Auf dem Gelände von dem Zimmer, wo ich
untergebracht bin, wohnt ein Großteil von Made´s Familie. Seine
beiden Brüder mit Frauen (hier ist es üblich, dass die Frau nach
der Hochzeit zu den Eltern/der Familie des Mannes zieht), sowie eine
unverheiratete Schwester von Made und noch eine „alte Frau“, die
ich noch nicht zuordnen konnte. Außerdem mehrere Hunde, Katzen und
Vögel. Made´s Frau hat mir dann morgens ein typisches balinesisches
Frühstück bereitet: süßer, schwarzer Reis, Kokosflocken,
balinesisches Brot- was auch immer das ist :-) auf Bananenblatt, dazu
den hier üblichen Kaffee..Den musste ich leider zurückgeben, denn
hier wird der Kaffee ausschließlich schwarz getrunken und samt
Kaffeesatz, d.h., wenn man Kaffee trinkt, knirscht einem das
Kaffeepulver zwischen den Zähnen und mir als passionierter
Milchkaffeetrinker ist das ja so gar kein Genuß. Stattdessen habe
ich dann grünen Tee mit ganz viel Zucker bekommen...Ach ja, DAS
hätte ich vielleicht dazusagen sollen: wenig oder kein Zucker. Denn
wie in Südamerika ist Zucker hier äußerst beliebt..
Da ich diesen Bericht nun am 13.01.2013
nachmittags schreibe, kann ich inzwischen sagen, dass ich eigentlich
nie Wasser habe, wenn ich brauche. Duschen tue ich hier
ausschließlich am Wasserbottich mit Schöpfkelle. Wenn ich Glück
habe, ist das Wasser von der Sonne abends etwas angewärmt. Meistens
gibt es nur Mittags etwas Wasser, aber dann will man ja nicht
duschen, da man eh bis abends wieder schwitzt. Einen Wasserhahn
außerhalb habe ich entdeckt, der wohl etwas besser zu funktionieren
scheint. Hier putze ich nun meine Zähne..
Von dort fülle ich auch meinen Eimer
für die Toilette, wenn ich mal wieder kein Wasser habe und schleppe
den dann Richtung Außentoilette..Meine Großeltern werden sich
sicher noch an dieses Konzept erinnern :-)..
Ich kann´s immer nur wieder betonen:
Wie einfach haben wir es doch in Deutschland: Wasserhahn auf,
kalt-warm nach belieben, Toilette: ein Knöpfchen gedrückt- alles
erledigt.
Gestern habe ich fast 6 Stunden meine
Bilder bearbeitet und hier den Blog vorbereitet. Am Vormittag haben
wir noch versucht, ein paar Dinge zu bekommen, was sich als äußerst
schwierig herausgestellt hat- für uns banale Sachen: Bodylotion ohne
Weißmacher z.B..Habe ja schon mal erwähnt, dass hier alle auf einen
weißen Taint stehen, d.h. man bekommt auch fast nur Bodylotion,
welche die Haut bleicht und DAS will ich ja nun mal nicht..Bin ja
froh, wenn ich ein bißchen braun bin, dann bekomme ich auch nicht so
leicht einen Sonnenbrand..Oder finde mal an einem Platz wie hier
feuchtes Toilettenpapier. Die Menschen hier nutzen normal ja kein
Toilettenpapier, sondern den Wasserschlauch. Wobei ich mir nicht
vorstellen will, wie das genau funktioniert. Letztendlich ist ja dann
alles nass..
Am späteren Nachmittag habe ich noch
etwas Audiobook gehört und dann hat mich Made´s Tochter mit zum
„Jogging-Weg“ genommen. Sie arbeitet auch im Touristenwesen und
meinte, dass sich bei den jungen Menschen hier nun doch langsam was
ändert, was die Bewegung betrifft. Sie selbst gehe joggen und bei
schlechtem Wetter ins Fitnessstudio. Leider hatte ich meine Kamera
nicht dabei, weil ich dachte, dass wir nur zur Apotheke fahren (mein
Moskitospray ist zwar noch voll, aber der Sprühkopf funktioniert
nicht mehr- also bleibt nur: Neues kaufen..und das DEET-haltige
gibt’s nur in der Apotheke).
Es war nämlich total schön zwischen
den Reisfeldern spazieren zu gehen. Dabei hat sie mir noch etwas über
die Bepflanzung der Reisfelder erzählt.
Bevor wir heimgefahren sind- mit dem
Moped natürlich- saßen wir noch an einem Teich, wo die ganzen
Einheimischen ihre Fische geangelt haben..
Am Abend wurde dann noch gekocht- für
mich in der abgeschwächten Version (und ich bin ja schon ein bißchen
Schärfe gewohnt). Gegessen wird hier traditionell auf dem Boden.
Auch in dem Zimmer gibt es keinen Tisch oder in der Wohnung von Made.
Hier ist da einfach nicht üblich. Für mich ist das total ungewohnt.
So sehr lange halte ich es im Schneidersitz ohne Rückenlehne nicht
aus :-)..
Mit meinem Netbook schreibe ich auf den
Knien- wenigstens gibt es hier noch einen Stuhl, den ich nehmen kann
:-) (immer diese anstrengenden westlichen Touristen ;-P)..
Am nächsten Tag wollte ich zu einem
Supermarkt laufen: allerdings habe ich den, zu dem ich wollte, nicht
gefunden..Made kam aus Zufall nach 45 Minuten vorbei und hat mich
eingesammelt. Dann bin ich in einen Indomaret gegangen und siehe da,
oh Wunder: ich habe farbloses Desinfektionsmittel gefunden! Hier gab
es zwar auch nicht das OFF-Moskito-Spray, aber Autan ist besser als
nichts..Also habe ich mich, mit dem, was ich hier bekommen kann
eingedeckt. Zurück zuhause gab es dieses Mal ein westlicheres
Frühstück für mich: Toast und Käse und für den Kaffee hatten sie
extra gesüßte Milch gekauft..
Nach dem Frühstück bin ich dann auf
einen traditionellen Markt mitgefahren. Dort gab es Holzschnitzereien
zu sehen, Kleidung und natürlich auch eine Menge Ramsch..
Bevor wir den Rückweg angetreten
haben, habe ich noch etwas frisches Obst gekauft und eine „alte
Kokosnuss“..Das ist ja für die Leute hier völlig unverständlich,
wie man „alte Kokosnuss“ ( die außen braune Kokosnuss;
Fruchtfleisch innen ist hart- im Gegensatz zu der „jungen
Kokosnuss“: grün, größer als die Alte, mit weichem
Fruchtfleisch, das man mit dem Löffel herauslöffeln kann) essen
kann. Wenn, wird hier nur die junge Kokosnuss gegessen. Ich mag beide
Varianten :-)..
Am Mittag ging ein Gewitter hier
nieder, dass ich dachte, der Blitz schlägt direkt neben mir ein. Da
es jetzt gerade aufhört zu regnen, geht es für mich nun ins
Internetcafé, um mal meine Mails zu checken, den Blog zu laden und
ein paar Bilder in die Dropbox zu schieben.
Vor 18 Uhr muss ich noch in der
Wäscherei vorbeischauen, wo dann hoffentlich alle meine Sachen
einigermaßen trocken sind und dann gegen Abend werden dann die Pläne
für die nächsten 2 Wochen gemacht. Von daher kann ich noch nicht
sagen, ob es vor Ende Januar noch mal Berichte von mir zu lesen
gibt..
Aber ab dann bestimmt, da ich dann
sicher sehr viel zu schreiben habe :-)..
| das Gelände von Made´s Familie |
| eine kleine Stärung gefällig? Suasti (Made´s Frau) |
| Blick auf den Raum, den ich benutzen darf.. |
| einer der vielen fahrenden Essenstände |
| bin immer wieder fasziniert, was man alles auf dem Kopf transportieren kann.. |
| Glocke, wo die Gläubigen in den Tempel ruft.. |
| selbst auf dem Motorrad werden die Opfergaben dargebracht |
| Bemo |
| im Markt- hier Utensilien für Opfergaben |
So, meine Lieben, ich verabschiede mich nun vorerst. Es kann sein, dass es erst in 2 Wochen wieder Berichte von mir gibt. War hier schon eine schwere Geburt mit dem Internet (erst im dritten Internetcafé konnte ich mit meinem Netbook online gehen..),
bis bald, Eure Krissi
bis bald, Eure Krissi
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