Aktuelle Zeit bei mir :-)

Mittwoch, 30. Januar 2013

Ortswechsel- Ubud- 30.01.2013

Über heute gibt es nicht viel zu berichten..
Nachdem ich heute Morgen entspannt ausgeschlafen habe, frühstücke ich wieder gemeinsam mit Roswitha auf ihrer Terrasse. Es gibt Obstsalat und „eine Masse“ aus Klebreis in den buntesten Farben, die jeder Gummibärchentüte mehr als Konkurrenz gemacht hätte..
Während ich im Reiseführer für Unterkünfte auf den Gilis und Lombok stöbere (bei den Gilis muss ich mich ja erst mal entscheiden, auf welche der drei Inseln ich überhaupt will) und wir quatschen, vergeht der Vormittag ganz schnell. Am Ende des Vormittags ist meine Entscheidung dann auch auf Gili Meno gefallen..
Nach einem Kokosnusssnack und gemeinsamen Tee, heißt es nun letztendlich „tschüss“ sagen..Voll bepackt (mit meinem Rucksack, Handgepäck, Made und mir auf dem Roller), verlassen wir das heimische Gelände..
Als wir nach ca. 30 Minuten in Ubud ankommen, checke ich erst mal in meinem Homestay ein und dann geht es zum Perama- Büro.
Und dort kommt dann die große Enttäuschung! Als ich nachfrage, bestätigt mir der Mitarbeiter zunächst das „vegetarische“ Essen..Aber keine 2 Minuten danach, erhält er einen Anruf vom Hauptbüro und muss mir mitteilen, dass meine Tour abgesagt wurde. Alle Touren im Zeitraum 31.01.-17.02. wurden wegen erwartetem schlechten Wetter (viel Wind, hohe Wellen, gefährliche Strömungen) abgesagt. Das heißt für mich- das Beste draus machen und neue Pläne schmieden. Klar, ist es enttäuschend, da ich dort unbedingt hinwollte, aber die einzige Möglichkeit wäre nun fliegen. Aber die Kosten des Fluges sind schon 50 % des Schiffspreises und dieser enthält bereits Vollpension, Guide, Schnorcheln und 5 Tage Unterkunft auf dem Schiff. Und hinzu kommt weiter, dass man bis Komodo direkt nicht fliegen kann. D.h. es könnte mir immer noch passieren, dass ich auf der Nachbarinsel festsitze und nicht hinüber komme...Also bleibt nur ein Fazit: ich komme wieder- und zwar in der Trockenzeit und mache die Tour dann!
Nun gut, nach dem „Schock“ sage ich zu Made, dass wir uns nun ein Ständchen mit frischem Saft suchen sollten, um zu überlegen- „What nu?“.
Letztendlich verbleiben wir so, dass ich noch einen Tag länger als geplant in Ubud bleibe (bis So)also und wenn Made Zeit und Roswitha nichts dagegen hat (denn sie will ja auch ein bißchen rumkommen und hat ja schließlich die „älteren Rechte“ :-)), dass Made eventuell mit mir ein paar Tage nach Lombok geht, wo ich dann den Abschluss auf den Gilis mache. Mal schauen. Er will mich die nächsten Tage mal anrufen.
Nachdem Made heimgefahren ist, mache ich mich zu Fuß ein bisschen auf Erkundungstour. Natürlich werde ich unterwegs auch immer wieder angesprochen: Transport..Where do you go? Where do you want to go? Innerlich muss ich immer bei dem Satz grinsen, der mir immer direkt in den Kopf schießt: DAS GEHT DICH E SCHEISSDRECK AH, WO ICH HINWILL!Hi,hi. Antworten tue ich inzwischen- das habe ich nun auch gelernt mit jalan, jalan und dem Wunderwort „TIDAK“. Das bedeutet ein absolutes „nein“ auf indonesisch und dann lassen sie einen auch wirklich in Ruhe.
Als ich Abends meine Sachen für den nächsten Morgen für die Wäscherei richte, muss ich feststellen, dass meine Hose (die, die ich mir bisher aufgespart hatte, um sie dann zu tragen, wenn ich den Rest in die Wäscherei tue) nun total verfärbt ist. Nun gut. Dann hab ich nun eine „Batikhose“..Bin ja echt froh, dass ich nicht wirklich richtig gute Sachen dabei habe. Meine Klamotten werden dieses Jahr schon ziemlich beansprucht. Allein schon durch das tägliche Tragen und das daraus Folgende häufige waschen..
Auch meine bunten T-shirts nehmen nun immer mehr eine Einheitsfarbe an, was natürlich an ersterem Erwähnten liegt, aber vor allem, dass ich hier die Wäsche nicht so selektieren kann, wie ich es akribisch zu hause mache (gell, Margit :-)..da hatten wir schon Diskussionen über meine Kleinlichkeit, wie ich Wäsche wasche..). Tja, hier muss halt alles in eine Trommel. Bleibt nichts anderes..
Bin auch mal gespannt, wenn ich wieder zuhause bin, ob ich dann auch noch- zumindest im Sommer- so viel Barfuß laufe..Hier läuft man ja fast nur barfuß. Zumindest was das Haus oder die Zimmer betrifft. Die Schuhe werden immer auf der Veranda abgestellt und egal, wo man im Haus ist, sei es Küche, Wohnzimmer, Bad oder wo auch immer- alles mit nackten Füßen..
Hier in dieser Homestay sind einige Dauergäste eingemietet und während ich meine Berichte schreibe, höre ich mit halbem Ohr ihren Reiseberichten zu.
Und- ich habe mir heute das erste Mal seit August letzten Jahres eine Pizza gegönnt. Ubud ist preislich sowieso etwas teurer und als ich gestern am Schlendern war, habe ich eine Pizzeria mit Holzofen entdeckt, die sogar einen kostenlosen „Homeservice“ für die Ubud- Region anbieten. Da hab ich mir gleich mal den Flyer mitgenommen. Und als es dann gegen 18 Uhr angefangen hat zu schütten, als gäbe es kein Morgen mehr (bei den tieferliegenden Bungalows stand das Wasser bald bis Oberkante Veranda), dachte ich mir dann doch: warum durch den Regen tappen und einen Warung suchen, wenn ich hier trockenen Hauptes eine Pizza bestellen kann mit kostenlosem Bringservice??
Nur eine halbe Stunde später hatte ich dann auch schon meine Pizza. Das war mal eine nette Abwechslung..
So, morgen dann erst mal meine Klamotten in die Wäscherei und dann laufe ich mal bis zum Zentrum von Ubud. Ich wohne hier ruhig- in der Nähe der Reisfelder- südöstlich vom Zentrum..

Entspannte Tage- 28.-29.01.2013

Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Roswitha, starten Made und ich nach Benoa, da ich dort mal schauen will, ob es von dort eine Fähre nach Lembongan Island gibt..Von Sanur fährt nur ein Schnellboot, welches recht teuer ist (ich muss ja dann immer zwei Tickets rechnen, die ich zahlen muss) und in einer „Touri- Karte“ war in Benoa eine Fährverbindung eingezeichnet, die ja dann doch um Einiges günstiger ist (wie z.B. die Fähre in Padang Bai). Für diese hätte ich für Made nämlich nur 30 000 IRA zahlen müssen..
Als wir nach ca. 50 Minuten dort ankommen, muss ich leider feststellen, dass es hier keine
Fährverbindung gibt. Auch hier gibt es nur die Möglichkeit mit einem „Privat- Cruise“ zu fahren, was dann für zwei Personen um die 700 000 IRA kostet. Also, dann wohl eher nichts..Hinzu käme ja vor Ort dann noch die Gebühr ein Moped zu mieten und Made müsste ich für den Tag ja auch noch bezahlen, etc. etc..Das heißt, ein Tagesausflug würde mich um die 130 Euro kosten...Daher verwerfe ich das nun wieder, da ich keinen 2 Tagesausflug daraus machen will (mit dem Bus nach Padang Bai- Fähre nach Nusa Penida, ein Tag dort auf der Insel, Übernachtung, weiter nach Lembongan Island und von dort dann mit dem Schnellboot zurück oder wieder über Nusa Penida mit der Fähre...Da ich ja am Mittwoch nach Ubud will, um dort noch 2-3 Tage den Flair der Stadt auf mich wirken zu lassen, streiche ich nun Lembongan Island von meiner Liste. Wir fahren daher weiter nach Sanur, wo bereits Roswitha und Suasti im Schatten eines Baumes am Strand liegen. Auch hier frage ich noch an zwei verschiedenen Stellen nach, aber günstiger wie 600 000 IRA für zwei Personen (nur die Überfahrt) wird es nicht..
Daher heißt es nun: erst mal ins klare, flache, fast wellenlose Wasser. Dieser Strandabschnitt wird offensichtlich vom Müll gesäubert, da hier kaum Müll zu sehen ist. Das Wasser hat fast Badewannencharakter, was die Wärme und den minimalen Wellengang betrifft. Was kein Wunder ist bei 39 °C Außentemperatur :-).
Ein typisches Beispiel bezüglich der Kleinkariertheit von Menschen konnten wir auch heute wieder erfahren. Ich hatte mir eine Liege vom Strand genommen (es waren noch mehrere freie Liegen vorhanden). Es dauerte ca. 45 Minuten, dann kam eine Holländerin, die mich in erregtem Englisch dazu aufforderte, ihr die Liege zu überlassen, da es IHRE sei. Ich gab ihr die Liege, da diese wohl zu dieser kleinen Bungalowanlage gehörte, mit einem spöttischen Grinsen- DENN direkt dort, wo sie die Liege hinzerrte, stand eine FREIE Liege...Ohne Worte! Zum Dank habe ich ihr später noch die Badelatschen davor gerettet ins Meer davonzutreiben..
Der Tag verging daher entspannt mit Schwimmen, am Strand entlang schlendern und quatschen.
Als wir dann nach 16 Uhr den Heimweg antreten, bitte ich Made noch mal an dem kleinen Warung anzuhalten, der das leckere Gado-Gado hat und so nehme ich mir mein Essen und einen frisch gemixten Avocado-Saft mit Schokosoße wieder „mit nach hause“.
Dann gab es später noch eine erfrischende, kalte Dusche und dann ging´s heute früh ins Bett..Frau braucht ja auch mal ihren Schönheitsschlaf (vielleicht hilft´s ja was ;-P..vielleicht auch nicht :-))..
Nach einer unruhigen Nacht- die Hunde waren sehr aktiv- stehe ich gegen 07:30 Uhr auf und dann gibt es wieder Frühstück auf Roswithas Terrasse. Da mir nun nichts Konkretes mehr einfällt, was ich besuchen will, antworte ich auf Made´s Frage, nach dem Plänen des Tages nur damit, dass er doch diese „Tukan Pijit“ mal anrufen könnte. Diese sind Menschen, die es in jedem Dorf gibt, die das traditionelle Handwerk der Massage in Verbindung der Anregung der Energieströme des Körpers gelernt haben.
Die Behandlung dauert dann auch fast eine Stunde und ich kann Euch sagen: ich wäre so manches Mal beinahe aus dem Bett gesprungen :-), denn diese Behandlung ist eine Mischung aus Massage und Akkupressur und das tat manchmal ganz schön weh..
Aber nun fühle ich mich gut und entspannt. Danach gab es erst einmal eine leckere Kokosnuss und nun hänge ich hier faul auf der Terrasse im Schatten rum, schreibe, lese und „lasse Gott a gurer Mann sin...“ wie man bei uns wohl dazu sagen würde :-)..
Am Abend geht es noch auf den Nachtmarkt. Von den Ständen her ist es fast ein bißchen wie auf der Kuseler Herbstmesse :-): eine Menge Stände mit Kleidern und Ramsch und die zweite Kategorie bildet- na klar: die Futterei :-)..
Somit umgeben mich die verschiedensten Gerüche und ich bereue es schon ein bisschen, dass ich bei Made schon zu Abend gegessen habe..:-/.
So neigt sich mein letzter Abend in Batubulan dem Ende morgen haben Roswitha und ich schon wieder vorerst Abschied zu nehmen..
Strand von Sanur

Strand von Sanur mit den spinnenartigen Fischerböötchen

Roswitha, Suasti und Made

Sonntag, 27. Januar 2013

Tiermarkt, Tänze und Zeremonie- 27.01.2013

Heute Morgen war bereits die ganze Familie in Aufruhr, denn fast alle aus Made´s Familie fuhren heute mit dem Bus zum Muttertempel nach Besakih. Heute findet, so hat es Dentiari erklärt, sozusagen der „Geburtstag des Tempels“ statt. Diese Zeremonie findet alle 10 Jahre statt und da zusätzlich noch Vollmond war, gibt es noch weitere Zeremonien.
Alle haben sich auch entsprechend in Schale geworfen und schon seit Tagen die Opfergaben vorbereitet. Roswitha begleitet sie. Ich habe beschlossen, nicht mitzufahren, da ich eine große Zeremonie ja bereits hatte, als ich den Muttertempel besucht habe..
Nach dem Frühstück fahre ich mit Made nach Denpasar auf den Tiermarkt und wie erwartet, kann ich nur sagen, dass mir das Gesehene für alle Ewigkeit reicht!
Ich war die ganze Zeit damit beschäftigt, den Reflex zu unterdrücken, alle Käfige aufzureißen und die geschundenen Kreaturen zu befreien. Schlimm, was man da alles sieht.
Vollgestopfte Käfige, wild gefangene Vögel, die in Käfige gesteckt werden, die hinter jeden Autositz passen würden, Reptilien übereinander gestapelt, Hamster- ohne Wasser mit halbtoten oder toten Tieren inmitten, Flughunde, Raben, Civetkatzen, Affen usw. und alle unter den erbärmlichsten Umständen..
Es ist für mich irgendwie schwer zu begreifen (siehe hinduistischer Glaube, u.a. Wiedergeburt als Tier möglich, Mitgefühl mit allen Lebewesen usw.), wie man dann hier dennoch so roh mit den Tieren umgehen kann.
Ich war dann froh, wie ich dort weg war..
Im Anschluss hat mich Made noch zu dem Ort gebracht, wo im Juni und Juli die Tanzwettbewerbe auf großer Bühne stattfinden. Heute gab es einen Wettbewerb für die Kleinen. Ein Wahnsinn, wie toll die kleinen Mädchen in ihren aufwendigen Kostümen aussehen und adäquat sie geschminkt sind. Ich will gar nicht wissen, wie lange man dafür braucht, um soo auszusehen :-)..
Begleitet wurden die Tänze wieder von dem Gamelan- Orchester. Das war nach den gequälten Tieren dann doch schöner anzusehen...
Auf der Rückfahrt habe ich mir in einem kleinen Warung noch Gado-Gado (Gemüse mit einer Erdnußsoße) zum Mitnehmen organisiert, bevor es „nach Hause“ ging.
Hier habe ich nun den sonnigen Nachmittag mit Schreiben, lesen und Bildbearbeitung verbracht.
Nun werde ich mich noch mal Richtung kaltes Wasser bewegen und mich dann auf ins Internetcafé mit jeweiliger Diskussion über den Preis begeben..
An dieser Stelle ein „sorry“ für alle unbeantworteten E-Mails der letzten 10 Tage..Ich hoffe mal, dass ich bis Ende dieser Woche alle beantwortet haben werde..
Liebste Grüße aus Batubulan, Eure Krissi
Roswitha- schick gedresst mit unserem Frühstück (Klebreis mit Kokos und Ernüssen) in der Hand

ein kurzer Einblick in den Tiermarkt..

die Familie ist abmarschbereit..

Reptilien im Gitterkäfig

vollgestopfte Vogelkäfige (die Vögel werden wild gefangen und eingepfercht)

Kunstvoller Käfig, aber viel, viel zu klein :-(

Nachtaktive Flughunde

apathisches Affenbaby

Hundewelpen (ich hoffe für sie, dass sie nach dem Kauf aus dem Käfig kommen; habe hier schon Hundehaltungen gesehen, da war der Käfig nicht viel größer als der Hund. Und der saß da dann den ganzen Tag drin..Was für ein Hundeleben :-(

wunderschöne, junge Tänzerin

in diese Papiertüten werden die verkauften Vögel dann gestopft oder sie hängen kopfüber in einem Plastiknetz in der Größe eines Meisenknödels..

junger, reich verzierter Tänzer

junge, ernst blickende Tänzerin

volle Konzentration bei der Vorführung..:-)

Ein Tag im Sinne des Reis, Kaffee und des Wassers :-)- 26.01.2013

Nachdem ich gestern beim Museum angerufen hatte, um sicher zu gehen, dass heute geöffnet ist, fahren Made und ich, nachdem ich mit Roswitha zusammen auf der Terrasse gefrühstückt habe, zum Reismuseum. Dieses ist sehr nett gemacht- allerdings muss ich dazu sagen, dass ohne die Führung mit Erklärung nicht soooo viel rübergekommen wäre..
So lerne ich zum Beispiel, dass roter Reis vorwiegend in Jatiluwih angebaut wird und nur eine Ernte im Jahr zulässt, während der andere Reis 3 Mal im Jahr geerntet werden kann. Zusätzlich wird weißer und schwarzer Reis angebaut. Kokosnußschalen fanden hauptsächlich Verwendung in der Küche, wo sie als Teller, Schöpfkelle usw. verwendet wurden.
Zumeist schließt sich ein Dorf zu einem sog. „Subak“ zusammen und bewirtschaftet die umliegenden Reisfelder gemeinsam. Um eine entsprechende Ernte zu gewährleisten, hat man sich ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem ausgedacht. Die Kuh oder die zwei Kühe, die man zumeist in Unterständen auf den Reisfeldern sieht, dienen der Bewirtschaftung des Feldes- sie werden vor einen Karren gespannt oder dienen dazu, den Grund umzupflügen.
Dazu gab es eine Menge alter Fotografien und alter, wie neuer Bearbeitungsgeräte.
In direkter Umgebung des Museums befinden sich die dazugehörenden Reisfelder und auch ein entsprechender Tempel für das Reisfeld. Fast überall in den Feldern findet man Schreine oder eben auch für eine größere Fläche einen eigenen Tempel, der die Reisgöttin milde stimmen soll. Hier wird ca. 2 x im Jahr geopfert.
Grundsätzlich gibt es sowieso immer irgendwo auf Bali eine Zeremonie. Mit ca. 95 % hinduistischer Bevölkerung ( aus den anderen Teilen Indonesiens wurden die Hindus zum Teil vertrieben oder sind wegen Naturkatastrophen geflüchtet) stellt Bali die Ausnahme unter den Inseln dar. Die anderen Inseln sind fest in islamischer Hand. Der Hinduismus gelangte im 1. nachchristlichen Jahrtausend von Indien über Java nach Bali. Allerdings wird in Bali das Kastensystem nicht so streng gehandhabt. Wen wundert es daher, dass mir inzwischen bezüglich Bali der süßlichen Duft der tropischen Blumen (welche Bestandteil jeden Opfers oder Zeremonie sind), die Räucherstäbchen und das Gamelan- Orchester, das immer irgendwo zu hören ist, als Erstes ins Gedächnis springen..
Das Museum hat auch ein „typisch balinesisches Gehöft“ nachgebildet. Dabei ist auffällig, dass, wenn man durch die Dörfer fährt, fast jedes Haus gleich aussieht. Dies kann mir auch der Mitarbeiter des Museums bestätigen. Alle Türöffnungen sind zur gleichen Seite ausgerichtet, in jedem Gebäude befindet sich der Familientempel und auch die Anordnung der verschiedenen Gebäude (Küche, Haus der Eltern, Haus der Großeltern usw.) wiederholt sich stereotyp. Üblich ist auch ein sog. Dämonenschutzwall, der böse Geister und Dämonen abhalten soll, wenn man das Anwesen betrifft. Bei Made zuhause fehlt dieser Wall. Dentiari hat mir dazu erklärt, dass bei ihnen die Küche quasi direkt vor der Eingangstür ist und in der Küche wohnt der Geist des Feuers..So dass man keine Angst vor bösen Dämonen haben muss..
Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir bereits Mengwi, welches einst der Mittelpunkt dess gleichnamigen Fürstentums war. Dessen Herrscher waren in der Geschichte von Bali desöfteren in Machtkämpfe mit den Fürsten von Klungkung und Gianyar und später dann natürlich auch mit der niederländischen Kolonialmacht verstrickt.
Hier befindet sich auch der Pura Taman Ayun (bedeutet Gartentempel im Wasser). Die Anlage ist eher parkähnlich angelegt, so dass man herrlich schlendern und die Atmosphäre dieses Ortes genießen kann.
Da es nun bereits fortgeschrittene Mittagszeit war, haben wir uns auf die Suche nach einem Warung gemacht und tatsächlich habe ich noch mal das Glück (nach Singaraja) einen vegetarischen Warung zu entdecken. Das Essen ist dann auch super lecker und da es Buffet ist, hat man eine breite Auswahl zur Verfügung. Ich hatte aus Versehen mir etwas zu viel von einem Gemüse mit Chilli-Schoten aufgetan und hatte dann- ein nett glühendes- Gesicht als ich fertig war :-)..Also, wenn ich nach hause komme, empfinde ich wahrscheinlich unser Essen nur noch als „lebsch“ ;-P..
Auf dem Weg zum Tegenungan Wasserfall, stoppen wir noch bei einer kleinen Kaffeeplantage, wo ich nach Herzenslust deren breitgefächertes Angebot durchprobieren und mir den Prozeß der Herstellung des teueren Luwak- Kaffees erklären lassen kann..(www.tebasari.com)
Ich konnte unglaubliche 13 Sorten Tee und Kaffee (Tamarind&Safron Tea, Rosella Tea, Lemon Tea, Ginger Tea, Lemongrass Tea, Red Rice Tea, Bali Mocca, Vanilla Coffee, Ginger Coffee, Coconut Coffee, Bali Coffee, Ginseng Coffee, Red Rice Coffee) umsonst probieren und konnte es mir dann natürlich nicht verkneifen nun doch mal diesen Luwak-Kaffee zu probieren. Negativ in Erinnerung blieb mir der Rosella und Ginger Tea (letzterer war mir zu „scharf“). Überraschend gut war der Red Rice Tea, wohingegen die Kaffee- Version so gar nicht geschmeckt hat. Lemon und Lemongras Tea war auch ganz nett.
Unter den Kaffee´s mochte ich Ginger Coffee und Bali Mocca am Meisten. Von dem Luwak Kaffee war ich sehr positiv überrascht. Der schmeckte so mild, dass ich ihn sogar ohne Zucker und Milch trinken konnte. Die als Nächstes probierte Variante mit der Zimtstange war dann allerdings nicht meins. Der hier kredenzte Luwak- Kaffee stammt aus der Region Kintamani, welche ich auf meiner Rundreise ja auch schon besucht hatte und wird eben durch den „speziellen Verarbeitungskaffee“ und die aufwendige Herstellungsprozedur ( Civetkatzen fressen die Kaffeebohnen, scheiden sie aus, die erste Hülle der Bohne wird die Tiere fermentiert, dann gesammelt und weiterverarbeitet). Der Bali Kaffee wird handverlesen und mit Hülle getrocknet. Daher ist er bitterer und die Kaffeebohne hat nicht die typisch bekannte ovale Form, sondern sie ist rabenschwarz und kugelrund.
Das war ein sehr schöner und interessanter Abstecher. Dazu wurde selbstgemachte Milch-, Vanillen- und Orangenschokolade gereicht.
Am späten Nachmittag erreichten wir den Wasserfall und kraxelten auch die ganzen Stufen hinunter und wieder hoch. Auf unserem Weg konnten wir wieder Zeremonien entdecken. Heute war Holz, Metall, Elektrik usw. dran, was auch bedeutet, dass eine Zeremonie für die Roller, Autos usw. abgehalten wird.
Auch konnte ich unterwegs ein paar Bauern beobachten, die Blumen zum Verkauf für die Opfergaben gepflückt haben. Wenn man hier mit dem Roller unterwegs ist und die Augen aufhält, kann man so viele, kleine Details entdecken. Das ist wirklich faszinierend.
Heute war es den ganzen Tag auch wahnsinnig heiß. Das lag wohl daran, dass es am Morgen erst gegen 9 Uhr etwas aufgeklart und aufgehört zu regnen hat und dafür schien dann ab diesem Zeitpunkt durchgängig die Sonne...
Auf unserem Weg zurück haben wir uns noch mal einen leckeren Saft (gegenüber vom Bird-Park) gegönnt..Also- ich zugegebenermaßen 2, da die hier so lecker sind. Die Wahl war dieses Mal Avocado und Ananas..
Als ich dann zurück war, habe ich mich nur noch auf meine schöne, kalte Schöpfkelle mit Wasser gefreut und dementsprechend erfrischt ließ es sich dann wieder herrlich auf Roswithas Terrasse plaudern :-)..
Tiertransport

Beweisfoto: Made und ich aufm Roller

die Reisgöttin Devi Sri

Opfertempel für´s Reisfeld

Dämonenschutzwall hinter der Tür

Mengwi-Tempelanlage

die schon mal erwähnten bunten Küken..

Mengwi

Mengwi

verschiedene Kaffeebohnen und Gewürze

Civet- Katze

Opfergaben für´s Auto

beim Durchtesten der ganzen Sorten

Kaffeeröstung

Zeremonie

Tegenungan Wasserfall

Bauer beim Pflücken der "Opfer-Blumen"

hmmm, leckerer Avocado- Saft

Dentiari und ihr Freund beim Basteln der Opfergabe für den Besakih-Tempel

"Unsere Saftmixerin" .-)


25.01.2013- Regenpause..

Eigentlich hatten wir heute Morgen vor nach Tabanan zu fahren, aber nachdem es die ganze Nacht ziemlich schwer geregnet hat und es am Morgen auch noch grau in grau ist, beschließe ich den Tag zum Schreiben und Lesen zu nutzen..
Rosita und ich frühstücken dann noch auf ihrer Terrasse gemeinsam und dann zischt sie mit Made ab. Heute gab es übrigens wieder balinesisches Frühstück: mit Kokosbällchen und anderen frittierten Köstlichkeiten. Das einzig Westliche war mein „Nescafe“. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie gerne ich auf einmal „Tütenkaffee“ hier trinke :-). Mir liegt ja, wie ich ja schon mal geschrieben habe, der balinesische Kaffee mit dem Kaffeesatz nicht so Besonders..
Übrigens habe ich heute auch mal Schlangenfrucht probiert. Wenn man die Schale, die eben wie Schlangehaut aussieht, pellt, sieht es aus, als hätte man drei, überdemensionierte Knoblauchzehen in der Hand. Der Geschmack ist nicht so wirklich mit etwas vergleichbar, was ich schon mal gegessen habe. Die Konsistenz ist vergleichbar mit Knoblauch, der Geschmack allerdings- klar- ist völlig anders..Ich würde ihn vielleicht versuchen in die Richtung „Ananas“ zu beschreiben- allerdings in säuerlicher Version.
Bei Made´s Freund konnte ich noch eine andere Frucht hier probieren. Leider konnte er mir nur einen indonesischen Namen sagen, denn ich natürlich schon wieder vergessen habe. Diese Frucht sieht aus,wie ein „versteinerter“, grüner Traubenklotz. Essbar ist das Fruchfleisch innen, welches sich um die Kerne schart, die man quasi „absaugt“.
Faszinierend ist für mich auch immer wieder, wie viel Zeit des Tages Suasti mit dem Basteln der Opfergaben verbringt. Das ist hier schon fast eine „Lebensaufgabe“. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden die unterschiedlichen Schreine, bis zu 3 x am Tag mit neuen „Opfergaben“ bestückt. Und klar- wenn man sie selbst baut, dann sind sie günstiger. Vorgefertigte Opfergaben kann man auch überall auf der Straße kaufen.
Gegen Nachmittag war Roswitha dann auch wieder aus Ubud zurück, so dass wir auch diesen Abend wieder mal mit quatschen verbrachten..
mein Zimmerchen

das "Außenbad"

Made´s Nichte samt Hundenachwuchs

Steinmetzarbeiten in Batubulan

Pläne und geänderte Pläne-24.01.2013

Um 8 Uhr treffen wir uns heute Morgen alle zum gemeinsamen Frühstück (auf der Matte auf dem Boden der kleinen Pavillions) und gegen 08:30 Uhr bringt mich Made nach Tabanan, wo ich das Subak Museum besuchen möchte. Heute Morgen ist wieder herrlichst blauer Himmel und während wir durch die Reisfelder fahren, die im Licht der Sonne, welche abwechselnd durch vorbeiziehende Wolkenfetzen verdeckt wird, entweder in einem gemäßigten Jadeton erscheinen oder die funkelnde Farbe von Papageien- oder Kolibriflügel, welche in der Sonne schimmern, annehmen, wird einmal mehr die Schönheit dieser Landschaft hier deutlich.
Es ist friedlich mit anzusehen, wenn die Bauern mit ihren einfachen Gerätschaften die Reisfelder bestellen. So fährt der Bauer in der Erntezeit mit einer Maschine durch die Felder, um die Reiskörner von den Halmen zu trennen. Immer dicht gefolgt von den Reihern, die in den zu Boden gefallenen Reiskörnern nach aufgeschreckten Insekten Ausschau halten..
Als wir das Museum erreichen haben wir allerdings wenig Glück. Heute ist es geschlossen und Made erinnert sich, dass wohl wieder irgendeine Festlichkeit ansteht... Nun gut- dann fahren wir eben über Ubud (wo ich mir noch mein Zimmer ansehe, wo ich in den letzten Tagen vor meiner Abfahrt nach Lombok bleiben will) nach Goa Gajah „die Elefantenhöhle“, die etwa 2,5 km östlich von Ubud liegt. Seltsame Skulpturen zieren den Eingang der Höhle, welche alle Eintretenden zu verschlucken scheint. Es ist nicht ganz ersichtlich, ob es sich tatsächlich um einen Elefanten oder eine Dämonendarstellung handelt?? Jedenfalls ist diese Darstellung, die älteste Darstellung von Boma, dem Sohn des Gottes des Wassers Vishnu, und Ibu Pertiwi, der Mutter Erde. Hier werden drei schlichte schwarze Phallussymbole verehrt.Außerdem befindet sich in er Höhle eine ca. 1 m große Figur mit vier Armen, die den Elefantengott Ganesha, einen der Söhne Shivas darstellt.
Die Höhle wurde 1923 entdeckt, wobei der Badeplatz mit den Nymphen erst gute 30 Jahre später freigelegt wurde. Hier befinden sich auch einige detailgetreu gearbeitete Wasserspeier.
Bevor es weitergeht, gönne ich mir mal wieder die obligatorische Kokosnuss.
Als mir die Verkäuferin den Preis nennt, muss ich schmunzeln und weise sie auf den „Marktpreis“ hin. Nachdem ich ihr ein als Weiterverkäuferin angemessenes Angebot gemacht habe, das weniger als die Hälfte ist, wofür sie normalerweise ihre Kokosnüsse verkauft- willigt auch sie schmunzelnd ein und sagt ich solle „ja die Klappe halten gegenüber den anderen Touristen...“
Auf dem Weg nach Sidemen zieht sich der Himmel schon wieder verdächtig zu und ca. 5 km vor Sidemen, passieren wir gerade einen Hahnenkampf.
Wir halten an und ich bezahle für Made und mich den Eintritt. Da es sich dabei auch um zeremonielles Kulturgut handelt, hatte ich beschlossen, es mir einmal anzusehen.
Offiziell sind diese Kämpfe nur noch nach Zeremonien erlaubt. Die Realität sieht natürlich anders aus. Dafür wetten und wetteifern die Männer hier zu gerne.
Den Hähnen wird ein scharfes Messer am Bein befestigt und nachdem jeder auf „seinen Sieger“ gewettet hat, werden die Hähne, nachdem sie vorher durch Federrupfenund aufeinanderstoßen scharf gemacht wurden, aufeinander los gelassen. Dabei tobt die Menge.
Zumeist (Gott sei Dank) ist es eine recht kurze Angelegenheit und die Verletzungen sind so gravierend, dass der Kampf beendet ist. Überraschend für mich war auch, dass man letztendlich nur wenig Blut sieht. Diese kleinen Messer verursachen kleinflächige Eintrittswunden, die aber umso effektiv tief ins Fleisch eindringen und Arterien durchtrennen..
Die sterbenden Hähne werden wie Abfall in die Ecke geworfen oder in Plastiktüten gesteckt, wo sie vermutlich entweder an den Verletzungen oder durch Ersticken zugrunde gehen. Sind sie tot, wird ihnen der Kopf abgetrennt und ich vermute mal, dass sie dann im Suppentopf landen..Als mir einer der Männer (ich saß auf einer kleinen Mauer), als er sich neben mir niederlässt, den geköpften Hahn in der Plastiktüte neben das Bein knallt, komme ich mir irgendwie in Veterinäramtszeiten zurückversetzt vor :-)..
Da es, kaum sind wir zum Hahnenkampf in der Halle untergekommen, anfängt zu schütten, wird unser Aufenthalt dort, länger als geplant.
Neben dem Hahnenkampf beschäftigen sich die Männer weiter mit Glücksspielen. Hierbei befinden sich auf einem Tuch verschiedene Symbole, auf die Geld gesetzt werden kann. Investiert man z.B. 1000 IRA, kann man 10 000 gewinnen usw..Dazugehörend befindet sich ein kastenförmiges Spielfeld, auf welchem ein Ball geworfen wird. Und je nachdem, in welchem Feld- mit dem dazugehörenden Symbol- er zur Ruhe kommt, derjenige hat gewonnen. Ich brauche hier auch nur „DERJENIGE“ zu schreiben. Ich habe mit meiner Anwesenheit nämlich die Touristen- und auch Frauenquote enormst angehoben. Es befanden sich genau 3 Frauen außer mir auf dem Gelände- nämlich die 3 Frauen, welche an den Essensständen Waren verkauft haben..Das ist nun wohl wirklich ein „Männerspielplatz“.
Auf die Nachfrage, warum überhaupt Messer bei dem Kampf benutzt werden, wurde ich belehrt, dass es a.) schneller geht, den Sieger eines Kampfes zu ermitteln und b.) da es „offiziell“ ja nur noch im Rahmen der Zeremonien stattfindet, durch das Blutopfer die Dämonen besänftigt werden..
Als es dann gegen 15 Uhr endlich etwas aufgehört hat zu regnen, fahren wir weiter Richtung Sidemen. Übrigens schien an diesem Tag ein guter Tag zum Heiraten gewesen zu sein: wir haben nämlich 4 Hochzeiten an einem Tag passiert..
In Sidemen haben wir uns erst einmal unser verspätetes Mittagessen in einem Warung an der Straße organisiert. Also ich glaube, wenn ich von Indonesien und Asien zurück komme im Juni, ist erst mal mein Reisbedarf für die nächsten Monate gedeckt- oder vielleicht doch für das nächste Jahr :-)?? Da aber auch hier ständig wieder Regen einsetzte, sagte ich nach einer Weile des weiteren Abwartens, dass es wohl mehr Sinn macht, zurückzufahren.
Kaum hatte ich allerdings für den Rückweg mein Regencape übergestreift, hörte es auf zu regnen—na, das war ja mal wieder typisch :-)..
Zurück fuhren wir wieder durch herrlichste Landschaften, unberührte Dörfer (was man schon allein daran wieder erkennen konnten, dass einem die Kinder schreiend „Hallo, Hallo“ rufend nachliefen und die Erwachsenen einen total erstaunt mit dem Ausdruck „was will den der Touri hier“ musterten). Auf dem Weg sehen wir wieder etliche Menschen, welche in Flüssen oder Wasserstellen badeten und auch eine abgehäutete Kuh, welche von den Männern des Dorfes gerade über dem Bewässerungssystem ausgenommen wurde, während man sich ein paar Meter an das Rupfen von Gänsen machte..
Bis wir dann zurück waren, war es doch schon fast 19 Uhr und den Abend verbrachte ich wieder mit Rosita „zum maye“ :-). Sie ist wirklich total symphatisch und offen.
Die Wellenlänge stimmt einfach zwischen uns..
die drei verehrten Phallussymbole in Goa Gajah

Goa Gajah

selbst vor den Bäumen macht es nicht halt :-)

"kleine Essensküche" beim Hahnenkampf

"Arena"

vor dem Kampf..

Glücksspiel

..die Spannung steigt..

etwas "besseres" Warung- hier gab´s Mittagessen..