1964 wurde das 754 Quadratmeter große
Gebiet unter Schutz gestellt. Aber erst in den letzten Jahren hat
sich der Nationalpark und vorallem auch der Mount Kinabalu zu einer
der Top- Touristenziele Sabahs verwandelt. Erklommen vor einigen
Jahren fast nur ausländische Touristen den Berg, so sind es nunmehr
überwiegend Einheimische, die den Berg erklimmen. Das besondere an
dem Nationalpark ist, dass hier auf einem relativ kleinen Raum sehr
viele verschiedene Vegetationszonen zusammenkommen und man diese
quasi jeweils beim Auf- und Abstieg durchläuft. Dies führt
natürlich zu endemischen Tier- und Pflanzenarten, welche nur in
diesem Park zu finden sind.
Für die hier lebende indigene Gruppe,
die Kadazan, ist der Berg ein heiliger Ort. Kinabalu bedeutet in
ihrer Sprache: „Heiliges Heim der Toten“. Auch der Mt. Kinabalu
ist vulkanischen Ursprungs und entstand, als sich flüssiges Magma
unter der Erdoberfläche verfestigte.
Nun aber zu mir: ich hatte ja, wie
gesagt, den Dorm ganz für mich alleine. Dies hat mich allerdings
nicht davon abgehalten, super schlecht zu schlafen..Teils aus
Vorfreude, teils vor Aufregung- ich bin aber auch verrücktes Huhn.. Daher bin ich ziemlich zerknittert um
kurz vor 6 Uhr aus meinem Bett gekrochen, habe meine Sachen
zusammengeräumt und bin ins Restaurant nebenan, um zu frühstücken.
Kurz nach 8 Uhr war ich dann auch wie
vereinbart am Headquarter. Hier ward dann allerdings das Chaos
ausgebrochen. Ich kann dazu nur sagen: Sehr schlechte Organisation
von Sutera Harbour. Leider gibt es keine Möglichkeit diese zum
umgehen- denn, seit der Privatisierung, läuft alles nur über Sutera
Harbour und auch die Preise wurden natürlich saftig erhöht.
Weiterhin ist vorgeschrieben, dass der
Trail nur mit einem Guide bestiegen werden kann..
Ich wurde also an diesem Morgen von
Pontius nach Pilatus geschickt und erhielt keinerlei Info. Ich habe
mich dann gefragt, warum ich den Tag vorher da war um alles
Organisatorische abzuklären..?? Nun gut- gegen 08:45 Uhr hatte mich
dann auch Ramlat gefunden, der mein Guide für die nächsten beiden
Tage sein sollte..Ramlat spricht so gut wie kein Englisch und ist
höchsten 18 Jahre alt. Das sind doch mal gute Voraussetzungen für
diesen Job.
Nachdem ich mich mühsam durchgefragt
habe, wo ich denn mein Lunchpaket bekommen kann und ich feststellen
musste, dass nicht wie gestern zugesagt, mein Guide mir Wanderstöcke
gegen Gebühr ausborgen kann, konnten aber dann noch welche direkt am Timpohon-
Gate für mich reserviert werden. Danach konnte es endlich losgehen.
Zunächst wurden wir mit dem Bus zu
besagtem Gate gebracht, schnell ein Erinnerungsfoto geschossen und
dann ging es letztendlich gegen 09:20 Uhr los.
Schon innerhalb weniger Meter
entschädigt die Schönheit der Umgebung für den vorangegangenen
Ärger und hinzu kommt: ich habe so Glück mit dem Wetter! Und als
persönliches Erfolgserlebnis, kann ich verbuchen, dass ich nicht
geplatzt bin...Denn es ist schon mehr als ärgerlich, wenn man quasi
„gezwungen“ wird, einen Guide zu nehmen (was auch noch als
„englisch sprechend“ ausgewiesen wird) und das Einzige, was
dieser dann zustande bringt, sind ein paar gestammelte Worte..
Denn auf jede Frage, sieht er mich nur
grinsend an und sagt: „yes“...
O.k.- das gebe ich dann nach kürzester
Zeit auf und unterhalte mich dafür mit so vielen Leuten auf dem Weg
und einigen anderen Guides, die alle besser englisch zu sprechen
scheinen, als meiner. Na, da habe ich wohl die Niete gezogen.
Auch komme ich in kürzester Zeit mit
einem Mann aus Kuala Lumpur ins Gespräch, der mit seinen 3 Freunden
unterwegs ist. Auch sie haben ziemliches Pech mit ihrem Guide gehabt.
Zwar hapert es da nicht an der Sprache, aber er ist die meiste Zeit
nicht anwesend.
Auf dem Weg nach oben treffen wir uns
immer wieder an den unterschiedlichsten Haltepunkten und quatschen
ein bisschen. Es gibt erstaunlich viele kleine Hütten auf dem ersten
Teilstück und auch die Möglichkeit an Wassertanks seine Flaschen
aufzufüllen. Allerdings wird inzwischen vom Headquarter geraten,
entsprechende Tabletten dabei zu haben, da die Tanks inzwischen recht
alt sind. Laut meinem Guide können man auch das Wasser aus dem Hahn
an den Hütten trinken, aber da bin ich ein bisschen skeptisch muss
ich sagen..Bezüglich dessen, ist mir dann auch schnell eine Idee
gekommen: da ich mich sowieso zumeist mit vielen Leuten, die von oben
kommen oder eben sonst an den Hütten oder auf dem Weg unterhalte,
beschließe ich einfach, jemand anzuquatschen, der von oben
kommt..Denn die brauchen ja aller Wahrscheinlichkeit nach, kaum noch
Tabletten.
Gedacht- getan..So quatsche ich zwei
nett aussehende Mädels an und siehe da: sie geben mir ein paar Ihrer
Tabletten ab und nach einem kurzen Gespräch verabschieden wir uns
auch wieder. So gegen 11:30 Uhr kommt mir eine drahtige ältere Frau
(geschätzte Ende 60ig) entgegen und nach dem ich kurz nachgedacht
habe, quatsche ich sie an, und frage sie, ob ich sie nicht heute
morgen zw. 08:15- 08:30 Uhr am Headquarter gesehen habe..“Doch,
doch“ meint sie. Sie sei nun schon auf dem Gipfel gewesen und nun
auf dem Rückweg...“..So, nachdem ich meinen Mund mit Mühe wieder
zugeklappt hatte (denn ich hatte locker noch 3 Stunden bis zum Laban
Rata Resthouse vor mir), konnte ich dann auch
weitergehen..UNGLAUBLICH! Was für eine Leistung! Und das noch in dem
Alter.
Der Mann aus Kuala Lumpur, dessen Name
so ähnlich klingt wie „Admiral“ (von daher meinte er, solle ich
ihn einfach so nennen), drückt, wie fast alle Malayen ständig an
seinem Handy herum..Als wir uns am Layang Layang Hut wiedertreffen,
kann ich mir die Frage nicht verkneifen, WARUM er das macht.
Ich frage ihn nämlich, WANN er im HIER
und JETZT ist und wie er diese herrliche Landschaft mit den stetig
wechselnden Vegetationszonen und die Ausblicke genießen kann, wenn
er ständig an seinem Handy herumspielt??!! Ich habe mein Handy
komplett ausgeschaltet und werde es sicher nur für eines nutzen-
nämlich als Wecker für diese Nacht...Bei den Guides kann ich es ja
mehr oder weniger noch verstehen- die laufen hier ca. 3 Mal die Woche
hoch...Schade, dass auch sie den Blick für das Schöne wohl einfach
verlieren nach einer Zeit..
Dann treffe ich noch auf ein paar
Biologiestudenten, die mir das größte Moos der Welt zeigen
(Dawsonia longifolia). Schön- so bekomme ich wenigstens irgendetwas
erklärt (dies wäre meiner Ansicht nach die Aufgabe meines Guides,
der aber anscheinend außer Zigarettenrauchen, manchmal etwas vor
sich hinsummen- nix kann!).
Wie auch immer: weiter geht es immer
bergauf. Der Weg ist nicht gerade einfach zu laufen, da sich hohe
Stufen (zw. 40-70 cm) und unebene Felsen abwechseln..
Aber ca. an Kilometer 5 ist mein Guide
doch noch für was Nutze :-) und führt mich abseits des Weges zu
über 10 cm großen Kannenpflanzen (Nepenthes villosa).
Was mich auch überrascht ist, dass
sich ca. 40 % der Wanderer ihr Gepäck tragen lassen..
Ich bin dazu a.) zu stolz (denn ich
will es aus eigener Kraft schaffen) und b.) machen das die Guides ja
nicht umsonst. So kostet es ca. 8 RM pro Kilo.
Ich bin jedenfalls schon bergauf sehr
glücklich, dass Torsten mich an die Wanderstöcke „erinnert“
hat—also an dieser Stelle: „Danke nach Paderborn!!“.
Sie erleichtern mir das gehen mit
Gepäck gerade über die Unebenheiten und auch die hohen
Treppenstufen ungemein.
Das letzte Stück zum Etappenziel muss
ich mich dann doch etwas quälen- muss ich zugeben und bin dann froh,
als ich nach 6 Stunden Aufstieg das Laban Rata Resthouse auf 3273 m
erreiche. Puh...Das schöne an Schmerzen ist ja, wenn sie nachlassen,
gelle :-). Denn immerhin waren das nun heute über 1300
Höhenmeter...Gut gelaunt bin ich dennoch- denn ich habe mein
Tagesziel heute erreicht. Und nur das zählt :-)..So checke ich erst
mal ein in mein 6 Bett Zimmer und nutze es aus, dass ich noch erhitzt
vom Laufen bin, denn seit einiger Zeit ist irgendwas mit der
Elektrizitätsleitung passiert und seit dem gibt es weder Heizung,
noch warme Duschen, sondern nur das „Quellwasser“ vom Berg
:-)..Nun gut, da ich in Punkto kalt duschen nun abgehärteter bin,
werfe ich mich unter die Dusche..Jaaaaa, erfrischend. Abeer o.k..
Hätte schlimmer sein können. Ich bin positiv überrascht, dass es
Seife&Shampoo&ein Handtuch gibt..Schade, das es vorher hieß,
dass man ein Handtuch mitbringen müsse..Trotz der fehlenden Heizung
ist es später im Zimmer auch so warm, dass ich auch meinen
Schlafsack nicht brauche..Wieder ein „schade“: hätte ich das
vorher gewusst, hätte ich durch Schlafsack&Handtuch sicher 1
Kilo Gewicht sparen können. Denn auf dem Weg nach oben merkt man
wirklich JEDES Kilo..In der Hütte treffe ich wieder die „Wikinger-
Truppe“, mit der ich schon auf dem Weg gequatscht habe und einen
jungen Mann (gebürtig aus Hamburg), der nun aber aus beruflichen
Gründen mit seiner Freundin in Singapore lebt. Die Zeit vergeht so
auch schnell und gegen 19 Uhr beschließt jeder, langsam in die Koje
zu gehen, da es um 1 Uhr auch schon wieder „Good Moring Mt.
Kinabalu“ heißt! Draußen hat sich während dessen ein
wunderschönes Spektakel aus Wolkentürmen zugetragen. Dieses Bild
strahlt eine wunderbare Friedfertigkeit aus.
Als ich in „mein Zimmer“ komme, bin
ich von einer Horde Koreanerinnen umgeben, die so wild durcheinander
schnattern, dass ich schon skeptisch bin, ob wir hier heute Nacht
überhaupt ein Auge zu machen.
Dazu reißt auch ständig noch einer
der, ich vermute mal, Ehemänner der Damen die Tür auf und quetscht
sich auch noch ins Zimmer, wo mit 6 Leuten eh schon kein Platz zum
stehen ist.
Aber- Gott sei Dank kehr dann gegen 20
Uhr Ruhe ein ..Die Koreanerinnen haben sich gleich mal in voller
Montur ins Bett gelegt- samt Mütze..
Dann hoffen wir mal das Beste—bis 1
Uhr :-/..
| da war ich noch guter Dinge-hi,hi |
| größtes Moos der Welt |
| Kannenpflanzen |
| Kannenpflanze |
| Aussicht auf den Gipfel |
| Carson Wasserfall |
| Ausblick vom Balkon des Rasthauses |
| ich wusste gar nicht, dass so ein simples Haus sooooooo verlockend aussehen kann- nach 6 Stunden Plackerei :-) |
| und hier noch das Innenleben.. |
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