Nach dem schönen Wochenende war Montag
dann wieder mehr im Sinne des Spanischlernens und Dinge des
alltäglichen Lebens erledigen angesagt..
Dienstag hatte ich dann Vormittags
Unterricht und bin von dort aus dann direkt in die Altstadt (ca.
50-55 Minuten zu Fuß), wo ich mich dann mit Astrid am Museo el
cuidad getroffen habe (www.museocuiodadquito.gov.ec).
Hier haben wir dann für 3 Dollar
Eintritt sogar noch eine Führung auf Englisch erhalten von einer
sehr süssen Ecuadorianerin, die sich pausenlos entschuldigt hat,
dass ihr Englisch so schlecht ist...Was es nicht war. Wäre froh, ich
könnte schon so gut Spanisch sprechen. Bin grad immer ein bißchen
neidisch auf all die Leute, die ich hier treffe, die 6-8 Jahre
Spanisch in der Schule und/oder beim Studium hatten..Man wird hier so
oft angesprochen von den Leuten (die sind hier wirklich sehr
kommunikativ) und mir tut es immer so leid, dass ich keine richtige
Konversation zustande bringe oder nur einen Bruchteil von dem
verstehe, was sie einem erzählen oder fragen. Astrid, die jetzt
gerade von Kolumbien gekommen ist, ist total begeistert von den
Leuten in Ecuador. Sie meinte in Kolumbien wäre das ganz anders
gewesen. Viel reservierter und die meisten Leuten waren die ganze
Zeit darauf aus, „die Gringas“ abzuzocken..
Na ja- zurück zum Museum. Also, wer
mal hierher kommen sollte, der sollte sich dieses bei entsprechender
Zeitoption wirklich ansehen. Sehr schön gemachtes Museum mit Liebe
zum Detail. In den unterschiedlichen Räumen werden die
unterschiedlichen Jahrzehnte mit detailgetreuen Nachbauten
dargestellt. In dem Gebäude, in dem früher auch mal ein Krankenhaus
war, würde es bei Nacht in der kleinen Kapelle spuken (im Sinne von
unerklärliche Geräusche, usw.). Hat Alex erzählt bekommen- ist
quasi wie in ähnlichen Gebäuden, wo so viele Menschen gestorben
sind—es gibt Geschichten.
Im Anschluss bin ich mit Astrid noch
etwas durch die Altstadt geschlendert und ich habe eine Art
Nachspeise probiert. Allerdings konnten wir beide nicht herausfinden,
was wir da gegessen haben. Es gab einen Becher, in den Becher wurden
Erbeeren eingefüllt. Darauf kam eine weiße Creme und ganz obenauf
Sahne mit einem Spritzer Schokosoße.
Also ich konnte keinen großen
Unterschied schmecken zwischen Sahne und Creme: wahrscheinlich gab´s
keinen:-)?? Vielleicht wurde die weiße Creme mit 3,5 % iger Milch
gemacht und dann eben die Sahne??
Na ja- es wird wahrscheinlich zu den
ungelösten Rätseln der Menschheit hinzugefügt werden..
Heute war ich mit Alex noch zum
Mittagessen in einem ecuadorianischen Restaurant, wo es dann das
typische „almuerza“ gab: eine Suppe, einen Saft und ein
Hauptgericht.
Ich finde es immer noch faszinierend,
dass hier zu allem Reis gegessen wird:
Bsp.: Lasagne und Reis als Beilage.
Dabei ist der Reis aber purer Reis ohne Sosse oder Ähnliches. Es ist
für die Leute hier völlig unverständlich, wenn man nach mehr Sosse
fragt—weil: es gibt doch Reis dazu???
Noch ein kleines Detail zum Thema
Essen: ich hatte doch mal ein Bild der fritierten Schweinehäute
online gestellt. Diese Schweinehaut findet sich auch immer wieder als
„Fettklumben“ in Suppern, Eintöpfen u.ä..Alex konnte mir
erklären, woher das kommt (ich liebe ja solche kleinen Details ;-)).
Als die Spanier Südamerika eroberten, machten Sie die Indios zur
unteren Gesellschaftsschicht. Mit den Spaniern kamen die Schweine als
Nahrungsgrundlage. Tja- und was soll man sagen: die Spanier aßen das
Gute des Schweins: nämlich sein Fleisch und für die Indios blieben
dann nur noch die Reste- wie z.B. die
Schweinhaut..und diese
jahrhundertelange- zunächst aus der Not geborene- Esskultur hat sich
eben bis heute gehalten..
Außerdem hatten wir für heute Abend
abgemacht, ins Kino zu gehen. Die Idee stammte von Sam- meinem
Mitschüler aus Colorado. Im Süden Quitos, im Theatro Mexico haben
sie im Juli die Aktion an drei Mittwochen einen deutschen Film mit
spanischem Untertitel zu zeigen.
Hierzu mussten wir am Abend mit dem Bus
ca. 25 Minunten in die Südstadt fahren.
Und allein DAS- war echt ein Erlebnis.
Also, eins ist mal mehr als klar: Platzangst und Berührungsängste
waren da heute absolut fehl am Platz. Die Busse sind am Abend so
brechend voll, dass es an jeder Haltestelle zugeht wie auf dem
Rugbyfeld. Ein Handgemenge folgt dem nächsten. Wir haben es
tatsächlich erst in den vierten Bus an der Haltestelle geschafft,
weil alle anderen so berstend voll waren und wir gar nicht erst in
den Bus gekommen sind oder von einer Horde wild gewordener Ecuadorianer überrannt worden sind. Von Rücksicht und Freundlichkeit war hier jedenfalls keine Spur.. Als wir dann drin waren, brauchten wir uns
wenigstens keine Gedanken zu machen irgendwie umzufallen—dazu war
kein Platz. Und- ich glaube ich brauche auch nicht zu erwähnen, das wir die einzigen Ausländer im Bus waren ;-P..
Wir hatten uns an der Haltestelle mit
Sam verabredet- dem es allerdings genauso ging. Daher war er fast 20
Minuten zu spät und so dann zogen wir los, um das Kino zu suchen.
Da diese Gegend um die Uhrzeit nicht
ungefährlich ist (der Süden von Quito ist ärmer, niedrigere Mieten, noch mehr ärmere Menschen), konnten wir nur zu Fuss los, weil wir zu viert
waren. Allein wäre immer das Taxi das Mittel zur Wahl gewesen.
Darauf hatte mich German und auch Alex extra hingewiesen. Wir haben
es- mit Verspätung- dann auch noch bis ins Kino geschafft. Und was
kam für ein Film: DAS WUNDER VON BERN! Ich hab mich fast
wegschmissen. Weggeschmissen hat sich Melanie während des halben
Films dann, indem sie ständig gegiggelt hat: Der redet ja wie Du!!
Klar, wenn die Lauterer Spieler- allen voran Fritz Walter was zum
Besten gegeben haben—dann war des wie dehäm!! Tja, man kann noch
so weit fahren—irgendwie findet einen die Heimat doch immer wieder
;-)..
Im Anschluss sind wir dann wieder mitm
Bus zurück gefahren und da die Mädels so nen Hunger hatten, waren
wir noch in El Mariscal was essen bzw. ich was mittrinken. Auch hier wurden wir vorm Aussteigen wieder von einem Einheimischen gewarnt, uns am besten mit unseren Kapuzen etwas zu tarnen und nicht zu sprechen, bis wir zwei Blocks weiter auf der Hauptverkehrsstrasse angekommen sind- um uns nicht direkt als Gringas zu verraten und zum eventuellen Ziel eines Überfalles zu machen...Also auf Dauer wär mir das hier echt zu anstrengend :-/...
Im Restaurant haben wir
uns dann ziemlich verquatscht, weil´s so gemütlich war..Tja- und so
bin ich nun via Taxi erst nach 12 Uhr nach hause gekommen..Da ich
aber noch so fit war, habe ich noch diese Zeilen verfasst..Nun sollte
ich aber langsam in die Heia---ist schon viertel vor eins und gegen
halb sieben heißt es schon wieder „bienvenida
dia nueve“..
also- bis dahin,
LG Krissi
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