Um 8 Uhr werde ich abgeholt und nachdem
wir noch andere Mitreisende eingesammelt haben, geht es gegen kurz
vor 9 Uhr auf eine lange (11 Stunden) Fahrt. Die Truppe im Bus ist
nett und so kommen wir schnell ins Gespräch ( 2 Französinnen aus
der Nähe von Paris, ein junger Mann aus Marsaille, eine
Argentinierin, ein Tierarzt aus England, Annika und ich).
Der Tag vergeht also größtenteils mit
Fahren, schlafen und kurzen Pausen.
Gegen 19 Uhr kommen wir dann in
Probolingo an, wo im Büro noch mal die Tickets gecheckt werden und
es natürlich bei mir wieder etwas Durcheinander gibt, weil ja das
falsche Datum, aber dafür nicht die nun benötigte und bezahlte
Denpasar- Fahrt draufsteht..Wir verbleiben schließlich so, dass sie
morgen Rücksprache mit ihrem Büro halten und wir alles weitere
morgen klären..
Dann heißt es erst einmal umsteigen in
den nächsten Bus und noch mal eine Stunde Weiterfahrt zu unserem
Hotel. Das Yoschi´s ist wieder Erwarten netter als gedacht und total
„goldisch“ eingerichtet. Da es schon dunkel und natürlich so
spät ist, sieht man allerdings nicht mehr so viel von der doch recht
schön angelegten Anlage..
Nach dem Eis, das ich mir unterwegs
genehmigt habe, beschließe ich auf´s Abendessen zu verzichten und
mich nach der Dusche direkt ins Bett zu legen, nachdem ich die Sachen
für morgen herausgelegt habe. Auf dem Mount Bromo sollen es nur ca. 4 °C
sein, das heißt für mich, da ich ja mein Flies und die
Softshelljacke in Denpasar gelassen habe: alles anziehen, was geht!
Ich brauche auch etwas länger, bis ich
eingeschlafen bin, da unsere Nachbarn in den hellhörigen Zimmern
noch eine Party zu veranstalten scheinen und mir außerdem etwas kühl
ist. Nachdem ich dann aber mein Schlafsackinlett noch nutze, kann ich
auch gut einschlafen—bis 03.13 Uhr...
Als dann mein Handy klingelt zum
Aufstehen, taste ich verschlafen nach dem Lichtschalter...knack,
knack—aber nichts passiert..Aha- wir haben also Stromausfall! Sehr
praktisch, wenn es stockfinster ist, man nur eine halbe Stunde hat,
um fertig zu werden und das Wasser- d.h. Toilettenspülung, Wasser im
Waschbecken (Stichwort: z.B. Zähneputzen) dann auch nicht
funktioniert..Praktischerweise habe ich meine kleine Taschenlampe
immer griffbereit und kurz darauf kam auch jemand vom Hotel, der uns
eine Kerze brachte...Allerdings zunächst ohne Feuerzeug..(kann dazu
sagen, dass das mal wieder typisch war für hier :-)). Auf Nachfrage
hat er sie dann auch angezündet und so rüsteten wir uns im
romantischen Schein der Kerzen :-) für unsere Tour zum Bromo..
Nach einem heißen Tee ging´s dann
auch gleich los. Allerdings haben wir unseren Fahrer ziemlich seltsam
angesehen, als er nachdem wir bereits zu 6 im Jeep waren, auch noch
die Argentinierin und den Franzosen abgeholt hat. Wir wurden also zu
8 in einen Jeep gepfercht, der normalerweise für 6 Personen
ausgelegt ist. Na ja, da blieb eigentlich nur, das Ganze mit Humor zu
nehmen und los ging´s zum Aussichtspunkt.
Als wir dort gegen 4.25 Uhr ankamen,
blies uns fast der Wind direkt um. Hinzu kam ein leichter
Nieselregen...Also- die Wahrscheinlichkeit einen schönen
Sonnenaufgang zu sehen lag vielleicht bei 1 %..Nun ja, nichts desto
trotz machten wir uns dann eben an den Aufstieg und waren dann
vielleicht auch nach ca. 20 Minuten oben..und- wie erwartet: dicke
Nebelsuppe und Nieselregen..Wir haben dann noch ein bisschen
abgewartet und sind dann wieder etwas tiefer gelaufen, in der
Hoffnung, vielleicht unterhalb der Wolken etwas besser sehen zu
können, aber stattdessen hat es nur noch stärker angefangen zu
regnen, so dass wir direkt zurück zum Jeep sind. Zu sehen gab es
hier zumindest mal nichts..Was echt schade ist. Habe schon mit
einigen Leuten gemailt- u.a. Astrid, die in der Trockenzeit hier
waren und jeder hat gesagt, dass der Blick beim Sonnenaufgang am Mt.
Bromo zu den spektakulärsten der Erde zählt..Aber- am Wetter kann
man halt nichts ändern..
Weiter ging also die Fahrt zum Krater
von Mt. Bromo. Hier konnte man dann zu Fuß hoch, oder sich ein Pferd
mieten, dass einen dann bis zur finalen Treppe, welche direkt an den
Rand des Kraters führte, brachte.
Unsere Gruppe wollte geschlossen
hochlaufen. Auch hier hatten wir erschwerte Bedingungen. Es war so
windig, dass es fast schon nicht möglich war, das Regencape
überzubekommen...Zumindest hat es kaum geregnet, aber die Sicht war
natürlich weiterhin schlecht...Auch hier dauerte das Hochlaufen vom
Anfangspunkt bis zum Krater ca. 25-30 Minuten..Als ich dann
schließlich am Kraterrand war....gab es NICHTS zu sehen..Alles war
so neblich und wolkenverhangen, dass ich selbst den Krater nur
deshalb erahnen konnte, weil mir Schwefelgeruch in die Nase
stieg..Ansonsten war alles nur eine weiß-graue Suppe...
Deshalb beschloss ich auch relativ
schnell, wieder abzusteigen und mich in den Jeep zu setzen, bis der
Rest der Gruppe zurück war..Also begann ich meinen Abstieg allein.
Also, in dem Sinne nicht allein, denn der Berg war ja voller
Menschen. Ich hatte vielleicht etwa die Hälfte des Weges
zurückgelegt, als sich von hinten einer der Guides samt seinem Pferd
links an mir vorbeidrängte..Bevor ich überhaupt richtig realisieren
konnte, was passiert ist, hatte das Pferd schon ausgeholt und mir
dermaßen eine verpasst, dass mir kurz die Luft wegblieb. Ich schrie
dem Guide nach, der zwar bemerkt hatte, dass mich sein Pferd getreten
hatte...DAS hat ihn aber wenig interessiert. Er ging einfach weiter!
Hätte ja sein können, dass unten ein weiterer Tourist wartet, um
mit seinem Pferd den Berg hochtransportiert zu werden..Da kann man ja
noch nicht mal nachfragen, wenn man jemand verletzt hat..Die Leute
hier sehen einfach wirklich nur Tourist=Geld. Mehr nicht! Und ich war
schon etwas sprachlos von solcher Rücksichtslosigkeit und Kälte.
Mir war auch klar, dass er nicht mehr viel hätte tun können:
passiert ist passiert. Aber wenigstens mal fragen, ob ich
einigermaßen o.k. bin und eine Entschuldigung, wären ja mal ein
Anfang gewesen..Das ist schließlich alles nur passiert, weil ER sich
nicht korrekt verhalten hat. Schätze das Pferd hat einfach Panik
bekommen, weil er es so dicht an mir vorbeigezerrt hat..Aber auch die
anderen asiatischen Touristen, die das ganze Szenario mitbekommen
haben, waren völlig desinteresiert. Das scheint hier einfach ein
Wesenszug zu sein, mit dem man sich arrangieren muss..
Ich habe jedenfalls erst mal ein paar
Minuten gebraucht, bis ich mich wieder langsam Richtung Jeep in
Bewegung gesetzt habe. Das Pferd hat mich direkt links, seitlich am
Oberschenkel getroffen: von daher: Glück im Unglück, dass es kein
Gelenk war, denn die Pferde hier sind beschlagen. Vermutlich wegen
dem unebenen Gelände. Ich bin ja früher selbst geritten und mir ist
noch nie etwas passiert. Allerdings nach meiner Pechsträhne in Java
hätte mich DAS nun auch nicht mehr wundern sollen- als Höhepunkt
quasi! Nun kann auch ich nun behaupten: „Ich glaub, mich tritt ein
Pferd! Als ich dann am Jeep war, hat sich erst mal mein ganzer Frust
und die Wut über dieses Desinteresse und die Rücksichtslosigkeit
dieses Guides entladen. Ich hab erst mal schön geheult. Danach war
es besser :-)! Als die anderen kamen hatte ich mich zwar noch nicht
gefangen, aber als wir dann wieder zurück am Hotel waren und ich mir
von dort Eis zum aufschlagen besorgen konnte, habe ich mich besser
gefühlt. Und nach einer heißen Schokolade, Porridge mit Zimt,
Zucker und Banane hat sich mein Blutzuckerspiegel und meine Laune
dann wieder einem höheren Level genähert...Alister (der Tierarzt
aus England) hat mich dann noch mit einer Salbe und ein paar
Tabletten versorgt. Er konnte mit mir leiden, denn durch seinen Job
ist er natürlich auch schon mehrfach getreten worden..Mein
Oberschenkel hatte inzwischen eine Hühnereidicke Beule und auch die
blaue Farbe kam langsam zum Vorschein. Alister meinte, dass ich mit
einer guten Woche rechnen kann, um wieder mehr oder weniger
schmerzfrei zu werden..Nun ja: Zeit heilt ja bekanntlich alle
Wunden..
Nach dem Frühstück ging es gegen 9
Uhr noch mal zurück nach Probolingo, wo wir in unterschiedliche
Busse verteilt wurden, da nicht alle die 3 Tages Tour gebucht hatten.
Auf dem Weg von unserem Hotel ins Tal,
fing dann auch an die Sonne zu scheinen (das erste Mal, seit ich in
Java war und wir könnten uns die beschwerliche Arbeit der Bauern
hier anschauen, die an den Hängen ihre Felder
bewirtschaften...Wieder kam bei mir der Gedanke auf, wie gut es doch
ist, in einer Industrienation in der westlichen Welt zu leben. Da
sind die Arbeitsbedingungen dann doch andere..
Hier war dann erst mal ca, 1 ½ Stunden
warten angesagt und ich hatte einen etwas zähen Kampf einen Teil
meines Geldes wieder zurück zu bekommen, da Annika nun doch einen
Tag verlängert hatte und wir ein Zimmer gemeinsam hatten (und somit
der bereits gezahlte Einzelzimmerzuschlag wegfiel). Letztendlich
konnte ich mich aber durchsetzen und ich bekam mein Geld zurück.
Um 11:30 Uhr ging es dann weiter
Richtung Ijen-Plateau. Unterwegs wurde noch ein russisches Paar
eingesammelt und zwei Jungs aus England.
Nun standen uns wieder ca. 5 Stunden
Fahrt bevor, die ich nun nutzen konnte, um ein bißchen meine
Rückstände im Reisetagebuch und somit im Blog aufzuarbeiten..
Bevor wir an unserem Hotel ankamen,
machen wir an einem Aussichtspunkt noch einen Stopp, um die Aussicht
auf die umliegenden Vulkane zu genießen.
Bis wir dann allerdings ca. 45 Minuten
später an unserem Hotel waren, hat es wieder dermaßen in
Sturzbächen geschüttet, dass wir einmal an einer Straße halten
mussten, weil diese nicht passierbar, bzw. der Zustand der Straße
aufgrund der Regenfälle so schlecht war, dass sie nicht zu befahren
war...
Dieses Hotel war nicht so schön, wie
das am Bromo, aber wenigstens gab es heißes Wasser. Dafür keine
Toilettenspülung. Diese wurde mit der Schöpfkelle bedient.
Unser Fahrer machte den Vorschlag, dass
man doch noch in den heißen Quellen, die in der Nähe eines
Wasserfalles seien, baden könnte. Da war auch jeder gleich dabei.
Als wir dann aber schließlich dort ankamen, war es schon fast dunkel
und uns wurde eröffnet, dass wir „Eintritt“ zahlen müssten..Nur
Sandrine und Juliette hatten Geld dabei (da jeder von uns von
natürlichen heißen Quellen ausging) und konnte dann für alle Mann
auslegen.
Die heißen Quellen entpuppten sich
dann als zwei überdachte Schwimmbecken mit heißem Wasser. Schön
war´s trotzdem. Wir haben das warme Wasser alle sehr genossen.
Zwischendurch fiel immer wieder der Strom aus, so dass einer der
Jungs, die dort herumsprangen eine größere Taschenlampe
brachte..Das sah mal vielleicht mysthisch aus: der heiße,
aufsteigende Wasserdampf und der tunnelartige, konzentrierte Strahl
der Taschenlampe..und um uns herum die Blitze, die von den Unwettern
der Umgebung kamen..
Gegen 19 Uhr waren wir dann wieder an
unserem Hotel, da es dann Abendessen geben sollte.
Dieses ist nicht wirklich eine
Erwähnung wert, aber wir hatten ein gemütliches Beisammensein und
ich habe dann auch noch ein „einsam“ am Nebentisch sitzendes
Mädel (Nicky) zu uns geholt. Diese kam aus der Nähe von Nürnberg
und macht zur Zeit ein Work&Travel Jahr in Australien. Zur Zeit
ist sie auf Urlaub und möchte Indonesien, Papua, Südostasien und
Afrika bereisen. Zusätzlich hatte sie letztes Jahr noch ihren Freund
hier in Bali kennengelernt, bei dem sie die ersten Wochen verbracht
hat.
Da heute Nacht schon wieder um 3 Uhr
aufstehen angesagt war, sind wir dann alle schon so gegen 21.30 Uhr
ins Bett..
| am- an diesem Morgen nicht vorhandenen- Viewpoint |
| Weg zum Krater |
| alles wolkenverhangen... |
| ...was zu Essen gefällig?? |
| Mondlandschaft |
| Blick am Kraterrand |
| Blick von unten zum Kraterrand |
| dort wo die weiße Suppe ist, sollte man normalerweise den Vulkankegel sehen..:-( |
| Blick auf´s "Ijen-Plateau" |
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