Der Morgen startet relaxt gegen 07:30
Uhr. Ich bin positiv überrascht, dass ich noch mal so lange
eingeschlafen bin und fühle mich einigermaßen erholt..Mein
juckenden Moskitostiche allerdings auch. Den Blasen geht es auch
weiterhin gut. Kann echt nur hoffen, dass ich es größtenteils
vermeiden kann, hier noch mal übermäßig gestochen zu werden..Okay-
also ist weiter ignorieren angesagt.
Heute Morgen gibt es erst mal eine
leckere heiße Schokolade, die ich auf dem Gasofen zubereite. Nun
weiß ich quasi auch, wie man Gas bedient..Man lernt ja bekanntlich
nie aus.
Sowieso ist hier alles so anders. Bin
ja das erste Mal auf so einem Boot. Lukas meint dann auch zu mir, wie
glücklich ich sein kann, denn normalerweise, um solch ein Boot zu
chartern, kostet es 3000 Dollar pro Tag- zwar auf 6-8 Personen
verteilt, aber immer noch immens viel—jedenfalls für meinen
Geldbeutel. Wenn man nämlich das ein oder andere Boot hier sieht,
dann weiß man auch, dass sich diese Leute keine Gedanken über Geld
machen müssen..
Der Name des Bootes ist übrigens
Saravá. Ich überlege zunächst schnorcheln zu gehen- verzichte dann
aber aufgrund der großen Blase auf meinem Fußrücken darauf. Die
Flossen würden wohl eher wenig zur Heilung beitragen und Meerwasser
enthält eben auch eine Menge Bakterien und ich will mir es für
nächsten Mo nicht „verkacken“...Denn dann geht die Waltour los.
So genieße ich es, einfach ein bisschen in meinem Reiseführer zu
lesen, selbst zum übermäßig viel Fotos machen bin ich zu
faul..:-).
Zum Mittagessen bereitet Ben ein
leckeres Mittagessen mit selbstgefangenem Thunfisch und den
restlichen Nudeln von gestern. Ben kocht wirklich richtig gut. Das
ist hier auch sein Job on Board- neben natürlich einer Menge anderer
Arbeiten. Er ist 31 und freut sich nun sehr, wenn diesen Donnerstag
nach 7 Monaten seine Ehefrau an Bord kommt..Das ist echt eine
verdammt lange Zeit. Letztes Jahr haben sie sich, glaube ich nur ein
paar Mal im Jahr gesehen; aber das hat wohl ein Ende, denn er will
sich nun zur Ruhe setzen und mit einem Boot um die Welt
schippern..Zusammen mit seiner Frau..In Rente mit 31- auch nicht
schlecht. Auf die Frage, wie er das finanziert meint er nur: „Auf
einem Boot braucht man nicht zu viel Geld zum Leben...“. Ben hat
übrigens holländische Wurzeln. Was man bei ihm auch gut optisch
sehen kann..
Am Nachmittag gehen wir mit dem Beiboot
an Land und erlaufen ein bisschen Kapa-Island.
Dabei kommen wir in ein Dorf, das
wirklich sehr geordnet und sauber aussieht für „Inselverhältnisse“.
Zurück an Bord ruft André plötzlich:
„Hey, ich sehe die Wale. Sollen wir raus?“.
Natürlich wollen/sollen wir raus. Also
nichts wie ab ins Beiboot. Ich habe schlauerweise meine Kamera im
Boot gelassen, denn wir fliegen so schnell mit dem kleinen
Schlauchboot über Wasser, dass ich beide Hände voll zu tun habe,
nicht ein ungeplantes Walschwimmen hinzulegen. Und dann sehen wir
sie: einfach atemberaubend. Eine Gruppe von ca. 5-6 Tieren, die sehr
schnell unterwegs sind. Wir haben wirklich Mühe ihnen zu folgen.
Ben, der übrigens auch Divemaster ist, erklärt, dass es sich
hierbei um ein Paarungsritual handelt: mehrere Männchen verfolgen
ein Weibchen. Zumeist den ganzen Tag. Das ist auch der Grund, warum
sie so schnell unterwegs sind..Wir können sie atmen hören und sehen
immer wieder den Rücken und die Flosse abtauchen. Und zur Krönung
des Tages sehen wir auch noch einen Sprung..Vor einiger Zeit haben
Ben und André ganz tolle Erlebnisse mit den Walen gehabt. Ben hat
ein Unterwasservideo gedreht, wo sie zusammen mit Weibchen und ihrem
Jungen im Wasser waren. Und das für ca. eine Stunde..Und das Beste
war, als die Wale auf André zugeschwommen sind..Denn normalerweise
sollst Du Dich immer an der Seite befinden..
Da wurde es selbst André etwas mulmig.
Letztendlich sind sie dann nur 1,5-2 Meter an ihm vorbeigeschwommen
und zwar die Mutter links und ihr Kalb rechts von ihm..
Auf dem Rückweg begleiten uns
fliegende Fische zurück ans Boot.
Zurück an Bord können wir wieder
einen herrlichen Sonnenuntergang an Bord genießen...
| Ausblick von unserem Boot aus.. |
| das kleine Dörfchen |
| Ben war irgendwie noch in Tahiti :-) |
| keine Ahnung, was in DIESER Kokusnuss drin war??!! |
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