. Also- wieder ist Daumendrücken angesagt. Diese Spezies gibt es hier nur auf Santiago. Sie sind kleiner und geschmeidiger wie die hier oft vorkommenden Seelöwen, besitzen stumpfe Nasen, längere Schnauzbarthaare und können sich nicht mit ihren Vorderflossen aufrichten, wie ihre inzwischen schon oft beobachteten Verwandten. Zusätzlicher Unterschied ist, dass sich die Pelzrobben gerne in Felsgrotten aufhalten und die Wahrscheinichkeit sie direkt am Strand anzutreffen daher eher gering ist..
Na ja..wir werden sehen. Vielleicht ist das Glück ja weiter auf meiner Seite:-)?!

Und wieder ein paar optische Schmankerl:
Sonnenaufgang vor Santiago-Island

Strand am Chinese-Hut

Lavafelder am Chinese-Hut


Meerechse


Abhängen auf dem Sonnendeck

Rabida

grüne Meeresschildkröte

Strand auf Rabida


der seltene Mickey-Maus Kaktus auf Rabida mit den weichen Stacheln :-)

Die größte der Galapagos- Inseln und mit einer der Jüngsten- Isabela- 27.08.2012

Wie immer startet der Tag um 7 Uhr mit dem Frühstück. Nach einer unruhigen Nacht sind wir nun im Hafen von Isabela (Ost) angekommen. Herrlich türkisfarbenes Wasser, Mangroven und ein weißer Sandstrand- das ist zumindest schon einmal die Aussicht vom Schiff aus..
Um 8 Uhr bringt uns das Beiboot zu Islos Tintoreras- wobei Tintoreras so was wie der Spitzname des Weißspitzenhaies (endemisch für Galapagos) darstellt. In einem seichten Kanal können wir die Haie beobachten, die sich im ruhigen Wasser ausruhen bis gegen 18 Uhr die Jagdsaison eröffnet wird. Außerdem befinden sich hier Brutgebiete von Meerechsen und auch eine Kinderstube von Seelöwen. Auch hier sieht das Landschaftsbild schon wieder anders aus: mich persönlich erinnert es sehr an die Karibik. Als wir am Nachmittag in die Stadt gehen, verstärkt sich das Gefühl noch mehr: die Uhren gehen hier langsamer, die Leute wirken sehr relaxt und es herrscht Beach-Stimmung..
Nach dem Besuch von Islos Tintoreras fahren wir zurück zum Boot, um uns in unsere Wetsuits zu quetschen...Da das Wetter gerade mal wieder gewechselt hat und es etwas zu nieseln beginnt, bin ich sehr skeptisch, ob wir bei dem Wind und dem Nieselregen überhaupt was sehen können. Und so ist es auch- aber beim dritten Versuch und Schnorchelplatz werden wir belohnt: ein Pinguin paddelt mit uns im Wasser und wir können Meeresschildkröten beobachten; auch ist es interessant entlang des Mangrovengürtels zu tauchen. Überall zwischen den Wurzeln verstecken sich kleine Fische.
Nach dem Mittagessen können wir das Sonnendeck noch bis 14 Uhr genießen und dann geht es wiederum mit dem Beiboot an den Pier. Zunächst fahren wir zu einem kleinen Süß-/Salzwassersee, wo wir ein paar Flamingos entdecken können. Diese können die Strecke in Isabela und Santa Cruz in ca. einer halben Stunde zurücklegen, wofür selbst das Speedboot gute 2 Stunden braucht...Von hier geht es mit dem Bus ins Brutzentrum. Inzwischen habe ich alle drei Brutzentren ( San Cristobal, Santa Cruz und nun auch Isabela) gesehen.
Daniel erklärt uns etwas über die Arbeit des Zentrums und zeigt uns auch in Alkohol eingelegte Schildkrötenembryonen in verschiedenen Alterstufen.
Im Anschluss haben wir Zeit uns ein bißchen das verträumte Hafenstädtchen anzusehen. Ich bin mit Barbara unterwegs, einer gebürtigen Berlinerin, die nun allerdings in der Schweiz lebt. Eines sehr interessante, vielseitige und nette Person. Wir unterhalten uns den ganzen Nachmittag und schlendern dabei die Straßen und schließlich den Strand entlang und ehe wir uns versehen, ist es auch schon 18 Uhr und es geht zurück an Bord.
Heute Abend nach dem Abendessen gibt es noch das Briefung für morgen und Daniel hält einen kleinen Vortrag über Haie. Gegen 21 Uhr steuert unser Boot nun auch schon das nächste Ziel an: Chinese Hut und Rabida.
Und- es sind wieder entsprechende Wellen angesagt...

Die Bilder von heute:
Weißspitzenhai

"schlafende" Weißspitzenhaie auf Los Tintoreros in Isabela


ca. 6 cm große Lavaechse

Meerechse mit Lavaechse auf dem Rücken

Pier von Isabela


Lagune in Isabela

Man beachte auch hier wieder die unterschiedliche Panzerform: Riesenschildkröte von Isabela


Jesus unter Palmen (mal ein anderer Blickwinkel als sonst :-))
 

Von Tourist Superior zu First Class (Yacht Monserrat)- Baltra Island/Mosquera-26.08.2012

Heute Morgen heißt es bereits um 06:30 Uhr an Bord antreten, da wir heute Morgen unsere letzte Aktivität haben: Daphne Island.
Diese Insel ist für Touristen gesperrt, da sie größtenteils aus brüchigem Lavagestein besteht und die Gefahr für Touris und Insel, dem Sicherheitsdenken an dieser Stelle den Vorzug gibt. Lediglich Wissenschaftler können eine Ausnahmegenehmigung bekommen, um die hier lebenden Nascatölpel (Sula dactyla)- früher auch Maskentölpel genannt, welche endemisch auf Galapagos sind, zu analysieren. Der Nascatölpel fischt weit draußen auf dem Meer, weshalb es sehr unwahrscheinlich ist, dass das zweite Küken überlebt.
Die Anflugwege sind zu lange und die Fütterung erfolgt nicht so häufig, wie z.B. bei Blaufußtölpel, welche ihre Nahrungsgebiete entlang der Küste haben. Daher ist es eher bei Blaufußtölpeln (Sula nebouxii) wahrscheinlich,dass in einem guten Jahr auch ein zweites Küken überleben kann.
Genauso vertreten ist hier (Creagrus furcatus). Diese Möwe fischt bei Nacht. Oftmals ist sie in der Nähe von Schiffen und Booten zu sehen. Mit ihrem roten Ring ums Auge lockt sie bei Nacht Fische an die Wasseroberfläche; das Gefieder nicht wasserdicht- so dass sie nicht wie etwa andere Seevögel ins Wasser eintauchen kann.
Nach dem Frühstück geht es für alle Richtung Flughafen. Dort habe ich erst mal genug Zeit, denn bis die neue Truppe vollständig ist, ist es schon nach 11 Uhr als wir uns Richtung Schiff begeben.
Lustig ist, dass diese Tour wohl ungefähr 90ig Prozent der Leute Lastminute gebucht haben; was auch den jüngeren Altersschnitt erklärt. Unsere neuen Guides sind Daniel und José- Galapagos endemicos. Übrigens hat es heute ganze 6 Stunden gedauert, bis die üblichen Fragen kamen. Und nein, ich will nicht heiraten und dann hier auf Galapagos leben ;-).
Vor Mosquera- an einem schönen Riff von North Seymour haben wir unseren ersten Schnorcheldurchgang und heute ist richtig gute Sicht unter Wasser: wir sehen mehrere richtig bunte Seesterne, viele bunte Fische, Stachelrachen, spielende Seelöwen, die sichtlich Spaß daran haben, Luftblasen in unsere Richtung zu blasen, einen Steinfisch und wieder einen Weißspitzenhai, den ich relativ lange beobachten kann, und mit dem ich dann später ein Stück schwimmen konnte.
Das Boot ist schon eine ganz andere Liga wie die Guantanamera. Allerdings war es dort wesentlich familiärer. Aber- es ist auch angenehm, hier vergleichsweise viel Platz zu haben, ein größeres Bad und sogar einen Fön ;-). Dazu Shampoo und Conditioner- was bei dem ganzen Salzwasser und Wind echte Wunder wirken kann bei langen Haaren (ja, man kann sich auch über kleine Dinge freuen :-)).
Gegen Abend haben wir noch eine Nasslandung in Mosquera, welche sich als wirkliche Nasslandung erweist...Im Endeffekt ist fast jeder nass bis zur Hüfte und es ist gar nicht so einfach bei Wellengang über die schlüpfrigen Steine zu kommen. Aber- wie man sieht- da ich das ja schreiben kann, bin ich auch wieder auf´s Boot zurückgekommen. Hier am Strand sehe ich meinen ersten Skorpion für Ecuador. Und kleine Tiere sind ja schließlich fast genauso interessant wie Große..
Ich teile hier mein Zimmer mit Vanessa, einer total netten Australierin aus Sydney. Wenn wir am Tisch sitzen, dann sind wir meistens zu fünft (Adrian, Stefanie, Barbara, Vanessa und ich). Da Vanessa kein Deutsch versteht, kommunizieren wir somit ausschließlich in Englisch, damit Vanessa auch mitreden kann. Ich habe hier wirklich schon viele Australier getroffen und es sind auch wieder vier israelische Mädels dabei. Was ich persönlich sehr interessant fand, ist die Tatsache, dass in Israel alle zum Militär müssen. Auch die Frauen und das vorneweg 2 Jahre. Dies sei auch mit ein Grund, warum man hier so viele trifft: nach der Militärzeit gönnen sich die meisten eine Auszeit, bevor das Studium anfängt..
Nachdem wir uns alle wieder trockengelegt haben, gibt es das Abendessen und im Anschluss das Briefing für den nächsten Tag. Unser Ziel heißt Isabela. Eine 7 Stunden Fahrt von Santa Cruz aus. Leider nicht die Westseite, sondern Südost, aber ich bin sicher, es wird auch morgen wieder ein toller Tag werden..Und nun- ab ins Bett. Es ist schon wieder kurz vor 23 Uhr und der Wecker wird sich morgen gegen 06:15 Uhr nicht dafür interessieren, dass meine Nacht zu kurz war..Daher: Hasta mañana ;-)

Die optischen Impressionen:
Fregattvogel begleitet uns aufd er Monserrat

Kabine

Bad

Speiseraum

Aufenthaltsraum

"Baby-Skorpion"

Seelöwen auf Mosquera

Mosquera-Island

Sonnenuntergang auf Mosquera mit Walskelett
 

25.08.2012- Santa Cruz (Nordwest)

Unsere erste Station für heute ist eine Nasslandung an einem Strand in Santa Cruz in der Nähe vom Eden Rock, wo heute unsere erste Schnorchelstation ist..
Die Nasslandung hier erweist sich als etwas schwierig, weil die See etwas rau ist, aber letztendlich schaffen wir es alle mehr oder weniger trocken an Land.
Auch hier ist die Landschaft wieder vollkommen anders, als die Inseln bevor. Hier gibt es noch ausgewilderte Ziegen (welche wir auch zu Gesicht bekamen), welche allerdings von der Nationalparkverwaltung entsprechend gejagd werden, werden, weil sie das natürliche Gleichgewicht hier stören. Auch mehrere weibliche Landschildkröten gaben sich die Ehre und ein riesiger Tausendfüßler. Außerdem sahen wir eine endemische Lavamöwe, die sich in der Färbung zu den bisherigen Möwen unterscheidet...Nach einer Stunde geht es zurück auf´s Boot. Man kann sich hier an der tollen Landschaft und den Farben überhaupt nicht sattsehen, weil alles so unwirklich schön/perfekt aussieht. Türkisfarben-blaues Wasser und an Land ein Farbenmix von schwarzen Lavafelsen, grünen Büschen, silbergrauen Bäumen, bräunlich- gelbem Sand...Einfach wie wunderschön anzusehen.
Bei jedem Schnorchelgang ist es eine Überwindung ins kalte Wasser zu gehen...aber nach den ersten Minuten geht es dann auch gut. Allerdings fängt man meistens spätestens nach ca. 20 Minuten ziemlich an zu frieren, so dass wir meistens nur ca. 45 Minuten im Wasser sind und uns dann alle wie Bolle auf die heiße Dusche freuen.
Nach dem Mittagessen ist erst mal für die nächsten 1 ½ Stunden relaxen angesagt und ich finde sogar ein deutschsprachiges Buch hier, in dem ich auf der Sonnenliege, mit Blick auf den Strand, etwas schmökere.
Die nächste Station für heute ist Dragon Hill. In der Ferne ist Santiago und Rabida zu sehen- welche ich dann nächste Woche sehen werde. Auch hier sind wir wieder eine gute Stunde unterwegs und Johann erklärt uns alles mögliche zu Fauna und Flora. Und- wir haben Glück: es gibt wieder Flamingos (Phoenicopterus ruber) zu sehen. Das rosafarbene Gefieder passt herrlich in die pastellfarbene Landschaft. Auch die zweitgrößte Landleguanart ist hier zuhause. Die Färbung ist auch hier wieder anders als auf den Inseln zuvor. Sogar Schildkrötennester und Leguannester befinden sich direkt am Weg.
Bei unserem zweiten Schnorcheln gibt es Stachelrochen und viele bunte Fische und als Highlight zwei Weißspitzenhaie, von denen einer nur ca. 1,5 Meter an mir vorbeischwimmt. Geschätzte Größe ungefähr 1,20 Meter und Gott sei Dank sehr friedliebend ;-)..
Übrigens haben die Knaller heute die linke Seite vom Schiff gestrichen und Johann ist so nett uns zu „warnen“ und nicht an die Schiffswände zu kommen..Die israelischen Jungs haben mal wieder nichts mitbekommen und so sehe ich dann später den ein oder anderen mit verdächtigen weißen Streifen auf den Hosen herumlaufen ;-P..
Ein weiterer herrlicher Tag endet mit gemütlichem Beisammensein aller nach dem Abendessen. Morgen ist schon wieder Abschiednehmen angesagt und für mich beginnt das nächste „Cruise- Abenteuer“. Bin schon sehr gespannt auf Mitreisende, Schiff und Crew.
Fortsetzung folgt :-)

Die Bilder für heute:
wildlebende Riesenschildkröte-Santa Cruz (weibl.)

irgendeine spezifische Tausendfüßlerart (ziemlich riesig, wenn ihr mich fragt :-))

Strand in der Nähe von Eden Rock

Lavamöwe

Rundweg bei Dragon Hill- Santa Cruz


Landleguan

Phoenicopterus ruber (Flamingo)




Fregattvogel