Über heute gibt es nicht viel zu
berichten..
Nachdem ich heute Morgen entspannt
ausgeschlafen habe, frühstücke ich wieder gemeinsam mit Roswitha
auf ihrer Terrasse. Es gibt Obstsalat und „eine Masse“ aus
Klebreis in den buntesten Farben, die jeder Gummibärchentüte mehr
als Konkurrenz gemacht hätte..
Während ich im Reiseführer für
Unterkünfte auf den Gilis und Lombok stöbere (bei den Gilis muss
ich mich ja erst mal entscheiden, auf welche der drei Inseln ich
überhaupt will) und wir quatschen, vergeht der Vormittag ganz
schnell. Am Ende des Vormittags ist meine Entscheidung dann auch auf
Gili Meno gefallen..
Nach einem Kokosnusssnack und
gemeinsamen Tee, heißt es nun letztendlich „tschüss“
sagen..Voll bepackt (mit meinem Rucksack, Handgepäck, Made und mir
auf dem Roller), verlassen wir das heimische Gelände..
Als wir nach ca. 30 Minuten in Ubud
ankommen, checke ich erst mal in meinem Homestay ein und dann geht es
zum Perama- Büro.
Und dort kommt dann die große
Enttäuschung! Als ich nachfrage, bestätigt mir der Mitarbeiter
zunächst das „vegetarische“ Essen..Aber keine 2 Minuten danach,
erhält er einen Anruf vom Hauptbüro und muss mir mitteilen, dass
meine Tour abgesagt wurde. Alle Touren im Zeitraum 31.01.-17.02.
wurden wegen erwartetem schlechten Wetter (viel Wind, hohe Wellen,
gefährliche Strömungen) abgesagt. Das heißt für mich- das Beste
draus machen und neue Pläne schmieden. Klar, ist es enttäuschend,
da ich dort unbedingt hinwollte, aber die einzige Möglichkeit wäre
nun fliegen. Aber die Kosten des Fluges sind schon 50 % des
Schiffspreises und dieser enthält bereits Vollpension, Guide,
Schnorcheln und 5 Tage Unterkunft auf dem Schiff. Und hinzu kommt
weiter, dass man bis Komodo direkt nicht fliegen kann. D.h. es könnte
mir immer noch passieren, dass ich auf der Nachbarinsel festsitze und
nicht hinüber komme...Also bleibt nur ein Fazit: ich komme wieder-
und zwar in der Trockenzeit und mache die Tour dann!
Nun gut, nach dem „Schock“ sage ich
zu Made, dass wir uns nun ein Ständchen mit frischem Saft suchen
sollten, um zu überlegen- „What nu?“.
Letztendlich verbleiben wir so, dass
ich noch einen Tag länger als geplant in Ubud bleibe (bis So)also
und wenn Made Zeit und Roswitha nichts dagegen hat (denn sie will ja
auch ein bißchen rumkommen und hat ja schließlich die „älteren
Rechte“ :-)), dass Made eventuell mit mir ein paar Tage nach Lombok
geht, wo ich dann den Abschluss auf den Gilis mache. Mal schauen. Er
will mich die nächsten Tage mal anrufen.
Nachdem Made heimgefahren ist, mache
ich mich zu Fuß ein bisschen auf Erkundungstour. Natürlich werde
ich unterwegs auch immer wieder angesprochen: Transport..Where do you
go? Where do you want to go? Innerlich muss ich immer bei dem Satz
grinsen, der mir immer direkt in den Kopf schießt: DAS GEHT DICH E
SCHEISSDRECK AH, WO ICH HINWILL!Hi,hi. Antworten tue ich inzwischen-
das habe ich nun auch gelernt mit jalan, jalan und dem Wunderwort
„TIDAK“. Das bedeutet ein absolutes „nein“ auf indonesisch
und dann lassen sie einen auch wirklich in Ruhe.
Als ich Abends meine Sachen für den
nächsten Morgen für die Wäscherei richte, muss ich feststellen,
dass meine Hose (die, die ich mir bisher aufgespart hatte, um sie
dann zu tragen, wenn ich den Rest in die Wäscherei tue) nun total
verfärbt ist. Nun gut. Dann hab ich nun eine „Batikhose“..Bin ja
echt froh, dass ich nicht wirklich richtig gute Sachen dabei habe.
Meine Klamotten werden dieses Jahr schon ziemlich beansprucht. Allein
schon durch das tägliche Tragen und das daraus Folgende häufige
waschen..
Auch meine bunten T-shirts nehmen nun
immer mehr eine Einheitsfarbe an, was natürlich an ersterem
Erwähnten liegt, aber vor allem, dass ich hier die Wäsche nicht so
selektieren kann, wie ich es akribisch zu hause mache (gell, Margit
:-)..da hatten wir schon Diskussionen über meine Kleinlichkeit, wie
ich Wäsche wasche..). Tja, hier muss halt alles in eine Trommel.
Bleibt nichts anderes..
Bin auch mal gespannt, wenn ich wieder
zuhause bin, ob ich dann auch noch- zumindest im Sommer- so viel
Barfuß laufe..Hier läuft man ja fast nur barfuß. Zumindest was das
Haus oder die Zimmer betrifft. Die Schuhe werden immer auf der
Veranda abgestellt und egal, wo man im Haus ist, sei es Küche,
Wohnzimmer, Bad oder wo auch immer- alles mit nackten Füßen..
Hier in dieser Homestay sind einige
Dauergäste eingemietet und während ich meine Berichte schreibe,
höre ich mit halbem Ohr ihren Reiseberichten zu.
Und- ich habe mir heute das erste Mal
seit August letzten Jahres eine Pizza gegönnt. Ubud ist preislich
sowieso etwas teurer und als ich gestern am Schlendern war, habe ich
eine Pizzeria mit Holzofen entdeckt, die sogar einen kostenlosen
„Homeservice“ für die Ubud- Region anbieten. Da hab ich mir
gleich mal den Flyer mitgenommen. Und als es dann gegen 18 Uhr
angefangen hat zu schütten, als gäbe es kein Morgen mehr (bei den
tieferliegenden Bungalows stand das Wasser bald bis Oberkante
Veranda), dachte ich mir dann doch: warum durch den Regen tappen und
einen Warung suchen, wenn ich hier trockenen Hauptes eine Pizza
bestellen kann mit kostenlosem Bringservice??
Nur eine halbe Stunde später hatte ich
dann auch schon meine Pizza. Das war mal eine nette Abwechslung..
So, morgen dann erst mal meine
Klamotten in die Wäscherei und dann laufe ich mal bis zum Zentrum
von Ubud. Ich wohne hier ruhig- in der Nähe der Reisfelder-
südöstlich vom Zentrum..