Nachdem ich mich gegen 7 Uhr aus dem
Bett geschält habe, dauert es dann doch noch eine Weile, bis wir
wieder Richtung Norden unterwegs sind (Packen, Frühstück etc.).
Beim Frühstück unterhalte ich mich etwas mit meinem Zimmernachbar,
der in Kanada lebt, aber eigentlich aus England kommt (was ich
vermutet hatte, da er sich Tee mit Milch bestellt hat..). Zusätzlich
zum Frühstück vertilge ich den Rest der Erdbeeren von gestern (die
Region den Danau Bratan - See ist bekannt für seine Erdbeeren).
Made ist absolut gut gerüstet für
unsere Rundtour: er schnorrt sich bei mir mit Zahnpasta durch;
benutzt meinen Kamm, weil er keinen hat und hat sich unterwegs erst
mal eine Zahnbürste und einen Rasierer gekauft. Ohne Worte! Aber
über mich lästern mit meinem Rucksack...
Von Ubud geht es zunächst erst mal
nach Kintamani.(westlich von Gunung Batur und nördlich von
Penelokan). Hier gibt es eine gleichnamige Hunderasse, welche
„Huskyähnlich“ aussieht. Auf dem Weg dorthin, bin ich mir nicht
sicher, wer sich mehr quält: Made oder das Auto?! Ich muss so an
mich halten, um nicht ständig „Oberlehrerhaft“ rüberzukommen;
aber eins ist sonnenklar: also MEIN Auto dürfte er definitiv nicht
fahren...Er ist so unsicher bei Gegenverkehr, Kurven, bergauf und
beim Schalten, dass ich mich inzwischen nicht mehr traue, ihn zu
fragen, ob er überhaupt einen Führerschein hat?? Er ist, glaube
ich, auch der einzigste Mensch, den ich kenne, der es fertig bringt,
über einen längeren Zeitraum mit
40 km/h im ersten Gang zu fahren.
Zumindest konnte ich ihm von der Beifahrerseite aus zeigen, wie der
Scheibenwischer funktioniert. Puuuhhh, das ist manchmal echt hart. Da
ja aber vorher schon Flo und Nina mit ihm gefahren sind und er vorab
zu mir auch gesagt hat, dass das mit dem Autofahren kein Problem sei,
hätte ich das jetzt nicht so erwartet..Na ja-vielleicht bin ich
bez. „Auto“ nicht so hart im nehmen wie Andere: aber aller-,
aller-, allerspätestens jetzt wäre klar gewesen, dass ich niemals
hätte Fahrlehrer werden können..;-P..
In Richtung Süden ist Kintamani mit
Batur zusammengewachsen. Das alte Batur befand sich ursprünglich an
dem immer noch aktiven Vulkan. 1917 gab es einen schweren Ausbruch,
bei dem das Dorf schwer beschädigt wurde; außer der Tempel; der
wurde von den Lavamassen verschont. Dies sahen die Bewohner als
„gutes Omen“ an und bauten das Dorf an gleicher Stelle wieder
auf. Als 1926 der nächste schwere Ausbruch folgte, wurde das Dorf
samt Tempel vollends zerstört..Daraufhin entschlossen sich die
Menschen das Dorf an eine geschützte Stelle- an den Rand des
kesselförmigen Kraters- zu verlegen..Mittelpunkt des Ortes ist nun
der neue, große Tempel: Pura Ulun Danu Batur, welche quasi meine
erste Station hier ist. Kaum auf dem Parkplatz werde ich schon wieder
von einer Schar Kinder belagert, die von Postkarten, über Chips,
über Armbänder- einfach alles verkaufen, was man im Bauchladen vor
sich hier tragen kann...Auch nach dem 10. „nein“, kommt immer nur
zur Antwort: „only one- you have money..“, so dass nun das
einzige was hilft, völliges Ignorieren ist..Selbst als ich in den
Tempel gehe, höre ich schlurfende Schritte hinter mir (ein kleiner
Junge folgt mir kommentarlos überall hin). Das schaue ich mir ca. 1
Minute an und dann schicke ich ihn energisch weg. Nun kann ich
endlich die Tempelanlage genießen. Diese ist sehr schön gestaltet-
mit vielen, bunten Figuren und fast schon parkartig angelegtem
Innenleben. Der Tempel ist ein bedeutendes Heiligtum für die
Gottheit „Dewi Danu“- die Göttin der Gewässer.
Als ich Made auf dem Parkplatz
eingesammelt habe und erfolgreich ein zweites Mal der Kinderschar
entkommen bin, geht es weiter zum höchsten Bergheiligtum Balis (Pura
Tegeh Kuripan). Dieses erstreckt sich über mehrere Etagen bis zum
Gipfel des Gunung Penulisan (1746 m).
Bis man sich auf der letzten Etage
befindet, hat man über 300 Treppenstufen erklommen.
Bei gutem Wetter, muss die Aussicht von
hier oben atemberaubend sein. Jetzt sehe ich leider nicht soooo viel,
sondern kann nur einen Blick in die umliegende Berglandschaft
erhaschen.
Als ich oben ankomme, ist gerade mal
wieder ein Hindupriester mit Gefolge beim Beten. Und als sie fertig
sind, ist mal wieder Zeit für Fotoshooting. Ich glaube, in dieser
Reisezeit meines Sabbatjahres befinden sich definitiv mehr Bilder von
mir in den Fotoalben der anderen Leute, als in meinem :-). Pünktlich
zur späten Mittagszeit und zum Abstieg, fängt es wieder an zu
regnen, was für uns so viel wie: Zeit, was zum Essen zu suchen,
bedeutet.
Auf unserem Weg zur Talsohle des Sees
kommen wir an einer Menge „Lake-View-Restaurants“ vorbei, wo auch
ein paar Reisebusse zu sehen sind. Die Haarnadelkurven zum See sind
stark mit Lkw´s befahren (welche den schwarzen Sand transportieren,
der hier abgebaut wird) und als es so anfängt zu schütten, dass man
fast die Hand vor Augen nicht mehr sieht, warten wir erst mal kurz
ab. Letztendlich finden wir wieder einen kleinen, goldigen Warung, wo
wir unser spätes Mittagessen einnehmen. Nun beginnt wieder die Suche
nach einer Unterkunft und nach anschauen der 4., entschließe ich
mich hier zu bleiben. Es ist nämlich auch nicht immer so einfach,
ein Zimmer mit zwei Betten zu. Made meinte zwar, dass es für ihn
o.k. sei und ich bin mir schon sicher, dass er seine Finger bei sich
behalten würde- aber was zu weit geht, geht zu weit. Nicht nur, dass
er schnarcht wie ein Sägewerk, so will ich dann doch wenigstens ein
bisschen Privatsphäre haben. Er ist ja kein Kumpel oder eine
Freundin von mir- und logischerweise noch nicht mal weiblich :-)..So
werden wir also die Nacht in Toya Bungkah verbringen.
Da wir gestern so spät in Ubud
ankamen, wollte ich heute mal nicht so spät dran sein und außerdem
noch zu den heißen Quellen zum Baden gehen.
Aber als wir unsere Unterkunft kurz
nach 15 Uhr bezogen haben, fängt es wieder wie aus Kübeln an zu
schütten. Dieser Regen wird heute nur von ganz kurzen Regenpausen
unterbrochen, so dass ich auf den Besuch der heißen Quellen
verzichte: macht irgendwie nicht ganz so viel Spaß eine Menge
Eintritt zu zahlen und es kübelt wie blöd von oben. Nicht sehr
entspannend. Eigentlich hätten wir hier nämlich auch WIFI gehabt,
aber aufgrund des schlechten Wetters, ging hier heute Abend nichts
mehr..Ne- obwohl- nachdem das Gas gewechselt wurde, konnte ich
wenigstens die versprochene „heiße“ Dusche genießen :-)..
Da Made gegenüber im Hof geparkt hat,
spricht mich die Besitzerin an, dass ich ihn doch bitten solle, das
Auto umzuparken, da in der Nacht. Da Made gerade nicht da ist, parke
ich das Auto kurzerhand um und als Made zurück kommt, meint er nur,
was für ein Glück er habe, dass ich das gemacht habe, da er es sich
nicht zugetraut hätte..
Als ich auf der Veranda sitze, kann ich
einen herrlichen Sonnenuntergang sehen- oder vieleher gesagt: ich
kann die schönsten Rot-, Orange- und Gelbtöne am Himmel
sehen..Total schön..
Gegenüber sind ein paar Jungs am
kicken und mittendrin ein „großer Junge“ :-)..Als dieser später
an mir vorbei läuft, kommen wir kurz ins Gespräch und er erklärt
mir, dass er auf Bali lebt und ich stelle mal wieder fest, dass fast
alle Jungs- ob groß oder klein- ob Deutschland, Bali oder Brasilien-
Fußball einfach lieben..
Das Positive am nicht funktionierenden
Internet ist, dass ich dann heute vielleicht mal früher ins Bett
komme und morgen früh etwas fitter bin, als heute Morgen :-)..
| Transport auf balinesisch..:-) |
| Pura Ulun Danu Batur |
| Pura Ulun Danu Batur |
| Statue im Pura Ulun Danu Batur |
| Statue im Pura Ulun Danu Batur |
| Pura Ulun Danu Batur |
| Pura Ulun Danu Batur |
| Pura Ulun Danu Batur |
| Blick auf den See Batur in der Ferne |
| Statue vorm Tempel Pura Ulun Danu Batur |
| Pura Tegeh Koripan |
| Blick auf den Mount Batur |
| Blick auf den See Batur, von dem eine Seite bereits im Regen versinkt.. |
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