Aktuelle Zeit bei mir :-)

Montag, 8. Oktober 2012

Auf nach Tongatapu-08.10.2012

Heute Morgen läuft die Kirche zu neuer Höchstleistung auf. Die Glocken läuten um 04:40 Uhr..Na, wenn das mal keine christliche Zeit ist ;-(..Übrigens läuten um diese Zeit nicht nur die Glocken- nein, man hört bereits Gesang aus der Kirche..Keine Ahnung, wer Lust hat, um diese Zeit zur Kirche singen zu gehen??
Na ja, gegen 5:20 Uhr muss ich sowieso aufstehen. Habe heute Morgen den „frühen Flug“ mit Chatham Pacific um 08:15 Uhr. Und wie alles auf Tonga, geht es hier sehr gemächlich zu. Ich muss erst eine Stunde vor Abflug zum Einchecken dort sein. Was mich im Nachhinein auch nicht wundert- denn: es gibt weder Personen- noch Gepäckkontrollen. Das einzige was geprüft wird, ist das Gewicht. Aber auch damit nehmen sie es nicht allzu genau.
Nachdem also quasi jedes Gepäckstück einfach nur ein rosanes Bändchen bekommen hat, geht es in den Warteraum. Und das war´s! Ich kann´s ja fast nicht glauben..Kann mich nicht erinnern, dass ich jemals auf so einem Flughafen gewesen wäre. So muss es vielleicht zu Beginn der Luftfahrt gewesen sein :-)..Konnte dann auch schön beobachten, wie meine Tasche durch die vordere Tür ins Flugzeug gehieft wurde..Alles natürlich von Hand zu Hand. Hatte übrigens auch eine 1,5 Liter Flasche Wasser dabei..Andererseits, wenn es hier ein Gefängnis ohne Zaun gibt und wo die Gefangenen am Wochenende munter ein und aus spazieren können (das Argument: sie können ja nirgendwo hin??!!), wozu sollte man dann Kontrollen am Flughafen machen?? Also- nicht wundern :-).
Meine Uhr hat nun inzwischen vollständig den Betrieb eingestellt, aber an der Uhr im Flughafen kann ich dann erkennen, dass es kurz nach 9 Uhr ist.
Zunächst geht es erst Mal direkt zu Winnies Guesthouse, wo ich meine Sachen ablade. Da es s o früh am Tag ist, will ich dann doch noch etwas von der Insel sehen. Ich schnappe mir meinen Tonga Visitor Guide und mache mich auf Richtung Nuku´alofa. Vorher hatte ich schon diverse Preise für Inseltouren gehört, die eigentlich für mein Budget zu teuer sind...
Als ich nach ca. 30 Minuten am Anfang der Stadt bei den Königsgräbern ankomme, steht dort gerade ein Tourbus mit zwei Neuseeländern. Ich quatsche den Fahrer an, ob ich hier richtig bin und das die Königsgräber sind und ob sie hier gerade eine Tour machen und ob er vielleicht eine Tour für morgen hat..Denn bei mehreren Leuten, wird’s ja bekanntlich günstiger..Nachdem er mir den Preis nennt und ich abwinke, mischen sich die beiden Neuseeländer ein: dies sei ja schließlich der erste Stopp ihrer Tour und wenn ich wollte, könnte ich mich anschließen..Nachdem ich mich somit quasi für den Last-minute-Preis erkundige und der dann etwa 40 % weniger beträgt, willige ich spontan ein und steige in den Bus. Von hier geht es weiter zum Königspalast- von dem man allerdings nicht so viel sieht, da er sich hinter einem Elektrozaun verbirgt- was ich allerdings bestätigen kann, ist der tolle Blick auf´s Meer-, um von dort dann zu einer Allee mit Bäumen zu fahren, wo eine Menge „Flying Foxes“ oder zu deutsch auch Brillenflughunde schlafend im Baum hängen.
Nächster Anlaufpunkt sind die Blow Holes, welche sich ca. 15 km von der Stadt, entlang der Küstenlinie von Houma erstrecken. Zum Teil wird das Wasser hier 18 m hoch in die Luft katapultiert. Ein wirklich schön anzusehendes Schauspiel.
Weiter geht die muntere Fahrt nun zu dem Platz, an dem Kapitän Cook Tonga erstmals betreten hat. Dort wurde ein Monument im März 1970 errichtet, als Queen Elizabeth II und
Prinzessin Anne die historische Stätte besuchten. Von hier führt uns der Weg weiter zu weiteren Königsgräbern. Die Gräber sind alle erhöht angebracht (ein viereckiger Wall aus Steinen umgibt sie und das Grab sitzt auf der Spitze), da Tongatapu sehr flach ist. Bei einer Flut sollte so vermieden werden, dass das Grab zerstört wird. Und bisher scheint es ja bereits recht effektiv gewesen zu sein..
Nächster Anlaufpunkt ist das „Stonehenge“ des Pazifik: Ha´amonga Trilithon und wurde wohl um 1200 nach Christus errichtet. Es besteht aus zwei, ca. 5 Meter hohen Korallensteinblöcken, welche durch einen ca. 6 m langen Korallensteinblock verbunden ist.
Die Kinder hier tragen übrigens alle Schuluniformen. Je nach Schulzugehörigkeit haben sie unterschiedliche Farben. Diese reichen von rot, über blau zu grün. Eigentlich alle Schulen hier sind Privatschulen. So etwas wie „öffentliche Bildung“ gibt es nicht..Aber- das hatte ich, glaube ich, auch schon mal geschrieben..
Während wir von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fahren, kann man entlang der Straße, Melonen-, Süßkartoffel-, Yuca-, Kürbis- und Tabakfelder sehen. Und natürlich auch, die hier überall angepflanzten Kokospalmen sehen. Bei dieser Gelegenheit fällt mir Amit´s Geschichte noch mal ein: sein „Chef“ hat ihn als „Challenge“ einfach mal für eine Woche auf einer kleinen Insel ausgesetzt. Das einzige was er hatte, war ein Feuerzeug, ein Messer, ein Schlafsackinlett und ein Art „Leuchtrakete“ für Notfälle. Man sollte vielleicht dazu sagen, dass er sich vorher beschwert hatte, dass es so langweilig ist und er etwas unternehmen will und sein Chef (vom Boot) dann nur meinte: Du hast jetzt nur die Möglichkeit „ja“ oder „nein“ zu sagen..Tja, und er hat sich für „ja“ entschieden. Er hat tatsächlich die Woche auf dieser einsamen Insel überlebt und sich größtenteils nur von Kokusnüssen (deshalb komme ich gerade da drauf) und deren Milch ernährt. Manchmal auch von den Krabben oder ein paar zufällig gefangenen Fischen. Dazu hat er noch, wie Tom Hanks in Cast away, „Kokosnußkunst“ geschnitzt..Also ich weiß nur, dass ich wahrscheinlich schon nach einem Tag hätte die Leuchtrakete abschießen müssen. Habe hier mit einem Messer mal versucht, an den Inhalt einer Kokosnuss zu kommen. Ich brauche wohl nicht näher zu erwähnen, dass ich nach einer Weile mit kleinem Ergebnis (ein paar Streifen) aufgeben musste. War ja dann schon ganz froh, dass ich mich nicht selbst verstümmelt habe :-)...
Unabhängig davon, müsste man mich vermutlich in die Klinik einweisen, wenn ich 7 kg an Gewicht verlieren würde...Amit konnte jedenfalls hinterher brav jeden Tag eine Tafel Schokolade futtern, um wieder ein bisschen zuzulegen..
ICH bin ganz froh, dass ich keine Grund brauche, um Schokolade zu essen ;-P..
Den Abschluss machen wir bei einer netten Höhl an der Ostküste beim Oholei Beach Resort.
Hier gibt es in der Nähe auch ein Restaurant, wo traditionelle Tänze vorgeführt werden. Die Höhle ist darin integriert. Auch Hochzeiten finden hier statt.
Zuerst sieht alles ausgestorben aus, aber dann treffe ich doch noch auf ca. 5 Leute und es entwickelt sich ein nettes Gespräch. Man bietet mir Bananen von der Staude an, die ich dankend annehme- ich hatte ja schließlich seit morgens 06:30 Uhr nichts mehr gegessen.
Am späten Nachmittag komme ich ins Guesthouse zurück und kümmere mich nun erst mal um was zu Essen.
Der Abend klingt mit ein paar netten Gesprächen mit dem Inhaber und den anderen Gästen aus..
Einladen der Koffer auf tonganisch

unsere "Brumm"-Maschine

Flying Foxes oder Brillenflughund



























Blow Holes


Denkmal- Kapitän Cook (+ unser Fahrer, der gerne mit auf´s Bild wollte)

ich dachte eigentlich, Kinderarbeit ist verboten ;-)

Ha´amonga Trilithon

Effektive Überlebenstechnik


Oholei Beach Resort

2 Kommentare:

  1. Also ich singe immer um 4:30 Uhr Kirchenlieder! Du etwa nicht??!!! :-O

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  2. Na, also dadrauf würde ich jetzt nicht wetten :-), dass DU um diese Zeit Kirchenlieder singst ;-P

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