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Montag, 21. Januar 2013

Wieder gen Norden (Kintamani mit dem Batursee)- 20.01.2013

Nachdem ich mich gegen 7 Uhr aus dem Bett geschält habe, dauert es dann doch noch eine Weile, bis wir wieder Richtung Norden unterwegs sind (Packen, Frühstück etc.). Beim Frühstück unterhalte ich mich etwas mit meinem Zimmernachbar, der in Kanada lebt, aber eigentlich aus England kommt (was ich vermutet hatte, da er sich Tee mit Milch bestellt hat..). Zusätzlich zum Frühstück vertilge ich den Rest der Erdbeeren von gestern (die Region den Danau Bratan - See ist bekannt für seine Erdbeeren).
Made ist absolut gut gerüstet für unsere Rundtour: er schnorrt sich bei mir mit Zahnpasta durch; benutzt meinen Kamm, weil er keinen hat und hat sich unterwegs erst mal eine Zahnbürste und einen Rasierer gekauft. Ohne Worte! Aber über mich lästern mit meinem Rucksack...
Von Ubud geht es zunächst erst mal nach Kintamani.(westlich von Gunung Batur und nördlich von Penelokan). Hier gibt es eine gleichnamige Hunderasse, welche „Huskyähnlich“ aussieht. Auf dem Weg dorthin, bin ich mir nicht sicher, wer sich mehr quält: Made oder das Auto?! Ich muss so an mich halten, um nicht ständig „Oberlehrerhaft“ rüberzukommen; aber eins ist sonnenklar: also MEIN Auto dürfte er definitiv nicht fahren...Er ist so unsicher bei Gegenverkehr, Kurven, bergauf und beim Schalten, dass ich mich inzwischen nicht mehr traue, ihn zu fragen, ob er überhaupt einen Führerschein hat?? Er ist, glaube ich, auch der einzigste Mensch, den ich kenne, der es fertig bringt, über einen längeren Zeitraum mit
40 km/h im ersten Gang zu fahren. Zumindest konnte ich ihm von der Beifahrerseite aus zeigen, wie der Scheibenwischer funktioniert. Puuuhhh, das ist manchmal echt hart. Da ja aber vorher schon Flo und Nina mit ihm gefahren sind und er vorab zu mir auch gesagt hat, dass das mit dem Autofahren kein Problem sei, hätte ich das jetzt nicht so erwartet..Na ja-vielleicht bin ich bez. „Auto“ nicht so hart im nehmen wie Andere: aber aller-, aller-, allerspätestens jetzt wäre klar gewesen, dass ich niemals hätte Fahrlehrer werden können..;-P..
In Richtung Süden ist Kintamani mit Batur zusammengewachsen. Das alte Batur befand sich ursprünglich an dem immer noch aktiven Vulkan. 1917 gab es einen schweren Ausbruch, bei dem das Dorf schwer beschädigt wurde; außer der Tempel; der wurde von den Lavamassen verschont. Dies sahen die Bewohner als „gutes Omen“ an und bauten das Dorf an gleicher Stelle wieder auf. Als 1926 der nächste schwere Ausbruch folgte, wurde das Dorf samt Tempel vollends zerstört..Daraufhin entschlossen sich die Menschen das Dorf an eine geschützte Stelle- an den Rand des kesselförmigen Kraters- zu verlegen..Mittelpunkt des Ortes ist nun der neue, große Tempel: Pura Ulun Danu Batur, welche quasi meine erste Station hier ist. Kaum auf dem Parkplatz werde ich schon wieder von einer Schar Kinder belagert, die von Postkarten, über Chips, über Armbänder- einfach alles verkaufen, was man im Bauchladen vor sich hier tragen kann...Auch nach dem 10. „nein“, kommt immer nur zur Antwort: „only one- you have money..“, so dass nun das einzige was hilft, völliges Ignorieren ist..Selbst als ich in den Tempel gehe, höre ich schlurfende Schritte hinter mir (ein kleiner Junge folgt mir kommentarlos überall hin). Das schaue ich mir ca. 1 Minute an und dann schicke ich ihn energisch weg. Nun kann ich endlich die Tempelanlage genießen. Diese ist sehr schön gestaltet- mit vielen, bunten Figuren und fast schon parkartig angelegtem Innenleben. Der Tempel ist ein bedeutendes Heiligtum für die Gottheit „Dewi Danu“- die Göttin der Gewässer.
Als ich Made auf dem Parkplatz eingesammelt habe und erfolgreich ein zweites Mal der Kinderschar entkommen bin, geht es weiter zum höchsten Bergheiligtum Balis (Pura Tegeh Kuripan). Dieses erstreckt sich über mehrere Etagen bis zum Gipfel des Gunung Penulisan (1746 m).
Bis man sich auf der letzten Etage befindet, hat man über 300 Treppenstufen erklommen.
Bei gutem Wetter, muss die Aussicht von hier oben atemberaubend sein. Jetzt sehe ich leider nicht soooo viel, sondern kann nur einen Blick in die umliegende Berglandschaft erhaschen.
Als ich oben ankomme, ist gerade mal wieder ein Hindupriester mit Gefolge beim Beten. Und als sie fertig sind, ist mal wieder Zeit für Fotoshooting. Ich glaube, in dieser Reisezeit meines Sabbatjahres befinden sich definitiv mehr Bilder von mir in den Fotoalben der anderen Leute, als in meinem :-). Pünktlich zur späten Mittagszeit und zum Abstieg, fängt es wieder an zu regnen, was für uns so viel wie: Zeit, was zum Essen zu suchen, bedeutet.
Auf unserem Weg zur Talsohle des Sees kommen wir an einer Menge „Lake-View-Restaurants“ vorbei, wo auch ein paar Reisebusse zu sehen sind. Die Haarnadelkurven zum See sind stark mit Lkw´s befahren (welche den schwarzen Sand transportieren, der hier abgebaut wird) und als es so anfängt zu schütten, dass man fast die Hand vor Augen nicht mehr sieht, warten wir erst mal kurz ab. Letztendlich finden wir wieder einen kleinen, goldigen Warung, wo wir unser spätes Mittagessen einnehmen. Nun beginnt wieder die Suche nach einer Unterkunft und nach anschauen der 4., entschließe ich mich hier zu bleiben. Es ist nämlich auch nicht immer so einfach, ein Zimmer mit zwei Betten zu. Made meinte zwar, dass es für ihn o.k. sei und ich bin mir schon sicher, dass er seine Finger bei sich behalten würde- aber was zu weit geht, geht zu weit. Nicht nur, dass er schnarcht wie ein Sägewerk, so will ich dann doch wenigstens ein bisschen Privatsphäre haben. Er ist ja kein Kumpel oder eine Freundin von mir- und logischerweise noch nicht mal weiblich :-)..So werden wir also die Nacht in Toya Bungkah verbringen.
Da wir gestern so spät in Ubud ankamen, wollte ich heute mal nicht so spät dran sein und außerdem noch zu den heißen Quellen zum Baden gehen.
Aber als wir unsere Unterkunft kurz nach 15 Uhr bezogen haben, fängt es wieder wie aus Kübeln an zu schütten. Dieser Regen wird heute nur von ganz kurzen Regenpausen unterbrochen, so dass ich auf den Besuch der heißen Quellen verzichte: macht irgendwie nicht ganz so viel Spaß eine Menge Eintritt zu zahlen und es kübelt wie blöd von oben. Nicht sehr entspannend. Eigentlich hätten wir hier nämlich auch WIFI gehabt, aber aufgrund des schlechten Wetters, ging hier heute Abend nichts mehr..Ne- obwohl- nachdem das Gas gewechselt wurde, konnte ich wenigstens die versprochene „heiße“ Dusche genießen :-)..
Da Made gegenüber im Hof geparkt hat, spricht mich die Besitzerin an, dass ich ihn doch bitten solle, das Auto umzuparken, da in der Nacht. Da Made gerade nicht da ist, parke ich das Auto kurzerhand um und als Made zurück kommt, meint er nur, was für ein Glück er habe, dass ich das gemacht habe, da er es sich nicht zugetraut hätte..
Als ich auf der Veranda sitze, kann ich einen herrlichen Sonnenuntergang sehen- oder vieleher gesagt: ich kann die schönsten Rot-, Orange- und Gelbtöne am Himmel sehen..Total schön..
Gegenüber sind ein paar Jungs am kicken und mittendrin ein „großer Junge“ :-)..Als dieser später an mir vorbei läuft, kommen wir kurz ins Gespräch und er erklärt mir, dass er auf Bali lebt und ich stelle mal wieder fest, dass fast alle Jungs- ob groß oder klein- ob Deutschland, Bali oder Brasilien- Fußball einfach lieben..
Das Positive am nicht funktionierenden Internet ist, dass ich dann heute vielleicht mal früher ins Bett komme und morgen früh etwas fitter bin, als heute Morgen :-)..
Transport auf balinesisch..:-)

Pura Ulun Danu Batur

Pura Ulun Danu Batur

Statue im Pura Ulun Danu Batur

Statue im Pura Ulun Danu Batur

Pura Ulun Danu Batur

Pura Ulun Danu Batur

Pura Ulun Danu Batur

Blick auf den See Batur in der Ferne

Statue vorm Tempel Pura Ulun Danu Batur

Pura Tegeh Koripan

Blick auf den Mount Batur

Blick auf den See Batur, von dem eine Seite bereits im Regen versinkt..

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