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Montag, 18. März 2013

Die Pinnacles oder „Bist Du fit?“-16.03.2013

Erbarmungslos klingelt heute Morgen gegen 05.15 Uhr mein Wecker, da wir bereits um 05:45 Uhr zum Frühstück erwartet werden.
Nachdem ich ein halbes Stück Toast mit Ei heruntergewürgt habe (es ist einfach NICHT MEINE Frühstückszeit :-)) widme ich mich dann doch eher meinem Tee und packe mir den Rest für unterwegs ein.
Gegen 06:30 Uhr bläst Won zum Abflug, So, also lasset die Spiele beginnen..
Der steile Pfad nach oben (wenn auch nur 2.4 km) hat es in sich (als ich zurück war, wusste ich, warum Stefan Loose schreibt, dass diese Tour nur gut trainierten Trekkern empfohlen wird :-)). Der Gunung Api (1732m) hat eine spezielle landschaftliche Schönheit für den Touri bereit: der tropische Regen hat bis zu 20 m breite und 45 m hohe bizarr aussehende, weiße Kalksteinnadeln an seinen Hängen postiert.
Unseren vorgeschriebenen (!) Guide sehen wir die meiste Zeit nicht. Bzw. wartet er von Etappe zu Etappe, um dann wieder vorzulaufen und- bei der schwierigsten Etappe meint er dann: „ I wait at the summit!“ Ah-ha! Konnte daher nicht wirklich feststellen, WARUM ich einen Guide brauche, wenn er eben nicht wirklich DABEI ist..
Matt bietet mir dann von sich aus an, hinter mir zu bleiben, da er Einiges an Klettererfahrung mitbringt. So habe ich mich dann doch etwas sicherer gefühlt, als die letzten 200 m dann nur noch auf Leitern, an Seilen oder in den Stein eingelassenen Tritthilfen oder eben Felsspalten bestanden...Das der Schweiß in Strömen floss bei dem vorhandenen Klima brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen :-)..
Gegen 11:20 Uhr haben wir es geschafft. Wir sind auf dem Gipfel. Die Wolken- und Nebeldecke reißt auf und wir haben einen herrlichen Blick auf die Pinnacles..Leider nur Blick, denn meine Kamera ist durch das feuchte Klima so beschlagen, dass ich kaum ein vernünftiges Bild machen kann. Hoffe nun auf Matt´s Bilder.
Ein paar vorwitzige Eichhörnchen lauern auf abfallende Nüsse und anderes, verwertbares Futter. Nicht ohne lautstark „ihre Meinung“ kund zu tun. Ich habe ungesalzene Cashewnüsse dabei und als ich ein Stück zu dem Eichhörnchen unter mir fallen lasse, kommt es immer wieder und „macht Männchen“ wie ein Hund, um das nächste Stück zu ergattern..
Nach dem wir mehr als eine halbe Stunde diesen herrlichen Blick ausgekostet haben (wir hatte doppelt Glück: am heutigen Tag waren wir die 3 einzigen Menschen auf dem Berg), folgt nun der schwierige Part..
Wir müssen hier wieder runter. Da Won nun zugesagt hat, hinter mir zu bleiben, kann Matt sein Tempo gehen und geht voraus.
Allerdings bleibt hier auch zu erwähnen, dass ich Won auf den schwierigen 200 m kaum zu Gesicht bekommen habe. Aber- wie ihr seht: ich hab´s gemanagt! Denn das Wichtigste ist in solch einer Situation: „Keine Panik, in Ruhe jeden Schritt überlegen und ausführen und wenn möglich schwindelfrei sein..“..
Allerdings im Nachhinein betrachtet, war dies NICHT die schwierigste Passage..Die kam eher dann, als auf ¾ des Weges die Ermüdung der Knie einsetze, da man zusätzlich die ganze Zeit höllisch aufpassen musste, nicht auszugleiten und sich alle Gräten zu brechen..Der Weg besteht nämlich nur aus feuchtem, oft bemoostem Gestein und blanken Wurzeln...
Als ich gegen 16:20 Uhr ins Camp kam, meinte ich nur kurz vorher noch zu Won, dass er, auch wenn ich rosa bin und schwitze wie ein Sch..., er doch bitte NICHT mit seinem Luftgewehr auf mich schießen solle (das hatten die Jungs nämlich dabei, in der Hoffnung eines der „bearded Pigs“ vor den Lauf zu bekommen)..
Matt erwartete mich schon mit einem Kaffee und bei herrlichstem Wetter konnte ich noch etwas die wunderschöne Umgebung genießen, bevor es unter die eiskalte Dusche ging..
Auch heute Abend gab es wieder sehr leckeres Abendessen und Obst.
In der Zwischenzeit war eine bunt gemischte Truppe aus Dänemark, Holland, Polen und Belgien eingetroffen, welche nach dem Briefing (was sie auf dem Treck zu den Pinnacles erwartet) alles andere als glücklich aussah.
Matt und ich hatten uns definitiv den besten Tag ausgesucht: nur wir beide samt Guide auf dem Weg und herrlichstes Wetter...
Während wir am Tisch unsere Beine ausstreckten, welche uns tapfer nach oben und wieder nach unten gebracht haben- HABEN WIR DIE TRUPPE NICHT BENEIDET :-)..
Später habe ich mit den Mädels noch ein bisschen gequatscht und ihnen viel Glück mit auf den Weg gegeben. Wobei Matt und ich uns einig waren, dass die ein oder andere definitiv den Gipfel nicht erreichen wird (Won hatte erzählt, dass er letztens eine Gruppe Italiener hatte: von 16 Leuten, kamen 3 bis zum Gipfel; von diversen Rettungsaktionen, einem Todesfall (allerdings mit klinischer Vorgeschichte) mal ganz zu schweigen..)
Für das, dass Matt von Edinburgh ist, ist sein Englisch wirklich gut zu verstehen bzw. kann er den schottischen Akzent wohl gut verstecken.
Mit ihm habe ich mit auch lange über Thailand und SOA im Allgemeinen unterhalten und er will mir noch einige Infos per Mail zukommen lassen. Echt ein sehr angenehmer Reisepartner..
Auch heute werden wir nicht alt und freuen uns, bereits gegen kurz vor 22 Uhr unsere Glieder auf den Matten ausstrecken zu können...
die besagten Pinnacles

yepp! Der Weg nach oben war steinig :-)..

mein Kletterpartner..

Blick vom Camp 5 auf den Fluss

Camp 5

Matt´s und mein Domizil

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