Aktuelle Zeit bei mir :-)

Donnerstag, 30. Mai 2013

Vom Cat Ba Nationalpark zurück nach Hanoi-30.05.2013

Am Morgen hieß es dann schon wieder für 7 Uhr anrücken für´s Frühstück, dass dieses Mal aus mit Apfel gefüllten Pfannkuchen und Kaffee bestand. Ich glaube, Morgen gibt es für mich mal wieder weniger zu Essen. Mag das ja immer nicht, wenn man den ganzen Tag ohne Hunger isst oder „essen muss“, da es dann ja gerade was gibt..
Nach einem weiteren Gespräch konnte ich dieses Mal den Guide überzeugen, mein Netbook in seinen Rucksack zu packen (allerdings war er anscheinend davon so überfordert, dass er den Rückweg per Moped zurücklegen musste :-)). Mir war´s wurscht: so wusste ich, das Netbook ist trocken und sicher verwahrt, ich muss nicht dauernd auf Schlaglöcher schauen usw..Als wir aufbrachen, war es immer noch leicht am regnen, aber dennoch war die Fahrt so viel mehr entspannter für mich. Auch die schlammigen Passagen waren heute etwas mehr ausgefahren, so dass man beim Schieben des Fahrrads nicht knöcheltief im Schlamm versankt. An der Anlegestelle angekommen, mussten wir dann erst mal noch bis 9 Uhr auf unser Boot warten, dass uns von hier in etwas tiefere Gewässer und somit zum nächsten Boot brachte.
Auch auf dem Boot befanden sich natürlich wieder die unterschiedlichsten Leute, der unterschiedlichsten Nationen, aber die zumeist alles verbindende Traveller-Sprache „Englisch“ verband uns schnell und so gab es wieder einige interessante Lebens- und Reisegeschichten zu hören.
Nach dem Mittagessen ging es zurück zum Hafen und von dort dann natürlich wieder weiter zum Bus- wo uns wieder eine rund 4 stündige Fahrt bis Hanoi bevorstand. Da wir aber so eine muntere Truppe waren, verging die Zeit sehr schnell.
Zurück im 3bHotel wartet Long alias Dragon mit einer Überraschung für mich: er gratet mich up ins Deluxe-Zimmer im 7.Stock, wo ich einen schönen Blick über die Stadt habe :-)..Das ist einfach wirklich unglaublich hier :-)!
So, heute Abend werde ich dann nun wirklich mal versuchen, ein paar E-Mails zu beantworten und speziell eine muss ich auf jeden Fall schreiben:
ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG, TINCHE!!
auf dem Weg zurück zum Hafen

unsere Truppe: die vier Spanier, das neuseeländische Paar und ich


mein Blick aus meinem "upgegrateten" Zimmer


Cat Ba Nationalpark&Monkeyisland-29.05.2013

Bereits um 7 Uhr hieß es schon wieder zum Frühstück antreten und da ich die Einzige auf diesem Schiff war, die eine 3/2 Tour gebucht hatte, wurde ich um 8 Uhr auf das nächste Boot verschifft. Nach einer kurzen Fahrt ging es mal wieder zu einer Perlfarm, die aber, zugegebenermaßen interessanter war, als die auf Phu Coc.
Hier gab es nämlich in einem Schauraum zu sehen, wie sie in die Austern die „Ursprungsperle“ aus Austernschale einsetzen, welche dann samt Auster wieder- hier für 18 Monate- ins Wasser gelegt wird. Im besten Fall erhalten sie danach eine Perle. Kaum zurück an Bord hieß es wieder die Schiffe tauschen und in ein kleineres Boot umsteigen, welches uns 7 (ein Paar aus Neuseeland und 4 Spanier) zu MonkeyIsland bringen sollte. Noch während wir die Boote wechselten, fing es an zu Schütten und ein Gewitter brach los, dass man dachte, einem fliegen die Felsen um die Ohren. Die meiste Zeit des starken Regens verbrachten wir aber im Trockenen- auf dem Weg zu Monkey Island und konnten die ganzen schwimmenden Perlen- und Fischfarmen an uns vorbeiziehen sehen. Pünktlich bei unserer Ankunft hatte der Regen sich aber beruhigt und wir hatten eine Stunde, um die kleine Insel zu erkunden. Außer ein paar Affen (wie der Name schon sagt), gab es allerdings nicht viel zu sehen. Man konnte auf einen steinigen Hügel klettern, was nach dem Regenfall aufgrund glitschiger Felsen etwas Geschick erforderte. Zurück an Bord gab es ein leckeres Mittagessen und nach weiterer Fahrt hatten wir den „Hafen“ für das Dorf Viet Hai in der Nähe von Cat Ba erreicht.
Dort ging es dann- auf die Fahrräder. Um es kurz zu machen: es hat überhaupt keinen Spaß gemacht, da an der Straße gerade gebaut wird, und diese z.T. unbefestigt ist. Dank der Regenfälle daher schlammig und rutschig und ich zusätzlich noch mehr darauf bedacht, Erschütterungen zu vermeiden, da ich mein Netbook vorne im Korb postieren musste (ich musste mich entscheiden, ob ich die Kamera oder das Netbook im Rucksack trage; beide zusammen passen nicht hinein und ich habe einfach mal vermutet, dass die Kamera aufgrund ihres Innenlebens wahrscheinlich noch empfindlicher ist, als mein Netbook). Fragt bitte nicht, wie ich diesem Sch..verein in dem Moment die Pest an den Hals gewünscht habe:-). Nach gefühlt zu langer Zeit :-) kamen wir dann auch an und konnten in unsere Bungalows direkt am  Cat Ba Nationalpark einchecken. Und- da sah ich den Salat: aufgrund der unebenen Straßen und eines anscheinend kaputten Korbes, habe ich nun zwei Löcher in der Schutzhülle meines Netbooks. Hätte mal kurz „Sch...“ schreien können..Irgendwie war das ja nach dem ganzen Ärger klar, dass was „passieren“ musste :-(..Na ja: besser wie das Netbook beschädigt- aber- nicht nötig, wenn ich die Tour gehabt hätte, die ich gebucht habe...Da es bereits 14:45 Uhr war und der interessante Treck einfach 4 Stunden gedauert hätte, war daran mal nicht zu denken. Dafür hätte man Minimum 2 Nächte hier gebraucht, um nach dem Frühstück früh aufzubrechen.. Es bestand daher die Möglichkeit ein bißchen entlang eines Pfades zu laufen oder durch´s Dorf zu radeln..Aufgrund dessen beschloss ich, die Umgebung von meiner kleinen Terrasse aus zu genießen, wo ich dann mit meinem Blog und den Bildern anfangen konnte und darüber hinaus nach dem Ärger mal etwas relaxen und runterkommen konnte. Und- es war die beste Entscheidung. Als ich später mit den Anderen sprach, haben sie mir bestätigt, dass in unmittelbarer Umgebung nicht soooooooooo viel zu sehen war. Die „größte“ Erungenschaft- im wahrsten Sinne des Wortes eine große Spinne :-).
In dem Park selbst lebt eine sehr bedrohte Languren-Art, der Goldkopflangur; traurigen Schätzungen zu Folge ist der Bestand aber unter 100 Tiere gesunken..
 
Beim Abendessen in kleiner Runde entwickelte sich wieder ein munteres Gespräch- was immer sehr interessant ist. Und als wir später zu unseren Bungalows zurückkehrten- nicht ohne vorher unser Mossie-Netz aufzuhängen, konnten wir noch den Lauten der Nacht lauschen. Da der Nationalpark so nah ist und es dadurch zwischen den Felsen einen ziemlichen Schall erzeugt, sind auch viele Tierlaute aus dem „Dschungel“ hörbar. Und- ich denke, ich hatte vielleicht einen Affen oder Makaken zu Besuch. Denn das Tier das mit Schwung auf das Dach meines Bungalows gesprungen ist, war sicher nichts Kleines :-)..
Auch diese Nacht war wieder von Regen&Gewitter erfüllt. Aber was gibt es Gemütlicheres als bei prasselndem Regen in einem bequemen Bett zu liegen und dem Regen, sowie den Geräuschen des Dschungels zu lauschen??
Blick auf die Netze der Austerfarm

Tang zeigt uns die ins Wasser eingesetzten Austern

rechts und links: Austerreihen, soweit das Auge reicht..

zur Präperation vorbereitete Austern

hier werden die Perlen aus Austerschale eingesetzt

und er präperiert "das Innenleben", damit die Wahrscheinlichkeit der Annahme der Fremdperle höher ist

Die Affen machen dem Namen "Monkey-Island" alle Ehre :-)

Ausblick von oben

tja- weiter ging´s nicht :-)


auf dem Weg zum Cat Ba Nationalpark (im Vordergrund erneut Perl- oder Fischfarm)

unsere Bungalows

Ausblick von meiner Terrasse


Halong Bay, Thien Cung Grotte&die Insel Ti Top-28.05.2013

Am Morgen ist mein Tourguide schon um 07:55 Uhr zur Stelle, was mich überrascht. Als ich zum Bus komme, bin ich dann aber weniger überrascht. Ich bin die Erste- was natürlich zur Folge hat, dass ich erst mal 1 Stunde durch Hanoi gekarrt werde, bevor es los geht.
Als unser Tourguide dann im Bus den Plan für die nächsten Tage vorstellt, stutze ich- DENN, es ist mal wieder NICHT wie in der gedruckten Route, die ich in der Hand habe. Und das Beste kam dann noch: wir übernachten in der zweiten Nacht im Cat Ba Nationalpark- nicht auf Monkey Island, sondern müssen vom Pier aus ca. 5 Kilometer in den Ort Viet Hai fahren. Was ja grundsätzlich nicht so blöd wäre- ABER: ich gebe mein Netbook sicher nicht irgendeinem Mopedtaxifahrer für den Transport mit! Nach der Erfahrung in Vietnam und speziell in Hue, habe ich keinerlei Lust mein „wichtigen Gepäckstücke“ auch nur eine Minute aus den Augen zu lassen. In meinen Rucksack passt entweder NUR Kamera ODER das Netbook. Ich habe keine Ahnung, wie das Netbook unbeschadet dort hinbringen soll und das macht mich echt stinkwütend. Nicht zum ersten Mal frage ich mich also, warum man sich in Vietnam für eine Tour entscheidet, um dann was Anders zu bekommen. Natürlich bringt auch das über 20minütige Diskussionsgespräch mit dem Liberty Hotel, Frau Anna Nguyen (also besser nicht dort buchen), brachte natürlich nichts. Also, mal wieder die Zähne zusammenbeißen und versuchen das Beste draus zu machen- was mir aber hier echt zunehmend schwerer fällt. Es wird wirklich Zeit für mich, dass ich diesem Land den Rücken kehre und möglichst nie wieder einen Fuß hierher setze.
O.k. weiter im Text: Nach etwas mehr als 3 Stunden erreichten wir den Hafen von Ha Long Bucht, wo wir auch direkt mit einem kleinen Boot zu unserem Boot (Halong Dragon Cruise) verschifft wurden.
Die Halong Bucht hat fast 2000, genauer gesagt 1969, kleine Inseln, die in bizarren Formationen (Kalkgestein; genauer gesagt: gepresste Korallen- und Muschelreste eines urzeitlichen Meeresgrundes und Gneis) aus dem Wasser ragen. Hinzu kommen Höhlensysteme mit Stalagmiten- und Stalagmiten. Wissenschaftlichen Angaben zufolge beträgt das Alter zwischen 250- 280 Millionen Jahre. Auch hierzu gibt es natürlich wieder eine schöne Legende (die meisten Infos stammen mal wieder aus dem Loose und wurden z.T. 1:1 übernommen):
Eine Drachenfamilie hatte sich hier niedergelassen („Ha Long“ bedeutet „absteigender Drache“). Kurz nach der Besiedlung durch Vietnamesen kamen Invasoren von Norden. Der Himmel schickte den Betroffenen eine Drachenmutter und ihre Kinder zu Hilfe. Als sie auf die Angreifer herabstießen, spuckten die Drachen einen Regen von Edelsteinen und Perlen aus, die sich in Tausende von Inseln verwandelten und die Schiffe der Investoren einsperrten. Dadurch verirrten sich diese, krachten in die Felsen und wurden in 1000 Stücke zerfetzt. Nach dem Sieg gefiel es den Drachen dort so gut, dass sie nicht mehr in den Himmel zurück kehrten. Vielmehr bauten sie sich hier ein Nest: die Mutter in der Halong- Bucht und die Kinder in der Bai Thu Long-Bucht.
Ein Teil der Bucht steht seit 1994 als Unesco- Weltnaturerbe unter besonderem Schutz- die Höhlen und Grotten natürlich eingeschlossen.
Was oftmals unbekannt ist, ist das die Bucht zu denen mit am ehesten besiedelten Gebieten gehörte. Dies kann durch archäolgische Funde nachgewiesen werden. Die z.T. immer noch stark begrünten Felsen sind Heimat für Tier- und Pflanzenarten und in der Bucht ernähren Shrimps, Fische und Tintenfische die unzähligen schwimmenden Dörfer.
Für uns war dann auch erst mal „Ernährung“ angesagt und es gab Mittagessen an Bord.
Wie in Asien üblich, werden die Speisen nacheinander und nicht zusammen gereicht.
Frisch gestärkt ging es danach schon ziemlich zügig zur Thien Cung Grotte, welche erst 1993 entdeckt wurde. Nur 5 Jahre später wurde sie durch Treppen und Korridore und einer großen Anzahl bunter Lampen für die breiten Touristenmassen zugänglich gemacht. Rein optisch sieht das ganze bunte Licht auf den Stalagmiten&Stalagtiten natürlich toll aus- ob es gut für die Umwelt ist- steht auf einem anderen Blatt. Für meinen Geschmack war es etwas zuuuu touristisch. Und sollte man Letzteres vergessen- dann erinnern einen die Touristenmassen, die einen langsam durch die Grotte schieben..
Unser nervender Tourguide war ständig damit beschäftigt uns zur Eile anzutreiben (also, Bilder machen wird ja mal völlig überbewertet) und so ging es weiter zum kajaken. Ich bin mit Brad (einem gebürtigen Neuseeländer, der nun in Schottland lebt und Profifotograf ist) zusammen ins Kajak und so sind wir dann die nächste ¾ Stunde ein bisschen zwischen den Felsen umhergepaddelt. Weiter ging es zur Ti Top Insel („Titov-Insel“,welche mit ihrem Namen an den sowjetischen Astronauten Gherman Stepanovich Titov (2. Mensch im All und mit 26 der bis heute Jüngste) erinnert, der die Insel 1962 mit Ho Chi Minh besuchte. Wenn man ca. 15 Minuten lang Stufen erklimmt, hat man einen fantastischen Blick auf die umliegenden Teil der Bucht. Wir waren gerade zur richtigen Zeit da: zwischen 17-18 Uhr mit herrlich weichem Licht. Überhaupt hatten wir totales Glück mit dem Wetter: es präsentierte sich uns ein strahlend blauer Himmel, grünblaues Wasser (das dank stetiger Säuberung vom größten Teil des Mülls gesäubert wird, den selbst die Kreuzfahrt- ,Schiffe ständig in die Bucht werfen) und grünbewachsene Kalksteingebirge.
Als wir gegen 18 Uhr zurück an Bord waren, kamen wir quasi genau richtig, um den Sonnenuntergang auf dem Boot zu erleben.
Der Abend verlief dann sehr gemütlich bei Bier und für den einen oder anderen Cocktails und einer netten Plauderrunde. Es ist immer wieder interessant, wenn Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Bildungsstände, unterschiedlicher Nationen und natürlich nicht zuletzt mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen zusammengewürfelt werden.
Hafenbereich von Halong-Bucht

unser Boot: Halong Dragon Cruise

das Oberdeck

Halong- Bucht

Blick auf den Höhleneingang (rechts mittig) von der Thien Cung Grotte

Halong- Bucht

in der Grotte




fleißige Verkäuferinnen- wie überall, wo Touristen sind :-)


schwimmendes Fischerdorf; weiteres Standbein: Kajakverleih

Blick auf die Halong-Bucht von der Ti Top Insel

Sonnenuntergang in der Halong Bucht


und nachts nur die Lichter der Boote, das Meer&die Felsen :-)


Eine Altstadt, ein See&buntes Treiben in Hanoi-27.05.2013

Am Bahnhof verläuft alles reibungslos und ich bin dann schon kurz darauf wieder am 3bHotel, wo es schon geschäftig zugeht. Erstaunlicherweise kann ich auch schon gleich in meinen Bungalow einchecken und mache mich auch dort gleich an die Fertigstellung der Berichte der letzten Tage. Als ich dann gegen 9 Uhr nach unten gehe, um Ms. Phuong zu fragen, ob sie einen Ofen haben, damit ich mein Weisbrot von gestern etwas aufbacken kann. Daraufhin meint sie nur: hol Dir doch einfach von unserem Frühstücksbuffet- ist ja genug da! Sie sind einfach total lieb! Eigentlich dachte ich, heute mal E-Mails beantworten zu können-ABER- Fehlanzeige. Die Zeit rennt mal wieder und ehe ich mich versehe ist es schon früher Nachmittag. Da ich mich heute mal ein bisschen durch die Gassen der Altstadt treiben lassen und zum See gehen möchte, wird es nun wirklich Zeit zum Aufbrechen.
Bevor ich allerdings loskomme, bin ich, ehe ich mich versehe, in ein Gespräch mit Dragon (der mir inzwischen verraten hat, dass sein vietnamesischer Name "Long" ist und nichts anderes als "Dragon" heißt. Und das, weil er 1988- im Jahr des Drachen geboren ist) vertieft. Dragon arbeitet nicht nur im 3bHotel, sondern noch in einem anderen Hotel. Trotz der Doppelschichten verdient er nur ca. 250 USD im Monat. Davon gehen allerdings schon rund 100 USD für die Miete drauf. Da bleibt wirklich im Monat nicht viel hängen. Apropos Monat: er hat ganze 2 (!) Tage im Monat frei- den Rest ist Schichtenschieben angesagt. Dazu versucht er noch im Bereich Tourismus zu studieren, um später seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Als ich ihn dann frage, wann er denn mal schläft oder sich erholt, meinte er nur, dass er eben mit wenig Schlaf auskommen muss. Er könnte gar nicht reisen- erstens, weil vom Gehalt so gut wie nichts übrig bleibt am Ende des Monats und zweitens weil er mehr als 3 Tage am Stück nicht frei bekommen würde...Also, ich saß da und dachte mir wirklich: also, wir sollten uns in Bezug auf Urlaub wohl wirklich nicht mehr beschweren..
Als ich ihm erzähle, dass ich in Sa Pa auf dem Markt Hundefleisch gesehen habe, lacht er nur und meint, dass in Hanoi auch viel Hund gegessen wird. Worauf ich ihn dann natürlich neugierig frage, ob er Hund auch gerne mag..Was er schmunzelnd bejaht. Darauf erkläre ich ihm, wie komisch das für Europäer ist, da ein Hund bei uns ein Haustier und damit sozusagen, ein Mitglied der Familie ist..Worauf er dann nur noch schmunzelnder meint: Jaaaa, wir essen ja auch nicht UNSERE Hunde...nur die des Nachbarn :-)..AHHH-JAAP!
Mein Weg führte mich zunächst gen Norden zum historischen Tor der Altstadt. Von dort schlenderte ich wieder gen Süden durch Gassen mit Namen „Hang Dao“- Seidenstraße (heute: Kleidung) oder Hang Bac, wo noch heute die Silber- und Goldschmiede zu finden sind. Jeder Straßenname hat, wie so oft- eine spezielle Bedeutung. Z.T. Sind die Namen- wie z.B. Bang Bac noch heute aktuell; andere wie z.B. die Hang Dau (Öl) ist heute eher auf Schuhe spezialisiert. Als Fußgänger hat man es in Hanoi schwer: die ganzen Bürgersteige sind zumeist zugestellt mit Rollern, Straßenständen, Tischen, Bänken, Stühlen- jedenfalls mit allem, was eigentlich nicht auf einen Gehsteig gehört :-). Daher ist man quasi gezwungen, sich in den wuselnden Verkehr einzufädeln. Auch sonst läuft Vieles auf dem Bürgersteig:
Pickel ausdrücken oder auf einem Stühlchen sitzen und sich die grauen Haare rupfen lassen, zählt hier zum normalen Straßenbild. Da passt der burschikose Gang der meisten Frauen (sind es keine jungen Businessfrauen) wie Arsch auf Eimer..Bei uns würde man dazu sagen: Bauerntrampel! Aber genauso ist die Bewegung: mit nach außen getreten Zehen, breitbeinig und mit von den Achseln weg gestreckten Armen. Da darf natürlich auch das herzergreifende Rülpsen und Spucken nicht fehlen..

Als ich schließlich beim See angelangt bin, überkommt mich der süße Hunger und ich nehme im „Highlands-Coffee“ Platz, von welchem man aus dem 2.Stock einen schönen Blick auf den See hat. Hier gibt’s dann erst mal ein Stück Passionskäsekuchen und ein Cookie-Coffee-Shake.
So frisch gestärkt, kann es dann losgehen Richtung See. Der Hoan-Kiem-See wird gerne als die Seele der Stadt bezeichnet (Folgende Infos stammen wieder aus dem Loose Reiseführer). Sein Name bedeutet: „Der See des zurückgegebenen Schwertes“ und bezieht sich auf eine alte vietnamesische Legende. Im 15 Jh. schlug der vietnamesische Held Le Loi einige erfolgreiche Schlachten gegen die Chinesen. Das von ihm für den Kampf benutzte Schwert, soll ihm beim Fischen in besagtem See vorher ins Netz gegangen sein. Nach 10 Jahren erfolgreicher Schlachten kehrte er zu dem See zurück, um dem Geist des Sees zu danken. Gerade als die Vorbereitungen für die Danksagungen in vollem Gange waren, erschien plötzlich unter Blitz und Donner eine riesige Schildkröte- eine Inkarnation der Götter und nahm ihm das Schwert wieder ab.
Auch heute noch leben in dem See riesige Schildkröten; allerdings bekommt man diese höchst selten zu Gesicht. (im Cuc Phuong Nationalpark hatten sie ein Foto eines Kopfes einer Schildkröte ausgestellt, die den Kopf aus dem Wasser des Hoan Kiem Sees streckt). Auch ich habe keine gesehen. Dafür müsste ich wohl in den Jadeberg Tempel gehen (Den Ngoc Son)- dort ist nämlich eine der dort gefundenen Schildkröten konserviert. Es soll sich um eine Spezies von Weichschildkröten handeln (Jangtse-Riesenweichschildkröte), die nur in diesem See vorkommt. Daher ist ihnen auch der (Schildkröten-)- Pavillion auf der kleinen Insel des Sees gewidmet.
Als ich von meiner Umrundung zurück komme, ist es schon dunkel (und somit konnte ich wieder eine Menge sportliche Aktivitäten um den See beobachten) und ich kaufe nur noch ein paar Kleinigkeiten ein, so dass ich dann gegen 19:30 Uhr im Hotel bin.
Hier läuft natürlich außer Sachen packen für Morgen (habe eine 3/2 Nächte Halong-Bay Tour vor mir), duschen und die Bilder des Tages bearbeiten nicht mehr viel..
Dragon hatte mich noch eingeladen, ihm und einem anderen Mitarbeiter beim Abendessen Gesellschaft zu leisten, aber leider war es eh schon recht spät und wiedermal zu wenig dran am Tag :-).
Blick auf den Hoan-Kiem See (Pavillion im Hintergrund)

Blick vom Highland Coffee aus auf den See

...und auf die zu diesem Zeitpunkt ruhige Stadt unter mir

belebte Gassen

nette, alte Häuser

Blick auf den See mit Jade-Tempel

historisches Tor zur Altstadt


Hund vom Grill




aufgenommen an der Westseite des Sees

hier ist das Gebäude von u.a. Highland-Coffee

Hoan-Kiem-See bei Nacht

Sonntag, 26. Mai 2013

Besuch von Ylinhto, Lau Chai und Ta Van-26.05.2013

Nach einer regenreichen Nacht, hatten wir Morgens das Glück, dass zwar noch alles feucht war, aber der stetige Beguss von oben, weitgehend aufgehört hatte.
So machten wir uns also, mit der für Vietnam typischen halbstündigen Verspätung auf in Richtung Ylinhto, einem kleinen Dörfchen in der Nähe von Sa Pa. Kaum hatten wir unser Hotel verlassen, war die Gruppe auch schon von einer ganzen Schar Schwarzer Hmong umringt, welche uns den ganzen Weg zu ihrem Dorf (Lau Chai) begleiteten. Natürlich in der Hoffnung ihre Handarbeiten an den Mann zu bringen..
Auch hier habe ich wieder nette Menschen kennen gelernt- Dominik aus der Schweiz und Natascha aus England. Die Schwarzen Hmong haben keine Möglichkeit, Englisch in der Schule zu lernen. Alles, was sie können, haben sie durch den Umgang mit Touristen erlernt..Daher ist manchmal etwas Fantasie gefragt, wenn z.B. jemand etwas zu einem sagt, dass wie: „Hasche Tee“ klingt..Nach einer Weile kapiert man dann, dass es „Alles o.k.?“ heißen soll. Daher dennoch „Hut ab“. Ich denke, es ist verdammt schwierig, eine Sprache nur vom Zuhören zu lernen. Laut unserer Reiseführerin müssen die Schwarzen Hmong nun auch einen kleinen Unkostenbeitrag für die Schule zahlen. Dies war vorher nicht so und wurde nun 2013 erstmals durch die Regierung geändert.
Wir kamen also durch Reisfelder, entlang rutschiger Pfade, vorbei an kleinen Flüsschen schließlich zum Dorf der ganzen Frauen- und Kinderschar, die uns den ganzen Weg gefolgt, sehr freundlich und hilfsbereit waren. Umso größer war die Enttäuschung dann, als so gut wie niemand etwas kaufte. Überall hallte der Ruf: Shopping with meeeeeee! Please, shopping with meeeee! Buy for meeeeeeeeeeee! durch die Gegend.
Nach dem Mittagessen besuchten wir noch Ta Van. Hier leben hauptsächlich Mitglieder der Zay und der Giay Minderheit.
Die Giay Minderheit immigrierte vermutlich vor ca. 200 Jahren von China und sind daher stark von der chinesischen Kultur beeinflusst. Allerdings gehört ihre Sprache zur Sprachfamilie der Tay-Thai Gruppe und sie haben auch keine eigene Schreibweise.
Normalerweise tragen die Frauen recht simple Kleidung (Bluse und dunkelblaue Hosen). Auch hier werden die langen Haare um den Kopf gebunden und mit roten Bändern befestigt.
Die Heirat folgt strengen, chinesischen Regeln. Und auch die Ahnenverehrung hat einen hohen Stellenwert.
Zu den Zay konnte ich leider nicht wirklich etwas recherchieren.
Auch hier waren die Menschen mit dem Pflanzen von Reissetzlingen beschäftigt und wir konnten einen kurzen Blick auf die Herstellung der Kleidung (Webstuhl) werfen.
Hier hieß es dann Abschied nehmen von einem Teil der Gruppe, da diese die Nacht in einer Homestay verbringen wollten. Der Rest wurde nach Sa Pa zurück gefahren, wo ich dann noch Zeit für eine Dusche und eine Kleinigkeit zu essen hatte.
Gegen 18 Uhr hieß es dann bereits zurück nach Lao Cai, da alle außer mir im Bus, den Zug für 20:15 Uhr gebucht hatten. Dies hieß für mich allerdings von 19.15 Uhr an in der Wartehalle sitzen.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig hier an Unfällen passiert. Gerade gestern konnte ich beobachten, wie eine Herde Pferde in einem recht dunklen Tunnel standen (klar, dort ist es ja schön schattig und kühl). Für Verkehrsteilnehmer allerdings erst recht kurzfristig zu sehen. Da kann man nur für beide Seiten hoffen, dass die Autos/Lkw´s/Mopeds nicht zu schnell unterwegs sind.
Während ich so in der Wartehalle saß, konnte ich den 45 minütigen Kampf zweier junger Engländerinnen miterleben, die versuchten, mit ihrem Gutschein, den sie durch Reiseagentur erhalten hatten, ihre reellen Zugtickets zu bekommen.
Dies gelang ihnen dann letztendlich nur deshalb, weil das eine Mädel in ein Restaurant ging und den Besitzer (sie hatten dort gegessen) gebeten hat, mitzukommen und sie zu unterstützen. Ich habe mit den Beiden geredet und der Voucher WAR sogar von der Zuggesellschaft selbst. Und dennoch wollten sie die Mädels nicht mitnehmen..
Aber- nach hartem Kampf: Ende gut-alles gut: waren auch sie im Zug.
Als ich bei meinem Abteil ankam, war ich die Erste und siehe da: gegen 20:40 Uhr tauchten meine malaischen Jungs auch wieder auf! Das Gelächter war groß, als sie sich in ihre Betten einquartieren. Wir hatten also tatsächlich wieder die gleiche Kabine. Sehr schön. Bessere Zugbegleiter hätte ich mir kaum wünschen können.
Dieses Mal war die Fahrt auch etwas leiser und weniger unruhig. Dafür bin ich fast über einen Zugbegleiter gefallen, als ich nachts noch mal zur Toilette ging: DER lag nämlich mitten im Gang vor der Toilette mit einer Decke auf dem Boden!
Aber dennoch: fit ist natürlich anders, als wir um 6 Uhr Morgens in Hanoi am Bahnhof ankommen :-)
Yepp- das Mobiltelefon ist hier SEHR wichtig!

Blick auf Sa Pa

eine unserer kleinen Begleiterinnen

immer wieder zieht Nebel auf..

die typischen, großen Ohrringe der Hmong-Frauen

kurze Rast

dies ist die Pflanze, aus der der blaue indigo-Farbstoff hergestellt wird

Hanfanbau: offiziell zur Kleiderherstellung :-)

sie scheint jünger zu sein, als sie aussieht, denn das Baby ist ihre Tochter

Meine kleine Begleiterin, die immer gefragt hat: "Hasche Tee?" Oder- alles o.k.??

Reisanbau mit Bergpanorama

auch hier ist nicht mehr viel vom ursprünglichen Wald übrig- er fiel den Reisterrassen zum Opfer

Ausblick ins Tal

Die Frauen vom Dorf Ta Van beim Reispflanzen

Geduldsarbeit am Webstuhl

wie zumeist: das Moped als All-Transport-Mittel