Nachdem ich heute auch wieder früh
aufgestanden, mache ich mich zunächst ans Packen, damit mein
Rucksack später auch fertig ist, wenn ich pünktlich auschecken
muss..Ich kenne mich ja schon ein bisschen länger und eins ist klar:
bei meiner To-Do Liste vor Abreise heute Morgen ist mir jetzt schon
klar- dass das später wieder eng wird.
Also- gesagt- getan. Ich hänge mich
nach dem Packen ans Telefon und sitze am Computer und checke
Möglichkeiten. Wie erwartet fliegt die Zeit nur so dahin und als mir
dann, nach dem ich dann eine andere Tour für Mulu gefunden habe, der
Veranstalter eröffnet, ich müsste heute noch zahlen wegen der
Flugbuchung, wird’s erst recht hektisch. Eigentlich wollte ich
gegen 11 Uhr los, da ich ja nicht weiß, wann das Bemo oder
Sammeltaxi losfährt. Wenn ich aber heute noch Geld auf der Bank des
Veranstalters einzahlen soll, muss ich diese erst mal finden in Kota
Kinabalu, denn ca. 5 % Kreditkartenaufschlag habe ich auch keine Lust
zu zahlen bei diesem größeren Betrag..Dann gehen erst mal die
Verständigungsprobleme los: denn es ist manchmal sehr schwierig
jemand ohne Mimik englisch sprechen zu hören, der die Sprache nicht
wirklich beherrscht..Roozbeh, der meine verzweifelten Bemühungen am
Telefon mitbekommt- fragt, als gute, treue Seele, ob er mir irgendwie
helfen kann. Daraufhin erwidere ich, dass jetzt wohl nur Valium hilft
:-)...Aber- das positive ist: er kennt sich mit Bankennamen bzw.
malayischen Banken aus, da er ja ein Konto bei einer solchen hat,
durch sein Wohnen und Arbeiten in Kuala Lumpur..Letztendlich bietet
er mir sogar an, das Geld per online banking zu überweisen und solle
ihm das Geld in bar geben..Aber auch für ihn wird die Zeit bald
knapp, da sein Flug gegen 13 Uhr geht...Ich bin sprachlos und
wiedermal happy..Roozbeh- zum 2. Mal Held des Tages :-) (Sorry, Roozbeh, ich weiß, dass Du das nicht mögen wirst, ABER ES MUSSTE SEIN!!). So überweist
er den Betrag flux und ich drücke ihm das Geld in die Hand. Da er
schon auf dem Sprung ist, tauschen wir noch schnell Handynummern aus,
damit ich ihm bescheid geben kann, ob die Transaktion geklappt hat
und dann entschwindet der Held des Tages nach einer kurzen, aber
herzlichen Verabschiedung..
Ich stürze mich in der Zwischenzeit
dann an die restlichen Unterlagen und bin dann gegen 12:30 Uhr
fertig- und das nicht nur in Bezug auf die Vorbereitungen gesehen..
So, nun, wenn ich im Bus sitze, wird es
Zeit zum Abschalten..
Aber- es ist alles erledigt, was ich
erledigt haben wollte und die nächsten Tage und Wochen soweit
organisiert. Inwiefern alles so bleibt- werden wir sehen. Täglich
werden die Karten neu gemischt..
Apropos Karte: meine SIM Karte von
Indonsien habe ich im Hostel gelassen. Vielleicht kann sie ja jemand,
der sich hier einquartiert gebrauchen und nutzt sie in Indonesien.
Ich hatte meinerseits „Glück“ und
fand gleich am ersten Tag zwei übrig gebliebene SIM-Karten von
Thailand und Vietnam. Wie brauchbar sie sind- wird sich noch zeigen
:-)..
Um 12:30 Uhr verlasse ich also das
Hostel und verabschiede mich für die nächsten 2 Wochen..Ich habe
den Busbahnhof noch nicht ganz erreicht, da hält ein Sammeltaxi,
welches sich auf dem Weg nach Ranau befindet, neben mir an. Da der
Preis und auch die Richtung stimmt, steige ich nahtlos ein und los
geht’s. Na, das hat ja auch super geklappt.
So kommt es, dass ich schon kurz vor 15
Uhr in der Rina Ria D´ville Lodge (welche sich nur 500m vom Eingang zum Kinabalu Nationalpark mit dazugehörendem gleichnamigen Gipfel entfernt befindet) bin, wo ich mich aus Kostengründen
in den Dorm eingebucht habe. Die Lady an der Anmeldung ist super nett
und es entspinnt sich schnell ein lockeres Gespräch.
Zunächst möchte ich aber meine
Umgebung und genauer gesagt, auch mein Weg morgen zum Anfang des
Trecks unter die Lupe nehmen und machte mich- heute bei bestem
Wetter- auf zum Eingangstor..Im Büro und Besucherzentrum bekomme ich
alle meine Fragen beantwortet und schaue mit einer Mischung aus
freudiger Erwartung, Respekt und nicht zuletzt mit einem ziemlich
mulmigen Gefühl den nächsten beiden Tagen entgegen. Immerhin hat
der Berg über 4000 m, die Quartiere sind ungeheizt (Heizung ging
kaputt) und soooo die Sportskanone bin ich ja auch nicht..Aber
andererseits bin ich mir auch sicher, dass ich super stolz sein werde
am Freitag, wenn ich das alles gewuppt habe :-)..Im Nachhinein muss
sagen, dass ich inzwischen ganz froh bin, dass ich einen Guide für
mich alleine habe. So brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben,
wenn ich im Schneckentempo den Berg hochschleiche und ansonsten
vielleicht das Gefühl haben müsste, jemanden zu behindern...
Gegen 16 Uhr bin ich dann wieder zurück
und nach einem kurzen Rundgang auf dem Gelände, setze ich mich auf
die Terrasse des kleinen Restaurants, welches zu dem Hotel gehört
und packe mein Netbook aus..Schreibe, lese..
Während meines hektischen Vormittags
hatte mich der nette ältere Herr vom Vormittag angerufen und noch
einmal ausdrücklich seine Einladung zum Besuch seiner Familie
wiederholt.
Inzwischen ist alle Hektik von mir
abgefallen und ich genieße den herrlichen Blick auf die umliegenden
Wälder und Berge.
Lustig ist, dass ich nun hier auf
meinem Bett sitze und den 12 Betten Dorm komplett für mich habe..Bin
schon ein Glückskind :-), denn ansonsten ist die Unterkunft hier wirklich nicht der Brüller...Aber- es ist ja nur für eine Nacht..
Werde jetzt gleich noch unter die
hoffentlich heiße Dusche springen (bereits hier wird es doch schon
empfindlich kühl) und dann werde ich noch umpacken dann mal früher
ins Bett gehen. So gegen 8 Uhr möchte ich nämlich meinen Guide
treffen, so dass wir genügend Zeit haben, den ersten anstrengenden
Tag hinter uns zu bringen..
Nun denn- so wünscht mir bitte „Berg
heil“ für die nächsten beiden Tage und gutes- d.h. trockenes
Wetter..
| Blick auf mein kleines Hotel für diese Nacht |
| Aussicht neben der Terrasse des Restaurants |
| Aussicht vom Hotel aus Richtung Tal |