Nach einer regenreichen Nacht, hatten wir Morgens
das Glück, dass zwar noch alles feucht war, aber der stetige Beguss
von oben, weitgehend aufgehört hatte.
So machten wir uns also, mit der für Vietnam
typischen halbstündigen Verspätung auf in Richtung Ylinhto, einem
kleinen Dörfchen in der Nähe von Sa Pa. Kaum hatten wir unser Hotel
verlassen, war die Gruppe auch schon von einer ganzen Schar Schwarzer
Hmong umringt, welche uns den ganzen Weg zu ihrem Dorf (Lau Chai)
begleiteten. Natürlich in der Hoffnung ihre Handarbeiten an den Mann
zu bringen..
Auch hier habe ich wieder nette Menschen kennen
gelernt- Dominik aus der Schweiz und Natascha aus England. Die
Schwarzen Hmong haben keine Möglichkeit, Englisch in der Schule zu
lernen. Alles, was sie können, haben sie durch den Umgang mit
Touristen erlernt..Daher ist manchmal etwas Fantasie gefragt, wenn
z.B. jemand etwas zu einem sagt, dass wie: „Hasche Tee“
klingt..Nach einer Weile kapiert man dann, dass es „Alles o.k.?“
heißen soll. Daher dennoch „Hut ab“. Ich denke, es ist verdammt
schwierig, eine Sprache nur vom Zuhören zu lernen. Laut unserer
Reiseführerin müssen die Schwarzen Hmong nun auch einen kleinen
Unkostenbeitrag für die Schule zahlen. Dies war vorher nicht so und
wurde nun 2013 erstmals durch die Regierung geändert.
Wir kamen also durch Reisfelder, entlang rutschiger
Pfade, vorbei an kleinen Flüsschen schließlich zum Dorf der ganzen
Frauen- und Kinderschar, die uns den ganzen Weg gefolgt, sehr
freundlich und hilfsbereit waren. Umso größer war die Enttäuschung
dann, als so gut wie niemand etwas kaufte. Überall hallte der Ruf:
Shopping with meeeeeee! Please, shopping with meeeee! Buy for
meeeeeeeeeeee! durch die Gegend.
Nach dem Mittagessen besuchten wir noch Ta Van. Hier
leben hauptsächlich Mitglieder der Zay und der Giay Minderheit.
Die Giay Minderheit immigrierte vermutlich vor ca. 200
Jahren von China und sind daher stark von der chinesischen Kultur
beeinflusst. Allerdings gehört ihre Sprache zur Sprachfamilie der
Tay-Thai Gruppe und sie haben auch keine eigene Schreibweise.
Normalerweise tragen die Frauen recht simple
Kleidung (Bluse und dunkelblaue Hosen). Auch hier werden die langen
Haare um den Kopf gebunden und mit roten Bändern befestigt.
Die Heirat folgt strengen, chinesischen Regeln. Und
auch die Ahnenverehrung hat einen hohen Stellenwert.
Zu den Zay konnte ich leider nicht wirklich etwas
recherchieren.
Auch hier waren die Menschen mit dem Pflanzen von
Reissetzlingen beschäftigt und wir konnten einen kurzen Blick auf
die Herstellung der Kleidung (Webstuhl) werfen.
Hier hieß es dann Abschied nehmen von einem Teil
der Gruppe, da diese die Nacht in einer Homestay verbringen wollten.
Der Rest wurde nach Sa Pa zurück gefahren, wo ich dann noch Zeit für
eine Dusche und eine Kleinigkeit zu essen hatte.
Gegen 18 Uhr hieß es dann bereits zurück nach Lao
Cai, da alle außer mir im Bus, den Zug für 20:15 Uhr gebucht
hatten. Dies hieß für mich allerdings von 19.15 Uhr an in der
Wartehalle sitzen.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig hier an
Unfällen passiert. Gerade gestern konnte ich beobachten, wie eine
Herde Pferde in einem recht dunklen Tunnel standen (klar, dort ist es
ja schön schattig und kühl). Für Verkehrsteilnehmer allerdings
erst recht kurzfristig zu sehen. Da kann man nur für beide Seiten
hoffen, dass die Autos/Lkw´s/Mopeds nicht zu schnell unterwegs sind.
Während ich so in der Wartehalle saß, konnte ich den
45 minütigen Kampf zweier junger Engländerinnen miterleben, die
versuchten, mit ihrem Gutschein, den sie durch Reiseagentur erhalten
hatten, ihre reellen Zugtickets zu bekommen.
Dies gelang ihnen dann letztendlich nur deshalb, weil
das eine Mädel in ein Restaurant ging und den Besitzer (sie hatten
dort gegessen) gebeten hat, mitzukommen und sie zu unterstützen. Ich
habe mit den Beiden geredet und der Voucher WAR sogar von der
Zuggesellschaft selbst. Und dennoch wollten sie die Mädels nicht
mitnehmen..
Aber- nach hartem Kampf: Ende gut-alles gut: waren auch
sie im Zug.
Als ich bei meinem Abteil ankam, war ich die Erste und
siehe da: gegen 20:40 Uhr tauchten meine malaischen Jungs auch wieder
auf! Das Gelächter war groß, als sie sich in ihre Betten
einquartieren. Wir hatten also tatsächlich wieder die gleiche
Kabine. Sehr schön. Bessere Zugbegleiter hätte ich mir kaum
wünschen können.
Dieses Mal war die Fahrt auch etwas leiser und weniger
unruhig. Dafür bin ich fast über einen Zugbegleiter gefallen, als
ich nachts noch mal zur Toilette ging: DER lag nämlich mitten im
Gang vor der Toilette mit einer Decke auf dem Boden!
Aber dennoch: fit ist natürlich anders, als wir um 6
Uhr Morgens in Hanoi am Bahnhof ankommen :-)
 |
| Yepp- das Mobiltelefon ist hier SEHR wichtig! |
 |
| Blick auf Sa Pa |
 |
| eine unserer kleinen Begleiterinnen |
 |
| immer wieder zieht Nebel auf.. |
 |
| die typischen, großen Ohrringe der Hmong-Frauen |
 |
| kurze Rast |
 |
| dies ist die Pflanze, aus der der blaue indigo-Farbstoff hergestellt wird |
 |
| Hanfanbau: offiziell zur Kleiderherstellung :-) |
 |
| sie scheint jünger zu sein, als sie aussieht, denn das Baby ist ihre Tochter |
 |
| Meine kleine Begleiterin, die immer gefragt hat: "Hasche Tee?" Oder- alles o.k.?? |
 |
| Reisanbau mit Bergpanorama |
 |
| auch hier ist nicht mehr viel vom ursprünglichen Wald übrig- er fiel den Reisterrassen zum Opfer |
 |
| Ausblick ins Tal |
 |
| Die Frauen vom Dorf Ta Van beim Reispflanzen |
 |
| Geduldsarbeit am Webstuhl |
 |
| wie zumeist: das Moped als All-Transport-Mittel |