Hallo, ihr Lieben,
heute nur kurz:
Reiseberichte und Fotos sind alles fertig zum Hochladen. Problem ist: ich kaempfe hier seit drei Tagen um eine Verbindung mit meinem Netbook. Aber- wenigstens geht es noch mehr Leuten so. Keine Ahnung, ob es an deutschen Netbooks liegt?? Mit Handy geht es manchmal etwas besser...Daher- wird es wohl naechstes Wo werden, bis ich meine Berichte und Bilder hochladen kann. Im Moment sitze ich grad am Laptop des Chefs vom Hostal, der so nett war, dass ich es mir mal ausborgen darf..
In ein paar Stunden geht es wieder zurueck ins Exil---warum? Das werdet ihr hoffentlich naechste Woche lesen koennen...
LG und eine schoene Woche fuer Euch,
Krissi
Sonntag, 29. Juli 2012
Sonntag, 22. Juli 2012
Another day in Paradise 21.07.-22.07.2012
Ich war ja dieses Wochenende in
Bellavista: und es war ein absoluter Traum!!!
Wurde am Samstag gegen 06:25 Uhr
abgeholt und es dauerte ca. 2 Stunden, bis wir von Quito im Nebelwald
waren.
Hier war dann kurz nach 8 Uhr erst
einmal Frühstück angesagt. Ein nur aus Holz bestehendes, auf
Stelzen stehendes Haus, rundherum verglast inmitten von Nebelwald.
Hab mich gefreut wie Bolle, denn es gab
Joghurt mit Früchten, leckeres Brot, Marmelade und wirklich
genießbaren Kaffee. Hatte ja seit fast vier Wochen immer nur dieses
Brot das nach Hefezopf schmeckt ;-). Zusammen mit mir, war eine
Gruppe von 4 Lehrern. Allesamt Australier. Übrigens Leute: es ist
soweit!! Hatte (habe) ein Problem mit der Zahlung von Paypal und ich
habe es tatsächlich fertig gebracht, die E-Mail in ENGLISCH zu
schreiben- was mir natürlich aber erst aufgefallen, als ich die Mail
weg geschickt hatte ;-)..Von dem ganzen Englisch und den paar Brocken
Spanisch wird man ganz worres.
Weiss man das Wort in Spanisch
nicht—kommt es in Englisch, und umgekehrt..
Jedenfalls ging es nach dem Frühstück
auf Birdwatching Tour mit Jorge für 3 Stunden.
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| Natürlicher Poncho |
Dieser Wald hier hat was Magisches und
ich war so glücklich: kein Verkehr, frische Luft, Stille, nur
unterbrochen von Vögelgezwitscher...Wie hat mir das gefehlt, die
letzten Wochen. Ich bin einfach echt KEIN STADTMENSCH..
Jorge hatte echt einen wahnsinnig guten
Blick für die Tiere. Ich hab meistens erst mal gebraucht, bis ich
überhaupt was gesehen habe.
Das beste Beispiel war dieser Vogel
hier: ich stand vielleicht 3 Meter vorne dran und hab ihn samt Küken
nicht gesehen.
Außerdem haben wir noch zweit Tukane
gesehen und einige Andere. Habe hier Leute getroffen, die mir erzählt
habe, sie haben innerhalb von 4 Tagen mehrere 100 verschiedene Vögel
gesehen—was hier echt gut möglich ist. Es ist ein Garten Eden
hier. Hab mich echt verliebt :-)..Um 13 Uhr hatten wir Mittagessen.
Vorspeise eine Suppe, danach ein Traum von gegrilltem Lach mit
Kartoffelpüree und Gemüse. Zum Abschluss: Obst. Sooooooo lecker!!
Dieser arme Tropf ist gegen die Scheibe
geknallt, als er sich mit einem anderen Kolibri gefetzt hat. Tony hat
ihn aufgehoben und nach einiger Zeit, hat er sich dann auch wieder
erholt und ist weggeflogen. Jorge meinte noch, dass es Glück im
Unglück gewesen sei, da diese Kolibriart sehr selten ist und nie zu
den Futterplätzen kommt..
Danach sind wir aufgebrochen, zu der
nächsten Birdwatching- Tour. Auch hier haben wieder viele Vögel
unseren Weg gekreuzt. Der schöne blaue Himmel hatte sich inzwischen
in ein Wolkenmeer verwandelt...Das hatte echt etwas Mystisches...Ich
hatte Glück die beiden Tage: es hat nicht geregnet. Der Regen ist
hier ja enorm wichtig für die Vegetation, aber auch der Nebel hilft
den Pflanzen, genügend Feuchtigkeit aufzunehmen. Hier gibt es noch
primären und sekundären Regenwald. Und die Pflanzen haben ganz
eigenen Überlebensstrategien: wie dieser Silberbaum hier. Seine
Blätter sind silberfarben und reflektieren das Licht und spenden so
den umliegenden Bäumen wichtiges Sonnenlicht. In ihrer hellen Rinde
leben Ameisen und kommt ein Specht, vertreiben diese den Specht indem
Sie brennende Säure absondern.
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| Silvertree |
Auch die Anzahl der Bromelien und
Orchideen war atemberaubend.
Ich habe jede Sekunde dort mehr als
genossen. Auch der Besitzer ist ein sehr interesanter Mensch.
Ursprünglich aus Kolumbien, spricht er nun fast 5 Sprachen und ist
weitgereist.
Dazu kommt ein weiteres Projekt auf
Madagaskar.
Vor dem Abendessen treffe ich Bill und
noch ein Ehepaar aus Kanada. Wir trinken gemütlich ein Bier
zusammen. Bill hatte ich eigentlich angequatscht, weil der auch ein
Nikon hat, weil ich mir erhofft habe, dass er mir mit der Einstellung
weiterhelfen kann. Ein weiteres Highlight hier sind nämlich die
Kolibris. Sie haben zwar auch diese verrufenen Zuckertränken, aber
dies fliegenden Edelsteine sind an Schönheit kaum zu übertreffen
und wir übertreffen uns mit Schnappschüssen..Allerdings konnte er
mir dann auch nicht weiterhelfen. Alle Bilder sind bei etwas
schwierigen Lichtverhältnissen etwas zu dunkel, wenn ich die
Verschlusszeit entsprechend schnell wähle, um die Flügelschläge
einzufrieren. Habe zwar an der Isozahl geschraubt und auch die
interne Belichtung auf + 5 gedreht—aber es brachte nicht ganz das
gewünschte Ergebnis.
Er besitzt seit 1967 eine Nikon und ist
schon mit dem Fahrrad durch Burma geradelt. Bill hat dann
letztendlich vermutet, dass es an dem Polfilter liegt. Leider lässt
der sich seit Beginn der Reise nicht mehr vom Objektiv entfernen.
Auch Bill hat es mit roher Gewalt nicht wirklich geschafft. Also,
nicht wundern, wenn es manchmal etwas dunkler ist.
Das Ehepaar aus Kanada war auch äußerst
interessant, da sie vor ca. 10 Jahren auch eine Weltreise gemacht
haben. Sie ist Lehrerin und er Rechtsanwalt. Damals waren ihre Kinder
9 und 11 Jahre. Vor fünf Jahren waren sie schon mal in Bellavista
und seitdem wollte ihr Sohn hierher zurück und als Voluntär
arbeiten. Tja- was soll ich sagen: das tut er dieses Jahr mit 16 für
6 Wochen.
Gegen 19 Uhr gab´s Abendessen. Wieder
suuuuuuuper lecker. Vorspeise eine Tomatensuppe und anschließend
Shrimps mit Gemüse und Reis und als Nachspeise einen Kuchen.
Dachte hinterher, ich müsste rollen
und dabei musste ich doch noch in den Dorm ;-)..
Was natürlich auch der Hammer war: da
ich die Einzige war, hatte ich den gesamten Dorm für mich: 8 Betten.
Verteilt auf 2 Etagen. Aber total geil gemacht. Wie ein Adlernest.
Allerdings ist nicht zu empfehlen, vorm Schlafengehen zu viel Bier zu
trinken, sonst kommt man die beiden Leitern nicht mehr hoch...
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| Mein "Adlernest" |
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| Blick nach unten- rechts und links der Leiteraufstieg |
Den Abend hab ich bei Besitzer Richard,
Bill und noch einem Mann aus der USA verbracht.
Habe gaaaaannnz oben geschlafen,
rundherum nur Holz und Glas- auf Höhe der Baumwipfel.
Und- es gab dann heute Morgen eine
schöne heiße Dusche im „Adlernest“ gegen 05:30 Uhr, da wir
direkt nach Sonnenaufgang (kurz nach 6 Uhr) für die nächste
Birdwatching- Tour aufgebrochen sind...Luft war wieder herrlich
frisch und im Anschluss hatten wir alle richtig Appetit auf´s
Frühstück.
Im Anschluss bin ich mit Natalie, einer
englischen Voluntärin, den Waterfall-Trail gelaufen. Der war meinen
Australiern zu schwierig. Mir hat´s allerdings richtig gut gefallen.
In die Gummistiefel rein und los ging´s für die nächsten 3 Stunden
;-)..Natalie wusste auch recht viel über diverse Pflanzen und wie
sie als natürliches Medikament benutzt werden. Die ein oder andere
haben wir dann auch mal probiert.
Der Name-sehr passend: Dragonbloodtree!
Übrigens gibt es hier auch eine Menge
meiner geliebten Farne :-)..
Hier ein paar weitere schöne
Eindrücke:
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| Pichincha |
Gegen 13 Uhr gab´s dann schon wieder
Mittagessen. Auch dieses Mal absolutes Lob an die Küche und an den
Kolibris kann man sich sowieso nicht sattsehen.
Der einzige Grund von hier weg zu gehen
und nicht traurig zu sein, ist die Tatsache, dass es morgen nach
Galapagos geht. Ansonsten hätte ich es hier echt noch lange
aushalten können.
Bellavista ist für jeden
Ecuadorbesucher, der Tier-und Naturfreund ist, ein absolutes MUSS.
Gegen 15 Uhr heißt dann auch Abschied
nehmen und zurück für die letzte Nacht nach Quito.
Hier habe ich heute noch Einiges
vorzubereiten für morgen.
Verabschiede mich daher schon mal auf
unbestimmte Zeit ;-),
hasta luego, miramos en Galapagos!
Freitag, 20. Juli 2012
Iglesias, iglesias, iglesias
So, heute war mein letzter Tag an der
Simon Bolivar (http://www.simon-bolivar.com).
Wirklich eine angenehme Schule mit
angenehmen Lehrern und Mitarbeitern.
Zu jeder Pause gab´s frische Brötchen
(geschmack- und stofflich wie der Hefezopf bei uns) und zu jeder Zeit
freies Internet, Kaffee, Tee oder Wasser.
Dazu immer wieder Aktionsangebote, die
größtenteils frei waren, wie der Salsaunterricht und, wenn man
„schnell“ genug war- Unterricht im Freien.
Hier habe ich auch gelernt, dass es in
Ecuador Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 100 gibt und, dass
Sonnencreme auch von den Ecuadorianern, die ja wirklich braun
gebrannt sind, redlich genutzt wird.
Die letzten beiden Tage war ich viel
unterwegs (wie man ja auch an meinem letzten Blogeintrag sieht (gegen
1 Uhr nachts geschrieben) und ich weiß gar nicht, wo mir die Zeit
bleibt.
Morgen geht es nach Bellavista bis
Sonntag Abend und Montag morgen früh bricht die näcste Etappe mit
Galapagos an.
Gestern war ich mit Melanie (auch eine
Voluntärin) und zwei anderen Mädels noch auf dem Turm der Iglesia
San Agustin. Von hier oben hat man auch einen schönen Blick auf die
Stadt. Leider war das Wetter für gute Fernsicht und Fotos gestern
nicht optimal.
Auch die Konstruktionen in der Kirche
waren zwischenzeitlich abenteuerlich.
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| Wir laufen hier quasi auf dem Korpus der Kirche |
Gegen 19 Uhr habe ich mich dann noch
mal mit Alex getroffen und ich bin dann mit ihm nach Guápulo-einmal in deutsch und einmal in englischGuápulo (hier ist nämlich auch die schön erleuchtete Kirche bei Nacht zu sehen), einen
Stadtteil von Quito. Dort sind wir dann in eine total süsse und
urige Bar gegangen. Hinter uns (Terrasse) ein herrlicher Blick auf
die Lichter der Stadt und die beleuchtete Kirche und neben uns der
brasselnde, offene Kamin- dazu Musik aus Kuba.
Sehr schöner Platz und bis auf mich:
touristenfrei ;-).
Anschließend sind wir noch
weitergezogen ins El Aguijón centro cultural.
Eine Discothek in der Nähe vom Plaza
Foch. Dort hat dem Abend noch eine Liveband gespielt: Musikrichtung
war Indie-Rock. So war auch das Publikum. Kam mir so ein bißchen
vor, wie im Jugendhaus in seinen besten Zeiten—nur eben auf
südamerikanisch ;-)..
Ergebnis war, dass ich dann auch erst
wieder gegen 1 Uhr im Bett war..
Heute Morgen hatte ich dann die letzte
Stunde und nach dem Grammatikteil, bin ich dann mit Maribel (Michael
hat sich Anfang der Woche in den Dschungel verabschiedet und Sam
gestern an den Strand) an die Kirche- Iglesia y Convento de Guápulo
gelaufen und habe sie mir beim Hellen betrachtet.
Im Anschluss war ich dann noch mal in
der Schule, wo ich die Unterlagen für Montag erhalten habe und der
Rest des Tages, seit ich aus der Schule bin (ca. 17 Uhr) nehmen zu
beantwortende E-Mail, Couchsurfing-Anfragen, Packen für morgen,
vorbereiten für Mo usw. in Anspruch. Hat ja auch keiner behauptet, dass ne Weltreise was Entspannendes is--nöb?!
Nun denn, wenn ich am So noch
dazukomme, dann schreib ich Abends noch ein bisschen was übers
Wochenende-
bis dahin- adios :-),
Krissi
Mittwoch, 18. Juli 2012
Quito- "Haut"nah :-)
Nach dem schönen Wochenende war Montag
dann wieder mehr im Sinne des Spanischlernens und Dinge des
alltäglichen Lebens erledigen angesagt..
Dienstag hatte ich dann Vormittags
Unterricht und bin von dort aus dann direkt in die Altstadt (ca.
50-55 Minuten zu Fuß), wo ich mich dann mit Astrid am Museo el
cuidad getroffen habe (www.museocuiodadquito.gov.ec).
Hier haben wir dann für 3 Dollar
Eintritt sogar noch eine Führung auf Englisch erhalten von einer
sehr süssen Ecuadorianerin, die sich pausenlos entschuldigt hat,
dass ihr Englisch so schlecht ist...Was es nicht war. Wäre froh, ich
könnte schon so gut Spanisch sprechen. Bin grad immer ein bißchen
neidisch auf all die Leute, die ich hier treffe, die 6-8 Jahre
Spanisch in der Schule und/oder beim Studium hatten..Man wird hier so
oft angesprochen von den Leuten (die sind hier wirklich sehr
kommunikativ) und mir tut es immer so leid, dass ich keine richtige
Konversation zustande bringe oder nur einen Bruchteil von dem
verstehe, was sie einem erzählen oder fragen. Astrid, die jetzt
gerade von Kolumbien gekommen ist, ist total begeistert von den
Leuten in Ecuador. Sie meinte in Kolumbien wäre das ganz anders
gewesen. Viel reservierter und die meisten Leuten waren die ganze
Zeit darauf aus, „die Gringas“ abzuzocken..
Na ja- zurück zum Museum. Also, wer
mal hierher kommen sollte, der sollte sich dieses bei entsprechender
Zeitoption wirklich ansehen. Sehr schön gemachtes Museum mit Liebe
zum Detail. In den unterschiedlichen Räumen werden die
unterschiedlichen Jahrzehnte mit detailgetreuen Nachbauten
dargestellt. In dem Gebäude, in dem früher auch mal ein Krankenhaus
war, würde es bei Nacht in der kleinen Kapelle spuken (im Sinne von
unerklärliche Geräusche, usw.). Hat Alex erzählt bekommen- ist
quasi wie in ähnlichen Gebäuden, wo so viele Menschen gestorben
sind—es gibt Geschichten.
Im Anschluss bin ich mit Astrid noch
etwas durch die Altstadt geschlendert und ich habe eine Art
Nachspeise probiert. Allerdings konnten wir beide nicht herausfinden,
was wir da gegessen haben. Es gab einen Becher, in den Becher wurden
Erbeeren eingefüllt. Darauf kam eine weiße Creme und ganz obenauf
Sahne mit einem Spritzer Schokosoße.
Also ich konnte keinen großen
Unterschied schmecken zwischen Sahne und Creme: wahrscheinlich gab´s
keinen:-)?? Vielleicht wurde die weiße Creme mit 3,5 % iger Milch
gemacht und dann eben die Sahne??
Na ja- es wird wahrscheinlich zu den
ungelösten Rätseln der Menschheit hinzugefügt werden..
Heute war ich mit Alex noch zum
Mittagessen in einem ecuadorianischen Restaurant, wo es dann das
typische „almuerza“ gab: eine Suppe, einen Saft und ein
Hauptgericht.
Ich finde es immer noch faszinierend,
dass hier zu allem Reis gegessen wird:
Bsp.: Lasagne und Reis als Beilage.
Dabei ist der Reis aber purer Reis ohne Sosse oder Ähnliches. Es ist
für die Leute hier völlig unverständlich, wenn man nach mehr Sosse
fragt—weil: es gibt doch Reis dazu???
Noch ein kleines Detail zum Thema
Essen: ich hatte doch mal ein Bild der fritierten Schweinehäute
online gestellt. Diese Schweinehaut findet sich auch immer wieder als
„Fettklumben“ in Suppern, Eintöpfen u.ä..Alex konnte mir
erklären, woher das kommt (ich liebe ja solche kleinen Details ;-)).
Als die Spanier Südamerika eroberten, machten Sie die Indios zur
unteren Gesellschaftsschicht. Mit den Spaniern kamen die Schweine als
Nahrungsgrundlage. Tja- und was soll man sagen: die Spanier aßen das
Gute des Schweins: nämlich sein Fleisch und für die Indios blieben
dann nur noch die Reste- wie z.B. die
Schweinhaut..und diese
jahrhundertelange- zunächst aus der Not geborene- Esskultur hat sich
eben bis heute gehalten..
Außerdem hatten wir für heute Abend
abgemacht, ins Kino zu gehen. Die Idee stammte von Sam- meinem
Mitschüler aus Colorado. Im Süden Quitos, im Theatro Mexico haben
sie im Juli die Aktion an drei Mittwochen einen deutschen Film mit
spanischem Untertitel zu zeigen.
Hierzu mussten wir am Abend mit dem Bus
ca. 25 Minunten in die Südstadt fahren.
Und allein DAS- war echt ein Erlebnis.
Also, eins ist mal mehr als klar: Platzangst und Berührungsängste
waren da heute absolut fehl am Platz. Die Busse sind am Abend so
brechend voll, dass es an jeder Haltestelle zugeht wie auf dem
Rugbyfeld. Ein Handgemenge folgt dem nächsten. Wir haben es
tatsächlich erst in den vierten Bus an der Haltestelle geschafft,
weil alle anderen so berstend voll waren und wir gar nicht erst in
den Bus gekommen sind oder von einer Horde wild gewordener Ecuadorianer überrannt worden sind. Von Rücksicht und Freundlichkeit war hier jedenfalls keine Spur.. Als wir dann drin waren, brauchten wir uns
wenigstens keine Gedanken zu machen irgendwie umzufallen—dazu war
kein Platz. Und- ich glaube ich brauche auch nicht zu erwähnen, das wir die einzigen Ausländer im Bus waren ;-P..
Wir hatten uns an der Haltestelle mit
Sam verabredet- dem es allerdings genauso ging. Daher war er fast 20
Minuten zu spät und so dann zogen wir los, um das Kino zu suchen.
Da diese Gegend um die Uhrzeit nicht
ungefährlich ist (der Süden von Quito ist ärmer, niedrigere Mieten, noch mehr ärmere Menschen), konnten wir nur zu Fuss los, weil wir zu viert
waren. Allein wäre immer das Taxi das Mittel zur Wahl gewesen.
Darauf hatte mich German und auch Alex extra hingewiesen. Wir haben
es- mit Verspätung- dann auch noch bis ins Kino geschafft. Und was
kam für ein Film: DAS WUNDER VON BERN! Ich hab mich fast
wegschmissen. Weggeschmissen hat sich Melanie während des halben
Films dann, indem sie ständig gegiggelt hat: Der redet ja wie Du!!
Klar, wenn die Lauterer Spieler- allen voran Fritz Walter was zum
Besten gegeben haben—dann war des wie dehäm!! Tja, man kann noch
so weit fahren—irgendwie findet einen die Heimat doch immer wieder
;-)..
Im Anschluss sind wir dann wieder mitm
Bus zurück gefahren und da die Mädels so nen Hunger hatten, waren
wir noch in El Mariscal was essen bzw. ich was mittrinken. Auch hier wurden wir vorm Aussteigen wieder von einem Einheimischen gewarnt, uns am besten mit unseren Kapuzen etwas zu tarnen und nicht zu sprechen, bis wir zwei Blocks weiter auf der Hauptverkehrsstrasse angekommen sind- um uns nicht direkt als Gringas zu verraten und zum eventuellen Ziel eines Überfalles zu machen...Also auf Dauer wär mir das hier echt zu anstrengend :-/...
Im Restaurant haben wir
uns dann ziemlich verquatscht, weil´s so gemütlich war..Tja- und so
bin ich nun via Taxi erst nach 12 Uhr nach hause gekommen..Da ich
aber noch so fit war, habe ich noch diese Zeilen verfasst..Nun sollte
ich aber langsam in die Heia---ist schon viertel vor eins und gegen
halb sieben heißt es schon wieder „bienvenida
dia nueve“..
also- bis dahin,
LG Krissi
Sonntag, 15. Juli 2012
Domingo=tranquilo ;-)
Heute bin ich mal in Quito geblieben,
da ich auch einmal innerhalb von einem Monat, einen Sonntag in der
Stadt mitbekommen wollte..
Gegen 09:30 Uhr bin ich dann Richtung
Park El Ejido gestartet. Es ist fast kaum zu glauben:
auf den Straßen, wo es normalerweise
nur von Menschen wimmelt, treffe ich fast niemanden.
Habe schon fast ein bisschen das
Gefühl, als wäre ich allein in Quito um die Uhrzeit unterwegs??
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| Park El Ejido |
In vorgenantem Park stellen Sonntags
einheimische Künstler ihre Werke aus. Gleichzeitig gibt es an
verschiedenen Stellen des Parks Livemusik, viele spielende Kinder,
Eis, Gebratenes, Fruchtsäfte und noch mehr Fahrradfahrer.
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| Avenida Rio Amazonas |
Denn- die Rio Amazonas ist am Sonntag
für den Verkehr gesperrt und gehört allein Fußgängern und
Fahrradfahrern. Welch anderes Bild zu sonst- wo man es kaum schafft,
über die Straße zu kommen, ohne überfahren zu werden.
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| La Circasiana |
Danach spaziere ich die Rio Amazonas
entlang und gelange zur La Circasiana. Gerade, als ich mir das Innere
der Kirche anschaue, findet ein Gottesdienst statt.
Da ich heute meine Kamera dabei habe,
nutze ich die Gelegenheit und laufe noch mal zu dem Markt, auf dem
wir am Freitag eingekauft haben. Ich weiss, dass die Bilder
vermutlich nicht ansatzweise das Gefühl, die Gerüche und die
quirrlige Lebendigkeit wiedergeben können- aber ich versuche es
hiermit trotzdem ansatzweise:
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| hier Blick von oben auf die ganzen Essensstände mitten im Einkaufsmarkt |
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| man beachte die vielen bunten Fläschen mit überlebnswichtigen Tinkturen wie Tinktur für Reichtum, | Glück usw. |
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| eine nette Verkäuferin beim Zwiebelschälen |
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| und da soll man sich noch für was entscheiden?? |
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| Auch Koch- und Backutensilien kommen hier nicht zu kurz |
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| tja- und das ist "die Fruchtsaftbar"- frischer geht´s nimmer! |
Für 13 Uhr bin ich mit Alex
verabredet. Alex habe ich kennengelernt, als ich mich über Bellavista erkundigt habe und er hat mir angeboten, etwas die Stadt
zu zeigen.
Da es bis zum Treffpunkt ca. 45 Minuten
zu Fuß sind, mache ich mich auf den Weg, um vor unserem Treffen noch
mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken und mein Brötchen zu essen.
Dabei ergeht es mir echt wie dem typischen Touri aus Europa..Das muss
ich jetzt hier so schreiben- sorry :-)! Ich bestelle also an der
Theke meinen Café con leche. Soweit, so gut.
Bekomme einen Zettel in die Hand
gedrückt. So weit- auch noch so gut :-). Ich gehe also mit dem
Zettel bewaffnet, an die Theke und gebe diesen ab.
Danach bekomme ich eine Tasse vor mich
gestellt und der gute Mann hinter dem Tresen fängt an Milch in die
Tasse zu gießen und hört erst auf, als die Tasse randvoll ist. Ich
schätze mal, ich habe ihn sehr entgeistert angeschaut. In der
Zwischenzeit ist dann auch die Bedienung gekommen und wollte wissen,
was denn nicht in Ordnung sei-soweit habe ich sie dann auch noch
verstanden. Ich habe ihr versucht dann klar zu machen, dass ich doch
eigentlich einen Kaffee haben wollte..Zwischenzeitlich habe ich schon
überlegt, ob ich vorne nur LECHE gesagt habe..Aber nee-das hab ich
dann wieder verworfen. War mir dann doch sicher, richtig bestellt zu
haben und außerdem habe ich auch nur den Preis für einen Café con
leche bezahlt..Der Redeschwall in spanisch der dann Folgte war dann
allerdings zu viel. Ich hab kein Wort verstanden—bis es bei mir
dann gedämmert hat: Moment mal. Was steht denn hier auf den
Tischen???? Aaaaaaaaah, Kaffeekonzentrat!!! Man bekommt also eine
Tasse randvoll mit Milch und kippt dann für den Café con leche
einfach das Konzentrat dazu. So Leute: es vergeht hier kein Tag, wo
ich nichts lerne..Mal abgesehen vom spanisch:-).
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| Innenhof des Museums |
Alex und ich sind dann ins Casa del Alabado Museum of Pre-Columbian Art gegangen. Ein Museum für prä-kolumbianische
Kunstwerke. Ein privates, neues, sehr gepflegtes kleines Museum- ganz
in der Nähe von „San Francisco“..
Im Anschluss sind wir bei
herrlichem Wetter noch etwas durch die Altstadt geschlendert, um zun
„Abschluss“ des Nachmittags dann mit dem Bus noch nach Itchimbía
zu fahren. Das ist ein kleiner, gepflegter Park auf einem der Hügel
von Quito. Von hier hat man einen sehr schönen Blick über die
Stadt. Am Wochenende ist hier immer viel los, da es die Menschen aus
der Stadt zieht (vgl. die leergefegten Straßen). Es wird gelacht,
Fußball gespielt und- da es oft sehr windig ist, ist
Drachensteigenlassen hier äußerst beliebt..
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| Das hatten wir uns dann verdient ;-) |
Zu diesem Bild lässt sich noch Folgendes anmerken: es ist total schwierig, an einem Sonntag in Ecuador Alkohol zu bekommen. Es ist eigentlich per Gesetz verboten, an einem Sonntag Alkohol auszuschenken..Ja, und da isses wieder: das Nachdenken über Sinn und Unsinn??!!
Gegen 18.15 Uhr mache ich mich langsam
auf den Heimweg. Alex- ganz Gentleman begleitet mich bis vor die
Haustür, da es schon langsam dunkel wird- und aus bekannten Gründen
ist allein auf der Straße herumlaufen nicht sonderlich ratsam.
Das war ja jetzt heute mal ein richtig
schöner, entspannter Tag..Würde mal sagen: die neue Woche kann
kommen ;-)
Buenas noches
Samstag, 14. Juli 2012
Fahrt nach Otavalo—oder: ein bißchen Schwund ist immer ;-)
Heute Morgen bin ich- dank Wecker schon
sehr zeitig aus dem Bett gefallen (05:25 Uhr), da schon um 06:30 Uhr
vorm Reisebüro die Abfahrt nach Otavalo auf dem Plan stand.
Im Gegensatz zu New York, macht es hier
keine Probleme ein Taxi zu bekommen-stimmt´s Tanja?! Statt der
erwarteten 6 Leute, sind wir nur zu 4: eine junge Engländerin von
22, zwei Ecuadorianerinnen aus Quito: lustiges Gespann: sie, weiß,
vielleicht Anfang 60ig, total glücklich ihr Englisch an uns beiden
zu testen, mit der Frau ihres Bruders im Schlepptau, die nur spanisch
spricht, inklusive einem nur spanisch sprechenden Busfahrers, der
sich aber, trotz der Sprachbarriere, als, sehr sehr hilfsbereit
herausstellen sollte..
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| Einmal Huhn rosa-braun bitte! |
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| selbst Hundebabys hätte man hier kaufen können |
![]() |
| Oder vielleicht doch die ganz kleine Variante? |
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| Ich bin dann doch eher für Meerschweinchen im Sack.. |
Ich konnte ihn als erste Amtshandlung
schon mal überreden, am Tiermarkt: Barrio San Juan, der etwas
außerhalb ist, anzuhalten. Das bunte Treiben könnt ihr Euch gleich
selbst mal mit ein paar Bildern anschauen..Mir hat mal wieder mein
Tierliebeherz geblutet- aber, das war mir schon klar, bevor wir dort
waren.
Im Anschluss hatten wir fast drei
Stunden Zeit, um über den Markt im Herzen von Otavalo zu schlendern.
Lee und ich haben uns dann von den anderen beiden Damen abgesetzt,
weil diese mit der Zeit doch etwas anstrengend wurden. Nicht ohne uns
mindestens dreimal anzuhören, ob wir sicher wären, den Bus
wiederzufinden und pünktlich dort zu sein...
![]() |
| Wer war jetzt zuerst da: das Huhn oder das Ei? |
![]() |
| der ecuadorianische Panamahut |
![]() |
| Ein bißchen Slush mit Geschmack gefällig? |
![]() |
| Oder doch lieber Erdbeeren? |
Hier habe ich auch Astrid aus
Österreich getroffen: wir haben uns übers Weltreiseforum vorher
schon ausgetauscht und uns dann spontan auf dem Markt verabredet.
Auch hier wieder ein überwältigendes
Meer aus Farben und für uns Europäer fremdartigen Gefährten und
Ähnliches. Und- lustigerweise habe ich auf dem Markt die Norweger Familie noch mal getroffen, die zur Zeit ein Volenteerprojekt am Cotopaxi machen..
Tja, was soll ich sagen Lee und ich
waren um 12:30 Uhr am Treffpunkt. Als bis 13 Uhr keiner aufgetaucht
war, bat uns unser Busfahrer, dann eben alleine Essen zu gehen,
während er am Bus gewartet hat..Als wir dann gegen 14 Uhr fertig
waren und die beiden Damen immer noch nicht aufgetaucht, ist es
unserem Fahrer dann doch zu blöd geworden. Wir sind dann noch zwei
Runden gefahren und haben Ausschau gehalten, aber danach ging´s zum
nächsten Ziel...Alles sehr komisch..
![]() |
| Innenraum der Kirche in Cotacachi |
![]() |
| Plaza von Cotacachi |
Nächstes Ziel war Cotacachi - die
Stadt des Leders. Auch hier hatten wir wieder etwas Zeit, um uns
umzusehen..
Gegen 15 Uhr sind wir dann wieder Richtung Quito gefahren.
Auf dem Rückweg haben wir noch am See San Pablo halt und eine kleine
Bootsfahrt gemacht.
![]() |
| auf dem See San Pablo |
Lee und ich hatten nun ja quasi eine
„Privatfahrt“ für die Hälfte vom Preis, was die anderen Touren
gekostet haben. Der Vergleich gestern hat sich absolut gelohnt.
![]() |
| Blick auf den Cayambe |
Auf dem Rückweg gab es noch einen netten Ausblick auf den Cayambe.
Gegen 18:20 Uhr sind wir dann in Quito
angekommen, wo uns unser netter Fahrer auch noch direkt vor die
Haustür gefahren hat..
Also, ein rundum gelungener Tag- wobei
das mit den beiden Frauen echt seltsam ist..
Vielleicht bekomme ich ja noch mit, was
genau der Grund war..So, genug für heute:
Buenas noches
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