Jeden Morgen, wenn ich in die Schule laufe, amüsiere ich mich köstlich über die an mir vorbefahrenden, überfüllten Busse. Es ist so lustig anzusehen, dass vorne jemand in der Eingangstür während voller Fahrt heraushängt, und auf Spanisch wie ein Marktschreier, die Leute auffordert, doch DIESEN Bus zu nehmen.
Was mich auch jeden Morgen zum Grinsen
bringt, ist ein Blick in die Scheibe des Hundesalons. Die Vorstellung
ist wirklich ziemlich abstrus. Zum Teil- wie meistens in südlichen
Ländern- laufen total viele verwahrloste „Straßenköter“ rum und
hier bekommt der Pudel der Highsociety den letzten Schliff, pardon-
die neuste Trendfrisur verpasst...Ich hab allerdings auch schon einen
Schäferhund darin gesehen. Der Arme hat fast nicht auf den Tisch
gepasst und er sah alles andere als fröhlich aus, bei dem Thema:
schneiden, fönen, legen ;-)...
Da wir ja Freitags immer unseren
Aktionstag in der Schule haben wir heute ecuadorianisch gekocht.
Zuerst mussten wir allerdings die Zutaten besorgen. Hierzu hat uns
Maribel in einen Markt geführt, wo wir wirklich die Exoten waren.
Diese Geschäftigkeit war sehr schön anzusehen und die Farben,
Formen und Gerüche einfach überwältigend. Zuerst war ich etwas
traurig, weil ich meine Kamera nicht dabei hatte, aber dann habe ich
mir gedacht, dass die Kamera diese Eindrücke hier sowieso nicht
einfangen kann: Schweineköpfe, Suppe aus Schweinedarm, Suppe aus/mit
Rinderbein, ein unermesslicher Reichtum an Obst in allen Farben und
Größen (auch welches, das selbst Maribel nicht kannte), Gewürze,
Gemüse, Süsswaren, selbst Aphrodisiaka aus Kräuteressenzen: quasi
alles, was man zum Leben braucht ;-)..Danach sind wir wieder in die
Schule und haben unser schlichtes Gericht zubereitet:
Kartoffeln mit einer Salsa aus
Erdnusspaste, scharf angebratenen Zwiebeln, Milch, Wasser und Salz,
dazu gab es Avocados (ich werde hier noch richtig zum Fan von den
Dingern ;-)) mit Tomate—dazu eine Salsa aus Aji, gekochten gemixten
Baumtomaten, Zwiebeln, Lemon und Wasser (mucho picante); einfach,
aber sehr lecker..Dazu gab es einen frischgemixten jugo de Maracuya. Danach hätten wir alle einen kleinen Nap vertragen
können..:-)..
Was ich heute auch erhalten habe, ist
die Erklärung, warum wir, wenn wir hier essen gehen, die Getränke
meistens erst dann bekommen, wenn das ganze Essen vorbei ist: hier
gilt es als unüblich Getränke während dem Essen zu sich zu nehmen.
Kinder, die zu ihrer Suppe oder ihrer Mahlzeit was zu trinken
möchten, werden von ihren Eltern gescholten- denn wer während dem
Essen trinkt, der hat kein Platz mehr für das Essen im Magen...
So lernt man hier jeden Tag dazu..
Was ich heute noch gelernt habe: No
Enviar tarjetas postales en el Ecuador! Ich bin heute extra auf die
Post gegangen, um meine einzigen, versprochenen Postkarten zu senden
und bin fast umgefallen, als die mir den Preis genannt hat. Die
Schweizerin nach mir, hat ihre 15 Karten wieder eingepackt und
beschlossen, sie von Amerika zu versenden, da das viel billiger
ist..Ich habe somit meine Schuldigkeit heute getan—weiter
Postkarten werden nicht verschickt: das passt einfach nicht ins
Budget :-)..
Nun macht es für mich auch einen Sinn,
warum man ausschließlich die Karten in der Post abgeben soll- worauf
hier auch peinlichst auf den Stempel geachtet werden muss und die
Karten nicht in den Briefkasten wirft, da dort die ungestempelten
Briefmarken wieder abgekratzt werden..Ein lohnendes Geschäft!
Eigentlich wäre für dieses Wochenende
ein Ausflug zu einem Indianervolk auf dem Plan gewesen; leider- man
glaubt es kaum, war ich die Einzige, die sich dafür interessiert
hat..
Na ja, also hab ich mich heute
Nachmittag auf die Suche gemacht und eine Option für mich für
morgen aufgetan.
Um 06:30 Uhr geht es von El Mariscal
nach Otavalo.
Bericht folgt :-) und nun werde ich
noch etwas fleißig sein und etwas Spanisch machen..
Hasta luego
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