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Sonntag, 27. Januar 2013

Home, sweet home- von Padang Bai zurück nach Batubulan- 23.01.2013

Als wir uns an diesem Morgen zum Frühstück auf die kleine Terrasse unseres Zimmers zum Frühstück einfinden, schaue ich im Vorbeilaufen im Zimmer auf das Thermometer meines Rucksacks: „Oh- nett, morgens um kurz nach 8 Uhr schon 28 °C im Schatten..“..Aufgrund des Regens hatte es ja auch nicht abgekühlt..
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum White sand beach (Bias Tugal), der auch wirklich hält, was er verspricht. Es ist eine kleine, feinsandige Weise Bucht, nur ca. 15 Minuten vom Dorfzentrum entfernt. Man meint zwar nicht, wenn man über die Schotterpiste kraxelt, dass es hier irgendwo zum Strand geht, aber am Ende, etwas versteckt ist ein kleiner netter Strand zu finden. Hier bleiben wir erst mal kurz und genießen die Ruhe und die Atmosphäre. Im Hintergrund das leise Meeresrauschen, das sofort für Entspannung sorgt..
Auf unserem Weg zurück entdecken wir auch noch ein frischgeborenes Kalb, welches sich noch kaum auf den Beinen halten kann, während die Mutterkuh noch mit der Nachgeburt zu kämpfen hat..
Zurück im Dorf gönnen wir uns erst mal einen leckeren, frischen Fruchtsaft, bevor es weiter gen Westen geht. Natürlich habe ich auch hier- weil ich bestellt habe- zu viel bezahlt. Aber- nun weiß ich die „offiziellen“ Preise und das passiert mir nicht noch mal. Hier auf die Ehrlichkeit der Menschen- die Touristen vielfach eher als „Melkkuh“ ansehen zu vertrauen, ist keine gute Idee..
Irgendwie eigentümlich fand ich auch, wie ich in einem der Tempel in einem Raum eine Playstation und ein Fernseher entdeckt habe..Das ist schon eine seltsame Kombination zwischen dem traditionellen und „modernen“ Bali :-)..
Natürlich gibt es auch zu dem Thema „Gewohnheiten“ noch einen kleinen „Schwanker“ zu berichten :-). In unseren Homestays hatten wir ja immer neben dem typischen Wasserzuber/Wassereimer mit Schöpfkelle einen Brausekopf..Made hat mir dann aber mal anvertraut, dass er sich nicht unter die Brause stelle. Er bevorzuge „seine Schöpfkelle“..Da sieht man mal wieder, welche Gewohnheitsmenschen wir doch alle sind :-)..
Nächste Station des heutigen Tages ist Goa Lawah, der Tempel, welcher den Eingang zur heiligen Fledermaushöhle bildet. Eine unzählbare Zahl an Fruchtfledermäusen baumeln dicht nebeneinander, so dass es aussieht, als würde der Fels im Inneren der Höhle leben..Dieser Tempel erscheint in allen Verzeichnissen als einer der heiligsten 6 Tempel der Insel. Die Balinesen sind überzeugt, dass diese Höhle nur der Anfang eines langgestreckten Höhlensystems ist, das beim Bergheiligtum Pura Besakih einen Ausgang hat (am Fuße des Gunung Agang). Dieser Glaube geht u.a. darauf zurück, dass im 17.Jhd. der Anspruch eines Prinzen der Mengwi- Dynastie bezweifelt wurde, so dass der Gerichtshof in Klungkung entschied, ihn einer Probe zu unterziehen. Sollte er die Höhle mit ihren giftigen Schlangen überleben, sei sein Anspruch gerechtfertigt. Der Prinz überstand die Prüfung unbeschadet und tauchte ein paar Tage später wieder aus einer Höhlensystem beim Besakih- Komplex auf. Als weiteres Zeichen wird das spurlose Verschwinden zweier Kampfhähne verstanden, welche während eines Hahnenkampfes in Goa Lawah verschwanden und ein paar Tage später in Besakih wiederentdeckt wurden..
In der dunklen Höhle des Tempelkomplexes werden Unterweltgottheiten verehrt. An erster Stelle Sanghyang Naga Basuki, der Herr der Schlangen. Dieser ist eine der beiden Unterweltschlangen, die die Weltenschildkröte Bedawang umschlingen, auf der die Insel Bali ruht. In der Tiefe der Höhle sollen Schlangen hausen- Manifestationen von Naga Basuki, welche sich von den verendeten Fledermäusen ernähren.
Bevor man diesen schönen Tempel allerdings bewundern kann, muss man sich zunächst wieder durch eine Heerschar von sehr aufdringlichen Verkäufern kämpfen :-). Bei meinem Besuch fand mal wieder gerade eine Zeremonie statt :-).
Auf der Höhe von Klungkung liegt am schwarzen Lavstrand ein kleiner Tempel- Pura Batu Klotok. Diesen wollte ich mir anschauen und auch dort fand gerade wieder eine Zeremonie statt. Die Lage am Meer ist sehr schön und bei den Roben dieser Menschen war die vorherrschende Farbe „rot“. Überraschenderweise war hier kein Eintritt zu zahlen und ich konnte mich in Ruhe auf dem Gelände bewegen.
Weiter ging die Fahrt nach über Kamasan nach Klungkung, wo Made mich in Ersterem zunächst zu einer Familie brachte, welche die traditionelle Malerei (Wayang-Stil) praktiziert und wo ich mich erst mal in Ruhe umsehen konnte. Hier hatte bereits der Raja von Gelgel 1380 seine Hofkünstler angesiedelt. Die Gemälde sind meist unsigniert, wie es der Tradition entspricht, denn die Künstler wurden früher als Handwerker angesehen, die im Dienste eines Rajas standen und lediglich dessen Aufträge ausführten. Neben Gemälden auf Leinwand, gab es hier auch bemalte Eier, Kokosnnüsse und Figuren aus Holz.
Klungkung selbst, welches 1995 in Semarapura umbenannt wurde, ist wohl immer noch eines der kulturellen Zentren von Ostbali. In den Überresten des ehemaligen Königspalastes befindet sich die Kerta Gosa, die Gerichtshalle von Klungkung aus dem 18. Jahrhundert.
Eindrucksvoll verdeutlichen die Malereien (auch im Wayang-Stil) an der Decke die Strafen, welche die Verbrecher zu erwarten hatten. Diese waren ursprünglich auf Leinwand gemalt; erst im Zuge der Restaurierung fixierte man sie auf haltbare Zementplatten (um 1960). Im Wayang- Sil wird eine Geschichte erzählt, in deren Mittelpunkt die ein und dieselbe Person steht. Während der Verurteilte vor seinen Richtern stand, konnte er mit einem Blick zur Decke quasi schon erahnen, was ihn erwartete. Es wurde aber als Gegensatz dazu auch der Himmel und seine Belohnungen für die Menschen dargestellt, die in ihrem Leben Gesetzt und Ordnung befolgt haben. Für die Malereien wurden die fünf Grundfarben verwendet.
Für die Richter und Beisitzer befinden sich in der Mitte der Halle sechs reichverzierte Stühle welche sich um einen kleinen Tisch scharen.
Zugehörig ist das Semarajaya- Museum mit einem Querschnitt aus der Region: der Kampf gegen die Holländern, die traditionelle Palmweinherstellung, die Kunst des Songket- Webens etc.
Die Vormachtstellung des Rajas wurde nämlich erst 1908 durch die Invasion der Holländer gebrochen, welche zur kollektiven Selbsttötung (über 200 Menschen) führte. Der Königspalast wurde durch die Kanonen der Holländer fast völlig zerstört.
Nahe von Klungkung liegt das kleine Örtchen Tihingan, welches bekannt für seine traditionelle Gong- Herstellung ist. Leider kamen wir erst am späten Nachmittag dort an, so dass die Arbeiten bereits schon eingestellt waren.
Von hier aus machten wir uns auf den Rückweg nach Batubulan, da es kostengünstiger ist hier noch mal den einen oder anderen Ausflug mit dem Moped zu unternehmen und ich hätte ja nie gedacht, dass ich das mal schreibe, aber das Mopedfahren ist so toll mit Made im Vergleich zum Autofahren, dass ich da nun total tiefenentspannt bin, wobei ich beim Autofahren als Beifahrer immer fast nur ins Amaturenbrett beißen möchte :-)..
Batubulan ist übrigens das traditionelle Zentrum der Bildhauer, die ursprünglich nur für Tempel, mittlerweile auch für Hotelanlagen, kunstvolle steinerne Statuen und Reliefs anfertigen. Das ist wohl eine der wenigen Künste, bei der man vergeblich versuchen kann, dieser den Schuh der Massenproduktion anzupressen, so dass diese sich in ihrer Ursprünglichkeit noch weitgehend erhalten hat.
Heute Abend habe ich dann auch Gelegenheit, um Roswitha kennenzulernen. Wir verstehen uns auf Anhieb blendend und verquatschen spielend erst einmal mehrere Stunden. Ich werde nun im Nebenzimmer einquartiert und es ist noch alles wie vorher: als ich duschen will: gibt’s kein Wasser. Also hält wieder die Schöpfkelle her ;-)..Oder um es mit Roswithas Worten auszudrücken: „Ist doch sowieso viel besser: da hast Du wenigstens mal einen ordentlichen Schwall Wasser :-)...“
White Sand Beach- Padang Bai

Hafen Padang Bai

Kuh mit Neugeborenem

White sand Beach

Goa Lawah

White sand beach

Zeremonie im Goa Lawah

Strand beim Pura Batu Klotok

Goa Lawah

Zeremonie im Pura Batu Klotok

Statue im Pura Batu Klotok

hinter dem Priester im Pura Batu Klotok

Künstlerin in Kamasan

Deckenmalerei in Kerta Gosa

Deckenmalerei in Kerta Gosa


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