Nach dem fast schon vergessenen Ärger über die
„Schnorcheltour“ gestern, die keine wirkliche war- folgte der
nächste Ärger am Morgen auf dem Fuß.
Anstatt des versprochenen Tickets nach Rach Gia und
von dort per Bus weiter nach Ho Chi Minh Stadt, erhielt ich ein
Ticket FÜR Hatien (welches ungefähr 1/3 weniger kostet). Auf meine
Frage, was das nun solle, erhielt ich wiederum nur ein Lächeln und
zur Krönung machte sich die Mitarbeiterin noch mit anderen
Mitarbeitern darüber lustig, dass ich erwartet hatte, nach Rach Gia
zu fahren. Als ich dann meinte, dass es vielleicht für sie lustig
ist, Leute zu betrügen- für mich eher weniger, erhielt ich- wie sie
es zumeist hier handhaben- gar keine Antwort mehr. Das australische
Paar mit ihren beiden kleinen Kindern, schüttelte nur den Kopf, da
ich egal was ich sagte und fragte: einfach ignoriert wurde. Wie wenn
ich Luft wäre. Gut- welche Alternative bleibt: mal wieder beschissen
worden und sich einfach damit abfinden, dass man dann hoffentlich
Abends in Ho Chi Minh ankommt. Willkommen in Vietnam! Inzwischen kann
ich verstehen, warum so viele Reisende die ich getroffen habe, gesagt
haben, dass es nach einem Monat Vietnam echt genug war. Die Leute
hier bescheißen einen, WAS das Zeug hält und auch das australische
Paar meinte nur ironisch: „Warum haben wir hier immer das Gefühl
abgezockt zu werden?“ Klare Antwort: WEIL ES SO IST! Auch mein Bild
von Vietnam ist größtenteils sehr negativ gefärbt! Was schade ist.
Denn ich habe auch sehr nette und hilfsbereite Menschen getroffen,
wie „Rose“ z.B. oder gestern auf dem Trip ein frischverheiratetes
Paar aus Ho Chi Minh. Es ist ja nicht die Sache einen Preis für eine
Leistung nicht zahlen zu wollen, sondern was zu kaufen und dann eine
andere, minderwertigere Leistung dafür zu erhalten, als eigentlich
die, für die man gezahlt hat. Und langsam aber sicher geht mir die
Kraft aus, jeden und jeden Tag auf´s Neue ständig zu diskutieren
und einfach ignoriert zu werden. Ist ja auch einfach: mit einer
Einzelperson. Wäre man nun zu zweit oder eine Gruppe, würden die
Karten dann schon anders gemischt werden.
Für mich ist jedenfalls jetzt schon klar: wenn
nicht ein Wunder passiert: dann wird mich Vietnam sicher nicht
wiedersehen. Eine Empfehlung aussprechen, Vietnam auf eigene Faust zu
bereisen, kann ich auch nicht. Ich schätze, wenn man hier wirklich
Spaß haben will, dann sollte man von Deutschland aus, mit einem
zuverlässigen Reisebüro seine Tour vorbuchen, wo man dann auch
weiß, dass man das erhält, für das man zahlt und sich nicht noch
in den 3 oder 4 Wochen Urlaub die man hat, sich ständig ärgern zu
müssen. Kann inzwischen auch den Engländer verstehen, den ich auf
der Mekong- Tour getroffen habe. Der meinte nur, die halten nie, was
sie einem bei einer Tour versprechen...
Und selbst Rose meinte, dass dies eines der Dinge
sei, die sie an ihrem Land am wenigsten leiden kann...
Wie auch immer- ich hoffe nun- nachdem wir in der
Fähre nun auch noch gesagt bekommen haben, dass eine Maschine kaputt
ist, und die Fähre daher länger dauert- dass mein Bus noch da ist
und ich heute Abend in Ho Chi Mingh sein werde, um dieses Grauen
hinter mir zu lassen. Es tut mir ja leid, dass dieser Bericht
irgendwie total negativ ist- was ja eigentlich nicht meine Art ist-
aber diese Abzocke ist einfach nur beschämend für ein ganzes Land.
Und solche Menschen wollen gute Buddhisten sein? Vielleicht sollte
ich sie das nächste Mal fragen, ob sie dann im nächsten Leben als
Ameise geboren werden, bei dem ganzen besch... Karma :-)?
Langer Rede, kurzer Sinn: die Fähre hat genauso
lange gebraucht, wie auf dem Hinweg: nämlich anstatt 1 ½ Stunden- 2
Stunden. Dies hieß natürlich: mein Bus war weg.
Übrigens, wer nicht so auf Kakerlaken steht, dem
sei von einem Fensterplatz abzuraten. Ich hatte nämlich einen und
als mir die 2. Kakerlake, die zwischen den Ritzen hervorkroch auf den
Kopf flog, da wurde es auch mir zu bunt und ich habe sie eine Etage
tiefer befördert..
Als ich dann um 11:20 Uhr im Büro der Agentur war,
wurde ich dann auf den 13:30 Uhr Bus umgebucht. Das australische und
Schweizer Paar, wollte nach Kambodscha. Nachdem sie sich aber
geweigert hatten, das überteuerte Visa für Kambodscha bei der
Agentur zu kaufen (man bekommt es nämlich auch völlig problemlos an
der Grenze für weniger Geld), saßen sie immer noch im Büro, als
ich gegen 13 Uhr für den Busbahnhof abgeholt wurde. Anmerkung: ihr
Bus sollte um 12 Uhr gehen! Seit dem hatte sich keiner vom Fleck
bewegt. Info, warum kein Bus da ist, gab es für sie keine. Meine
Theorie war, dass dies die Retourkutsche für die Verweigerung des
Visums war.
Nach der langen Odysee mit dem Bus heute, bin ich
nun gegen 23 endlich in meinem Hotel angelangt und froh, einfach nur
meine Glieder auszustrecken. Ich war ja schon froh, dass ich in dem
Bus ein junges amerikanisches Paar getroffen habe, mit denen ich das
Taxi teilen konnte. Preis haben wir vorher ausgehandelt.
Die Australier hatten mich nämlich auch noch extra
gewarnt, denn ihre Taxierfahrungen in Ho Chi Minh waren auch nicht
die Besten. Sie hatten ein Taxi mit manipuliertem Meter erwischt,
dass dann den 4-fachen Preis anzeigte und als sie den Fahrer darauf
hingewiesen haben, ist er einfach in eine dunkle Seitengasse
abgebogen und hat die Knöpfe runtergedrückt. Glück der Beiden war
meiner Meinung nach, dass sie zu zweit waren- wenn es auch sicher
doppelt beängstigend war für die Kinder- und der Mann ein Hüne.
Er hat dann einfach den Schlüssel aus dem Schloss
gezogen und gefragt, was der Fahrer nun machen will? Sie entweder
rauslassen, oder selbst ein Problem haben und gezahlt haben sie
später auch nur den „regulären“ Preis..Aber- es stell sich mal
einer die Situation als Alleinreisende vor? Ich könnte mich nicht in
einer dunklen Seitengasse mit dem Taxifahrer anlegen...Diese Masche
scheint allerdings hier nicht ungewöhnlich zu sein, denn selbst mein
Reiseführer warnt davor..
Ich habe es jedenfalls dann nach über 15 Stunden
unterwegs gegen 24 Uhr ins Bett geschafft...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen