Auch heute Morgen geht es nach einem
kurzen Plausch mit Nicole und einer dampfenden Tasse Kaffee um 08:30
Uhr los Richtung Sanur. Der heutige Tag steht mehr im Sinne von Balis
Stränden. Als wir in Sanur ankommen, stelle ich schon schnell fest,
dass das nun jetzt so nicht so mein Fall ist...Zu touristisch, zu
viele Touristen und einfach nur inmitten des Getümmels am Strand
rumliegen—neee..Was noch ganz nett zu sehen war, dass man hier
anscheinend bemüht ist, etwas für den Schutz der Wasserschildkröten
zu tun. Sanur ist wohl einer der Strände von Bali, wo die
Wasserschildkröten zur Eiablage kommen. Dabei wird das Schlüpfen
der Jungtiere abgepasst und diese in Obhut genommen und aufgepäppelt,
bevor sie, etwas widerstandsfähiger, da älter, wieder in die
Freiheit entlassen werden..
Da ich nun festgestellt habe, dass es wohl keine Touren nach Komodo (wenn ich nicht mit dem Flugzeug hin
will) gibt, außer der recht teuere Anbieter Perama. Andererseits
genießt diese Agentur wohl auch einen recht guten Ruf. Um meine
verbleibende Zeit auf Bali etwas besser planen zu können und auch in
Anbetracht der Tatsache, dass ich die Tour gerne direkt im Peramabüro
buchen möchte, machen wir auf unserem Weg nach Nusa Dua, zunächst
Stopp in Kuta in der Legian Straße. Immer wenn man sich durch das
Nadelöhr Kuta, Denpasar kämpfen muss, ist das keine Angelegenheit
von Minuten. Zusätzlich durch den Weihnachtsverkehr sind die Straßen
dauerverstopft..Aber schließlich ist auch das erledigt und wenn mir
das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, dann werde ich vom
03.02. bis zum 07.02. ein „Inselhopping“ nach Komodo und wieder
zurück nach Lombok machen..
Als wir aus dem überfüllten Kuta
heraus sind, kehren wir in einem Warung am Straßenrand ein. Wie so
häufig- ein kleiner Familienbetrieb. Bevor es weitergeht, darf ich
noch die Toilette der Familie benutzen und allein das war wieder
einmal mehr als abenteuerlich. Die kleine Tochter hat mich erst mal
in die hintersten Katakomben ihres kleinen Hauses geführt- vorbei am
Schlafzimmer, in dem sich am hellichsten Tag- ich vermute mal der
Herr des Hauses- im Bett gewältzt hat, über- vorbei an der
Großmutter die auf dem Boden in einem großen Topf das Essen für
das Warung gebruzelt hat bis hin zur Toilette, dessen Tür mir
freundlicherweise von der Tochter zugehalten wurde, während ich sie
benutzt habe und damit beschäftigt den Wäschestücken, die mir ins
Gesicht hingen auszuweichen. Unter Bad kann man sich in diesem Haus
eine Toilettenschüssel vorstellen, welche ungefähr 30 cm hoch ist,
einen Wasserschlauch zum Spülen und ein Bottich mit Wasserkelle zum
Händewaschen vorstellen und das alles in einem Raum, der von
Aufmachung und Bauweise eher einem Hühnerstall gleicht. Es war sehr
freundlich von der Familie, dass ich so tief in ihre Privatsphäre
eindringen durfte...Aber in genau solchen Momenten drängt sich einem
immer wieder das Gefühl auf WIE GUT WIR ES DOCH HEUTZUTAGE IN
DEUTSCHLAND HABEN...
In Nusa Dua angekommen sah der Himmel
schon nicht mehr so prickelnd aus und kurze Zeit später fing es an
zu schütten, als gäbe es kein Morgen mehr..Leider haben wir dadurch
quasi 1 ½ Stunden verloren, da wir gewartet haben, bis sich der
Regen wieder etwas beruhigt hat. Und dann war es schon Zeit zum Pura Luhur bei Uluwatu (Tempel Pura Luhur) aufzubrechen, wo ich mir um 18 Uhr den Kecaktanz ansehen
wollte. Leider war dann hier die Atmosphäre nicht ganz so schön,
wie zuvor beim Barongtanz, da wirklich einfach zu viele Tickets
verkauft wurden. Die Darsteller hatten kaum Platz, ihre Vorführung
zu präsentieren, da so gar im Vorführungsbereich die Zuschauer in
mehreren Reihen auf dem Boden saßen..
Diese Vorstellung war auch in anderer
Hinsicht anders als der Barong- Tanz, da sie ohne Instrumente
auskommt. Lediglich bis zu 70 Tänzer begleiten die Vorstellung mit
rhythmischen Kecak-Rufen...Allerdings muss ich zugeben, dass das
Donnergrollen im Hintergrund zu dem Tanz, dessen Bühne durch eine
Öllampe mit flackernden Flammen erhellt wurde, einem schon eine
Gänsehaut über den Rücken laufen ließ.
Nach der Vorstellung ließ ich mir
etwas Zeit zu Made zurück zugehen, da so viele Menschen zum Ausgang
strömten, dass ich mich nicht in diese Massenbewegung einfädeln
wollte.
Von hier aus sind wir dann gute 2 ½
Stunden mit dem Moped zurückgefahren uns als ich dann kurz vor 22
Uhr bei Nicole&Family angekommen bin, war ich dann doch bedient
:-)..
Aber auch dies war ein total schöner,
erlebnisreicher Tag..
Für den 31. habe ich mir keinen
Ausflug vorgenommen, da ich mich dann doch mal um meine Bilder und
meinen Blog kümmern wollte und außerdem war ja auch noch Silvester
:-). Daran hatte ich, dank der vielen Anzeigetafeln unter anderem in
Kuta dann doch noch gedacht- denn auch die Vorstellung für einen
Jahreswechsel, fühlt sich hier nicht wie Silvester an..
| Saté-Spieße am Strand von Sanur |
| Na, jemand Interesse sein Aquarium zu bestücken?? |
| einmal auftanken aus der Glasflasche, bitte! |
| Denkmal für die im Oktober 2002 dem Anschlag zum Opfer gefallenen Touristen in Kuta |
| Vorstufe von Tofu-das wird frittiert und schmeckt gut gewürzt, recht lecker.. |
| Ausschnitte aus dem Kecek-Tanz... |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen