Auch heute Morgen geht es schon wieder
weit vor 6 Uhr aus den Federn..Mann, ich entwickele mich hier noch
zum chronischen Spät-ins-Bett-Geher&Frühaufsteher.
Da man bei den Bussen, wie bereits
geschrieben, nie wirklich sicher sein kann, soll ich den ersten Bus
am Morgen nehmen und der geht um 7 Uhr. Allerdings soll ich schon
mindestens um 06:45 Uhr an der Bushaltestelle sein, da er auch früher
fahren könnte (d.h. Spätestens 06:30 Uhr loslaufen und vorher
auschecken, Kaffee trinken, Gepäck verstauen etc.).
Der Bako- Nationalpark ist der älteste
Nationalpark von Sarawak und ca. 28 km² groß.
Er liegt nur ca. 37 km nördlich von
Kuching und wird wohl aus diesem Grund auch gerne von Schulklassen
besucht. Es führt keine Straße zu dem Nationalpark, sondern man
muss vielmehr zuerst mit dem Bus (oder, wer es sich leisten kann- mit
Privattransport) zu dem kleinen, muslimischen Fischerdorf Bako Bazaar
fahren (Ostufer des Sungai Bako), und von dort aus dann ein Boot
chartern. In einem Boot haben bis zu vier Personen Platz und man muss
sich VORHER schon entscheiden, WANN man wieder zurück will.
Bereits im Hostel habe ich zwei
Taiwanesinnen getroffen, die auch in den Nationalpark möchten und im
Bus, gesellt sich noch David aus Spanien dazu (er spricht kaum
englisch und will nach Australien/Neuseeland Geld verdienen??), so
dass wir unser Vierergespann voll haben. Die letzte Nacht und auch
noch heute Morgen schüttet es in Strömen. Wir wollen es dennoch
versuchen und hoffen einfach, dass es bald besser wird :-)..An dieser
Stelle sei gesagt: beim Reisen ist Optimismus alles ;-)..
Übrigens quatscht mich Patrick aus
Paderborn (wie sich später herausstellt- und ne Torsten: er kennt
Dich nicht :-)) noch an, als wir aus dem Bus steigen, ob mir denn
schon mal jemand gesagt hätte, dass man meinen deutschen Akzent
direkt heraushört??? Diese Frage, kann ich ihm mit einem klaren „ja“
beantworten. Er ist nicht der Erste. Dann scheint da wohl was dran zu
sein :-)..Ich bin, obwohl ich nun schon so lange unterwegs bin, immer
noch nicht gut, im Akzente erkennen..Außer die Franzosen: das höre
ich direkt, wenn die englisch sprechen. Der genäselte Singsang ist
unverkennbar.
Die Fahrt zum Park dauert auch nur ca.
20 Minuten mit dem Boot, wobei wir alle Sachen gut gegen den Regen
und die Wellen schützen müssen, der von der Seite oder die von
vorne kommen..
Als wir dann unser Ziel erreichen,
staunen wir alle nicht schlecht, als uns der Bootsmann eröffnet,
dass er, da zur Zeit Ebbe ist, den Steg nicht anfahren kann und wir
hier quasi am Strand eine Nasslandung hinlegen müssen..Also- raus
aus den Schuhen, die kurzen Hosenbeine soweit wie möglich
hochgekrempelt, Gepäck auch nach oben und raus an den Strand..
An der Rezeption werden zunächst
unsere Quittungen gecheckt. Unsere Sachen in die Unterkunft bringen
geht allerdings nicht vor 14 Uhr und so kommt das Gepäck in den
Gepäckraum. Auch Patrick und sein Freund, der mir jetzt bitte an
dieser Stelle nachsieht, dass ich seinen Namen vergessen habe (und
dabei ist er so ein Lieber :-); allerdings sei zu meiner
Entschuldigung gesagt, dass sein Name, so denke ich zumindest, ein
chinesischer ist (und im ausländische Namen merken bin ich noch
schlechter als bei deutschen Namen), da er chinesischer Abstammung
ist. Was ich aber weiß: er „stammt“ quasi aus Mainz), sind auch
noch in der Ankunfthalle. Daher quatsche ich dieses Mal die Beiden
an, ob sie nicht Lust haben, den Weg gemeinsam zu gehen.
Gegen 09:45 Uhr geht es dann auch los
zum Lintang Trail. Nach kürzester Zeit bin ich vollkommen happy mit
meinen Trekkingsandalen und Patrick den ganzen Weg am fluchen :-)-
denn: zwar hat es gerade aufgehört zu regnen, als wir loslaufen,
aber dadurch, dass es so extrem geschüttet hat seit vorheriger
Nacht, stehen die ganzen Wege vollkommen unter Wasser..bis hin, dass
wir einen Fluss durchqueren müssen und irgendwie ist das dann alles
in Trekking- oder Turnschuhen nicht sooooo doll..
Trotz dass wir, erwartetermaßen, kaum
Tiere sehen, ist es eine interessante Umgebung. Verschiedene
Vegetationszonen und daher viele verschiedene Dschungelpflanzen sind
auf dem Weg, der immer hoch und runter geht und bei dem man über
Felsen und Wurzeln krabbeln und durch Wasserlachen waten muss, zu
finden. Vor allem Kannenpflanzen in unterschiedlichen Größen,
Farben und mehr oder weniger auch Formen (vom Baum hängend, vom
Boden wachsend, an Stengeln hängend) sind unterwegs auszumachen.
Außerdem unterhalte ich mich gut und
daher war es letztendlich doch ein schöner, wenn auch
schweißtreibender Rundgang, wo wir letztendlich festgestellt haben,
dass wir doch etwas zu wenig Wasser dabei hatten...“Unser Meeenzer“
will trotz der Warnung nach Semporna, bzw. Sipandan. Denn Letzteres
ist und bleibt einer DER Tauchtopspots und das will er sich nicht
nehmen lassen. Ich drücke ihm ganz fest die Daumen, dass es die
richtige Entscheidung war und das er a.) gesund wieder heim kommt und
b.) ein einzigartiges Taucherlebnis dort hat.
Auf dem Treck lernen wir noch Anna, aus
Schweden kennen, die wir dann auch später, als wir wieder am
Headquarter sind und durstig wie eine Herde Büffel über die
dortigen Wasservorräte herfallen, wiedertreffen.
Nachdem sich der Rundweg dann doch auf
über 4 Stunden ausgedehnt hatte, hatten wir nämlich beschlossen den
Weg zu dem einen Strand nicht mehr komplett zu laufen.
Irgendwie stand dann jedem doch eher
das unbändige Verlangen nach einem kühlen Getränk.
Kaum hatten wir allerdings Platz
genommen, sahen wir im Hintergrund ein paar Nasenaffen vorbei hüpfen
und schon war eine ausgiebige Trinkpause nicht mehr soooooo wichtig
:-)..
Gegen 16 Uhr habe ich mich dann von den
Jungs verabschiedet, denn die Beiden haben nur eine Tagestour gemacht
(an dieser Stelle, sollten der ein oder andere mal in meinen Blog
klicken: Danke Jungs! Hat Spaß gemacht mit Euch!) und sind am
späteren Nachmittag mit dem Boot/Bus zurück nach Kuching.
Während Anna und ich uns dann noch mal
dem Fotografieren der Nasenaffen widmen, unterhalten wir uns angeregt
und sind uns direkt sympathisch.
Es stößt noch ein älteres Schweizer
Ehepaar hinzu, mit denen ich auch gleich ein Gespräch beginne.
Nach diesem heiß-feuchten Tag freue
ich mich schon auf die Dusche. Die Einrichtung selbst ist zwar nicht
soooo toll und als ich unter der Dusche stehe und auch hier das
bräunliche Wasser des Parks durch die Rohre kommt (klar, welches
Wasser sonst soll durch die Rohre kommen), muss ich
schmunzeln..Wieviele Leute wohl jetzt aus meinem Bekanntenkreis einen
Anfall bekommen würden unter DIESR bräunlichen Dusche :-)?!
Die beiden Schweizer treffe ich dann
gegen Abend beim Abendessen wieder und geselle mich an deren Tisch.
Es ist wirklich interessant: die älteren Leute scheinen sich
wirklich überwiegend für Pflanzen zu interessieren, während die
jüngeren Leute mehr am Tierreichtum interessiert sind.
Habe jedenfalls ein total nettes
Gespräch mit den Beiden.
Als es kurz vor 20 Uhr ist, habe ich
mich dazu entschlossen, nicht auf die Nachwanderung zu gehen, da ich
mir nicht vorstellen kann, dass man viel sehen soll, wenn man mit ca.
15 Leuten pro Gruppe durch den Dschungel stampft..Da ist die
Wahrscheinlichkeit groß, nur Insekten und Spinnen zu sehen..aber
keine „größeren“ Tiere
Bevor ich mich allerdings gemütlich
auf die Terrasse vor meinem Schlafraum niederlassen kann, muss ich
noch die Bartschweine passieren, die hier überall auf dem Gelände
verteilt sind. Bisher haben sie sich in keinster Weise aggressiv
gezeigt..Allerdings ist mit unserem Wildschweinen ist ja aber
manchmal auch nicht gut Kirschenessen...Letztendlich sind sie aber
friedfertig geblieben und ich konnte mich auf der Terrasse meinen
Schuhen widmen (die Sohle hat nun völlig den Geist aufgegeben). Kurz
darauf kam die Truppe der Nachwanderer und hat direkt was vor meiner
Terrasse gesehen..
Ein Paar vom Nachbarhostel (von den
Niederlanden, wie sich später herausstellt) kommt hinzu und als sich
die Truppe der Nachwanderer verzogen hat, unterhalten wir uns nett
und betrachten auch das interessante Tierchen da am Baum. Es ist ein Riesengleiter mit Jungtier. Wirklich goldig..Die beiden geben mir
dann noch ein paar Infos zum Gunung-Mulu Nationalpark und erzählen
mir auch, dass sie gestern bei der Nachtwanderung weniger Leute
gewesen und außerdem als eine der ersten gelaufen seien und daher
das Glück hatten, ein Hirschferkel zu sehen..Das würde ich ja auch
gerne mal sehen..Bisher gab es bei mir da immer nur die Fußspuren zu
orten..Als später Anna, Malina (so heißt das eine Mädel aus
Taiwan, mit dem ich mich hauptsächlich unterhalten habe) und ihre
Freundin zurück kommen, können sie auch berichten, dass sie
hauptsächlich Insekten und neben dem Riesengleiter noch schlafende
Eisvögel sehen konnten..
Eine „lustige“ Begebenheit gab´s
dann noch vorm Schlafengehen: trotz voller Reservierungskartei, war
ich bis ca. 22 Uhr nur mit einem anderen Mädel (ich weiß leider
nicht, wo sie herkam (dies wäre nämlich für Nachfolgendes
interessant gewesen, aber sie sprach kein Englisch)) allein im 4 Bett
Zimmer. Sie hatte sich schon bettfertig gemacht und sich in ein
„Hängerchen von Nachthemd“ geworfen, als um besagte Zeit, ein
junger Mann aus Amerika auftauchte und sein Bett im Dorm
beanspruchte..Ich war währendessen Zähne putzen und fand dann eine
„aufgelöste“ junge Dame vor, die sich, in lange Hosen und eine
langärmelige Bluse gehüllt hatte..Mit Händen und Füßen machte
sie mir dann klar, dass sie den jungen Mann an an die Rezeption
geschickt hätte, da dies ja schließlich ein „Mädchen-Schlafsaal“
sei und es könne doch nicht sein, dass hier Männlein und Weiblein
zusammen schlafen..
Ich wiederum versuchte ihr mit Händen
und Füßen klar zu machen, dass es eben doch so sei, da man hier nur
sein Bett zahlt..Zugegebenermaßen ist es für mich auch seltsam in
einem Land, wo man manchmal mit Blicken fast gesteinigt wird
(jedenfalls von den Frauen), wenn man Hosen trägt, wo die Knie noch
hervorblitzen, einfach keine reinen Frauenschlafsäle zu haben. Das
gibt es in den meisten anderen Ländern. Nicht so in Malaysia.
Letztendlich ging es dann auch so aus:
der Mann von der Rezeption kam, versuchte ihr auch zu erklären, dass
sie nur das Bett gebucht hätte und das ein gemischter Schlafsaal
sei; wenn sie Beschwerden hätte, dann solle sie die doch Morgen
schriftlich formulieren (aha?!). Der arme junge Amerikaner war
inzwischen schon soweit, dass er angeboten hat, sich die Matratze zu
schnappen und draußen auf der Terrasse zu schlafen..
Letztendlich hat er dann aber doch in
„seinem“ Bett geschlafen. Er ist dann ein Bett weiter neben mich
gerückt, damit die junge Frau ein leeres Bett zwischen ihm und ihr
hatte..Ich habe dann nur noch mit ihm gescherzt, dass er, wenn er
schnarcht, ein Kissen ins Gesicht bekommt ;-P..
Er ist allerdings schon etwas
„seltsam“, denn er reist komplett ohne Gepäck?? Und wirft sich
in voller Montur ins Bett- dem Geruch nach- auch ungeduscht :-)..Aber
bez. des Geruchs hatte ich ja keine „Strafe“ angedroht :-)..
| wirksamer Anknabberschutz |
| herrliches Farbenspiel im Fluss |
| ein weiteres Beispiel für eine gute Verteidigungsstrategie |
| fleischfressende Kannenpflanzen am Boden.. |
| ...und vom Baum hängend.. |
| ..für mich ein herrlicher Farbkontrast: vermute, dass die Farbe aus der Rinde der Bäume oder ihren Wurzeln stammt.. |
| wieder anders geformte Kannenpflanze |
| ...und natürlich auch Pilze lieben dieses schwül- feuchte Klima |
| auch hier fand ich wieder den Farbkontrast zw. rot und grün schön.. |
| von links nach rechts: Konge, Paderborn und Meenz... |
| heute mal ein bißchen Posing für´s Foto: Nasenaffe.. |
| ...hier ist das markanteste Merkmal gut sichtbar :-) |
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