Auch heute Morgen falle ich gegen 7 Uhr
aus dem Bett und versuche noch so viel zu regeln als möglich.
Nachdem ich mit mehreren Anbietern geschrieben und telefoniert habe
(Gunung Mulu Nationalpark), sowie mit der Verwaltung des Parkes, habe
ich entschieden hier eine Tour zu machen, da so der Transport und
alles gesichert ist, zudem man für die Pinnecles sowieso vorbuchen
MUSS, da nur eine gewisse Menge an Leuten pro Tag zugelassen ist. Die
Tour, die mir angeboten wurde, umfasst auch den Besuch der Niah-
Höhle, was ich gerne machen möchte und es sind bereits 3 Personen
gebucht, so dass ich heute Morgen noch schnell das „o.k.“
meinerseits gebe, dass wir mit der Bezahlung usw. alles klarmachen
können, da ich noch Morgen früh in KK bin und ich mir so die
höherpreisige Überweisung mit der Kreditkarte sparen kann..
Also, wieder gegen 10 Uhr verlasse ich
das Hostel und gehe zum Plaza Wawasan, was einen ca. 25 minütigen
Fußweg bedeutet. U.a. von hier steuern die Busse, die
außerstädtischen Ziele an und auch den Flughafen.
Dank der lieben Rosnani im Hostel finde
ich meinen Bus auch recht schnell und nach einer kurzen Rücksprache
im Bus, kann ich mir dann auch sicher sein, im richtigen Bus zu
sitzen..
Diese beantwortet mir nämlich ein Mann
so um die 60ig, da mich ringsum nur recht ratlose Gesichter
anschauen. Er setzt sich auch gleich neben mich und meint, ich solle
mir keine Gedanken machen, er zeigt mir, wo ich auszusteigen
habe..Mit Dr. Ihsan Ahmad entwickelt sich auch sehr schnell ein
anregendes Gespräch und innerhalb kürzester Zeit habe ich seine
Telefonnummer und die Einladung ihn doch mal bei seiner Familie zu
besuchen..
Wenn ich es einrichten kann, werde ich
das wahrscheinlich auch wirklich machen..Es ist ja immer super, wenn
man diese „authentischen“ Treffen mit den Menschen eines Landes
hat- auch wenn das bedeutet: auf dem harten Boden zu sitzen und das
Essen mit den Fingern zu essen...(wobei das jetzt nicht für Ihsan
und seine Familie unbedingt gelten muss: er war nämlich auch schon
in den USA und spricht richtig gut englisch).
Nachdem er mir noch den „richtigen“
Preis für die Busfahrt und eine Beschreibung, wie ich das Museum
finde, hinterlassen hat, hüpfe ich aus dem Bus. Na, das ging ja mal
einfach und schnell. Das Längste war mal wieder die Wartezeit im
Bus, bis dieser sich gefüllt hatte- aber auch diese Zeit verging da,
bei nettem Gespräch, sehr schnell.
Die folgenden knapp 6 Stunden bin ich
dann im Sabah Museum (http://museum.sabah.gov.my/) unterwegs..Dieses besteht aus Außenanlagen und
auch natürlich Ausstellungen in den verschiedenen Gebäuden. Dieses
Museum, ist wie das Mari Mari Cultural Village, ein guter Einstieg in
die Historie und Kultur Sabah´s. Und ich mag ja den Mix zwischen
Erkundung, Wanderung, Inseln, Strand, Dschungel und Museen und Kultur
total gerne. Wie so Vielem, macht es hier für mich DER MIX :-). Das
ist wie im Leben: man braucht immer mehrere Zutaten, damit „alles
rund“ läuft...Und zur Zeit, habe ich, trotz der etwas angespannten
(natürlich selbst verursachten Zeitlage) einen guten Mix für mich
gefunden. Fühle mich zur Zeit rundum zufrieden und hoffe, dass der
Zustand noch etwas anhält. Ich weiß schon, bin Realist genug, dass
so ein Zustand nicht für immer und ewig anhält..Aber a.) darf man
ja mal ein bisschen träumen und b.) ist es doch schön, dass man das
überhaupt mal sagen kann- völlig egal, WIE lange der Zustand
anhält. Mir geht dazu ein Satz von der „Der Pfad des friedvollen
Kriegers“ im Kopf herum: „Wo bin ich?“- „Hier!“ und
„Wieviel Uhr haben wir?“- „Jetzt!“..Und damit bringt es
dieses Buch auf den Punkt: Lebe, im hier und jetzt. Die Vergangenheit
kannst Du nicht mehr ändern und was die Zukunft bringt, das kannst
Du nicht wissen..
Und es ist wirklich so..Wenn man eine
solche Zufriedenheit ausstrahlt, dann gelingen die Dinge wesentlich
leichter..Nach nämlich einem total netten Gespräch mit Paul vom
Tabin Wildlife Resort, hat dieser spontan beschlossen mich zu
unterstützen und mir- nach dem er wohl sein Management belatschert
hat- ein- für „Tabinverhältnisse“ wahnsinnig tolles Angebot
gemacht..Bin heute Morgen fast vom Stuhl gefallen, als ich es gelesen
habe und freue ich mich so wie Bolle darüber..Es gibt wirklich
wirklich wahnsinnig nette Menschen und Paul gehört dazu..Liegt
vielleicht am Namen- gell Babbe ;-)
Und auch Roozbeh hat mich gestern
angesprochen, ob ich schon immer so relaxt war beim reisen..Musste
ziemlich lächeln..DAS Wort „relaxt“ im Kontext mit mir, hört
sich immer noch etwas befremdlich an..Aber- ich habe ihm natürlich
wahrheitsgemäß geantwortet, dass das natürlich eine längere
Entwicklung war und das es immer noch (viel zu oft) Situationen gibt,
wo ich meine Geduld verliere. Das Training ist noch lange nicht
beendet..Aber es stimmt wirklich: ich hatte in den letzten Monaten so
viele Situationen, mit denen ich früher anders umgegangen
wäre..Vieles bringt mich jetzt gar nicht mehr aus der Fassung: sei
es, dass sich Ameisen an meinem Essen vergnügen, oder ich mit einem
„Petzauge“ über die hygienischen Bedingungen der kleinen Warungs
hinwegsehe, über Essen von Garnelen mit samt der Schale, Füßen,
Kopf etc. etc. Die Liste würde sich jetzt wohl ziemlich ausführlich
erweitern lassen..
Habe das Gefühl, dass ich schon
wieder/immer noch eine neue Sicht auf viele Dinge bekommen habe..An
dieser Stelle musste ich schon oft an das arme Tinchen denken, dass
sich so manche Zickenattacke meinerseits auf dem Jakobsweg antuen
musste..DA würde ich HEUTE, vieles ANDERS machen...Aber, die
positive Nachricht ist: ICH BIN AUF DEM RICHTIGEN WEG! Denn nicht nur
ich spüre den Wind der Veränderung, sondern auch Andere...
So, nun aber zurück zum Thema:
In diesem 1984 eröffneten Museum
können in einem Gebäudekomplex Objekte der Archäologie,
Geschichte, Ethnografie, feine Textilarbeiten und auch naturkundliche
Objekte besichtigt werden. Die Beschriftung ist zumeist in malayisch
und englisch, so dass man sich nicht nur mit dem Anschauen der
Objekte begnügen muss, sondern sich auch noch ein bisschen
Backround- Wissen anlesen kann..
Zu den Außenanlagen gehören mehrere
künstliche Dörfer: Langhäuser, Wasserdörfer, sowie die
Darstellung der Feldbebauung, Kokospflanzennutzung etc..Außerdem
habe ich heute gelernt, dass der im Wari Wari Village gezeigte Tanz,
den Namen Tarian Maguna Tip-Tanz, trägt..Auch stelle ich immer
wieder erstaunt fest, dass die Menschen hier echt ÜBERALL schlafen
können..Wiederholt schrecke ich durch mein Auftauchen Menschen aus
dem Tiefschlaf auf (z.B. in den Langhäusern, wo sich einige auf die
blanken Bretter zum Schlafen gelegt haben: was mir persönlich ja
UNVORSTELLBAR ist..Nach 5 Minuten würden mir schon alle Kräten
wehtun..Geschweige denn: EINSCHLAFEN..). Oder im islamischen Museum-
welches auch mit der gleichen Eintrittskarte besuchen konnte- fällt
mir der arme junge Mann vor Schreck, da er auf seinem Stuhl
eingeschlafen war, beinahe beim Aufwachen, als er mich registriert
VOM Stuhl..
Ein kleiner Kräutergarten und eine
kleine Bilderausstellung informieren über Heil- und Nutzpflanzen und
zusätzlich, den Kontext verstehe ich zwar nicht ganz, sind auch noch
Oldtimer und alte Eisenbahnwaggons ausgestellt..
Gegen kurz vor 17 Uhr verlasse ich das
Museum. Den Kopf voller Input und begebe mich zu der Bushaltestelle.
Und wieder habe ich Glück- ich warte keine 2 Minuten, da kann ich
schon in den nächsten Bus hüpfen..
So komme ich noch rechtzeitig, um die
letzten Sonnenstrahlen an der Waterfront genießen zu können. Die
letzten beiden Tage war das Wetter- nicht wie bei der Nasenaffen- und
Leuchtkäferkatastrophe toll, d.h. Sonnen-Wolken-Mix und trocken..
Daher packe ich noch mein Buch aus,
dass ich dann heute fertiglesen möchte und sitze gemütlich auf
einer Bank am Wasser und lese eine gute Stunde. Als es beginnt dunkel
zu werden, mache ich mich auf den Rückweg und beschließe, da ich
von Roozbeh auch keine Telefonnummer habe und wir nichts Festes
vereinbart haben (er war heute im Mt. Kinabalu Nationalpark wandern),
schon gleich auf dem Weg was zu essen, um Zeit zu sparen. Denn heute
Abend muss ich mich mal um mein Couchsurfing, die verbleibenden
e-mails, die Fertigplanung der nächsten Tage und und und kümmern,
damit ich es vielleicht Morgen schaffe, gegen 11 Uhr los zu kommen..
Ich entscheide mich für in einer Art
Butterteig gebratene Garnelen am Stück in einer süß- saueren Soße
mit Reis. Dazu ordere ich Sambal, da es mir nun inzwischen schon
manchmal nicht scharf genug ist..
Als ich dann gegen viertel vor acht im
Hostel auflaufe, sehe ich Roozbeh und Sue und noch 2 Backpacker in
der Kneipe vor dem Hostel sitzen..Als mir Roozbeh dann auch noch
eröffnet, dass er auf mich gewartet hat, wegen dem Abendessen,
sterbe ich dann fast vor schlechtem Gewissen, als ich ihm beichten
muss, dass ich schon gegessen habe..
Ich will ihn dann wenigstens begleiten,
das lehnt er aber kategorisch ab..Schätze mal, er weiß, wie viel
ich heute noch zu wuppen habe..
Also, nichts wie unter die Dusche und
weiter geht’s..Beim Lesen meiner E-Mails habe ich dann eine
Enttäuschung: die Tour mit den 3 Personen kann ich nicht machen.
Diese 3 wollen keine weitere Person in der Gruppe...So ein Mist-
jetzt beginnt um 21 Uhr Abends die neue Recherche...Die ich dann auch
gegen 0 Uhr aufgebe..
Ich will ins Bett und so mache ich es
dann auch :-)..
P.S.: Fotos gibt´s heute keine, da das Fotografieren im Museum verboten ist!
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