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Sonntag, 27. Januar 2013

Pläne und geänderte Pläne-24.01.2013

Um 8 Uhr treffen wir uns heute Morgen alle zum gemeinsamen Frühstück (auf der Matte auf dem Boden der kleinen Pavillions) und gegen 08:30 Uhr bringt mich Made nach Tabanan, wo ich das Subak Museum besuchen möchte. Heute Morgen ist wieder herrlichst blauer Himmel und während wir durch die Reisfelder fahren, die im Licht der Sonne, welche abwechselnd durch vorbeiziehende Wolkenfetzen verdeckt wird, entweder in einem gemäßigten Jadeton erscheinen oder die funkelnde Farbe von Papageien- oder Kolibriflügel, welche in der Sonne schimmern, annehmen, wird einmal mehr die Schönheit dieser Landschaft hier deutlich.
Es ist friedlich mit anzusehen, wenn die Bauern mit ihren einfachen Gerätschaften die Reisfelder bestellen. So fährt der Bauer in der Erntezeit mit einer Maschine durch die Felder, um die Reiskörner von den Halmen zu trennen. Immer dicht gefolgt von den Reihern, die in den zu Boden gefallenen Reiskörnern nach aufgeschreckten Insekten Ausschau halten..
Als wir das Museum erreichen haben wir allerdings wenig Glück. Heute ist es geschlossen und Made erinnert sich, dass wohl wieder irgendeine Festlichkeit ansteht... Nun gut- dann fahren wir eben über Ubud (wo ich mir noch mein Zimmer ansehe, wo ich in den letzten Tagen vor meiner Abfahrt nach Lombok bleiben will) nach Goa Gajah „die Elefantenhöhle“, die etwa 2,5 km östlich von Ubud liegt. Seltsame Skulpturen zieren den Eingang der Höhle, welche alle Eintretenden zu verschlucken scheint. Es ist nicht ganz ersichtlich, ob es sich tatsächlich um einen Elefanten oder eine Dämonendarstellung handelt?? Jedenfalls ist diese Darstellung, die älteste Darstellung von Boma, dem Sohn des Gottes des Wassers Vishnu, und Ibu Pertiwi, der Mutter Erde. Hier werden drei schlichte schwarze Phallussymbole verehrt.Außerdem befindet sich in er Höhle eine ca. 1 m große Figur mit vier Armen, die den Elefantengott Ganesha, einen der Söhne Shivas darstellt.
Die Höhle wurde 1923 entdeckt, wobei der Badeplatz mit den Nymphen erst gute 30 Jahre später freigelegt wurde. Hier befinden sich auch einige detailgetreu gearbeitete Wasserspeier.
Bevor es weitergeht, gönne ich mir mal wieder die obligatorische Kokosnuss.
Als mir die Verkäuferin den Preis nennt, muss ich schmunzeln und weise sie auf den „Marktpreis“ hin. Nachdem ich ihr ein als Weiterverkäuferin angemessenes Angebot gemacht habe, das weniger als die Hälfte ist, wofür sie normalerweise ihre Kokosnüsse verkauft- willigt auch sie schmunzelnd ein und sagt ich solle „ja die Klappe halten gegenüber den anderen Touristen...“
Auf dem Weg nach Sidemen zieht sich der Himmel schon wieder verdächtig zu und ca. 5 km vor Sidemen, passieren wir gerade einen Hahnenkampf.
Wir halten an und ich bezahle für Made und mich den Eintritt. Da es sich dabei auch um zeremonielles Kulturgut handelt, hatte ich beschlossen, es mir einmal anzusehen.
Offiziell sind diese Kämpfe nur noch nach Zeremonien erlaubt. Die Realität sieht natürlich anders aus. Dafür wetten und wetteifern die Männer hier zu gerne.
Den Hähnen wird ein scharfes Messer am Bein befestigt und nachdem jeder auf „seinen Sieger“ gewettet hat, werden die Hähne, nachdem sie vorher durch Federrupfenund aufeinanderstoßen scharf gemacht wurden, aufeinander los gelassen. Dabei tobt die Menge.
Zumeist (Gott sei Dank) ist es eine recht kurze Angelegenheit und die Verletzungen sind so gravierend, dass der Kampf beendet ist. Überraschend für mich war auch, dass man letztendlich nur wenig Blut sieht. Diese kleinen Messer verursachen kleinflächige Eintrittswunden, die aber umso effektiv tief ins Fleisch eindringen und Arterien durchtrennen..
Die sterbenden Hähne werden wie Abfall in die Ecke geworfen oder in Plastiktüten gesteckt, wo sie vermutlich entweder an den Verletzungen oder durch Ersticken zugrunde gehen. Sind sie tot, wird ihnen der Kopf abgetrennt und ich vermute mal, dass sie dann im Suppentopf landen..Als mir einer der Männer (ich saß auf einer kleinen Mauer), als er sich neben mir niederlässt, den geköpften Hahn in der Plastiktüte neben das Bein knallt, komme ich mir irgendwie in Veterinäramtszeiten zurückversetzt vor :-)..
Da es, kaum sind wir zum Hahnenkampf in der Halle untergekommen, anfängt zu schütten, wird unser Aufenthalt dort, länger als geplant.
Neben dem Hahnenkampf beschäftigen sich die Männer weiter mit Glücksspielen. Hierbei befinden sich auf einem Tuch verschiedene Symbole, auf die Geld gesetzt werden kann. Investiert man z.B. 1000 IRA, kann man 10 000 gewinnen usw..Dazugehörend befindet sich ein kastenförmiges Spielfeld, auf welchem ein Ball geworfen wird. Und je nachdem, in welchem Feld- mit dem dazugehörenden Symbol- er zur Ruhe kommt, derjenige hat gewonnen. Ich brauche hier auch nur „DERJENIGE“ zu schreiben. Ich habe mit meiner Anwesenheit nämlich die Touristen- und auch Frauenquote enormst angehoben. Es befanden sich genau 3 Frauen außer mir auf dem Gelände- nämlich die 3 Frauen, welche an den Essensständen Waren verkauft haben..Das ist nun wohl wirklich ein „Männerspielplatz“.
Auf die Nachfrage, warum überhaupt Messer bei dem Kampf benutzt werden, wurde ich belehrt, dass es a.) schneller geht, den Sieger eines Kampfes zu ermitteln und b.) da es „offiziell“ ja nur noch im Rahmen der Zeremonien stattfindet, durch das Blutopfer die Dämonen besänftigt werden..
Als es dann gegen 15 Uhr endlich etwas aufgehört hat zu regnen, fahren wir weiter Richtung Sidemen. Übrigens schien an diesem Tag ein guter Tag zum Heiraten gewesen zu sein: wir haben nämlich 4 Hochzeiten an einem Tag passiert..
In Sidemen haben wir uns erst einmal unser verspätetes Mittagessen in einem Warung an der Straße organisiert. Also ich glaube, wenn ich von Indonesien und Asien zurück komme im Juni, ist erst mal mein Reisbedarf für die nächsten Monate gedeckt- oder vielleicht doch für das nächste Jahr :-)?? Da aber auch hier ständig wieder Regen einsetzte, sagte ich nach einer Weile des weiteren Abwartens, dass es wohl mehr Sinn macht, zurückzufahren.
Kaum hatte ich allerdings für den Rückweg mein Regencape übergestreift, hörte es auf zu regnen—na, das war ja mal wieder typisch :-)..
Zurück fuhren wir wieder durch herrlichste Landschaften, unberührte Dörfer (was man schon allein daran wieder erkennen konnten, dass einem die Kinder schreiend „Hallo, Hallo“ rufend nachliefen und die Erwachsenen einen total erstaunt mit dem Ausdruck „was will den der Touri hier“ musterten). Auf dem Weg sehen wir wieder etliche Menschen, welche in Flüssen oder Wasserstellen badeten und auch eine abgehäutete Kuh, welche von den Männern des Dorfes gerade über dem Bewässerungssystem ausgenommen wurde, während man sich ein paar Meter an das Rupfen von Gänsen machte..
Bis wir dann zurück waren, war es doch schon fast 19 Uhr und den Abend verbrachte ich wieder mit Rosita „zum maye“ :-). Sie ist wirklich total symphatisch und offen.
Die Wellenlänge stimmt einfach zwischen uns..
die drei verehrten Phallussymbole in Goa Gajah

Goa Gajah

selbst vor den Bäumen macht es nicht halt :-)

"kleine Essensküche" beim Hahnenkampf

"Arena"

vor dem Kampf..

Glücksspiel

..die Spannung steigt..

etwas "besseres" Warung- hier gab´s Mittagessen..

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