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Mittwoch, 6. März 2013

Mt. Kinabalu- Sitz der Götter oder der „König“ Südostasiens-28.02.2013

1964 wurde das 754 Quadratmeter große Gebiet unter Schutz gestellt. Aber erst in den letzten Jahren hat sich der Nationalpark und vorallem auch der Mount Kinabalu zu einer der Top- Touristenziele Sabahs verwandelt. Erklommen vor einigen Jahren fast nur ausländische Touristen den Berg, so sind es nunmehr überwiegend Einheimische, die den Berg erklimmen. Das besondere an dem Nationalpark ist, dass hier auf einem relativ kleinen Raum sehr viele verschiedene Vegetationszonen zusammenkommen und man diese quasi jeweils beim Auf- und Abstieg durchläuft. Dies führt natürlich zu endemischen Tier- und Pflanzenarten, welche nur in diesem Park zu finden sind.
Für die hier lebende indigene Gruppe, die Kadazan, ist der Berg ein heiliger Ort. Kinabalu bedeutet in ihrer Sprache: „Heiliges Heim der Toten“. Auch der Mt. Kinabalu ist vulkanischen Ursprungs und entstand, als sich flüssiges Magma unter der Erdoberfläche verfestigte.

Nun aber zu mir: ich hatte ja, wie gesagt, den Dorm ganz für mich alleine. Dies hat mich allerdings nicht davon abgehalten, super schlecht zu schlafen..Teils aus Vorfreude, teils vor Aufregung- ich bin aber auch verrücktes Huhn.. Daher bin ich ziemlich zerknittert um kurz vor 6 Uhr aus meinem Bett gekrochen, habe meine Sachen zusammengeräumt und bin ins Restaurant nebenan, um zu frühstücken.
Kurz nach 8 Uhr war ich dann auch wie vereinbart am Headquarter. Hier ward dann allerdings das Chaos ausgebrochen. Ich kann dazu nur sagen: Sehr schlechte Organisation von Sutera Harbour. Leider gibt es keine Möglichkeit diese zum umgehen- denn, seit der Privatisierung, läuft alles nur über Sutera Harbour und auch die Preise wurden natürlich saftig erhöht.
Weiterhin ist vorgeschrieben, dass der Trail nur mit einem Guide bestiegen werden kann..
Ich wurde also an diesem Morgen von Pontius nach Pilatus geschickt und erhielt keinerlei Info. Ich habe mich dann gefragt, warum ich den Tag vorher da war um alles Organisatorische abzuklären..?? Nun gut- gegen 08:45 Uhr hatte mich dann auch Ramlat gefunden, der mein Guide für die nächsten beiden Tage sein sollte..Ramlat spricht so gut wie kein Englisch und ist höchsten 18 Jahre alt. Das sind doch mal gute Voraussetzungen für diesen Job.
Nachdem ich mich mühsam durchgefragt habe, wo ich denn mein Lunchpaket bekommen kann und ich feststellen musste, dass nicht wie gestern zugesagt, mein Guide mir Wanderstöcke gegen Gebühr ausborgen kann, konnten aber dann noch welche direkt am Timpohon- Gate für mich reserviert werden. Danach konnte es endlich losgehen.
Zunächst wurden wir mit dem Bus zu besagtem Gate gebracht, schnell ein Erinnerungsfoto geschossen und dann ging es letztendlich gegen 09:20 Uhr los.
Schon innerhalb weniger Meter entschädigt die Schönheit der Umgebung für den vorangegangenen Ärger und hinzu kommt: ich habe so Glück mit dem Wetter! Und als persönliches Erfolgserlebnis, kann ich verbuchen, dass ich nicht geplatzt bin...Denn es ist schon mehr als ärgerlich, wenn man quasi „gezwungen“ wird, einen Guide zu nehmen (was auch noch als „englisch sprechend“ ausgewiesen wird) und das Einzige, was dieser dann zustande bringt, sind ein paar gestammelte Worte..
Denn auf jede Frage, sieht er mich nur grinsend an und sagt: „yes“...
O.k.- das gebe ich dann nach kürzester Zeit auf und unterhalte mich dafür mit so vielen Leuten auf dem Weg und einigen anderen Guides, die alle besser englisch zu sprechen scheinen, als meiner. Na, da habe ich wohl die Niete gezogen.
Auch komme ich in kürzester Zeit mit einem Mann aus Kuala Lumpur ins Gespräch, der mit seinen 3 Freunden unterwegs ist. Auch sie haben ziemliches Pech mit ihrem Guide gehabt. Zwar hapert es da nicht an der Sprache, aber er ist die meiste Zeit nicht anwesend.
Auf dem Weg nach oben treffen wir uns immer wieder an den unterschiedlichsten Haltepunkten und quatschen ein bisschen. Es gibt erstaunlich viele kleine Hütten auf dem ersten Teilstück und auch die Möglichkeit an Wassertanks seine Flaschen aufzufüllen. Allerdings wird inzwischen vom Headquarter geraten, entsprechende Tabletten dabei zu haben, da die Tanks inzwischen recht alt sind. Laut meinem Guide können man auch das Wasser aus dem Hahn an den Hütten trinken, aber da bin ich ein bisschen skeptisch muss ich sagen..Bezüglich dessen, ist mir dann auch schnell eine Idee gekommen: da ich mich sowieso zumeist mit vielen Leuten, die von oben kommen oder eben sonst an den Hütten oder auf dem Weg unterhalte, beschließe ich einfach, jemand anzuquatschen, der von oben kommt..Denn die brauchen ja aller Wahrscheinlichkeit nach, kaum noch Tabletten.
Gedacht- getan..So quatsche ich zwei nett aussehende Mädels an und siehe da: sie geben mir ein paar Ihrer Tabletten ab und nach einem kurzen Gespräch verabschieden wir uns auch wieder. So gegen 11:30 Uhr kommt mir eine drahtige ältere Frau (geschätzte Ende 60ig) entgegen und nach dem ich kurz nachgedacht habe, quatsche ich sie an, und frage sie, ob ich sie nicht heute morgen zw. 08:15- 08:30 Uhr am Headquarter gesehen habe..“Doch, doch“ meint sie. Sie sei nun schon auf dem Gipfel gewesen und nun auf dem Rückweg...“..So, nachdem ich meinen Mund mit Mühe wieder zugeklappt hatte (denn ich hatte locker noch 3 Stunden bis zum Laban Rata Resthouse vor mir), konnte ich dann auch weitergehen..UNGLAUBLICH! Was für eine Leistung! Und das noch in dem Alter.
Der Mann aus Kuala Lumpur, dessen Name so ähnlich klingt wie „Admiral“ (von daher meinte er, solle ich ihn einfach so nennen), drückt, wie fast alle Malayen ständig an seinem Handy herum..Als wir uns am Layang Layang Hut wiedertreffen, kann ich mir die Frage nicht verkneifen, WARUM er das macht.
Ich frage ihn nämlich, WANN er im HIER und JETZT ist und wie er diese herrliche Landschaft mit den stetig wechselnden Vegetationszonen und die Ausblicke genießen kann, wenn er ständig an seinem Handy herumspielt??!! Ich habe mein Handy komplett ausgeschaltet und werde es sicher nur für eines nutzen- nämlich als Wecker für diese Nacht...Bei den Guides kann ich es ja mehr oder weniger noch verstehen- die laufen hier ca. 3 Mal die Woche hoch...Schade, dass auch sie den Blick für das Schöne wohl einfach verlieren nach einer Zeit..
Dann treffe ich noch auf ein paar Biologiestudenten, die mir das größte Moos der Welt zeigen (Dawsonia longifolia). Schön- so bekomme ich wenigstens irgendetwas erklärt (dies wäre meiner Ansicht nach die Aufgabe meines Guides, der aber anscheinend außer Zigarettenrauchen, manchmal etwas vor sich hinsummen- nix kann!).
Wie auch immer: weiter geht es immer bergauf. Der Weg ist nicht gerade einfach zu laufen, da sich hohe Stufen (zw. 40-70 cm) und unebene Felsen abwechseln..
Aber ca. an Kilometer 5 ist mein Guide doch noch für was Nutze :-) und führt mich abseits des Weges zu über 10 cm großen Kannenpflanzen (Nepenthes villosa).
Was mich auch überrascht ist, dass sich ca. 40 % der Wanderer ihr Gepäck tragen lassen..
Ich bin dazu a.) zu stolz (denn ich will es aus eigener Kraft schaffen) und b.) machen das die Guides ja nicht umsonst. So kostet es ca. 8 RM pro Kilo.
Ich bin jedenfalls schon bergauf sehr glücklich, dass Torsten mich an die Wanderstöcke „erinnert“ hat—also an dieser Stelle: „Danke nach Paderborn!!“.
Sie erleichtern mir das gehen mit Gepäck gerade über die Unebenheiten und auch die hohen Treppenstufen ungemein.
Das letzte Stück zum Etappenziel muss ich mich dann doch etwas quälen- muss ich zugeben und bin dann froh, als ich nach 6 Stunden Aufstieg das Laban Rata Resthouse auf 3273 m erreiche. Puh...Das schöne an Schmerzen ist ja, wenn sie nachlassen, gelle :-). Denn immerhin waren das nun heute über 1300 Höhenmeter...Gut gelaunt bin ich dennoch- denn ich habe mein Tagesziel heute erreicht. Und nur das zählt :-)..So checke ich erst mal ein in mein 6 Bett Zimmer und nutze es aus, dass ich noch erhitzt vom Laufen bin, denn seit einiger Zeit ist irgendwas mit der Elektrizitätsleitung passiert und seit dem gibt es weder Heizung, noch warme Duschen, sondern nur das „Quellwasser“ vom Berg :-)..Nun gut, da ich in Punkto kalt duschen nun abgehärteter bin, werfe ich mich unter die Dusche..Jaaaaa, erfrischend. Abeer o.k.. Hätte schlimmer sein können. Ich bin positiv überrascht, dass es Seife&Shampoo&ein Handtuch gibt..Schade, das es vorher hieß, dass man ein Handtuch mitbringen müsse..Trotz der fehlenden Heizung ist es später im Zimmer auch so warm, dass ich auch meinen Schlafsack nicht brauche..Wieder ein „schade“: hätte ich das vorher gewusst, hätte ich durch Schlafsack&Handtuch sicher 1 Kilo Gewicht sparen können. Denn auf dem Weg nach oben merkt man wirklich JEDES Kilo..In der Hütte treffe ich wieder die „Wikinger- Truppe“, mit der ich schon auf dem Weg gequatscht habe und einen jungen Mann (gebürtig aus Hamburg), der nun aber aus beruflichen Gründen mit seiner Freundin in Singapore lebt. Die Zeit vergeht so auch schnell und gegen 19 Uhr beschließt jeder, langsam in die Koje zu gehen, da es um 1 Uhr auch schon wieder „Good Moring Mt. Kinabalu“ heißt! Draußen hat sich während dessen ein wunderschönes Spektakel aus Wolkentürmen zugetragen. Dieses Bild strahlt eine wunderbare Friedfertigkeit aus.
Als ich in „mein Zimmer“ komme, bin ich von einer Horde Koreanerinnen umgeben, die so wild durcheinander schnattern, dass ich schon skeptisch bin, ob wir hier heute Nacht überhaupt ein Auge zu machen.
Dazu reißt auch ständig noch einer der, ich vermute mal, Ehemänner der Damen die Tür auf und quetscht sich auch noch ins Zimmer, wo mit 6 Leuten eh schon kein Platz zum stehen ist.
Aber- Gott sei Dank kehr dann gegen 20 Uhr Ruhe ein ..Die Koreanerinnen haben sich gleich mal in voller Montur ins Bett gelegt- samt Mütze..
Dann hoffen wir mal das Beste—bis 1 Uhr :-/..
da war ich noch guter Dinge-hi,hi

größtes Moos der Welt

Kannenpflanzen


Kannenpflanze


Aussicht auf den Gipfel

Carson Wasserfall

Ausblick vom Balkon des Rasthauses

ich wusste gar nicht, dass so ein simples Haus sooooooo verlockend aussehen kann- nach 6 Stunden Plackerei :-)

und hier noch das Innenleben..


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