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Donnerstag, 9. Mai 2013

Zurück nach Ho Chi Minh Stadt- 07.05.2013

Nach dem fast schon vergessenen Ärger über die „Schnorcheltour“ gestern, die keine wirkliche war- folgte der nächste Ärger am Morgen auf dem Fuß.
Anstatt des versprochenen Tickets nach Rach Gia und von dort per Bus weiter nach Ho Chi Minh Stadt, erhielt ich ein Ticket FÜR Hatien (welches ungefähr 1/3 weniger kostet). Auf meine Frage, was das nun solle, erhielt ich wiederum nur ein Lächeln und zur Krönung machte sich die Mitarbeiterin noch mit anderen Mitarbeitern darüber lustig, dass ich erwartet hatte, nach Rach Gia zu fahren. Als ich dann meinte, dass es vielleicht für sie lustig ist, Leute zu betrügen- für mich eher weniger, erhielt ich- wie sie es zumeist hier handhaben- gar keine Antwort mehr. Das australische Paar mit ihren beiden kleinen Kindern, schüttelte nur den Kopf, da ich egal was ich sagte und fragte: einfach ignoriert wurde. Wie wenn ich Luft wäre. Gut- welche Alternative bleibt: mal wieder beschissen worden und sich einfach damit abfinden, dass man dann hoffentlich Abends in Ho Chi Minh ankommt. Willkommen in Vietnam! Inzwischen kann ich verstehen, warum so viele Reisende die ich getroffen habe, gesagt haben, dass es nach einem Monat Vietnam echt genug war. Die Leute hier bescheißen einen, WAS das Zeug hält und auch das australische Paar meinte nur ironisch: „Warum haben wir hier immer das Gefühl abgezockt zu werden?“ Klare Antwort: WEIL ES SO IST! Auch mein Bild von Vietnam ist größtenteils sehr negativ gefärbt! Was schade ist. Denn ich habe auch sehr nette und hilfsbereite Menschen getroffen, wie „Rose“ z.B. oder gestern auf dem Trip ein frischverheiratetes Paar aus Ho Chi Minh. Es ist ja nicht die Sache einen Preis für eine Leistung nicht zahlen zu wollen, sondern was zu kaufen und dann eine andere, minderwertigere Leistung dafür zu erhalten, als eigentlich die, für die man gezahlt hat. Und langsam aber sicher geht mir die Kraft aus, jeden und jeden Tag auf´s Neue ständig zu diskutieren und einfach ignoriert zu werden. Ist ja auch einfach: mit einer Einzelperson. Wäre man nun zu zweit oder eine Gruppe, würden die Karten dann schon anders gemischt werden.
Für mich ist jedenfalls jetzt schon klar: wenn nicht ein Wunder passiert: dann wird mich Vietnam sicher nicht wiedersehen. Eine Empfehlung aussprechen, Vietnam auf eigene Faust zu bereisen, kann ich auch nicht. Ich schätze, wenn man hier wirklich Spaß haben will, dann sollte man von Deutschland aus, mit einem zuverlässigen Reisebüro seine Tour vorbuchen, wo man dann auch weiß, dass man das erhält, für das man zahlt und sich nicht noch in den 3 oder 4 Wochen Urlaub die man hat, sich ständig ärgern zu müssen. Kann inzwischen auch den Engländer verstehen, den ich auf der Mekong- Tour getroffen habe. Der meinte nur, die halten nie, was sie einem bei einer Tour versprechen...
Und selbst Rose meinte, dass dies eines der Dinge sei, die sie an ihrem Land am wenigsten leiden kann...
Wie auch immer- ich hoffe nun- nachdem wir in der Fähre nun auch noch gesagt bekommen haben, dass eine Maschine kaputt ist, und die Fähre daher länger dauert- dass mein Bus noch da ist und ich heute Abend in Ho Chi Mingh sein werde, um dieses Grauen hinter mir zu lassen. Es tut mir ja leid, dass dieser Bericht irgendwie total negativ ist- was ja eigentlich nicht meine Art ist- aber diese Abzocke ist einfach nur beschämend für ein ganzes Land. Und solche Menschen wollen gute Buddhisten sein? Vielleicht sollte ich sie das nächste Mal fragen, ob sie dann im nächsten Leben als Ameise geboren werden, bei dem ganzen besch... Karma :-)?
Langer Rede, kurzer Sinn: die Fähre hat genauso lange gebraucht, wie auf dem Hinweg: nämlich anstatt 1 ½ Stunden- 2 Stunden. Dies hieß natürlich: mein Bus war weg.
Übrigens, wer nicht so auf Kakerlaken steht, dem sei von einem Fensterplatz abzuraten. Ich hatte nämlich einen und als mir die 2. Kakerlake, die zwischen den Ritzen hervorkroch auf den Kopf flog, da wurde es auch mir zu bunt und ich habe sie eine Etage tiefer befördert..
Als ich dann um 11:20 Uhr im Büro der Agentur war, wurde ich dann auf den 13:30 Uhr Bus umgebucht. Das australische und Schweizer Paar, wollte nach Kambodscha. Nachdem sie sich aber geweigert hatten, das überteuerte Visa für Kambodscha bei der Agentur zu kaufen (man bekommt es nämlich auch völlig problemlos an der Grenze für weniger Geld), saßen sie immer noch im Büro, als ich gegen 13 Uhr für den Busbahnhof abgeholt wurde. Anmerkung: ihr Bus sollte um 12 Uhr gehen! Seit dem hatte sich keiner vom Fleck bewegt. Info, warum kein Bus da ist, gab es für sie keine. Meine Theorie war, dass dies die Retourkutsche für die Verweigerung des Visums war.
Nach der langen Odysee mit dem Bus heute, bin ich nun gegen 23 endlich in meinem Hotel angelangt und froh, einfach nur meine Glieder auszustrecken. Ich war ja schon froh, dass ich in dem Bus ein junges amerikanisches Paar getroffen habe, mit denen ich das Taxi teilen konnte. Preis haben wir vorher ausgehandelt.
Die Australier hatten mich nämlich auch noch extra gewarnt, denn ihre Taxierfahrungen in Ho Chi Minh waren auch nicht die Besten. Sie hatten ein Taxi mit manipuliertem Meter erwischt, dass dann den 4-fachen Preis anzeigte und als sie den Fahrer darauf hingewiesen haben, ist er einfach in eine dunkle Seitengasse abgebogen und hat die Knöpfe runtergedrückt. Glück der Beiden war meiner Meinung nach, dass sie zu zweit waren- wenn es auch sicher doppelt beängstigend war für die Kinder- und der Mann ein Hüne.
Er hat dann einfach den Schlüssel aus dem Schloss gezogen und gefragt, was der Fahrer nun machen will? Sie entweder rauslassen, oder selbst ein Problem haben und gezahlt haben sie später auch nur den „regulären“ Preis..Aber- es stell sich mal einer die Situation als Alleinreisende vor? Ich könnte mich nicht in einer dunklen Seitengasse mit dem Taxifahrer anlegen...Diese Masche scheint allerdings hier nicht ungewöhnlich zu sein, denn selbst mein Reiseführer warnt davor..
Ich habe es jedenfalls dann nach über 15 Stunden unterwegs gegen 24 Uhr ins Bett geschafft...


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