Am Morgen treffe ich mich mit Ben und
André. Inzwischen ist die Entscheidung gefallen, dass ich für ein
paar Tage bei die beiden auf´s Boot gehe. Ich muss zwar meine
Unterkunft in Neiafu weiter bezahlen, aber ich denke, dass das eine
schöne Chance ist, etwas mehr von der Inselgruppe zu sehen und hier
habe ich im Endeffekt auch nur für die Verpflegung zu zahlen.
Außerdem wurde ich heute Nacht schon
wieder dermaßen zerstochen, dass es echt zum Schreien ist. Ich habe
im Laufe der Nacht allein in meinem Zimmer 4 Moskitos gekillt. Wenn
ich zurück komme, muss ich irgendwie mein Netz in diesem Zimmer
installieren...Wenn ich schon gedacht habe, dass meine Reaktion auf
die Stiche in Galapagos mehr ist, als ich normal kenne, dann kann ich
zu Tonga nur noch sagen: sind das alles „Killerinsekten“? Am Ende
des Tages bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, die
aussehen, wie bei einem ganz üblen Sonnenbrand. Und- auf einem Boot
gibt es nun mal keine Moskitos..Was für eine Scheiße, ich habe noch
nie solch extreme Reaktionen gehabt..Vielleicht benutzen die Leute
hier mehr Gift, um die Moskitos zu bekämpfen: keine Ahnung..
Zunächst kaufen wir in dem
verschlafenen Hafenstädtchen den Proviant, im Anschluss packe ich
meine Sachen, wobei ich einen Teil in meiner Unterkunft lasse und
gegen 11:30 Uhr geht’s dann auf´s Boot. Der Katamaran liegt hier
ganz ruhig im Wasser und es ist total schön, die kleinen Inselchen
vorbeiziehen zu sehen. Wir verbringen einen ganz relaxten Tag auf
Wasser mit Lesen, Musik hören und ein bisschen Schwimmen zur
Erfrischung.
Ben kocht sehr lecker und sie treffen
hier einen Freund, den sie seit 3 Jahren nicht mehr gesehen haben.
Lukas ist auch Brasilianer und reist nun samt Segelboot mit seiner
Frau Sandra und den beiden Kindern (Grundschulalter) durch die Welt.
Den Unterricht für die Kinder übernehmen sie selbst. Ein Leben wie
ich es mir nie vorstellen könnte..Aber dafür bin ich wohl zu viel
Beamter..
Mit einem Blick auf meine zerstochenen
Beine meint Lukas, ob ich nicht ein Antihistaminikum nehmen will..Das
sehe ja gefährlich aus, nicht dass mir aufgrund einer allergischen
Reaktion noch die Luftröhre zuschwillt...Daraufhin meint Ben, dass
ich ihnen bitte den Gefallen tun soll, nicht hier auf dem Boot zu
sterben..
Na ja, also entschließe ich mich beim
zu Bett gehen, wieder ein Antihistaminikum einzuwerfen. Wirklich das
Einzige, was ich nicht in meiner Reiseapotheke hatte, war
Antihistaminikum, da ich das bisher noch nie gebraucht habe..Ich habe
jetzt nur noch ein Rest von einer Handvoll Tabletten noch von
Galapagos, wo Nicole mir diese gegeben hat..Aber, wenn das mit den
Stichen so weiter geht, werde ich wohl irgendwo in eine Apotheke
gehen müssen und mir welche besorgen. Selbst André sagt, dass er
solch eine Reaktion noch nie gesehen hat und die Beiden kommen ja
wirklich viel rum..
Heute Nacht wache ich wieder kurz nach
3 Uhr auf und draußen ist ein richtiges Lichter meer. Etwas entfernt
tobt ein kleiner Tropensturm..Ein interessantes Naturereignis..
| Aufenthaltsraum :-) |
| Unser Kapitän: André |
| Sundowner |
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