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Mittwoch, 27. Februar 2013

Ein Tag für die Historie und Kultur von Sabah, dem Land hinter dem Wind- 26.02.2013

Auch heute Morgen falle ich gegen 7 Uhr aus dem Bett und versuche noch so viel zu regeln als möglich. Nachdem ich mit mehreren Anbietern geschrieben und telefoniert habe (Gunung Mulu Nationalpark), sowie mit der Verwaltung des Parkes, habe ich entschieden hier eine Tour zu machen, da so der Transport und alles gesichert ist, zudem man für die Pinnecles sowieso vorbuchen MUSS, da nur eine gewisse Menge an Leuten pro Tag zugelassen ist. Die Tour, die mir angeboten wurde, umfasst auch den Besuch der Niah- Höhle, was ich gerne machen möchte und es sind bereits 3 Personen gebucht, so dass ich heute Morgen noch schnell das „o.k.“ meinerseits gebe, dass wir mit der Bezahlung usw. alles klarmachen können, da ich noch Morgen früh in KK bin und ich mir so die höherpreisige Überweisung mit der Kreditkarte sparen kann..
Also, wieder gegen 10 Uhr verlasse ich das Hostel und gehe zum Plaza Wawasan, was einen ca. 25 minütigen Fußweg bedeutet. U.a. von hier steuern die Busse, die außerstädtischen Ziele an und auch den Flughafen.
Dank der lieben Rosnani im Hostel finde ich meinen Bus auch recht schnell und nach einer kurzen Rücksprache im Bus, kann ich mir dann auch sicher sein, im richtigen Bus zu sitzen..
Diese beantwortet mir nämlich ein Mann so um die 60ig, da mich ringsum nur recht ratlose Gesichter anschauen. Er setzt sich auch gleich neben mich und meint, ich solle mir keine Gedanken machen, er zeigt mir, wo ich auszusteigen habe..Mit Dr. Ihsan Ahmad entwickelt sich auch sehr schnell ein anregendes Gespräch und innerhalb kürzester Zeit habe ich seine Telefonnummer und die Einladung ihn doch mal bei seiner Familie zu besuchen..
Wenn ich es einrichten kann, werde ich das wahrscheinlich auch wirklich machen..Es ist ja immer super, wenn man diese „authentischen“ Treffen mit den Menschen eines Landes hat- auch wenn das bedeutet: auf dem harten Boden zu sitzen und das Essen mit den Fingern zu essen...(wobei das jetzt nicht für Ihsan und seine Familie unbedingt gelten muss: er war nämlich auch schon in den USA und spricht richtig gut englisch).
Nachdem er mir noch den „richtigen“ Preis für die Busfahrt und eine Beschreibung, wie ich das Museum finde, hinterlassen hat, hüpfe ich aus dem Bus. Na, das ging ja mal einfach und schnell. Das Längste war mal wieder die Wartezeit im Bus, bis dieser sich gefüllt hatte- aber auch diese Zeit verging da, bei nettem Gespräch, sehr schnell.
Die folgenden knapp 6 Stunden bin ich dann im Sabah Museum (http://museum.sabah.gov.my/) unterwegs..Dieses besteht aus Außenanlagen und auch natürlich Ausstellungen in den verschiedenen Gebäuden. Dieses Museum, ist wie das Mari Mari Cultural Village, ein guter Einstieg in die Historie und Kultur Sabah´s. Und ich mag ja den Mix zwischen Erkundung, Wanderung, Inseln, Strand, Dschungel und Museen und Kultur total gerne. Wie so Vielem, macht es hier für mich DER MIX :-). Das ist wie im Leben: man braucht immer mehrere Zutaten, damit „alles rund“ läuft...Und zur Zeit, habe ich, trotz der etwas angespannten (natürlich selbst verursachten Zeitlage) einen guten Mix für mich gefunden. Fühle mich zur Zeit rundum zufrieden und hoffe, dass der Zustand noch etwas anhält. Ich weiß schon, bin Realist genug, dass so ein Zustand nicht für immer und ewig anhält..Aber a.) darf man ja mal ein bisschen träumen und b.) ist es doch schön, dass man das überhaupt mal sagen kann- völlig egal, WIE lange der Zustand anhält. Mir geht dazu ein Satz von der „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ im Kopf herum: „Wo bin ich?“- „Hier!“ und „Wieviel Uhr haben wir?“- „Jetzt!“..Und damit bringt es dieses Buch auf den Punkt: Lebe, im hier und jetzt. Die Vergangenheit kannst Du nicht mehr ändern und was die Zukunft bringt, das kannst Du nicht wissen..
Und es ist wirklich so..Wenn man eine solche Zufriedenheit ausstrahlt, dann gelingen die Dinge wesentlich leichter..Nach nämlich einem total netten Gespräch mit Paul vom Tabin Wildlife Resort, hat dieser spontan beschlossen mich zu unterstützen und mir- nach dem er wohl sein Management belatschert hat- ein- für „Tabinverhältnisse“ wahnsinnig tolles Angebot gemacht..Bin heute Morgen fast vom Stuhl gefallen, als ich es gelesen habe und freue ich mich so wie Bolle darüber..Es gibt wirklich wirklich wahnsinnig nette Menschen und Paul gehört dazu..Liegt vielleicht am Namen- gell Babbe ;-)
Und auch Roozbeh hat mich gestern angesprochen, ob ich schon immer so relaxt war beim reisen..Musste ziemlich lächeln..DAS Wort „relaxt“ im Kontext mit mir, hört sich immer noch etwas befremdlich an..Aber- ich habe ihm natürlich wahrheitsgemäß geantwortet, dass das natürlich eine längere Entwicklung war und das es immer noch (viel zu oft) Situationen gibt, wo ich meine Geduld verliere. Das Training ist noch lange nicht beendet..Aber es stimmt wirklich: ich hatte in den letzten Monaten so viele Situationen, mit denen ich früher anders umgegangen wäre..Vieles bringt mich jetzt gar nicht mehr aus der Fassung: sei es, dass sich Ameisen an meinem Essen vergnügen, oder ich mit einem „Petzauge“ über die hygienischen Bedingungen der kleinen Warungs hinwegsehe, über Essen von Garnelen mit samt der Schale, Füßen, Kopf etc. etc. Die Liste würde sich jetzt wohl ziemlich ausführlich erweitern lassen..
Habe das Gefühl, dass ich schon wieder/immer noch eine neue Sicht auf viele Dinge bekommen habe..An dieser Stelle musste ich schon oft an das arme Tinchen denken, dass sich so manche Zickenattacke meinerseits auf dem Jakobsweg antuen musste..DA würde ich HEUTE, vieles ANDERS machen...Aber, die positive Nachricht ist: ICH BIN AUF DEM RICHTIGEN WEG! Denn nicht nur ich spüre den Wind der Veränderung, sondern auch Andere...
So, nun aber zurück zum Thema:
In diesem 1984 eröffneten Museum können in einem Gebäudekomplex Objekte der Archäologie, Geschichte, Ethnografie, feine Textilarbeiten und auch naturkundliche Objekte besichtigt werden. Die Beschriftung ist zumeist in malayisch und englisch, so dass man sich nicht nur mit dem Anschauen der Objekte begnügen muss, sondern sich auch noch ein bisschen Backround- Wissen anlesen kann..
Zu den Außenanlagen gehören mehrere künstliche Dörfer: Langhäuser, Wasserdörfer, sowie die Darstellung der Feldbebauung, Kokospflanzennutzung etc..Außerdem habe ich heute gelernt, dass der im Wari Wari Village gezeigte Tanz, den Namen Tarian Maguna Tip-Tanz, trägt..Auch stelle ich immer wieder erstaunt fest, dass die Menschen hier echt ÜBERALL schlafen können..Wiederholt schrecke ich durch mein Auftauchen Menschen aus dem Tiefschlaf auf (z.B. in den Langhäusern, wo sich einige auf die blanken Bretter zum Schlafen gelegt haben: was mir persönlich ja UNVORSTELLBAR ist..Nach 5 Minuten würden mir schon alle Kräten wehtun..Geschweige denn: EINSCHLAFEN..). Oder im islamischen Museum- welches auch mit der gleichen Eintrittskarte besuchen konnte- fällt mir der arme junge Mann vor Schreck, da er auf seinem Stuhl eingeschlafen war, beinahe beim Aufwachen, als er mich registriert VOM Stuhl..
Ein kleiner Kräutergarten und eine kleine Bilderausstellung informieren über Heil- und Nutzpflanzen und zusätzlich, den Kontext verstehe ich zwar nicht ganz, sind auch noch Oldtimer und alte Eisenbahnwaggons ausgestellt..
Gegen kurz vor 17 Uhr verlasse ich das Museum. Den Kopf voller Input und begebe mich zu der Bushaltestelle. Und wieder habe ich Glück- ich warte keine 2 Minuten, da kann ich schon in den nächsten Bus hüpfen..
So komme ich noch rechtzeitig, um die letzten Sonnenstrahlen an der Waterfront genießen zu können. Die letzten beiden Tage war das Wetter- nicht wie bei der Nasenaffen- und Leuchtkäferkatastrophe toll, d.h. Sonnen-Wolken-Mix und trocken..
Daher packe ich noch mein Buch aus, dass ich dann heute fertiglesen möchte und sitze gemütlich auf einer Bank am Wasser und lese eine gute Stunde. Als es beginnt dunkel zu werden, mache ich mich auf den Rückweg und beschließe, da ich von Roozbeh auch keine Telefonnummer habe und wir nichts Festes vereinbart haben (er war heute im Mt. Kinabalu Nationalpark wandern), schon gleich auf dem Weg was zu essen, um Zeit zu sparen. Denn heute Abend muss ich mich mal um mein Couchsurfing, die verbleibenden e-mails, die Fertigplanung der nächsten Tage und und und kümmern, damit ich es vielleicht Morgen schaffe, gegen 11 Uhr los zu kommen..
Ich entscheide mich für in einer Art Butterteig gebratene Garnelen am Stück in einer süß- saueren Soße mit Reis. Dazu ordere ich Sambal, da es mir nun inzwischen schon manchmal nicht scharf genug ist..
Als ich dann gegen viertel vor acht im Hostel auflaufe, sehe ich Roozbeh und Sue und noch 2 Backpacker in der Kneipe vor dem Hostel sitzen..Als mir Roozbeh dann auch noch eröffnet, dass er auf mich gewartet hat, wegen dem Abendessen, sterbe ich dann fast vor schlechtem Gewissen, als ich ihm beichten muss, dass ich schon gegessen habe..
Ich will ihn dann wenigstens begleiten, das lehnt er aber kategorisch ab..Schätze mal, er weiß, wie viel ich heute noch zu wuppen habe..
Also, nichts wie unter die Dusche und weiter geht’s..Beim Lesen meiner E-Mails habe ich dann eine Enttäuschung: die Tour mit den 3 Personen kann ich nicht machen. Diese 3 wollen keine weitere Person in der Gruppe...So ein Mist- jetzt beginnt um 21 Uhr Abends die neue Recherche...Die ich dann auch gegen 0 Uhr aufgebe..
Ich will ins Bett und so mache ich es dann auch :-)..

P.S.: Fotos gibt´s heute keine, da das Fotografieren im Museum verboten ist!

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