Aktuelle Zeit bei mir :-)

Sonntag, 22. Juli 2012

Another day in Paradise 21.07.-22.07.2012


Ich war ja dieses Wochenende in Bellavista: und es war ein absoluter Traum!!!
Wurde am Samstag gegen 06:25 Uhr abgeholt und es dauerte ca. 2 Stunden, bis wir von Quito im Nebelwald waren.
Hier war dann kurz nach 8 Uhr erst einmal Frühstück angesagt. Ein nur aus Holz bestehendes, auf Stelzen stehendes Haus, rundherum verglast inmitten von Nebelwald.
Hab mich gefreut wie Bolle, denn es gab Joghurt mit Früchten, leckeres Brot, Marmelade und wirklich genießbaren Kaffee. Hatte ja seit fast vier Wochen immer nur dieses Brot das nach Hefezopf schmeckt ;-). Zusammen mit mir, war eine Gruppe von 4 Lehrern. Allesamt Australier. Übrigens Leute: es ist soweit!! Hatte (habe) ein Problem mit der Zahlung von Paypal und ich habe es tatsächlich fertig gebracht, die E-Mail in ENGLISCH zu schreiben- was mir natürlich aber erst aufgefallen, als ich die Mail weg geschickt hatte ;-)..Von dem ganzen Englisch und den paar Brocken Spanisch wird man ganz worres.
Weiss man das Wort in Spanisch nicht—kommt es in Englisch, und umgekehrt..
Jedenfalls ging es nach dem Frühstück auf Birdwatching Tour mit Jorge für 3 Stunden.

Natürlicher Poncho


Dieser Wald hier hat was Magisches und ich war so glücklich: kein Verkehr, frische Luft, Stille, nur unterbrochen von Vögelgezwitscher...Wie hat mir das gefehlt, die letzten Wochen. Ich bin einfach echt KEIN STADTMENSCH..






Jorge hatte echt einen wahnsinnig guten Blick für die Tiere. Ich hab meistens erst mal gebraucht, bis ich überhaupt was gesehen habe.
Das beste Beispiel war dieser Vogel hier: ich stand vielleicht 3 Meter vorne dran und hab ihn samt Küken nicht gesehen.

Außerdem haben wir noch zweit Tukane gesehen und einige Andere. Habe hier Leute getroffen, die mir erzählt habe, sie haben innerhalb von 4 Tagen mehrere 100 verschiedene Vögel gesehen—was hier echt gut möglich ist. Es ist ein Garten Eden hier. Hab mich echt verliebt :-)..Um 13 Uhr hatten wir Mittagessen. Vorspeise eine Suppe, danach ein Traum von gegrilltem Lach mit Kartoffelpüree und Gemüse. Zum Abschluss: Obst. Sooooooo lecker!!
Dieser arme Tropf ist gegen die Scheibe geknallt, als er sich mit einem anderen Kolibri gefetzt hat. Tony hat ihn aufgehoben und nach einiger Zeit, hat er sich dann auch wieder erholt und ist weggeflogen. Jorge meinte noch, dass es Glück im Unglück gewesen sei, da diese Kolibriart sehr selten ist und nie zu den Futterplätzen kommt..
Danach sind wir aufgebrochen, zu der nächsten Birdwatching- Tour. Auch hier haben wieder viele Vögel unseren Weg gekreuzt. Der schöne blaue Himmel hatte sich inzwischen in ein Wolkenmeer verwandelt...Das hatte echt etwas Mystisches...Ich hatte Glück die beiden Tage: es hat nicht geregnet. Der Regen ist hier ja enorm wichtig für die Vegetation, aber auch der Nebel hilft den Pflanzen, genügend Feuchtigkeit aufzunehmen. Hier gibt es noch primären und sekundären Regenwald. Und die Pflanzen haben ganz eigenen Überlebensstrategien: wie dieser Silberbaum hier. Seine Blätter sind silberfarben und reflektieren das Licht und spenden so den umliegenden Bäumen wichtiges Sonnenlicht. In ihrer hellen Rinde leben Ameisen und kommt ein Specht, vertreiben diese den Specht indem Sie brennende Säure absondern. 
Silvertree

Auch die Anzahl der Bromelien und Orchideen war atemberaubend.
Ich habe jede Sekunde dort mehr als genossen. Auch der Besitzer ist ein sehr interesanter Mensch. Ursprünglich aus Kolumbien, spricht er nun fast 5 Sprachen und ist weitgereist.
Dazu kommt ein weiteres Projekt auf Madagaskar.
Vor dem Abendessen treffe ich Bill und noch ein Ehepaar aus Kanada. Wir trinken gemütlich ein Bier zusammen. Bill hatte ich eigentlich angequatscht, weil der auch ein Nikon hat, weil ich mir erhofft habe, dass er mir mit der Einstellung weiterhelfen kann. Ein weiteres Highlight hier sind nämlich die Kolibris. Sie haben zwar auch diese verrufenen Zuckertränken, aber dies fliegenden Edelsteine sind an Schönheit kaum zu übertreffen und wir übertreffen uns mit Schnappschüssen..Allerdings konnte er mir dann auch nicht weiterhelfen. Alle Bilder sind bei etwas schwierigen Lichtverhältnissen etwas zu dunkel, wenn ich die Verschlusszeit entsprechend schnell wähle, um die Flügelschläge einzufrieren. Habe zwar an der Isozahl geschraubt und auch die interne Belichtung auf + 5 gedreht—aber es brachte nicht ganz das gewünschte Ergebnis.





Er besitzt seit 1967 eine Nikon und ist schon mit dem Fahrrad durch Burma geradelt. Bill hat dann letztendlich vermutet, dass es an dem Polfilter liegt. Leider lässt der sich seit Beginn der Reise nicht mehr vom Objektiv entfernen. Auch Bill hat es mit roher Gewalt nicht wirklich geschafft. Also, nicht wundern, wenn es manchmal etwas dunkler ist.
Das Ehepaar aus Kanada war auch äußerst interessant, da sie vor ca. 10 Jahren auch eine Weltreise gemacht haben. Sie ist Lehrerin und er Rechtsanwalt. Damals waren ihre Kinder 9 und 11 Jahre. Vor fünf Jahren waren sie schon mal in Bellavista und seitdem wollte ihr Sohn hierher zurück und als Voluntär arbeiten. Tja- was soll ich sagen: das tut er dieses Jahr mit 16 für 6 Wochen.
Gegen 19 Uhr gab´s Abendessen. Wieder suuuuuuuper lecker. Vorspeise eine Tomatensuppe und anschließend Shrimps mit Gemüse und Reis und als Nachspeise einen Kuchen.
Dachte hinterher, ich müsste rollen und dabei musste ich doch noch in den Dorm ;-)..
Was natürlich auch der Hammer war: da ich die Einzige war, hatte ich den gesamten Dorm für mich: 8 Betten. Verteilt auf 2 Etagen. Aber total geil gemacht. Wie ein Adlernest. Allerdings ist nicht zu empfehlen, vorm Schlafengehen zu viel Bier zu trinken, sonst kommt man die beiden Leitern nicht mehr hoch...
Mein "Adlernest"

Blick nach unten- rechts und links der Leiteraufstieg

Den Abend hab ich bei Besitzer Richard, Bill und noch einem Mann aus der USA verbracht.
Habe gaaaaannnz oben geschlafen, rundherum nur Holz und Glas- auf Höhe der Baumwipfel.
Und- es gab dann heute Morgen eine schöne heiße Dusche im „Adlernest“ gegen 05:30 Uhr, da wir direkt nach Sonnenaufgang (kurz nach 6 Uhr) für die nächste Birdwatching- Tour aufgebrochen sind...Luft war wieder herrlich frisch und im Anschluss hatten wir alle richtig Appetit auf´s Frühstück.
Im Anschluss bin ich mit Natalie, einer englischen Voluntärin, den Waterfall-Trail gelaufen. Der war meinen Australiern zu schwierig. Mir hat´s allerdings richtig gut gefallen. In die Gummistiefel rein und los ging´s für die nächsten 3 Stunden ;-)..Natalie wusste auch recht viel über diverse Pflanzen und wie sie als natürliches Medikament benutzt werden. Die ein oder andere haben wir dann auch mal probiert.
Der Name-sehr passend: Dragonbloodtree!




Übrigens gibt es hier auch eine Menge meiner geliebten Farne :-)..

 Hier ein paar weitere schöne Eindrücke:

Pichincha



Gegen 13 Uhr gab´s dann schon wieder Mittagessen. Auch dieses Mal absolutes Lob an die Küche und an den Kolibris kann man sich sowieso nicht sattsehen.
Der einzige Grund von hier weg zu gehen und nicht traurig zu sein, ist die Tatsache, dass es morgen nach Galapagos geht. Ansonsten hätte ich es hier echt noch lange aushalten können.
Bellavista ist für jeden Ecuadorbesucher, der Tier-und Naturfreund ist, ein absolutes MUSS.
Gegen 15 Uhr heißt dann auch Abschied nehmen und zurück für die letzte Nacht nach Quito.
Hier habe ich heute noch Einiges vorzubereiten für morgen.
Verabschiede mich daher schon mal auf unbestimmte Zeit ;-),
hasta luego, miramos en Galapagos!

1 Kommentar:

  1. Hey Krissi,
    cool, nen Andentagschläfer geknipst, reschbeckt! Die sind echt gut getarnt.
    LG und alles gute auf Galapagos
    Marcello

    AntwortenLöschen