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Sonntag, 10. März 2013

Bako- Nationalpark- Teil I :-)- 08.03.2013

Auch heute Morgen geht es schon wieder weit vor 6 Uhr aus den Federn..Mann, ich entwickele mich hier noch zum chronischen Spät-ins-Bett-Geher&Frühaufsteher.
Da man bei den Bussen, wie bereits geschrieben, nie wirklich sicher sein kann, soll ich den ersten Bus am Morgen nehmen und der geht um 7 Uhr. Allerdings soll ich schon mindestens um 06:45 Uhr an der Bushaltestelle sein, da er auch früher fahren könnte (d.h. Spätestens 06:30 Uhr loslaufen und vorher auschecken, Kaffee trinken, Gepäck verstauen etc.).
Der Bako- Nationalpark ist der älteste Nationalpark von Sarawak und ca. 28 km² groß.
Er liegt nur ca. 37 km nördlich von Kuching und wird wohl aus diesem Grund auch gerne von Schulklassen besucht. Es führt keine Straße zu dem Nationalpark, sondern man muss vielmehr zuerst mit dem Bus (oder, wer es sich leisten kann- mit Privattransport) zu dem kleinen, muslimischen Fischerdorf Bako Bazaar fahren (Ostufer des Sungai Bako), und von dort aus dann ein Boot chartern. In einem Boot haben bis zu vier Personen Platz und man muss sich VORHER schon entscheiden, WANN man wieder zurück will.
Bereits im Hostel habe ich zwei Taiwanesinnen getroffen, die auch in den Nationalpark möchten und im Bus, gesellt sich noch David aus Spanien dazu (er spricht kaum englisch und will nach Australien/Neuseeland Geld verdienen??), so dass wir unser Vierergespann voll haben. Die letzte Nacht und auch noch heute Morgen schüttet es in Strömen. Wir wollen es dennoch versuchen und hoffen einfach, dass es bald besser wird :-)..An dieser Stelle sei gesagt: beim Reisen ist Optimismus alles ;-)..
Übrigens quatscht mich Patrick aus Paderborn (wie sich später herausstellt- und ne Torsten: er kennt Dich nicht :-)) noch an, als wir aus dem Bus steigen, ob mir denn schon mal jemand gesagt hätte, dass man meinen deutschen Akzent direkt heraushört??? Diese Frage, kann ich ihm mit einem klaren „ja“ beantworten. Er ist nicht der Erste. Dann scheint da wohl was dran zu sein :-)..Ich bin, obwohl ich nun schon so lange unterwegs bin, immer noch nicht gut, im Akzente erkennen..Außer die Franzosen: das höre ich direkt, wenn die englisch sprechen. Der genäselte Singsang ist unverkennbar.
Die Fahrt zum Park dauert auch nur ca. 20 Minuten mit dem Boot, wobei wir alle Sachen gut gegen den Regen und die Wellen schützen müssen, der von der Seite oder die von vorne kommen..
Als wir dann unser Ziel erreichen, staunen wir alle nicht schlecht, als uns der Bootsmann eröffnet, dass er, da zur Zeit Ebbe ist, den Steg nicht anfahren kann und wir hier quasi am Strand eine Nasslandung hinlegen müssen..Also- raus aus den Schuhen, die kurzen Hosenbeine soweit wie möglich hochgekrempelt, Gepäck auch nach oben und raus an den Strand..
An der Rezeption werden zunächst unsere Quittungen gecheckt. Unsere Sachen in die Unterkunft bringen geht allerdings nicht vor 14 Uhr und so kommt das Gepäck in den Gepäckraum. Auch Patrick und sein Freund, der mir jetzt bitte an dieser Stelle nachsieht, dass ich seinen Namen vergessen habe (und dabei ist er so ein Lieber :-); allerdings sei zu meiner Entschuldigung gesagt, dass sein Name, so denke ich zumindest, ein chinesischer ist (und im ausländische Namen merken bin ich noch schlechter als bei deutschen Namen), da er chinesischer Abstammung ist. Was ich aber weiß: er „stammt“ quasi aus Mainz), sind auch noch in der Ankunfthalle. Daher quatsche ich dieses Mal die Beiden an, ob sie nicht Lust haben, den Weg gemeinsam zu gehen.
Gegen 09:45 Uhr geht es dann auch los zum Lintang Trail. Nach kürzester Zeit bin ich vollkommen happy mit meinen Trekkingsandalen und Patrick den ganzen Weg am fluchen :-)- denn: zwar hat es gerade aufgehört zu regnen, als wir loslaufen, aber dadurch, dass es so extrem geschüttet hat seit vorheriger Nacht, stehen die ganzen Wege vollkommen unter Wasser..bis hin, dass wir einen Fluss durchqueren müssen und irgendwie ist das dann alles in Trekking- oder Turnschuhen nicht sooooo doll..
Trotz dass wir, erwartetermaßen, kaum Tiere sehen, ist es eine interessante Umgebung. Verschiedene Vegetationszonen und daher viele verschiedene Dschungelpflanzen sind auf dem Weg, der immer hoch und runter geht und bei dem man über Felsen und Wurzeln krabbeln und durch Wasserlachen waten muss, zu finden. Vor allem Kannenpflanzen in unterschiedlichen Größen, Farben und mehr oder weniger auch Formen (vom Baum hängend, vom Boden wachsend, an Stengeln hängend) sind unterwegs auszumachen.
Außerdem unterhalte ich mich gut und daher war es letztendlich doch ein schöner, wenn auch schweißtreibender Rundgang, wo wir letztendlich festgestellt haben, dass wir doch etwas zu wenig Wasser dabei hatten...“Unser Meeenzer“ will trotz der Warnung nach Semporna, bzw. Sipandan. Denn Letzteres ist und bleibt einer DER Tauchtopspots und das will er sich nicht nehmen lassen. Ich drücke ihm ganz fest die Daumen, dass es die richtige Entscheidung war und das er a.) gesund wieder heim kommt und b.) ein einzigartiges Taucherlebnis dort hat.
Auf dem Treck lernen wir noch Anna, aus Schweden kennen, die wir dann auch später, als wir wieder am Headquarter sind und durstig wie eine Herde Büffel über die dortigen Wasservorräte herfallen, wiedertreffen.
Nachdem sich der Rundweg dann doch auf über 4 Stunden ausgedehnt hatte, hatten wir nämlich beschlossen den Weg zu dem einen Strand nicht mehr komplett zu laufen.
Irgendwie stand dann jedem doch eher das unbändige Verlangen nach einem kühlen Getränk.
Kaum hatten wir allerdings Platz genommen, sahen wir im Hintergrund ein paar Nasenaffen vorbei hüpfen und schon war eine ausgiebige Trinkpause nicht mehr soooooo wichtig :-)..
Gegen 16 Uhr habe ich mich dann von den Jungs verabschiedet, denn die Beiden haben nur eine Tagestour gemacht (an dieser Stelle, sollten der ein oder andere mal in meinen Blog klicken: Danke Jungs! Hat Spaß gemacht mit Euch!) und sind am späteren Nachmittag mit dem Boot/Bus zurück nach Kuching.
Während Anna und ich uns dann noch mal dem Fotografieren der Nasenaffen widmen, unterhalten wir uns angeregt und sind uns direkt sympathisch.
Es stößt noch ein älteres Schweizer Ehepaar hinzu, mit denen ich auch gleich ein Gespräch beginne.
Nach diesem heiß-feuchten Tag freue ich mich schon auf die Dusche. Die Einrichtung selbst ist zwar nicht soooo toll und als ich unter der Dusche stehe und auch hier das bräunliche Wasser des Parks durch die Rohre kommt (klar, welches Wasser sonst soll durch die Rohre kommen), muss ich schmunzeln..Wieviele Leute wohl jetzt aus meinem Bekanntenkreis einen Anfall bekommen würden unter DIESR bräunlichen Dusche :-)?!

Die beiden Schweizer treffe ich dann gegen Abend beim Abendessen wieder und geselle mich an deren Tisch. Es ist wirklich interessant: die älteren Leute scheinen sich wirklich überwiegend für Pflanzen zu interessieren, während die jüngeren Leute mehr am Tierreichtum interessiert sind.
Habe jedenfalls ein total nettes Gespräch mit den Beiden.
Als es kurz vor 20 Uhr ist, habe ich mich dazu entschlossen, nicht auf die Nachwanderung zu gehen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass man viel sehen soll, wenn man mit ca. 15 Leuten pro Gruppe durch den Dschungel stampft..Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, nur Insekten und Spinnen zu sehen..aber keine „größeren“ Tiere
Bevor ich mich allerdings gemütlich auf die Terrasse vor meinem Schlafraum niederlassen kann, muss ich noch die Bartschweine passieren, die hier überall auf dem Gelände verteilt sind. Bisher haben sie sich in keinster Weise aggressiv gezeigt..Allerdings ist mit unserem Wildschweinen ist ja aber manchmal auch nicht gut Kirschenessen...Letztendlich sind sie aber friedfertig geblieben und ich konnte mich auf der Terrasse meinen Schuhen widmen (die Sohle hat nun völlig den Geist aufgegeben). Kurz darauf kam die Truppe der Nachwanderer und hat direkt was vor meiner Terrasse gesehen..
Ein Paar vom Nachbarhostel (von den Niederlanden, wie sich später herausstellt) kommt hinzu und als sich die Truppe der Nachwanderer verzogen hat, unterhalten wir uns nett und betrachten auch das interessante Tierchen da am Baum. Es ist ein Riesengleiter mit Jungtier. Wirklich goldig..Die beiden geben mir dann noch ein paar Infos zum Gunung-Mulu Nationalpark und erzählen mir auch, dass sie gestern bei der Nachtwanderung weniger Leute gewesen und außerdem als eine der ersten gelaufen seien und daher das Glück hatten, ein Hirschferkel zu sehen..Das würde ich ja auch gerne mal sehen..Bisher gab es bei mir da immer nur die Fußspuren zu orten..Als später Anna, Malina (so heißt das eine Mädel aus Taiwan, mit dem ich mich hauptsächlich unterhalten habe) und ihre Freundin zurück kommen, können sie auch berichten, dass sie hauptsächlich Insekten und neben dem Riesengleiter noch schlafende Eisvögel sehen konnten..
Eine „lustige“ Begebenheit gab´s dann noch vorm Schlafengehen: trotz voller Reservierungskartei, war ich bis ca. 22 Uhr nur mit einem anderen Mädel (ich weiß leider nicht, wo sie herkam (dies wäre nämlich für Nachfolgendes interessant gewesen, aber sie sprach kein Englisch)) allein im 4 Bett Zimmer. Sie hatte sich schon bettfertig gemacht und sich in ein „Hängerchen von Nachthemd“ geworfen, als um besagte Zeit, ein junger Mann aus Amerika auftauchte und sein Bett im Dorm beanspruchte..Ich war währendessen Zähne putzen und fand dann eine „aufgelöste“ junge Dame vor, die sich, in lange Hosen und eine langärmelige Bluse gehüllt hatte..Mit Händen und Füßen machte sie mir dann klar, dass sie den jungen Mann an an die Rezeption geschickt hätte, da dies ja schließlich ein „Mädchen-Schlafsaal“ sei und es könne doch nicht sein, dass hier Männlein und Weiblein zusammen schlafen..
Ich wiederum versuchte ihr mit Händen und Füßen klar zu machen, dass es eben doch so sei, da man hier nur sein Bett zahlt..Zugegebenermaßen ist es für mich auch seltsam in einem Land, wo man manchmal mit Blicken fast gesteinigt wird (jedenfalls von den Frauen), wenn man Hosen trägt, wo die Knie noch hervorblitzen, einfach keine reinen Frauenschlafsäle zu haben. Das gibt es in den meisten anderen Ländern. Nicht so in Malaysia.
Letztendlich ging es dann auch so aus: der Mann von der Rezeption kam, versuchte ihr auch zu erklären, dass sie nur das Bett gebucht hätte und das ein gemischter Schlafsaal sei; wenn sie Beschwerden hätte, dann solle sie die doch Morgen schriftlich formulieren (aha?!). Der arme junge Amerikaner war inzwischen schon soweit, dass er angeboten hat, sich die Matratze zu schnappen und draußen auf der Terrasse zu schlafen..
Letztendlich hat er dann aber doch in „seinem“ Bett geschlafen. Er ist dann ein Bett weiter neben mich gerückt, damit die junge Frau ein leeres Bett zwischen ihm und ihr hatte..Ich habe dann nur noch mit ihm gescherzt, dass er, wenn er schnarcht, ein Kissen ins Gesicht bekommt ;-P..
Er ist allerdings schon etwas „seltsam“, denn er reist komplett ohne Gepäck?? Und wirft sich in voller Montur ins Bett- dem Geruch nach- auch ungeduscht :-)..Aber bez. des Geruchs hatte ich ja keine „Strafe“ angedroht :-)..

wirksamer Anknabberschutz

herrliches Farbenspiel im Fluss

ein weiteres Beispiel für eine gute Verteidigungsstrategie

fleischfressende Kannenpflanzen am Boden..

...und vom Baum hängend..

..für mich ein herrlicher Farbkontrast: vermute, dass die Farbe aus der Rinde der Bäume oder ihren Wurzeln stammt..

wieder anders geformte Kannenpflanze

...und natürlich auch Pilze lieben dieses schwül- feuchte Klima



auch hier fand ich wieder den Farbkontrast zw. rot und grün schön..

von links nach rechts: Konge, Paderborn und Meenz...

heute mal ein bißchen Posing für´s Foto: Nasenaffe..


...hier ist das markanteste Merkmal gut sichtbar :-)

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