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Dienstag, 12. Februar 2013

Ausflug nach Gili Air und Gili Trawangan und „Santai“ auf Gili Meno- 07.02.-10.02.2013

Während ich heute Morgen auf der Terrasse mein Frühstück genieße, kann ich zwei Vögel beobachten, die sich an den Blüten im Garten zu schaffen machen..Es sind natürlich keine Kolibris; wobei allerdings die Statur (was in der Natur der Sache liegt, da sie die gleiche Nahrungsquelle zu haben scheinen) diesen sehr ähnlich sehen. Wirklich nett anzusehen..
Mit lokalen Booten besteht auf den Gilis die Möglichkeit, zweimal am Tag zwischen den Inseln hin und her zu fahren..Daher geht es für mich am heutigen Tag nach Gili Air- denn, wenn ich schon mal hier bin, dann will ich natürlich auch alle drei Inseln gesehen haben.
Gili Air ist nur unwesentlich größer als Gili Meno, daher ist es völlig ausreichend, als ich kurz nach 10 Uhr am Morgen mit dem kleinen Boot dort an Land gehe. Für die Rückfahrt muss ich dann um 15 Uhr wieder am Boot sein.
Obwohl es- „natürlich“- nicht viel anders aussieht als auf Gili Meno, habe ich dennoch gleich das Gefühl, als sei die Stimmung hier irgendwie anders..Als ein Pferdewagen mit HUPE mich passiert, muss ich schmunzeln..Hier wird- aufgrund des fehlenden motorisierten Verkehrs, tatsächlich ALLES auf der Kutsche transportiert..Sogar Kühlschränke. Es ist wirklich erstaunlich, was diese kleinen, aber doch zähen Pferdchen alles hinter sich her schleppen..Letztens habe ich 3 Männer und eine Wagenladung voll mit vollen Wassergalonen entdeckt, als die Kutsche an mir vorbeizog..
Allerdings habe ich auch hier den „Haupthafen“ schnell hinter mir und befinde mich fast alleine auf meinem Rundgang um die Insel. Zwischendurch werde ich nur von zwei Männern zugelabert, die aber recht schnell begreifen, dass ich nicht sonderlich an ihrer Gesellschaft interessiert bin und das, haben sie schon mit dem zweiten Satz geschafft: „Are you married?“..Meine Antwort war dann nur, ob das denn eine Rolle spiele?..Ja, die Kultur hier ist und bleibt eben eine Andere..
Kurz darauf erregt ein Schild meine Aufmerksamkeit: „We have fresh fuckin bloody magic mushroom- one way ticket-never try, never know- enjoy- se u on the moon (nicht über die „englische Sprache“ wundern...hier in Indonesien hat man oftmals „anders geschriebenes Englisch“, da ja zumeist nicht in der Schule erlernt...Ich hätte mich fast direkt weggeschossen vor Lachen auf den Mond :-)..Soviel zum Thema: andere Länder, andere Sitten Teil II und die Strafen, die auf Drogen in Indonesien stehen..(aber vielleicht haben sie auch die Pilze hierunter noch nicht erfasst...).
Ich verbringe einen schönen und relaxten Tag auf Gili Air. Mein Hörbuch habe ich in der Tasche, so kann ich mich immer wieder am Strand niederlassen, auf die Wellen schauen und gemütlich meinem Buch lauschen. Gegen 15 Uhr geht es wieder zurück und ich freue mich schon auf die Stimmung in Gili Meno. Gerade nach diesem Besuch bin ich doppelt glücklich, Gili Meno gewählt zu haben. Es gefällt mir wirklich sehr gut hier und ich fühle mich pudelwohl. Zum Beispiel wurde mir von einem anderen Mitarbeiter des Hotels (wo ich am ersten Tag war und den Begrüßungsdrink erhielt, obwohl ich gar nicht geblieben bin) angeboten, doch jederzeit vorbeizukommen, um den Pool zu nutzen..Ich konnte es fast nicht glauben!! Sonst liest man überall Schilder mit „For Guests only“ und hier bietet man mir an, den Pool zu nutzen, obwohl ich noch nicht einmal danach gefragt habe...
Auch muss ich an dieser Stelle gestehen, dass ich nun schon seit Tagen, der Netzwerk nutze. Wenn der Wind günstig steht, habe ich mit WIFI Empfang bis in mein Zimmer. Es ist zu langsam für den Blog, aber für E-Mails reicht es. Nachdem ich gleich am 2. Tag dort war, um den Versuch zu starten, den Blog hochzuladen, wusste ich ja das Passwort und glücklicherweise haben sie es all die Tage nicht geändert..Also muss ich mich nicht extra in ein Restaurant setzen und was trinken- ich kann bequem E-Mails schreiben- von meiner Terrasse aus..Apropos Terrasse: seit ich nun auch schon desöfteren auf der Terrasse gesessen, gelesen und einfach den Vögeln um mich gelauscht habe, hat sich der Wunsch in mir noch mehr verfestigt, dass meine „neue“ Wohnung zumindest einen Balkon oder eben eine Terrasse haben muss, wo ich mich in den wenigen Tagen im Jahr bei uns, wo es möglich ist, nach draußen setzen kann..

Als ich zurück komme, treffe ich wieder auf Don und er begleitet mich auf ein Bier zum Essen. Ich schiebe nämlich um 16 Uhr schon Kohldampf und will nicht bis Abend warten. Nachdem Sudi mich ja nun schon kennt, erklärt sie sich auch zu dieser eher ungewöhnlichen Zeit bereit, mir was zu kochen. Don hat übrigens „das Innenleben“eines Zeltes auf seinem Bett aufgeschlagen. Als Schutz gegen Moskitos und, was natürlich auch ein interessanter Gedanke ist: durch den geschlossenen Boden- gegen Bedbugs..Er selbst hatte eine sehr unangenehme Begegnung mit diesen in Malaysia und möchte „den Spaß“ nie wieder haben..

Am nächsten Tag gönne ich mir einen kompletten Lesetag. Erstens ist das Buch spannend und zweitens hatte ich ja ausgehandelt, wenn ich das Buch zurückbringe, dass ich noch mal 40 % des Kaufpreises zurückbekomme- also quasi nur eine Leihgebühr zahle..Außerdem ist DAS das Beste für mein Gepäck- nämlich kein zusätzliches Gepäck :-)..
Den Morgen verbringe ich im Sand am Strand und kehre erst gegen Mittag auf meine Terrasse zurück, denn ab ca. 12 Uhr habe ich dann dort schon etwas Schatten. In der Sonne hält man es ruhig sitzend ohne Prise fast nicht aus :-)..
Am Abend- schon fast zum Ritual geworden :-), gehen Don und ich zu Sudi essen. Heute hat sie Garnelen vorrätig und wir bestellen uns beide Varianten, um sie dann brüderlich zu teilen. Don ist so ein interessanter Gesprächspartner und war schon in so vielen Plätzen der Erde, dass er mir viel erzählen und Tipps geben kann.
Leider reist er morgen früh ab—irgendwie wieder schade; hatte mich grade an ihn gewöhnt..

Nach dem Frühstück und als ich Don „tschüss“ sage, erzählt er mir noch eine lustige Story...Sudi hatte gemeint, dass wir beide verheiratet seien und sich gewundert, warum seine „Ehefrau“ hier bleibt, während er schon abreist..Wir beide haben herzlich gelacht und er ihr erklärt, dass er zwar eine Ehefrau habe, die aber in Japan sei und arbeite..Und das alles nur, weil wir Abends zusammen essen waren und uns gut unterhalten haben..
Nachdem ich von Don noch sein restliches Wasser „geerbt habe“, ist es auch schon Zeit zum Boot zu gehen, dass um 08:50 Uhr nach Gili Trawangan ablegt.
Dort habe ich bis 16 Uhr Zeit, bevor es wieder zurück geht. Die Insel ist die Größte, der 3 und die Touristischste. Als ich allerdings kurz nach 9 Uhr eintreffe, schläft die Partygemeinde wohl noch :-)..Auch hier spaziere ich rund um die Insel; wobei die meisten, die Leihe eines Fahrrades bevorzugen...Da es aber auch immer wieder Strecken mit „Tiefsand“ gibt, bin ich froh, mich für meine eigenen Füße entschieden zu haben..
Dass Gili Trawangan am Touristischsten ist, habe ich auch gleich „am eigenen Leib“ an 2 Dingen erfahren..Die Preise sind um Einiges höher als auf Meno und, als ich an einem Straßenstand einen Avocado-Saft kaufen möchte, behauptet die Verkauferin keinen mehr zu haben..Als ich allerdings keine 5 Minuten später an dem Stand vorbeikomme, sehe ich, wie sie gerade einen Avocado-Saft zubereitet (für eine Einheimische)..Tja, sie hatte wohl „Angst“ nicht genug zu verdienen, da ich den reellen Preis gesehen habe ( ¼ von dem, was man in den kleinen Restaurants zahlen muss) und hat darauf spekuliert, dass ich mich dann für eine andere Frucht entscheiden würde, wo sie dann einen anderen, nämlich viel höheren Preis verlangen kann...Ich habe dann nur im Vorbeigehen zu ihr gemeint: „Ahhh, the juice is only empty for tourists, hmm?“ Das konnte ich mir dann doch nicht verkneifen..
Aber das Leben ist zu kurz, um sich zu ärgern und so habe ich mich dann wieder gefreut, als ich die vertrauten Häuschen vor der Küste Gili Menos entdeckt habe.
Gäste auf Gili Meno zahlen übrigens auch ein bißchen mehr, wenn sie per Boot zu den jeweiligen Restaurants an der Küste gebracht werden, da diese „die Schlepper“ :-) für das Bringen der Touris bezahlen müssen..
Als ich heute zu meinem Bungalow komme, ist es dort irgendwie still..Ist irgendwie komisch, dass Don nicht mehr da ist..Sonst waren wir immer gleich in ein Gespräch verwickelt, wenn er oder ich zu unseren jeweiligen Bungalows zurück kamen..
Da ich nun langsam hungrig wurde, bin ich zu Sudi, die mir auch netterweise- mal wieder außer der Reihe- etwas gekocht hat. Sie macht übrigens auch ganz phantastische Kokosmilchshakes, die ich auch immer mal zwischendrin geschlürft habe..
Übrigens hat sich heute auch noch mal Made per SMS gemeldet, wie es mir denn ginge und wie mir Gili Meno gefällt..Er ist inzwischen mit Roswitha in Kalimantan- im indonesischen Teil von Borneo.

Mein letzter Tag auf Gili Meno beginnt wieder mit knallblauem Himmel, einem leckeren Frühstück und sehr viel Sonne..Da kann man echt ins Schwitzen kommen :-)..
Ich lese den Roman von Vicki Baum zu Ende, der mich sehr gefesselt hat. Diese Frau hatte eine phänomenale Beobachtungsgabe! So viele, kleine Details, die sie in dem Buch beschreibt und nachdem man das Buch gelesen hat, hat man tatsächlich das Gefühl die Mentalität bzw. das Wesen und die Gebräuche der Menschen etwas besser erfassen zu können. Obwohl das Buch um die Zeit des beginnenden 20igsten Jahrhunderts spielt, scheint mir noch Vieles heute aktuell. Auch heute ist der Glaube der Menschen durchsetzt von Göttern, Geistern und Dämonen. Es war spannend zu erfahren, wie jedes Zucken der Gesichtsmuskulatur beim Tanz eine Bedeutung hat; jedes Rollen mit den Augen; jede Bewegung mit den Händen..Auch über die tiefverwurzelte Liebe zu ihren Hähnen, dem Hahnenkampf und natürlich dem Wetten- weiß ich jetzt etwas mehr ;-)..Das Buch hier zu lesen war die beste Idee seit Langem- es rundet mein Bali-Erlebnis auf charmante Weise ab..Auch lässt es einen nun besser verstehen, warum so viele Menschen damals den Selbstmord erwählt hatten, als das Fürstenhaus „sich der Übermacht der Holländer ergeben musste“...
Nun sitze ich gegen Abend an meinem PC und habe den ganzen Tag- bis auf zwei kleinere Näharbeiten- verbummelt: gelesen, Hörbuch gehört, Milchshakes geschlürft..
Es ist einfach wundervoll in diesem herrlich grünen Garten mit all den Schmetterlingen, Vögeln und bunten Blumen zu sitzen..Den Duft des Frangipanibaumes in meiner Nase..
Das war mal richtig schön gemütlich.

Nach einer erfrischenden Dusche bin ich dann zu Sudi. Zuerst konnte ich sie nicht entdecken, aber dann bog sie um die Ecke (sie muss mich kommen gesehen haben) und begrüßt mich mit: „What happen?“ und einem  breiten Grinsen..Und ich sagte zu ihr: „I´m hungry :-)“..Da hat sie gelacht und mir mein Abendessen gekocht. Ein phantastisch gutes Gemüse- Curry mit Reis...Da hätte ich mich echt reinsetzen können...

Entgegen jeglicher Wetterberichte übrigens hat es hier nicht einen einzigen Tag geregnet. Wir haben immer nur das Donnern gehört und die Blitze über Lombok gesehen, das die meiste Zeit gegen Nachmittag in dicke Wolken gehüllt war..
Gili Air

Gili Air

Gili Air


Luftwurzeln auf Gili Air

Ausblick von Gili Air auf Gili Meno

Gili Air

Gili Air

Gili Air

manchmal genügt schon ein kühles Getränk und die Meerbrise um glücklich zu sein ;-)

Gili Air

Gili Air

Nett hergerichtete "Balen" (nun weiß ich die Bezeichnung :-))

Hühner- hergerichtet für den Transport

Blick auf Gili Meno vom Boot aus

Don und ich (schön glänzend mit Sonnencreme und Insektenschutz) bei Sudi



Gili Trawangan



Gili Trawangan

Gili Trawangan



Na, DAS ist ja mal ne Ansage (Gil Air--aber auch ähnliche Schilder auf Gili Trawangan)

Fisch- oder Garnelenreusen auf Gili Trawangan

Gili Trawangan


Gili Trawangan- auch hier gab es einsame Strände zu finden, wenn man nur genau hinschaut :-)


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