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Freitag, 13. Juli 2012

No Enviar tarjetas postales en el Ecuador!


Jeden Morgen, wenn ich in die Schule laufe, amüsiere ich mich köstlich über die an mir vorbefahrenden, überfüllten Busse. Es ist so lustig anzusehen, dass vorne jemand in der Eingangstür während voller Fahrt heraushängt, und auf Spanisch wie ein Marktschreier, die Leute auffordert, doch DIESEN Bus zu nehmen.
Was mich auch jeden Morgen zum Grinsen bringt, ist ein Blick in die Scheibe des Hundesalons. Die Vorstellung ist wirklich ziemlich abstrus. Zum Teil- wie meistens in südlichen Ländern- laufen total viele verwahrloste „Straßenköter“ rum und hier bekommt der Pudel der Highsociety den letzten Schliff, pardon- die neuste Trendfrisur verpasst...Ich hab allerdings auch schon einen Schäferhund darin gesehen. Der Arme hat fast nicht auf den Tisch gepasst und er sah alles andere als fröhlich aus, bei dem Thema: schneiden, fönen, legen ;-)...
Da wir ja Freitags immer unseren Aktionstag in der Schule haben wir heute ecuadorianisch gekocht. Zuerst mussten wir allerdings die Zutaten besorgen. Hierzu hat uns Maribel in einen Markt geführt, wo wir wirklich die Exoten waren. Diese Geschäftigkeit war sehr schön anzusehen und die Farben, Formen und Gerüche einfach überwältigend. Zuerst war ich etwas traurig, weil ich meine Kamera nicht dabei hatte, aber dann habe ich mir gedacht, dass die Kamera diese Eindrücke hier sowieso nicht einfangen kann: Schweineköpfe, Suppe aus Schweinedarm, Suppe aus/mit Rinderbein, ein unermesslicher Reichtum an Obst in allen Farben und Größen (auch welches, das selbst Maribel nicht kannte), Gewürze, Gemüse, Süsswaren, selbst Aphrodisiaka aus Kräuteressenzen: quasi alles, was man zum Leben braucht ;-)..Danach sind wir wieder in die Schule und haben unser schlichtes Gericht zubereitet:
Kartoffeln mit einer Salsa aus Erdnusspaste, scharf angebratenen Zwiebeln, Milch, Wasser und Salz, dazu gab es Avocados (ich werde hier noch richtig zum Fan von den Dingern ;-)) mit Tomate—dazu eine Salsa aus Aji, gekochten gemixten Baumtomaten, Zwiebeln, Lemon und Wasser (mucho picante); einfach, aber sehr lecker..Dazu gab es einen frischgemixten jugo de Maracuya. Danach hätten wir alle einen kleinen Nap vertragen können..:-)..
Was ich heute auch erhalten habe, ist die Erklärung, warum wir, wenn wir hier essen gehen, die Getränke meistens erst dann bekommen, wenn das ganze Essen vorbei ist: hier gilt es als unüblich Getränke während dem Essen zu sich zu nehmen. Kinder, die zu ihrer Suppe oder ihrer Mahlzeit was zu trinken möchten, werden von ihren Eltern gescholten- denn wer während dem Essen trinkt, der hat kein Platz mehr für das Essen im Magen...
So lernt man hier jeden Tag dazu..
Was ich heute noch gelernt habe: No Enviar tarjetas postales en el Ecuador! Ich bin heute extra auf die Post gegangen, um meine einzigen, versprochenen Postkarten zu senden und bin fast umgefallen, als die mir den Preis genannt hat. Die Schweizerin nach mir, hat ihre 15 Karten wieder eingepackt und beschlossen, sie von Amerika zu versenden, da das viel billiger ist..Ich habe somit meine Schuldigkeit heute getan—weiter Postkarten werden nicht verschickt: das passt einfach nicht ins Budget :-)..
Nun macht es für mich auch einen Sinn, warum man ausschließlich die Karten in der Post abgeben soll- worauf hier auch peinlichst auf den Stempel geachtet werden muss und die Karten nicht in den Briefkasten wirft, da dort die ungestempelten Briefmarken wieder abgekratzt werden..Ein lohnendes Geschäft!
Eigentlich wäre für dieses Wochenende ein Ausflug zu einem Indianervolk auf dem Plan gewesen; leider- man glaubt es kaum, war ich die Einzige, die sich dafür interessiert hat..
Na ja, also hab ich mich heute Nachmittag auf die Suche gemacht und eine Option für mich für morgen aufgetan.
Um 06:30 Uhr geht es von El Mariscal nach Otavalo.
Bericht folgt :-) und nun werde ich noch etwas fleißig sein und etwas Spanisch machen..
Hasta luego

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