Da sich an meinem Rucksack ein paar Fäden beginnen zu
lösen, bringt Huan meinen Rucksack heute Morgen zunächst erst mal
zum Schneider.
Da in diesem Dorf immer noch einige Menschen Elefanten
besitzen, nutze ich hier mal die Gelegenheit zu einem Elefantenritt.
Das Interessante daran ist, dass wir in den See gehen..
Der Elefant, auf dem ich unterwegs bin, ist 42 Jahre
alt und wurde als Jungtier gefangen und hier gezähmt. Soweit ich es
beurteilen kann, läuft das hier etwas weniger touristisch als in den
anderen Plätzen, wo ich vorher war und da ich die Elefanten grasten
bedächtig in der Sonne, bis es Arbeit für sie gab..
Ich hatte ganz vergessen, wie hoch man auf einem
Elefanten sitzt...und Bildermachen..nun ja: eher nicht so gut :-)..Es
schaukelt nämlich auch noch ganz schön :-)..Aber es war wirklich
cool: vor allem, als wir in den See gegangen und ein bisschen
geschwommen sind und der Elefant immer wieder brustend seinen Rüssel
als Schnorchel benutzt hat :-)..Total lustig.
Auch habe ich hier das erste Mal so etwas wie
Albinowasserbüffel gesehen, da man hier natürlich auch in Scharen
antrifft. Die Menschen versorgen sich hier selbst mit Nahrung und
bauen daher auf dem fruchtbaren Boden Reis an.
Im Anschluss gab es erst einmal vietnamesisches Brot
(also- französisches Baquette :-)) und vietnamesischen Kaffee. Dabei
wird das starke Aroma des vietnamesischen Kaffees durch die Zugabe
von gezuckerter Kondensmilch und der individuellen
Zubereitung erreicht, die in ganz Vietnam ein beliebtes Ritual ist.
Dazu wird geriebener Kaffee in einen speziellen Metallfilter
gegeben, der auf einer Schale mit reichlich gezuckerter
Kondensmilch aufsitzt. Der Filter wird mit kochendem Wasser
übergossen, von wo der Kaffee langsam in die Schale tropft. Der
Kaffee wird dann vorsichtig mit der Kondensmilch verrührt und man
erhält so den unglaublich aromatischen, molligen
und wunderbar süßen cafe sua da. Die meisten Vietanmesen bevorzugen
ihren cafe sua da in einem großen Glas mit Eiswürfeln und es gibt
kaum eine bessere Art, Eiskaffee zu genießen.
Vietnamesischer Kaffee ist allerdings nichts für schwache Nerven,
denn er ist wesentlich stärker als der Kaffee, den man in westlichen
Ländern gewöhnt ist (Beschreibung der Webpage
http://www.reisenvietnam.com/specials/vietnamesischer-kaffee
entnommen: ich hätte es kaum besser beschreiben können :-)).
In Jun besuchen wir nun den lokalen Markt und mit Huan
an meiner Seite, kann ich mir nun auch mal das ein oder andere
erklären lassen, was es so zu sehen gibt.
Allerdings blutet hier mal wieder mein Tierfreundherz
massiv, wenn man die ganzen lebenden Fische in winzigen, mit etwas
Wasser gefüllten Gefäßen sieht oder noch schlimmer, „um Luft
ringende“ Fische auf dem Trockenen..Oder die Kröten, die einfach
am Hinterleib zusammengebunden sind und- versuchen sie zu entkommen,
so werden sie mit Gewalt wieder zurück in die Schale geknallt.
Gott sei Dank gibt es auch etwas Angenehmes für´s
Auge: nämlich die Berge an frischem Gemüse und bisher war mir auch
nicht so klar, dass es so viele Sorten Auberginen gibt..Allerdings
bin ich hier bei den kleinen, runden Auberginen, die zum Essen
gereicht werden, inzwischen sehr vorsichtig geworden. Denn meistens
werden sie mit Fischsoße gereicht und DIE, treibt mir noch jetzt die
Gänsehaut über den Körper, wenn ich an meinen 1. Versuch
denke..bääääh..
Wieder zurück auf dem Motorrad geht es zunächst durch
Reisfelder, wo im Moment Erntezeit ist und auf meinen Wunsch halten
wir auch bei einer Ziegelfabrik.
Diese werden durch eine Maschine in die richtige Form
gegossen und dann zunächst luftgetrocknet. Danach geht es weiter in
den Ofen, wo sie orange-rot gebrannt werden. Um ein rundherum
gleichmäßiges Brennen zu gewährleisten, werden in den
Zwischenräumen weitere Brennmaterialen (sie sehen ein bisschen aus
wie Aspalt?!) gesteckt.
Danach sind die Ziegel bereit zum Verkauf.
Überall finden sich Überbleibsel der französischen
Kolonialisierung. So sehe ich auf unserem Weg eine katholische
Kirche. Besonderheit hier: Eine Kirche mit Stelzen, um sie so besser
gegen die unterschiedlichen Pegelstände der Flüsse und des Sees zu
wappnen. Laut Huan, ist noch ein Großteil der Minderheiten hier,
katholischen Glaubens. Auch sieht man hier in der Gegend europäisch
anmutende Gräber stehen, was wohl diese Aussage unterstützt.
Allerdings sehen wir heute auch viele, radikal
abgeholzte Gegenden. Wie zumeist werden die Hänge entwaldet, um so
mehr Land für die Bauern zu schaffen. An Morgen, Bodenerosion oder
Ähnliches denkt HEUTE leider wohl noch keiner. Vielleicht mangelt es
auch an der nötigen Bildung und dem nötigen Wissen.
Pünktlich gegen 14 Uhr fängt es an zu regnen und als
wir den Dray Sap Wasserfall erreichen, regnet es immer noch. Dieser
Wasserfall befindet sich ca. 12 km von Buon Ma Thuột entfernt in
einem Dschungelgebiet und auf dem Weg dort hin sieht man rechts und
links eine Menge Cashew-Nuss-Bäume.
Meinen Besuch dort halte ich, aufgrund des Regens,
kurz, auch wenn es ein recht schöner Wasserfall ist, der mich an
seiner Abbruchkante etwas an einen Wasserfall in Island erinnert.
Dieser hatte nämlich auch diese wie aneinandergeklebte Pommes Frites
(natürlich in schwarzem Gestein :-)) aussehenden Felsblöcke..
Dank des Regens wimmelte es hier nämlich von Moskitos
und auch von den schön anzusehenden schwarz-weißen Moskitos
(Stegomyia aegypti), die das Dengue- Fieber übertragen..Also, Grund
genug für mich, das Weite zu suchen :-)..
Als wir im anschließenden Restaurant einen Kaffee
genossen, erhielt ich einen Anruf von der lieben Andrea und so konnte
ich die Zeit, bis der Regen aufhörte wahrlich gut nutzen :-)..
Von dort ging es dann schnurstracks in unser Hotel in Buon Ma Thuot, die Hauptstadt der Provinz Dak Lak. Nach einer
Dusche, haben wir uns dann noch zum Abendessen getroffen und sind im
Anschluss noch über einen nächtlichen Gemüsemarkt geschlendert.
Dabei wurden wir Zeuge eines Mopedunfalls. Mich wundert
ja bis heute, dass bei der Fahrweise hier nicht mehr passiert. Der
Unfall war deswegen etwas tragisch, da ein Baby involviert war.
Zumindest konnte aber jeder hinterher noch ausstehen, so dass es
vielleicht für alle Beteiligten glimpflich ausgegangen ist..
Hier in Vietnam ist es übrigens üblich, dass zu jedem
Essen kostenlos Tee gereicht wird. Oft ist es ein Kräuter- oder
grüner Tee. Manchmal erwischt man dann aber auch Jasmin- Tee, der
für mich persönlich so schmeckt, als würde ich Parfüm trinken
:-)..
Abschließend bleibt für heute nur noch eines zu
sagen:
An alle Mütter: ALLES GUTE&LIEBE ZUM MUTTERTAG
:-)!!
(130 km)
| ...unsere Luxusunterkunft :-).. |
| Ausblick am Morgen ;-) |
| überall wird Reis getrocknet |
| ..und Ordnung muss schließlich sein :-) |
| Jepp- verdammt weiter weg nach unten.. |
| Vietnamesischer Eiskaffee |
| Wie wär´s mit Kröte zum Mittagessen?? |
| Bambus in mundgerechten Portionen |
| ...oder doch lieber Hühnerkopf??.. |
| ...na, das ist doch mal ein Lächeln, was?!.. |
| ...äh- ne, ich nehm dann doch lieber den Schweinekopf.. |
| Erntezeit.. |
| auf dem Gelände der Ziegelfabrik...die an der Luft getrockneten Ziegelreihen.. |
| besagte Maschine, welche den Ziegeln ihre Form gibt.. |
| Dray Sap Wasserfall |
| ...auf dem Weg "zurück nach hause".. |
| ...und wohin er auf dem Weg ist, will ich lieber nicht nachdenken...;-) |
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