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Dienstag, 18. September 2012

Cuyabeno-Reservat oder Ausflug mit Kindergartenkindern in der Trotzphase?!-13.09.-16.09.2012

Um 22:30 Uhr holt mich German bei Alex ab. Alex hat ein bißchen gekocht und auch sein Bruder war da, so dass es vor meiner Abreise noch eine gemütliche Runde war.
Mein Bus geht um 23 Uhr und fährt in ca. 7-8 Stunden direkt durch nach Lago Agrio.
Vor dem Einsteigen wird das Gepäck durchsucht und dann kann es losgehen..
Als wir gegen 06:15 Uhr am Terminal Terreste in Lago Agrio sind, bin ich froh, dass ich den Bus verlassen kann. Also- das war ja mal eine Fahrt! Ich habe einfach nur versucht, die Augen zu schließen und zu schlafen, damit ich so wenig wie möglich mitbekomme...Das funktioniert aber nicht immer- insbesondere dann nicht, wenn der Bus, aufgrund seiner Raserei ins Schlingern gerät, die Gepäckstücke sich im Bus selbstständig machen und einige Passagiere schreiend ihrer Gefühlsregung Luft machen...Von den beschlagenen Scheiben und der nichtvorhandenen Sicht will ich hier jetzt mal gar nichts schreiben..
Von der Simon Bolivar fahren noch 8 Mädels mit- alle Deutsche. Eigentlich hätten wir alle im gleichen Bus sein sollen, aber durch einen Fehler des Reisebüros, das 8 Tickets auf den 13.09., anstatt auf den 12.09., 23 Uhr gebucht hat, musste German improvisieren und die einzige Möglichkeit war der 22 Uhr Bus, da es für 23 Uhr nur noch 3 Tickets gab.
Somit treffe ich die Mädels um kurz nach 6 Uhr auf dem Busbahnhof, wo sie schon ca. eine dreiviertel Stunde sitzen. Wir müssen von hier weiter an ein Hotel, wo wir um 9 Uhr abgeholt werden sollen. Von dort sind es noch ca. 2 Stunden mit einem Kleinbus, bis zu einer Kanuanlegestelle und von dort mit dem Kanu noch mal ca. 2 Stunden. Dies ist auch der Grund, warum wir „erst“ um 9 Uhr abgeholt werden: unser“Abholer“ muss morgens bereits einen entsprechend langen Weg zurücklegen, um uns abzuholen.
Auf dem Weg begleitet uns stetig die Ölpipelines, welche einem doch etwas das „romantische Dschungelfeeling“ nehmen..
Als wir an der Kanuanlegestelle ankommen, beginnt es wie aus Eimern zu schütten.
Während ich mir einfach kommentarlos den Regenmantel überstreife, geht das Genöle bei den Mädels schon los, WARUM es denn ausgerechnet JETZT regnen muss, wo SIE in den Dschungel wollen...Auf meinen Hinweis, dass der Name „Regenwald“ nicht von ungefähr kommt, ernte ich nur böse Blicke.
Wir sitzen nun also alle in Regencapes gehüllt im Kanu; das Gepäck ist mit einer Plane abgedeckt und ich kann dem ganzen sogar sowas wie „Gemütlichkeit“ abringen—so unter dem warmen Regencape..Aber- da war ich wohl die Einzige..Also ich lasse mir jedenfalls die Tour nicht von dem Wetter vermiesen..
Und wir haben auch noch Glück, nach ca. einer dreiviertel Stunde Fahrt- reißt der Himmel auf und es hat zumindest aufgehört zu regnen. Unterwegs sehen wir schon die ersten Affen den Fluss kreuzen (Wollaffen), Aras, ein Faultier und mehrfach Hoazins. Gegen 13.15 Uhr kommen wir dann nach einer langen Nacht an und es gibt zuerst einmal Mittagessen.
Die Guacamayo Ecolodge macht einen gemütlichen Eindruck. Strom gibt es nur im Haupthaus- Abends brennen nur Kerzen oder eben die eigene Stirnlampe.
Nachmittags brechen wir nochmals mit dem Kanu auf, um unser Glück bei Tierbeobachtungen zu versuchen. Das ist ja im Dschungel immer so eine Sache: sie haben dort ja unbegrenzt Möglichkeiten sich zu verstecken. Wir haben in der Lagune das Glück einen Delphin zu sehen; allerdings taucht immer nur kurz der graue Kopf aus den Fluten auf. Die rosane Färbung, die sich hauptsächlich auf der Unterseite ist so natürlich nicht zu sehen. Was wiederum bei den Mädels ein Murren hervorruft, warum jetzt dieser Delphin nicht schön aus dem Wasser springt???! Da hatte ich noch Hoffnung, dass sich das ein bisschen relativiert..
Nach einem schönen Sonnenuntergang in der Lagune, brechen wir zu einer Nachtwanderung auf. Hierbei sehen wir vor allem die Insektenwelt des Dschungels: wie verschiedene Spinnenarten: Teranteln, Skorpionspinne, eine grasgrüne Spinne, Blattschneiderameisen, eine Libelle, Grillen usw..Da sich sowieso schon Panik ausgebreitet hat, wegen der vielen Krabbeltiere, die ja sooooooooo eklig sind, erkläre ich mich freiwillig bereit, als Letzte zu gehen, da ich das alles immer noch nicht als sooooo dramatisch empfinde..
Gegen 20 Uhr kehren wir in die Lodge zurück und erhalten ein leckeres Abendessen. Es sind noch 5 weitere Deusche und eine Österreich/cshcweiz angekommen, mit denen ich mich ganz schön unterhalte.
Am nächsten Morgen steht nach dem Frühstück eine drei Stunden Wanderung durch die Regenwald auf dem Plan..Es dauert nicht lange und da beginnt es zu tröpfeln, was natürlich bei einem Großteil auch wieder das große Genöle auslöst..“Die anderen hatten doch gar keinen Regen; warum haben wir Regen...bla, bla, bla..“ Ich halte mich vorerst nun mit einem Kommentar zurück ;-)...Als wir dann mit der Gruppe ein Schlammloch durchwaten müssen, bei dem uns der Schlamm oben die Gummistiefel reinläuft, sind Rahel, Kristina, Raphaela und ich die Einzigen, die es locker nehmen und ihren Spass haben...Denn: so what- das Zeug wird auch wieder trocken und auch wieder sauber..Sind wir denn hier aus Zucker, oder was?? Wenn ich mir das Verhalten so mancher „Paris Hilton“ hier anschaue, dann könnte ich es fast meinen...Denn nun geht das Gejammer los, dass sie dann doch zurück zur Lodge wollen..Leider kommt das Boot erst fast 2 Stunden später zum Abholen..Und nun ist es mit der Stimmung ganz vorbei..Ja, das Leben ist ja soooooo hart und ungerecht *lach* und für die restlichen „Normalen“ (ich weiß, was ist schon normal:-)- aber in diesem Falle schon..)wird es langsam anstrengend. Na ja, jedenfalls bleibt nichts anderes als durchhalten, aber ich lasse mir meine gute Laune und auch die Vögelbeobachtung nicht vermiesen. Sollen sie doch auf ihrer Unterlippe herumlaufen..Neiser (unser Guide) dreht noch ein schönes Video—leider ist es ohne Ton..Andererseits: wer will sich schon Gekreische anhören..Mir hat der einmalige Originalton gereicht ;-)..Die Pfeilgiftfrösche suchen wir leider vergebens- lediglich hier quaken ist hin und wieder zu hören..Dafür sehen wieder Hoazine, Gelbkopfgeier, Loris, Langnasenfledermäuse, diverse Affen, darunter Mönchschweifaffen und für meine zoologisch interessierten Freunde noch ein paar lateinische Namen zum Nachschlagen:
Cyanerpes caeruleus (blauer Vogel, gelbe Füße: hier eine der selteneren Beobachtungen), Rostrhamus sociabilis (Greifvogel, ernährt sich unter anderem von Schnecken), Ramphastos tucanus, die 24 Stunden Ameise (habe auch dieses Mal auf eine direkte Konfrontation verzichtet :-), Lipaugus vociferans (kräftiges Stimmchen der Kleine), Melanerpes cruentatus (Specht), Crotophaga ani (schwarzer Vogel), Campephilus melanoleucus (Specht), Psarocolius angustifrons, sowie Falco rufigularis.
Zur Mittagszeit sind wir wieder in der Lodge und als ich zur Krönung dann auch noch zu Nicki sage, dass sie nun den Galapagos-Look hat, ernte ich nur einen bösen Blick und keine Antwort. Bin ja mal echt gespannt, ob sie ihre vier Wochen Alcatraz durchsteht..wenn das hier schon sooooo schlimm ist..
Nun ist Freizeit oder bei manchen könnte man auch sagen: abkühlen der Gemüter angesagt.
Gegen 16 Uhr fahren wir mit dem Kanu zum Piranhafischen. Auch dies artet in panikartiges Geschrei aus- dass wir samt Boot nicht kippen, als Cora einen Piranha an der Angel hat..Einmal mehr frage ich mich, warum diese Mädels nicht zum shoppen in Quito geblieben sind???
Nachdem wir die gefangenen Piranhas wieder in die Freiheit entlassen haben (ist auch nicht wirklich viel Fleisch dran- kann ich aus Erfahrung bestätigen: vor drei Jahren haben wir die gefangenen Piranhas gebraten), fahren wir zum Sunset in die Lagune und als die Sonne untergegangen ist, suchen wir die Umgebung nach leuchtenden Augen ab...wir werden auch fündig und finden 2 Kaimane und eine kleine Boa. Leider sitze ich heute hinten und kann kein gutes Foto machen; dafür sitzen die Personen an vorderster Front, die die ganze Zeit „vamos“ kreischen und „iiiiiieeehhh wie eklig..“..Spätestens zu diesem Zeitpunkt denke ich mir- wenn ich diese Gruppe über einen längeren Zeitraum hätte, müsste ich leider mehrere Morde begehen...Gegen 20 Uhr sind wir zurück in der Lodge und es gibt leckeres Essen..Leider empfindet das nicht jeder so und „frau“ denkt, man müsste zu dem Personal, dass sich nun wirklich alle Mühe gibt, sagen: „i don´t eat this shit!“ Leider habe ich am anderen Ende des Tisches gesessen und erst hinterher davon erfahren, sonst hätte ich leider mal wieder was sagen müssen..Kann bei sowas ja meine Klappe nicht halten. Meiner Meinung hat das einfach mit Anstand und Respekt zu tun..Vielleicht hätte ich, wie Peter mal fragen sollen, ob sie als Kind mit der Rakete durch´s Kinderzimmer geschossen wurde??!!
Da ich Glückliche ein Einzelzimmer habe, bleiben mir an dem Abend weitere Aufreger erspart, denn die Mädels gehen geschlossen direkt nach dem Essen ins Bett, so dass es noch ein schöner Abend wurde ;-P..
Von dem Birdwatching- Tower hat man Abends auch einen herrlichen Blick in den Sternenhimmel, den man hier, wie in Afrika aufgrund der fehlenden Lichter herrlich klar sieht...Rahel, Kristina, Neiser und ich sind auf dem Tower und auch er meint mehr oder weniger frustriert, dass er hofft, dass es morgen sonnig wird, damit die Laune der Mädels etwas steigt; worauf ich meine, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich mir Sonne wünschen soll, denn dann ist es bestimmt auch nicht recht und viiiiiel zu heiß...Man wird ja schließlich noch einen Grund finden, um zu stänkern..Der andere Guide Wilmer meint nur zu mir: „i hate the grils..“ und das sagt schon viel. Ich hab mich mit allen super verstanden und habe wohl auch deswegen „Extras“ bekommen- wie ein weiteres Handtuch usw..Das Beste war dann noch, wie Nike vor Wilmer auf die Knie gefallen ist, um eine Zigarette für Justin zu bekommen, die relativ starke Raucherin ist und nicht genug Zigaretten dabei hatte..Jeder andere hat ohne Probleme Zigaretten von Wilmer bekommen, nur bei den Mädels sind alle unerbittlich. Was ich mehr als verstehen kann.
Am nächsten Morgen scheint tatsächlich die Sonne und nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir gegen 09:15 Uhr flußabwärts in einem Siona-Dorf..Und- was soll ich sagen: wir waren kaum eine Stunde unterwegs..da war es viiiiiieeeel zu heiß...Puh, mir wurde auch heiß- aber anders..hatte so ein heißes Gefühl in meiner rechten Hand, dass ich mal kurz zum Rundumschlag ausholen muss :-)..In dem Dorf werden wir auch quasi gleich vom Dorfaffen Nacho (Wollaffe) begrüßt..also vielmehr ich- denn anscheinend war ich ihm ziemlich symphatisch, denn ich hatte kaum meine Flasche aus meinem Rucksack geholt, um was zu trinken, ist er auch schon an meinen Beinen hochgeklettert und hat mirmeine Flasche aus der Hand gerissen..Somit kann ich nun auch sagen, dass ich schon mal einem Affen die Flasche gegeben habe..Danach erfreut er sich noch auf mir herum zu klettern- inklusive durch mein Gesicht, auf meinen Kopf und als er dann schließlich meine Haare als Liane benutzt, gebe ich ihn dankend weiter..Ihr wisst ja, wie gerne ich es habe, wenn mir jemand an den Haaren herumreißt..In diesen Indigenagemeinden ist es auch noch üblich Affenfleisch zu essen; Nachos Mutter musste quasi als Sonntagsbraten herhalten, während ihr Sohn mit ihrem Tod quasi zum Haustier wurde..
Bevor es weiter zum traditionellen Yuca-Fladen geht, bekommen Rahel und ich noch mit Achiote eine Kriegsbemalung. Den anderen war es zu uncool ;-)..
Zunächst werden die Yuca-Wurzeln in dem angrenzenden Garten geerntet, dann geschält, ausgepresst gerieben, gesiebt und anschließend auf dem Feuer zubereitet...Wir haben diese dann mit Marmelade und einem Thunfisch-Aufstrich gegessen..Danach ging es weiter zum Schamanen. Auch hier hatten die Mädels nichts anderes zu tun, als zu maulen, dass es stinkt, zu heiß ist, es zu langweilig ist...und dann entweder sich halb schlafend zu stellen oder zu lachen, wenn der Schamane auf Fragen geantwortet hat...Das Wort „Fremdschämen“ hat da für mich auch mal wieder eine neue Bedeutung bekommen..
Ich war dann inzwischen mit Neiser schon soweit, dass ich kein Maschinenpistolenmassaker starten, sondern die Machete nehmen---die ist leiser :-) und kostengünstiger..
Ich habe zu Neiser gesagt, dass es sein Glück war, dass der Affe mein Wasser gesoffen hat, sonst wäre wahrscheinlich jemand kollabiert, wenn es einen der anderen Mädels getroffen hätte..
Auch bezüglich des Mittagessens fand man dann wieder einen Grund sich zu beschweren- im Dorf stinkt es nach Kuhscheiße, deshalb kann man dort nichts essen, auf dem Boot ist es zu heiß und ach ja, bis man in den Schatten kommt, dauert es zu lange..Ommmm, ich bleibe ruhig,....Ommm, ich muss viel ruhiger werden, stimmt´s Mel :-)?!..Na ja, jedenfalls sind wir dann gegen 15:30 Uhr an der Lodge angekommen und als wir heute ein letztes Mal auf die Lagune rausfahren, tuen uns die anderen 6 Mädels den Gefallen, auf den ich schon seit 2 Tagen gewartet habe, nämlich, mit dem Arsch in der Lodge zu bleiben, so dass die verbleibenden Mädels und ich einen herrlichen letzten Tag auf der Lagune mit Tierbeobachtungen verbringen können..
Hier wieder eine kleine Auswahl, der von mir gefundenen lateinischen Namen- war fleißig und Abends im Artbestimmungsbuch unterwegs:
Pteroglossus inscriptus(Tukan), Leucopternis plumbea, Coragyps atratus und Cathartes melanbrotus (jeweils eine Geierart).
Ansonsten haben wir noch die seltene Brilleneule vor die Linse bekommen, Wespenfalken, Brüll-, Woll- und Eulenaffen, die mit ihren riesigen Glubschaugen ein bißchen wie Aliens aussehen. Eine Anakonda hat sich heute Abend leider nicht blicken lassen, dafür fängt Neiser direkt bei der Lodge eine Regenbogenboa- die seiner Aussage nach viel seltener zu sehen ist. Die Mädels bekommen auch davon wieder nichts mit, da sie bereits seit ca. 20:30 Uhr im Bett liegen..Ich sitze heute Abend wieder mit der anderen Gruppe zusammen, die hier auch so viel Freude empfindet wie ich. Auch dieser Platz hier fernab der Zivilisation ist perfekt, um runterzukommen, einfach einzuatmen und die Natur zu genießen..Tja, aber manchen Leuten bleiben die kleinen, stillen Dinge des Lebens eben verborgen..
Am Sonntag morgen bricht unser letzter Tag im Dschungel an. Die Mädels sind heute deutlich besser gelaunt- ich vermute mal, weil es nun nach hause geht.
Morgens um 06:30 Uhr waren eigentlich auch wieder nur Rahel, Kristina und ich auf dem Vogelbeobachtungsturm. Kurze Zeit kommen auch noch Nicki und Raphaela hinzu.
Bekanntermaßen ist Morgens immer eine gute Zeit zum Vögelbeobachten. Also, hier zum Nachschlagen:
  • Pteroglossus pluricinetus
  • Ramphestas tucanus
  • black headed parrot
  • Pteroglossus inscriptus
  • Conopias perva
  • Dacnis flaviventer
  • Tangera schrankii
  • und zum Abschluss auch noch ein bisschen deutsch:
  • Gelbkopfgeier
  • Tigerreiher und diverse grüne Amazonen.

Nach dem Frühstück geht es um 09:30 Uhr mit dem Kanu zurück in die Zivilisation. Vorher habe ich noch das Bedürfnis mich bei den Leuten der Lodge, inkl. Neiser für das Verhalten der Gruppe zu entschuldigen. Ich weiß zwar, dass ich nichts dafür kann, aber es war mir dennoch ein Bedürfnis. Und auch Neiser teilt meine Empfindung, denn laut seiner Aussage, war das die „schlimmste Gruppe“, die er jemals hatte..Echt beschämend. Vor allem wenn man dann von den Leuten dort gefragt wird, ob alle Deutsche so sind..
Na ja, wie auch immer mir hat es gut gefallen. Es ist ein sehr schöner Platz und ich denke ich habe das Beste daraus gemacht..
Wir machen noch einen kurzen Abstecher zu einer Stelle, wo Rohöl gefordert wird. Das ist ein ziemlich übeles Thema für den Dschungel hier. Das Öl verseucht das Grundwasser und vergiftet Mensch und Tier. Von dem geförderten Öl können lediglich maximal 10 % verwendet werden; der Rest ist "Abfall", der wie auf dem unteren Bild gezeigt, "entsorgt" wird. Die Indigenas bekommen die alten Chemietanks, um ihr Wasser aufzufangen und die Krebsrate hier ist sprunghaft in die Höhe gestiegen..Mir wurde echt schlecht, als ich diesen Ölsumpf hier gesehen habe, deshalb habe ich mich auch entschlossen, das Bild hier in meinem Blog zu veröffentlichen. Könnte mir nämlich schon vorstellen, dass es dem ein oder anderen nicht passen wird, dieses Bild im Netz zu finden..Aber solange der Rubel rollt, ist der Naturschutz und letztendlich auch der Schutz der lebenden Menschen Nebensache..Wo das hinführt, wird die Zukunft zeigen- meiner Ansicht nach, sitzen sie hier auf einem Pulverfass, dass jeden Moment explodieren kann..Von der Qualtiät der Rohre der Piplines will ich schon gar nicht mehr reden..

Auf dem Rückweg läuft mal wieder ein „Horrorfilm“ im Bus...Dieses Mal „Final Destination 5“...und das obwohl auch kleine Kinder im Bus sind..Außnahmsweise kann ich mal sagen, dass der Busfahrer dieses Mal nicht seinen eigenen Horrorfilm gedreht (bezüglich seines Fahrstiles); der war nämlich o.k..
Der nächste Aufreger lässt aber nicht lange auf sich warten..Nach einer knappen Stunde Fahrt müssen wir alle aus dem Bus aussteigen; unser Handgepäck wird kontrolliert und wir müssen samt Reisepass zum Registrieren antreten. Tja, was soll ich sagen, Madame Nike hat nichts anderes zu tun, als sich samt Reisepass und mit MP3- Player in den Ohren vor dem Militärposten aufzubauen und in die andere Richtung zu starren- wie ein trotziges Kind, dem man das Spielzeug weggenommen hat..Da ich keine Lust hatte, es mir mit den maschinenpistolengespickten Militärs zu versauen, so dass die uns vielleicht noch hier festhalten, führe ich eben die Kommunikation. Nebenbei wirft Nike noch motzig ins Gespräch ein, dass sie kein Spanisch versteht und hört lieber weiter ihren MP3 Player...Also manchen Leuten könnten man echt mit dem nackigen Arsch...usw...nöb?! Die machen schließlich auch nur ihren Job und wenn man ins Grenzgebiet zu Kolumbien fährt, dann weiß man, dass es zu verstärkten Kontrollen kommen kann...vor allem, wenn man soooo erwachsen sein will und und sowieso alles besser weiß..Aber genug davon. Wir mussten dann noch ein zweites Mal raus, wo alles kontrolliert wurde und gegen 22 Uhr sind wir dann in Quito angekommen.
Ich bin dann mit dem Taxi zu Alex in die Caldas Straße und habe hier quasi meine letzte Nacht in Quito verbracht...Und- wenigstens einer konnte lachen, als ich von den Erlebnissen vom Wochenende erzählt habe :-)...
Vielleicht hier der ein oder andere auch, wenn er sich meinen Gesichtsausdruck zu den „Tussis“ vorstellt :-)..
Konnte mich natürlich auch das ein oder andere Mal mit einem gesalzenen Kommentar nicht so ganz zurückhalten..ähmmm--ist ja auch ganz untypisch für mich :-)..Ich denke, das Schlimme ist, dass, wenn man sie einzeln für sich hatte, jede auf ihre Art nicht so verkehrt war-aber in der Gruppe und in dieser Umgebung waren sie so fehl am Platz, wie ich dank meiner Katzenallergie in einem Käfig voller Katzen wäre..

Hier eine kleine Bilderauswahl:
Blick auf meine Unterkunft

Birdwatching- Tower

Sonnenuntergang auf der Laguen vom Kanu aus

Skorpionspinne

den Namen weiß ich leider nicht: Marcel- it´s your turn :-)

Fischfressende Spinne

Langnasenfledermaus

na, wo ist der Frosch??

konnte mich noch nicht ganz entscheiden, ob ich Tarzan oder Jane bin ;-)

großer Fisch an der Angel- Piranha

eine gut getarnte Schwalmart?! Marcel?:-)

Romantico:-)

Blick vom Birdwatching-Tower in die Umgebung

die Guacamayo Ecolodge bei Sonnenschein


Nacho mit meiner Wasserflasche, die ich ihm dann freiwillig überlassen habe, nachdem er das Maul dran gehabt hat

Blick auf die Siona-Behausungen

Ananas

Nacho mit Lolli

Zubereitung von Yucabrot


die "normale Truppe": Raphaela, bekannt, Kristina


Schamanenritual


Nacho hat sich ein neues Opfer gesucht, nachdem ich auch beim zweiten Mal dann gestreikt habe :-)


Abendstimmung auf der Lagune

Regenbogenboa

So wird hier das Restöl entsorgt..da wird einem echt schlecht..

"meine singende" Empanadaverkäuferin (Busstopp)
 

3 Kommentare:

  1. Hola Krissi,
    also der Froschel ist ein Vertreter der Knickzehenlaubfrösche, ich tippe mal auf Scinax ruber.
    Der Schwalmvogel ist ein Urutau-Tagschläfer (Nyctibius griseus). Falls Du die anderen Arten aus Deinem Text auch willst, gib bescheid.Kommt dann per mail. Übrigens: So unaufmerksam liest Du meine Mails/Kommentare: den Crotophaga ani (Glattschnabelani)hast Du bereits auf Galapagos geknipst und mich gefragt...tsts, warum mach ich mir die Mühe wenn Du eh alles vergisst :o)
    GLG Marcel

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    1. Ach Marcellus: wollte doch nur schauen, ob Du auch aufpasst ;-)

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    2. ja genau....,
      dafür hab ich doch nen Chip......
      :o)

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