Um 8 Uhr treffen wir uns heute Morgen
alle zum gemeinsamen Frühstück (auf der Matte auf dem Boden der
kleinen Pavillions) und gegen 08:30 Uhr bringt mich Made nach
Tabanan, wo ich das Subak Museum besuchen möchte. Heute Morgen ist
wieder herrlichst blauer Himmel und während wir durch die Reisfelder
fahren, die im Licht der Sonne, welche abwechselnd durch
vorbeiziehende Wolkenfetzen verdeckt wird, entweder in einem
gemäßigten Jadeton erscheinen oder die funkelnde Farbe von
Papageien- oder Kolibriflügel, welche in der Sonne schimmern,
annehmen, wird einmal mehr die Schönheit dieser Landschaft hier
deutlich.
Es ist friedlich mit anzusehen, wenn
die Bauern mit ihren einfachen Gerätschaften die Reisfelder
bestellen. So fährt der Bauer in der Erntezeit mit einer Maschine
durch die Felder, um die Reiskörner von den Halmen zu trennen. Immer
dicht gefolgt von den Reihern, die in den zu Boden gefallenen
Reiskörnern nach aufgeschreckten Insekten Ausschau halten..
Als wir das Museum erreichen haben wir
allerdings wenig Glück. Heute ist es geschlossen und Made erinnert
sich, dass wohl wieder irgendeine Festlichkeit ansteht... Nun gut- dann
fahren wir eben über Ubud (wo ich mir noch mein Zimmer ansehe, wo
ich in den letzten Tagen vor meiner Abfahrt nach Lombok bleiben will)
nach Goa Gajah „die Elefantenhöhle“, die etwa 2,5 km östlich
von Ubud liegt. Seltsame Skulpturen zieren den Eingang der Höhle,
welche alle Eintretenden zu verschlucken scheint. Es ist nicht ganz
ersichtlich, ob es sich tatsächlich um einen Elefanten oder eine
Dämonendarstellung handelt?? Jedenfalls ist diese Darstellung, die
älteste Darstellung von Boma, dem Sohn des Gottes des Wassers
Vishnu, und Ibu Pertiwi, der Mutter Erde. Hier werden drei schlichte
schwarze Phallussymbole verehrt.Außerdem befindet sich in er Höhle
eine ca. 1 m große Figur mit vier Armen, die den Elefantengott
Ganesha, einen der Söhne Shivas darstellt.
Die Höhle wurde 1923 entdeckt, wobei
der Badeplatz mit den Nymphen erst gute 30 Jahre später freigelegt
wurde. Hier befinden sich auch einige detailgetreu gearbeitete
Wasserspeier.
Bevor es weitergeht, gönne ich mir mal
wieder die obligatorische Kokosnuss.
Als mir die Verkäuferin den Preis
nennt, muss ich schmunzeln und weise sie auf den „Marktpreis“
hin. Nachdem ich ihr ein als Weiterverkäuferin angemessenes Angebot
gemacht habe, das weniger als die Hälfte ist, wofür sie
normalerweise ihre Kokosnüsse verkauft- willigt auch sie schmunzelnd
ein und sagt ich solle „ja die Klappe halten gegenüber den anderen
Touristen...“
Auf dem Weg nach Sidemen zieht sich der
Himmel schon wieder verdächtig zu und ca. 5 km vor Sidemen,
passieren wir gerade einen Hahnenkampf.
Wir halten an und ich bezahle für Made
und mich den Eintritt. Da es sich dabei auch um zeremonielles
Kulturgut handelt, hatte ich beschlossen, es mir einmal anzusehen.
Offiziell sind diese Kämpfe nur noch
nach Zeremonien erlaubt. Die Realität sieht natürlich anders aus.
Dafür wetten und wetteifern die Männer hier zu gerne.
Den Hähnen wird ein scharfes Messer am
Bein befestigt und nachdem jeder auf „seinen Sieger“ gewettet
hat, werden die Hähne, nachdem sie vorher durch Federrupfenund
aufeinanderstoßen scharf gemacht wurden, aufeinander los gelassen.
Dabei tobt die Menge.
Zumeist (Gott sei Dank) ist es eine
recht kurze Angelegenheit und die Verletzungen sind so gravierend,
dass der Kampf beendet ist. Überraschend für mich war auch, dass
man letztendlich nur wenig Blut sieht. Diese kleinen Messer
verursachen kleinflächige Eintrittswunden, die aber umso effektiv
tief ins Fleisch eindringen und Arterien durchtrennen..
Die sterbenden Hähne werden wie Abfall
in die Ecke geworfen oder in Plastiktüten gesteckt, wo sie
vermutlich entweder an den Verletzungen oder durch Ersticken zugrunde
gehen. Sind sie tot, wird ihnen der Kopf abgetrennt und ich vermute
mal, dass sie dann im Suppentopf landen..Als mir einer der Männer
(ich saß auf einer kleinen Mauer), als er sich neben mir
niederlässt, den geköpften Hahn in der Plastiktüte neben das Bein
knallt, komme ich mir irgendwie in Veterinäramtszeiten
zurückversetzt vor :-)..
Da es, kaum sind wir zum Hahnenkampf in
der Halle untergekommen, anfängt zu schütten, wird unser Aufenthalt
dort, länger als geplant.
Neben dem Hahnenkampf beschäftigen
sich die Männer weiter mit Glücksspielen. Hierbei befinden sich auf
einem Tuch verschiedene Symbole, auf die Geld gesetzt werden kann.
Investiert man z.B. 1000 IRA, kann man 10 000 gewinnen
usw..Dazugehörend befindet sich ein kastenförmiges Spielfeld, auf
welchem ein Ball geworfen wird. Und je nachdem, in welchem Feld- mit
dem dazugehörenden Symbol- er zur Ruhe kommt, derjenige hat
gewonnen. Ich brauche hier auch nur „DERJENIGE“ zu schreiben. Ich
habe mit meiner Anwesenheit nämlich die Touristen- und auch
Frauenquote enormst angehoben. Es befanden sich genau 3 Frauen außer
mir auf dem Gelände- nämlich die 3 Frauen, welche an den
Essensständen Waren verkauft haben..Das ist nun wohl wirklich ein
„Männerspielplatz“.
Auf die Nachfrage, warum überhaupt
Messer bei dem Kampf benutzt werden, wurde ich belehrt, dass es a.)
schneller geht, den Sieger eines Kampfes zu ermitteln und b.) da es
„offiziell“ ja nur noch im Rahmen der Zeremonien stattfindet,
durch das Blutopfer die Dämonen besänftigt werden..
Als es dann gegen 15 Uhr endlich etwas
aufgehört hat zu regnen, fahren wir weiter Richtung Sidemen.
Übrigens schien an diesem Tag ein guter Tag zum Heiraten gewesen zu
sein: wir haben nämlich 4 Hochzeiten an einem Tag passiert..
In Sidemen haben wir uns erst einmal
unser verspätetes Mittagessen in einem Warung an der Straße
organisiert. Also ich glaube, wenn ich von Indonesien und Asien
zurück komme im Juni, ist erst mal mein Reisbedarf für die nächsten
Monate gedeckt- oder vielleicht doch für das nächste Jahr :-)?? Da
aber auch hier ständig wieder Regen einsetzte, sagte ich nach einer
Weile des weiteren Abwartens, dass es wohl mehr Sinn macht,
zurückzufahren.
Kaum hatte ich allerdings für den
Rückweg mein Regencape übergestreift, hörte es auf zu regnen—na,
das war ja mal wieder typisch :-)..
Zurück fuhren wir wieder durch
herrlichste Landschaften, unberührte Dörfer (was man schon allein
daran wieder erkennen konnten, dass einem die Kinder schreiend
„Hallo, Hallo“ rufend nachliefen und die Erwachsenen einen total
erstaunt mit dem Ausdruck „was will den der Touri hier“
musterten). Auf dem Weg sehen wir wieder etliche Menschen, welche in
Flüssen oder Wasserstellen badeten und auch eine abgehäutete Kuh,
welche von den Männern des Dorfes gerade über dem
Bewässerungssystem ausgenommen wurde, während man sich ein paar
Meter an das Rupfen von Gänsen machte..
Bis wir dann zurück waren, war es doch
schon fast 19 Uhr und den Abend verbrachte ich wieder mit Rosita „zum
maye“ :-). Sie ist wirklich total symphatisch und offen.
Die Wellenlänge stimmt einfach
zwischen uns..
| die drei verehrten Phallussymbole in Goa Gajah |
| Goa Gajah |
| selbst vor den Bäumen macht es nicht halt :-) |
| "kleine Essensküche" beim Hahnenkampf |
| "Arena" |
| vor dem Kampf.. |
| Glücksspiel |
| ..die Spannung steigt.. |
| etwas "besseres" Warung- hier gab´s Mittagessen.. |
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