Mit lokalen Booten besteht auf den
Gilis die Möglichkeit, zweimal am Tag zwischen den Inseln hin und
her zu fahren..Daher geht es für mich am heutigen Tag nach Gili Air-
denn, wenn ich schon mal hier bin, dann will ich natürlich auch alle
drei Inseln gesehen haben.
Gili Air ist nur unwesentlich größer
als Gili Meno, daher ist es völlig ausreichend, als ich kurz nach 10
Uhr am Morgen mit dem kleinen Boot dort an Land gehe. Für die
Rückfahrt muss ich dann um 15 Uhr wieder am Boot sein.
Obwohl es- „natürlich“- nicht viel
anders aussieht als auf Gili Meno, habe ich dennoch gleich das
Gefühl, als sei die Stimmung hier irgendwie anders..Als ein
Pferdewagen mit HUPE mich passiert, muss ich schmunzeln..Hier wird-
aufgrund des fehlenden motorisierten Verkehrs, tatsächlich ALLES auf
der Kutsche transportiert..Sogar Kühlschränke. Es ist wirklich
erstaunlich, was diese kleinen, aber doch zähen Pferdchen alles
hinter sich her schleppen..Letztens habe ich 3 Männer und eine
Wagenladung voll mit vollen Wassergalonen entdeckt, als die Kutsche
an mir vorbeizog..
Allerdings habe ich auch hier den
„Haupthafen“ schnell hinter mir und befinde mich fast alleine auf
meinem Rundgang um die Insel. Zwischendurch werde ich nur von zwei
Männern zugelabert, die aber recht schnell begreifen, dass ich nicht
sonderlich an ihrer Gesellschaft interessiert bin und das, haben sie
schon mit dem zweiten Satz geschafft: „Are you married?“..Meine
Antwort war dann nur, ob das denn eine Rolle spiele?..Ja, die Kultur
hier ist und bleibt eben eine Andere..
Kurz darauf erregt ein Schild meine
Aufmerksamkeit: „We have fresh fuckin bloody magic mushroom- one
way ticket-never try, never know- enjoy- se u on the moon (nicht über
die „englische Sprache“ wundern...hier in Indonesien hat man
oftmals „anders geschriebenes Englisch“, da ja zumeist nicht in
der Schule erlernt...Ich hätte mich fast direkt weggeschossen vor
Lachen auf den Mond :-)..Soviel zum Thema: andere Länder, andere
Sitten Teil II und die Strafen, die auf Drogen in Indonesien
stehen..(aber vielleicht haben sie auch die Pilze hierunter noch
nicht erfasst...).
Ich verbringe einen schönen und
relaxten Tag auf Gili Air. Mein Hörbuch habe ich in der Tasche, so
kann ich mich immer wieder am Strand niederlassen, auf die Wellen
schauen und gemütlich meinem Buch lauschen. Gegen 15 Uhr geht es
wieder zurück und ich freue mich schon auf die Stimmung in Gili
Meno. Gerade nach diesem Besuch bin ich doppelt glücklich, Gili Meno
gewählt zu haben. Es gefällt mir wirklich sehr gut hier und ich
fühle mich pudelwohl. Zum Beispiel wurde mir von einem anderen
Mitarbeiter des Hotels (wo ich am ersten Tag war und den
Begrüßungsdrink erhielt, obwohl ich gar nicht geblieben bin)
angeboten, doch jederzeit vorbeizukommen, um den Pool zu nutzen..Ich
konnte es fast nicht glauben!! Sonst liest man überall Schilder mit
„For Guests only“ und hier bietet man mir an, den Pool zu nutzen,
obwohl ich noch nicht einmal danach gefragt habe...
Auch muss ich an dieser Stelle
gestehen, dass ich nun schon seit Tagen, der Netzwerk nutze. Wenn der
Wind günstig steht, habe ich mit WIFI Empfang bis in mein Zimmer. Es
ist zu langsam für den Blog, aber für E-Mails reicht es. Nachdem
ich gleich am 2. Tag dort war, um den Versuch zu starten, den Blog
hochzuladen, wusste ich ja das Passwort und glücklicherweise haben
sie es all die Tage nicht geändert..Also muss ich mich nicht extra
in ein Restaurant setzen und was trinken- ich kann bequem E-Mails
schreiben- von meiner Terrasse aus..Apropos Terrasse: seit ich nun
auch schon desöfteren auf der Terrasse gesessen, gelesen und einfach
den Vögeln um mich gelauscht habe, hat sich der Wunsch in mir noch
mehr verfestigt, dass meine „neue“ Wohnung zumindest einen Balkon
oder eben eine Terrasse haben muss, wo ich mich in den wenigen Tagen
im Jahr bei uns, wo es möglich ist, nach draußen setzen kann..
Als ich zurück komme, treffe ich
wieder auf Don und er begleitet mich auf ein Bier zum Essen. Ich
schiebe nämlich um 16 Uhr schon Kohldampf und will nicht bis Abend
warten. Nachdem Sudi mich ja nun schon kennt, erklärt sie sich auch
zu dieser eher ungewöhnlichen Zeit bereit, mir was zu kochen. Don
hat übrigens „das Innenleben“eines Zeltes auf seinem Bett
aufgeschlagen. Als Schutz gegen Moskitos und, was natürlich auch ein
interessanter Gedanke ist: durch den geschlossenen Boden- gegen
Bedbugs..Er selbst hatte eine sehr unangenehme Begegnung mit diesen
in Malaysia und möchte „den Spaß“ nie wieder haben..
Am nächsten Tag gönne ich mir einen
kompletten Lesetag. Erstens ist das Buch spannend und zweitens hatte
ich ja ausgehandelt, wenn ich das Buch zurückbringe, dass ich noch
mal 40 % des Kaufpreises zurückbekomme- also quasi nur eine
Leihgebühr zahle..Außerdem ist DAS das Beste für mein Gepäck-
nämlich kein zusätzliches Gepäck :-)..
Den Morgen verbringe ich im Sand am
Strand und kehre erst gegen Mittag auf meine Terrasse zurück, denn
ab ca. 12 Uhr habe ich dann dort schon etwas Schatten. In der Sonne
hält man es ruhig sitzend ohne Prise fast nicht aus :-)..
Am Abend- schon fast zum Ritual
geworden :-), gehen Don und ich zu Sudi essen. Heute hat sie Garnelen
vorrätig und wir bestellen uns beide Varianten, um sie dann
brüderlich zu teilen. Don ist so ein interessanter Gesprächspartner
und war schon in so vielen Plätzen der Erde, dass er mir viel
erzählen und Tipps geben kann.
Leider reist er morgen früh
ab—irgendwie wieder schade; hatte mich grade an ihn gewöhnt..
Nach dem Frühstück und als ich Don
„tschüss“ sage, erzählt er mir noch eine lustige Story...Sudi
hatte gemeint, dass wir beide verheiratet seien und sich gewundert,
warum seine „Ehefrau“ hier bleibt, während er schon abreist..Wir
beide haben herzlich gelacht und er ihr erklärt, dass er zwar eine
Ehefrau habe, die aber in Japan sei und arbeite..Und das alles nur,
weil wir Abends zusammen essen waren und uns gut unterhalten haben..
Nachdem ich von Don noch sein
restliches Wasser „geerbt habe“, ist es auch schon Zeit zum Boot
zu gehen, dass um 08:50 Uhr nach Gili Trawangan ablegt.
Dort habe ich bis 16 Uhr Zeit, bevor es
wieder zurück geht. Die Insel ist die Größte, der 3 und die
Touristischste. Als ich allerdings kurz nach 9 Uhr eintreffe, schläft
die Partygemeinde wohl noch :-)..Auch hier spaziere ich rund um die
Insel; wobei die meisten, die Leihe eines Fahrrades bevorzugen...Da
es aber auch immer wieder Strecken mit „Tiefsand“ gibt, bin ich
froh, mich für meine eigenen Füße entschieden zu haben..
Dass Gili Trawangan am Touristischsten
ist, habe ich auch gleich „am eigenen Leib“ an 2 Dingen
erfahren..Die Preise sind um Einiges höher als auf Meno und, als ich
an einem Straßenstand einen Avocado-Saft kaufen möchte, behauptet
die Verkauferin keinen mehr zu haben..Als ich allerdings keine 5
Minuten später an dem Stand vorbeikomme, sehe ich, wie sie gerade
einen Avocado-Saft zubereitet (für eine Einheimische)..Tja, sie
hatte wohl „Angst“ nicht genug zu verdienen, da ich den reellen
Preis gesehen habe ( ¼ von dem, was man in den kleinen Restaurants
zahlen muss) und hat darauf spekuliert, dass ich mich dann für eine andere Frucht entscheiden würde, wo sie dann einen anderen, nämlich viel höheren Preis verlangen kann...Ich habe dann nur im Vorbeigehen zu ihr gemeint: „Ahhh,
the juice is only empty for tourists, hmm?“ Das konnte ich mir dann
doch nicht verkneifen..
Aber das Leben ist zu kurz, um sich zu
ärgern und so habe ich mich dann wieder gefreut, als ich die
vertrauten Häuschen vor der Küste Gili Menos entdeckt habe.
Gäste auf Gili Meno zahlen übrigens
auch ein bißchen mehr, wenn sie per Boot zu den jeweiligen
Restaurants an der Küste gebracht werden, da diese „die Schlepper“
:-) für das Bringen der Touris bezahlen müssen..
Als ich heute zu meinem Bungalow komme,
ist es dort irgendwie still..Ist irgendwie komisch, dass Don nicht
mehr da ist..Sonst waren wir immer gleich in ein Gespräch
verwickelt, wenn er oder ich zu unseren jeweiligen Bungalows zurück
kamen..
Da ich nun langsam hungrig wurde, bin
ich zu Sudi, die mir auch netterweise- mal wieder außer der Reihe-
etwas gekocht hat. Sie macht übrigens auch ganz phantastische
Kokosmilchshakes, die ich auch immer mal zwischendrin geschlürft
habe..
Übrigens hat sich heute auch noch mal Made per SMS gemeldet, wie es mir denn ginge und wie mir Gili Meno gefällt..Er ist inzwischen mit Roswitha in Kalimantan- im indonesischen Teil von Borneo.
Mein letzter Tag auf Gili Meno beginnt
wieder mit knallblauem Himmel, einem leckeren Frühstück und sehr
viel Sonne..Da kann man echt ins Schwitzen kommen :-)..
Ich lese den Roman von Vicki Baum zu
Ende, der mich sehr gefesselt hat. Diese Frau hatte eine phänomenale
Beobachtungsgabe! So viele, kleine Details, die sie in dem Buch
beschreibt und nachdem man das Buch gelesen hat, hat man tatsächlich
das Gefühl die Mentalität bzw. das Wesen und die Gebräuche der
Menschen etwas besser erfassen zu können. Obwohl das Buch um die
Zeit des beginnenden 20igsten Jahrhunderts spielt, scheint mir noch
Vieles heute aktuell. Auch heute ist der Glaube der Menschen
durchsetzt von Göttern, Geistern und Dämonen. Es war spannend zu
erfahren, wie jedes Zucken der Gesichtsmuskulatur beim Tanz eine
Bedeutung hat; jedes Rollen mit den Augen; jede Bewegung mit den
Händen..Auch über die tiefverwurzelte Liebe zu ihren Hähnen, dem Hahnenkampf und natürlich dem Wetten- weiß ich jetzt etwas mehr
;-)..Das Buch hier zu lesen war die beste Idee seit Langem- es rundet
mein Bali-Erlebnis auf charmante Weise ab..Auch lässt es einen nun
besser verstehen, warum so viele Menschen damals den Selbstmord
erwählt hatten, als das Fürstenhaus „sich der Übermacht der
Holländer ergeben musste“...
Nun sitze ich gegen Abend an meinem PC
und habe den ganzen Tag- bis auf zwei kleinere Näharbeiten-
verbummelt: gelesen, Hörbuch gehört, Milchshakes geschlürft..
Es ist einfach wundervoll in diesem
herrlich grünen Garten mit all den Schmetterlingen, Vögeln und
bunten Blumen zu sitzen..Den Duft des Frangipanibaumes in meiner
Nase..
Das war mal richtig schön gemütlich.
Nach einer erfrischenden Dusche bin ich dann zu Sudi.
Zuerst konnte ich sie nicht entdecken, aber dann bog sie um die Ecke
(sie muss mich kommen gesehen haben) und begrüßt mich mit: „What
happen?“ und einem breiten Grinsen..Und ich sagte zu ihr: „I´m hungry :-)“..Da hat sie
gelacht und mir mein Abendessen gekocht. Ein phantastisch gutes
Gemüse- Curry mit Reis...Da hätte ich mich echt reinsetzen
können...
| Gili Air |
| Gili Air |
| Gili Air |
| Luftwurzeln auf Gili Air |
| Ausblick von Gili Air auf Gili Meno |
| Gili Air |
| Gili Air |
| Gili Air |
| manchmal genügt schon ein kühles Getränk und die Meerbrise um glücklich zu sein ;-) |
| Gili Air |
| Gili Air |
| Nett hergerichtete "Balen" (nun weiß ich die Bezeichnung :-)) |
| Hühner- hergerichtet für den Transport |
| Blick auf Gili Meno vom Boot aus |
| Don und ich (schön glänzend mit Sonnencreme und Insektenschutz) bei Sudi |
| Gili Trawangan |
| Gili Trawangan |
| Gili Trawangan |
| Na, DAS ist ja mal ne Ansage (Gil Air--aber auch ähnliche Schilder auf Gili Trawangan) |
| Fisch- oder Garnelenreusen auf Gili Trawangan |
| Gili Trawangan |
| Gili Trawangan- auch hier gab es einsame Strände zu finden, wenn man nur genau hinschaut :-) |
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