Um 22:30 Uhr holt mich German bei Alex
ab. Alex hat ein bißchen gekocht und auch sein Bruder war da, so
dass es vor meiner Abreise noch eine gemütliche Runde war.
Mein Bus geht um 23 Uhr und fährt in
ca. 7-8 Stunden direkt durch nach Lago Agrio.
Vor dem Einsteigen wird das Gepäck
durchsucht und dann kann es losgehen..
Als wir gegen 06:15 Uhr am Terminal
Terreste in Lago Agrio sind, bin ich froh, dass ich den Bus verlassen
kann. Also- das war ja mal eine Fahrt! Ich habe einfach nur versucht,
die Augen zu schließen und zu schlafen, damit ich so wenig wie
möglich mitbekomme...Das funktioniert aber nicht immer- insbesondere
dann nicht, wenn der Bus, aufgrund seiner Raserei ins Schlingern
gerät, die Gepäckstücke sich im Bus selbstständig machen und
einige Passagiere schreiend ihrer Gefühlsregung Luft machen...Von
den beschlagenen Scheiben und der nichtvorhandenen Sicht will ich
hier jetzt mal gar nichts schreiben..
Von der Simon Bolivar fahren noch 8
Mädels mit- alle Deutsche. Eigentlich hätten wir alle im gleichen
Bus sein sollen, aber durch einen Fehler des Reisebüros, das 8
Tickets auf den 13.09., anstatt auf den 12.09., 23 Uhr gebucht hat,
musste German improvisieren und die einzige Möglichkeit war der 22
Uhr Bus, da es für 23 Uhr nur noch 3 Tickets gab.
Somit treffe ich die Mädels um kurz
nach 6 Uhr auf dem Busbahnhof, wo sie schon ca. eine dreiviertel
Stunde sitzen. Wir müssen von hier weiter an ein Hotel, wo wir um 9
Uhr abgeholt werden sollen. Von dort sind es noch ca. 2 Stunden mit
einem Kleinbus, bis zu einer Kanuanlegestelle und von dort mit dem
Kanu noch mal ca. 2 Stunden. Dies ist auch der Grund, warum wir
„erst“ um 9 Uhr abgeholt werden: unser“Abholer“ muss morgens
bereits einen entsprechend langen Weg zurücklegen, um uns abzuholen.
Auf dem Weg begleitet uns stetig die
Ölpipelines, welche einem doch etwas das „romantische
Dschungelfeeling“ nehmen..
Als wir an der Kanuanlegestelle
ankommen, beginnt es wie aus Eimern zu schütten.
Während ich mir einfach kommentarlos
den Regenmantel überstreife, geht das Genöle bei den Mädels schon
los, WARUM es denn ausgerechnet JETZT regnen muss, wo SIE in den
Dschungel wollen...Auf meinen Hinweis, dass der Name „Regenwald“
nicht von ungefähr kommt, ernte ich nur böse Blicke.
Wir sitzen nun also alle in Regencapes
gehüllt im Kanu; das Gepäck ist mit einer Plane abgedeckt und ich
kann dem ganzen sogar sowas wie „Gemütlichkeit“ abringen—so
unter dem warmen Regencape..Aber- da war ich wohl die Einzige..Also
ich lasse mir jedenfalls die Tour nicht von dem Wetter vermiesen..
Und wir haben auch noch Glück, nach
ca. einer dreiviertel Stunde Fahrt- reißt der Himmel auf und es hat
zumindest aufgehört zu regnen. Unterwegs sehen wir schon die ersten
Affen den Fluss kreuzen (Wollaffen), Aras, ein Faultier und mehrfach
Hoazins. Gegen 13.15 Uhr kommen wir dann nach einer langen Nacht an
und es gibt zuerst einmal Mittagessen.
Die Guacamayo Ecolodge macht einen gemütlichen
Eindruck. Strom gibt es nur im Haupthaus- Abends brennen nur Kerzen
oder eben die eigene Stirnlampe.
Nachmittags brechen wir nochmals mit
dem Kanu auf, um unser Glück bei Tierbeobachtungen zu versuchen. Das
ist ja im Dschungel immer so eine Sache: sie haben dort ja unbegrenzt
Möglichkeiten sich zu verstecken. Wir haben in der Lagune das Glück
einen Delphin zu sehen; allerdings taucht immer nur kurz der graue
Kopf aus den Fluten auf. Die rosane Färbung, die sich hauptsächlich
auf der Unterseite ist so natürlich nicht zu sehen. Was wiederum bei
den Mädels ein Murren hervorruft, warum jetzt dieser Delphin nicht
schön aus dem Wasser springt???! Da hatte ich noch Hoffnung, dass
sich das ein bisschen relativiert..
Nach einem schönen Sonnenuntergang in
der Lagune, brechen wir zu einer Nachtwanderung auf. Hierbei sehen
wir vor allem die Insektenwelt des Dschungels: wie verschiedene
Spinnenarten: Teranteln, Skorpionspinne, eine grasgrüne Spinne,
Blattschneiderameisen, eine Libelle, Grillen usw..Da sich sowieso
schon Panik ausgebreitet hat, wegen der vielen Krabbeltiere, die ja
sooooooooo eklig sind, erkläre ich mich freiwillig bereit, als
Letzte zu gehen, da ich das alles immer noch nicht als sooooo
dramatisch empfinde..
Gegen 20 Uhr kehren wir in die Lodge
zurück und erhalten ein leckeres Abendessen. Es sind noch 5 weitere
Deusche und eine Österreich/cshcweiz angekommen, mit denen ich mich
ganz schön unterhalte.
Am nächsten Morgen steht nach dem
Frühstück eine drei Stunden Wanderung durch die Regenwald auf dem
Plan..Es dauert nicht lange und da beginnt es zu tröpfeln, was
natürlich bei einem Großteil auch wieder das große Genöle
auslöst..“Die anderen hatten doch gar keinen Regen; warum haben
wir Regen...bla, bla, bla..“ Ich halte mich vorerst nun mit einem
Kommentar zurück ;-)...Als wir dann mit der Gruppe ein Schlammloch
durchwaten müssen, bei dem uns der Schlamm oben die Gummistiefel
reinläuft, sind Rahel, Kristina, Raphaela und ich die Einzigen, die
es locker nehmen und ihren Spass haben...Denn: so what- das Zeug wird
auch wieder trocken und auch wieder sauber..Sind wir denn hier aus
Zucker, oder was?? Wenn ich mir das Verhalten so mancher „Paris
Hilton“ hier anschaue, dann könnte ich es fast meinen...Denn nun
geht das Gejammer los, dass sie dann doch zurück zur Lodge
wollen..Leider kommt das Boot erst fast 2 Stunden später zum
Abholen..Und nun ist es mit der Stimmung ganz vorbei..Ja, das Leben
ist ja soooooo hart und ungerecht *lach* und für die
restlichen „Normalen“ (ich weiß, was ist schon normal:-)- aber
in diesem Falle schon..)wird es langsam anstrengend. Na ja,
jedenfalls bleibt nichts anderes als durchhalten, aber ich lasse mir
meine gute Laune und auch die Vögelbeobachtung nicht vermiesen.
Sollen sie doch auf ihrer Unterlippe herumlaufen..Neiser (unser
Guide) dreht noch ein schönes Video—leider ist es ohne
Ton..Andererseits: wer will sich schon Gekreische anhören..Mir hat
der einmalige Originalton gereicht ;-)..Die Pfeilgiftfrösche suchen
wir leider vergebens- lediglich hier quaken ist hin und wieder zu
hören..Dafür sehen wieder Hoazine, Gelbkopfgeier, Loris,
Langnasenfledermäuse, diverse Affen, darunter Mönchschweifaffen und
für meine zoologisch interessierten Freunde noch ein paar
lateinische Namen zum Nachschlagen:
Cyanerpes caeruleus (blauer Vogel, gelbe Füße: hier eine der
selteneren Beobachtungen), Rostrhamus sociabilis (Greifvogel, ernährt
sich unter anderem von Schnecken), Ramphastos tucanus, die 24 Stunden
Ameise (habe auch dieses Mal auf eine direkte Konfrontation
verzichtet :-), Lipaugus vociferans (kräftiges Stimmchen der
Kleine), Melanerpes cruentatus (Specht), Crotophaga ani (schwarzer
Vogel), Campephilus melanoleucus (Specht), Psarocolius angustifrons,
sowie Falco rufigularis.
Zur Mittagszeit sind wir wieder in der
Lodge und als ich zur Krönung dann auch noch zu Nicki sage, dass sie
nun den Galapagos-Look hat, ernte ich nur einen bösen Blick und
keine Antwort. Bin ja mal echt gespannt, ob sie ihre vier Wochen
Alcatraz durchsteht..wenn das hier schon sooooo schlimm ist..
Nun ist Freizeit oder bei manchen
könnte man auch sagen: abkühlen der Gemüter angesagt.
Gegen 16 Uhr fahren wir mit dem Kanu
zum Piranhafischen. Auch dies artet in panikartiges Geschrei aus-
dass wir samt Boot nicht kippen, als Cora einen Piranha an der Angel
hat..Einmal mehr frage ich mich, warum diese Mädels nicht zum
shoppen in Quito geblieben sind???
Nachdem wir die gefangenen Piranhas
wieder in die Freiheit entlassen haben (ist auch nicht wirklich viel
Fleisch dran- kann ich aus Erfahrung bestätigen: vor drei Jahren
haben wir die gefangenen Piranhas gebraten), fahren wir zum Sunset in
die Lagune und als die Sonne untergegangen ist, suchen wir die
Umgebung nach leuchtenden Augen ab...wir werden auch fündig und
finden 2 Kaimane und eine kleine Boa. Leider sitze ich heute hinten
und kann kein gutes Foto machen; dafür sitzen die Personen an
vorderster Front, die die ganze Zeit „vamos“ kreischen und
„iiiiiieeehhh wie eklig..“..Spätestens zu diesem Zeitpunkt denke
ich mir- wenn ich diese Gruppe über einen längeren Zeitraum hätte,
müsste ich leider mehrere Morde begehen...Gegen 20 Uhr sind wir
zurück in der Lodge und es gibt leckeres Essen..Leider empfindet das
nicht jeder so und „frau“ denkt, man müsste zu dem Personal,
dass sich nun wirklich alle Mühe gibt, sagen: „i don´t eat this
shit!“ Leider habe ich am anderen Ende des Tisches gesessen und
erst hinterher davon erfahren, sonst hätte ich leider mal wieder was
sagen müssen..Kann bei sowas ja meine Klappe nicht halten. Meiner
Meinung hat das einfach mit Anstand und Respekt zu tun..Vielleicht
hätte ich, wie Peter mal fragen sollen, ob sie als Kind mit der
Rakete durch´s Kinderzimmer geschossen wurde??!!
Da ich Glückliche ein Einzelzimmer
habe, bleiben mir an dem Abend weitere Aufreger erspart, denn die
Mädels gehen geschlossen direkt nach dem Essen ins Bett, so dass es
noch ein schöner Abend wurde ;-P..
Von dem Birdwatching- Tower hat man
Abends auch einen herrlichen Blick in den Sternenhimmel, den man
hier, wie in Afrika aufgrund der fehlenden Lichter herrlich klar
sieht...Rahel, Kristina, Neiser und ich sind auf dem Tower und auch
er meint mehr oder weniger frustriert, dass er hofft, dass es morgen
sonnig wird, damit die Laune der Mädels etwas steigt; worauf ich
meine, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich mir Sonne wünschen
soll, denn dann ist es bestimmt auch nicht recht und viiiiiel zu
heiß...Man wird ja schließlich noch einen Grund finden, um zu
stänkern..Der andere Guide Wilmer meint nur zu mir: „i hate the
grils..“ und das sagt schon viel. Ich hab mich mit allen super
verstanden und habe wohl auch deswegen „Extras“ bekommen- wie ein
weiteres Handtuch usw..Das Beste war dann noch, wie Nike vor Wilmer
auf die Knie gefallen ist, um eine Zigarette für Justin zu bekommen,
die relativ starke Raucherin ist und nicht genug Zigaretten dabei
hatte..Jeder andere hat ohne Probleme Zigaretten von Wilmer bekommen,
nur bei den Mädels sind alle unerbittlich. Was ich mehr als
verstehen kann.
Am nächsten Morgen scheint tatsächlich
die Sonne und nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir gegen
09:15 Uhr flußabwärts in einem Siona-Dorf..Und- was soll ich sagen:
wir waren kaum eine Stunde unterwegs..da war es viiiiiieeeel zu
heiß...Puh, mir wurde auch heiß- aber anders..hatte so ein heißes
Gefühl in meiner rechten Hand, dass ich mal kurz zum Rundumschlag
ausholen muss :-)..In dem Dorf werden wir auch quasi gleich vom
Dorfaffen Nacho (Wollaffe) begrüßt..also vielmehr ich- denn
anscheinend war ich ihm ziemlich symphatisch, denn ich hatte kaum
meine Flasche aus meinem Rucksack geholt, um was zu trinken, ist er
auch schon an meinen Beinen hochgeklettert und hat mirmeine Flasche
aus der Hand gerissen..Somit kann ich nun auch sagen, dass ich schon
mal einem Affen die Flasche gegeben habe..Danach erfreut er sich noch
auf mir herum zu klettern- inklusive durch mein Gesicht, auf meinen
Kopf und als er dann schließlich meine Haare als Liane benutzt, gebe
ich ihn dankend weiter..Ihr wisst ja, wie gerne ich es habe, wenn mir
jemand an den Haaren herumreißt..In diesen Indigenagemeinden ist es
auch noch üblich Affenfleisch zu essen; Nachos Mutter musste quasi
als Sonntagsbraten herhalten, während ihr Sohn mit ihrem Tod quasi
zum Haustier wurde..
Bevor es weiter zum traditionellen
Yuca-Fladen geht, bekommen Rahel und ich noch mit Achiote eine
Kriegsbemalung. Den anderen war es zu uncool ;-)..
Zunächst werden die Yuca-Wurzeln in
dem angrenzenden Garten geerntet, dann geschält, ausgepresst
gerieben, gesiebt und anschließend auf dem Feuer zubereitet...Wir
haben diese dann mit Marmelade und einem Thunfisch-Aufstrich
gegessen..Danach ging es weiter zum Schamanen. Auch hier hatten die
Mädels nichts anderes zu tun, als zu maulen, dass es stinkt, zu heiß
ist, es zu langweilig ist...und dann entweder sich halb schlafend zu
stellen oder zu lachen, wenn der Schamane auf Fragen geantwortet
hat...Das Wort „Fremdschämen“ hat da für mich auch mal wieder
eine neue Bedeutung bekommen..
Ich war dann inzwischen mit Neiser
schon soweit, dass ich kein Maschinenpistolenmassaker starten,
sondern die Machete nehmen---die ist leiser :-) und kostengünstiger..
Ich habe zu Neiser gesagt, dass es sein
Glück war, dass der Affe mein Wasser gesoffen hat, sonst wäre
wahrscheinlich jemand kollabiert, wenn es einen der anderen Mädels
getroffen hätte..
Auch bezüglich des Mittagessens fand
man dann wieder einen Grund sich zu beschweren- im Dorf stinkt es
nach Kuhscheiße, deshalb kann man dort nichts essen, auf dem Boot
ist es zu heiß und ach ja, bis man in den Schatten kommt, dauert es
zu lange..Ommmm, ich bleibe ruhig,....Ommm, ich muss viel ruhiger
werden, stimmt´s Mel :-)?!..Na ja, jedenfalls sind wir dann gegen
15:30 Uhr an der Lodge angekommen und als wir heute ein letztes Mal
auf die Lagune rausfahren, tuen uns die anderen 6 Mädels den
Gefallen, auf den ich schon seit 2 Tagen gewartet habe, nämlich, mit
dem Arsch in der Lodge zu bleiben, so dass die verbleibenden Mädels
und ich einen herrlichen letzten Tag auf der Lagune mit
Tierbeobachtungen verbringen können..
Hier wieder eine kleine Auswahl, der
von mir gefundenen lateinischen Namen- war fleißig und Abends im
Artbestimmungsbuch unterwegs:
Pteroglossus inscriptus(Tukan),
Leucopternis plumbea, Coragyps atratus und Cathartes melanbrotus
(jeweils eine Geierart).
Ansonsten haben wir noch die seltene
Brilleneule vor die Linse bekommen, Wespenfalken, Brüll-, Woll- und
Eulenaffen, die mit ihren riesigen Glubschaugen ein bißchen wie
Aliens aussehen. Eine Anakonda hat sich heute Abend leider nicht
blicken lassen, dafür fängt Neiser direkt bei der Lodge eine
Regenbogenboa- die seiner Aussage nach viel seltener zu sehen ist.
Die Mädels bekommen auch davon wieder nichts mit, da sie bereits
seit ca. 20:30 Uhr im Bett liegen..Ich sitze heute Abend wieder mit
der anderen Gruppe zusammen, die hier auch so viel Freude empfindet
wie ich. Auch dieser Platz hier fernab der Zivilisation ist perfekt,
um runterzukommen, einfach einzuatmen und die Natur zu genießen..Tja,
aber manchen Leuten bleiben die kleinen, stillen Dinge des Lebens
eben verborgen..
Am Sonntag morgen bricht unser letzter
Tag im Dschungel an. Die Mädels sind heute deutlich besser gelaunt-
ich vermute mal, weil es nun nach hause geht.
Morgens um 06:30 Uhr waren eigentlich
auch wieder nur Rahel, Kristina und ich auf dem
Vogelbeobachtungsturm. Kurze Zeit kommen auch noch Nicki und Raphaela
hinzu.
Bekanntermaßen ist Morgens immer eine
gute Zeit zum Vögelbeobachten. Also, hier zum Nachschlagen:
Pteroglossus pluricinetus
Ramphestas tucanus
black headed parrot
Pteroglossus inscriptus
Conopias perva
Dacnis flaviventer
Tangera schrankii
und zum Abschluss auch noch ein
bisschen deutsch:
Gelbkopfgeier
Tigerreiher und diverse grüne
Amazonen.
Nach dem Frühstück geht es um 09:30
Uhr mit dem Kanu zurück in die Zivilisation. Vorher habe ich noch
das Bedürfnis mich bei den Leuten der Lodge, inkl. Neiser für das
Verhalten der Gruppe zu entschuldigen. Ich weiß zwar, dass ich
nichts dafür kann, aber es war mir dennoch ein Bedürfnis. Und auch
Neiser teilt meine Empfindung, denn laut seiner Aussage, war das die
„schlimmste Gruppe“, die er jemals hatte..Echt beschämend. Vor
allem wenn man dann von den Leuten dort gefragt wird, ob alle
Deutsche so sind..
Na ja, wie auch immer mir hat es gut
gefallen. Es ist ein sehr schöner Platz und ich denke ich habe das
Beste daraus gemacht..
Wir machen noch einen kurzen Abstecher zu einer Stelle, wo Rohöl gefordert wird. Das ist ein ziemlich übeles Thema für den Dschungel hier. Das Öl verseucht das Grundwasser und vergiftet Mensch und Tier. Von dem geförderten Öl können lediglich maximal 10 % verwendet werden; der Rest ist "Abfall", der wie auf dem unteren Bild gezeigt, "entsorgt" wird. Die Indigenas bekommen die alten Chemietanks, um ihr Wasser aufzufangen und die Krebsrate hier ist sprunghaft in die Höhe gestiegen..Mir wurde echt schlecht, als ich diesen Ölsumpf hier gesehen habe, deshalb habe ich mich auch entschlossen, das Bild hier in meinem Blog zu veröffentlichen. Könnte mir nämlich schon vorstellen, dass es dem ein oder anderen nicht passen wird, dieses Bild im Netz zu finden..Aber solange der Rubel rollt, ist der Naturschutz und letztendlich auch der Schutz der lebenden Menschen Nebensache..Wo das hinführt, wird die Zukunft zeigen- meiner Ansicht nach, sitzen sie hier auf einem Pulverfass, dass jeden Moment explodieren kann..Von der Qualtiät der Rohre der Piplines will ich schon gar nicht mehr reden..
Auf dem Rückweg läuft mal wieder ein
„Horrorfilm“ im Bus...Dieses Mal „Final Destination 5“...und
das obwohl auch kleine Kinder im Bus sind..Außnahmsweise kann ich
mal sagen, dass der Busfahrer dieses Mal nicht seinen eigenen
Horrorfilm gedreht (bezüglich seines Fahrstiles); der war nämlich
o.k..
Der nächste Aufreger lässt aber nicht
lange auf sich warten..Nach einer knappen Stunde Fahrt müssen wir
alle aus dem Bus aussteigen; unser Handgepäck wird kontrolliert und
wir müssen samt Reisepass zum Registrieren antreten. Tja, was soll
ich sagen, Madame Nike hat nichts anderes zu tun, als sich samt
Reisepass und mit MP3- Player in den Ohren vor dem Militärposten
aufzubauen und in die andere Richtung zu starren- wie ein trotziges
Kind, dem man das Spielzeug weggenommen hat..Da ich keine Lust hatte,
es mir mit den maschinenpistolengespickten Militärs zu versauen, so
dass die uns vielleicht noch hier festhalten, führe ich eben die
Kommunikation. Nebenbei wirft Nike noch motzig ins Gespräch ein,
dass sie kein Spanisch versteht und hört lieber weiter ihren MP3
Player...Also manchen Leuten könnten man echt mit dem nackigen
Arsch...usw...nöb?! Die machen schließlich auch nur ihren Job und
wenn man ins Grenzgebiet zu Kolumbien fährt, dann weiß man, dass es
zu verstärkten Kontrollen kommen kann...vor allem, wenn man soooo
erwachsen sein will und und sowieso alles besser weiß..Aber genug
davon. Wir mussten dann noch ein zweites Mal raus, wo alles
kontrolliert wurde und gegen 22 Uhr sind wir dann in Quito
angekommen.
Ich bin dann mit dem Taxi zu Alex in
die Caldas Straße und habe hier quasi meine letzte Nacht in Quito
verbracht...Und- wenigstens einer konnte lachen, als ich von den
Erlebnissen vom Wochenende erzählt habe :-)...
Vielleicht hier der ein oder andere
auch, wenn er sich meinen Gesichtsausdruck zu den „Tussis“
vorstellt :-)..
Konnte mich natürlich auch das ein oder andere Mal mit einem gesalzenen Kommentar nicht so ganz zurückhalten..ähmmm--ist ja auch ganz untypisch für mich :-)..Ich denke, das Schlimme ist, dass, wenn man sie einzeln für sich hatte, jede auf ihre Art nicht so verkehrt war-aber in der Gruppe und in dieser Umgebung waren sie so fehl am Platz, wie ich dank meiner Katzenallergie in einem Käfig voller Katzen wäre..
Hier eine kleine Bilderauswahl:
 |
| Blick auf meine Unterkunft |
 |
| Birdwatching- Tower |
 |
| Sonnenuntergang auf der Laguen vom Kanu aus |
 |
| Skorpionspinne |
 |
| den Namen weiß ich leider nicht: Marcel- it´s your turn :-) |
 |
| Fischfressende Spinne |
 |
| Langnasenfledermaus |
 |
| na, wo ist der Frosch?? |
 |
| konnte mich noch nicht ganz entscheiden, ob ich Tarzan oder Jane bin ;-) |
 |
| großer Fisch an der Angel- Piranha |
 |
| eine gut getarnte Schwalmart?! Marcel?:-) |
 |
| Romantico:-) |
 |
| Blick vom Birdwatching-Tower in die Umgebung |
 |
| die Guacamayo Ecolodge bei Sonnenschein |
 |
| Nacho mit meiner Wasserflasche, die ich ihm dann freiwillig überlassen habe, nachdem er das Maul dran gehabt hat |
 |
| Blick auf die Siona-Behausungen |
 |
| Ananas |
 |
| Nacho mit Lolli |
 |
| Zubereitung von Yucabrot |
 |
| die "normale Truppe": Raphaela, bekannt, Kristina |
 |
| Schamanenritual |
 |
| Nacho hat sich ein neues Opfer gesucht, nachdem ich auch beim zweiten Mal dann gestreikt habe :-) |
 |
| Abendstimmung auf der Lagune |
 |
| Regenbogenboa |
 |
| So wird hier das Restöl entsorgt..da wird einem echt schlecht.. |
 |
| "meine singende" Empanadaverkäuferin (Busstopp) |