Erbarmungslos klingelt heute Morgen
gegen 05.15 Uhr mein Wecker, da wir bereits um 05:45 Uhr zum
Frühstück erwartet werden.
Nachdem ich ein halbes Stück Toast mit
Ei heruntergewürgt habe (es ist einfach NICHT MEINE Frühstückszeit
:-)) widme ich mich dann doch eher meinem Tee und packe mir den Rest
für unterwegs ein.
Gegen 06:30 Uhr bläst Won zum Abflug,
So, also lasset die Spiele beginnen..
Der steile Pfad nach oben (wenn auch
nur 2.4 km) hat es in sich (als ich zurück war, wusste ich, warum
Stefan Loose schreibt, dass diese Tour nur gut trainierten Trekkern
empfohlen wird :-)). Der Gunung Api (1732m) hat eine spezielle
landschaftliche Schönheit für den Touri bereit: der tropische Regen
hat bis zu 20 m breite und 45 m hohe bizarr aussehende, weiße
Kalksteinnadeln an seinen Hängen postiert.
Unseren vorgeschriebenen (!) Guide
sehen wir die meiste Zeit nicht. Bzw. wartet er von Etappe zu Etappe,
um dann wieder vorzulaufen und- bei der schwierigsten Etappe meint er
dann: „ I wait at the summit!“ Ah-ha! Konnte daher nicht wirklich
feststellen, WARUM ich einen Guide brauche, wenn er eben nicht
wirklich DABEI ist..
Matt bietet mir dann von sich aus an,
hinter mir zu bleiben, da er Einiges an Klettererfahrung mitbringt.
So habe ich mich dann doch etwas sicherer gefühlt, als die letzten
200 m dann nur noch auf Leitern, an Seilen oder in den Stein
eingelassenen Tritthilfen oder eben Felsspalten bestanden...Das der
Schweiß in Strömen floss bei dem vorhandenen Klima brauche ich wohl
nicht extra zu erwähnen :-)..
Gegen 11:20 Uhr haben wir es geschafft.
Wir sind auf dem Gipfel. Die Wolken- und Nebeldecke reißt auf und
wir haben einen herrlichen Blick auf die Pinnacles..Leider nur Blick,
denn meine Kamera ist durch das feuchte Klima so beschlagen, dass ich
kaum ein vernünftiges Bild machen kann. Hoffe nun auf Matt´s
Bilder.
Ein paar vorwitzige Eichhörnchen
lauern auf abfallende Nüsse und anderes, verwertbares Futter. Nicht
ohne lautstark „ihre Meinung“ kund zu tun. Ich habe ungesalzene
Cashewnüsse dabei und als ich ein Stück zu dem Eichhörnchen unter
mir fallen lasse, kommt es immer wieder und „macht Männchen“ wie
ein Hund, um das nächste Stück zu ergattern..
Nach dem wir mehr als eine halbe Stunde
diesen herrlichen Blick ausgekostet haben (wir hatte doppelt Glück:
am heutigen Tag waren wir die 3 einzigen Menschen auf dem Berg),
folgt nun der schwierige Part..
Wir müssen hier wieder runter. Da Won
nun zugesagt hat, hinter mir zu bleiben, kann Matt sein Tempo gehen
und geht voraus.
Allerdings bleibt hier auch zu
erwähnen, dass ich Won auf den schwierigen 200 m kaum zu Gesicht
bekommen habe. Aber- wie ihr seht: ich hab´s gemanagt! Denn das
Wichtigste ist in solch einer Situation: „Keine Panik, in Ruhe
jeden Schritt überlegen und ausführen und wenn möglich
schwindelfrei sein..“..
Allerdings im Nachhinein betrachtet,
war dies NICHT die schwierigste Passage..Die kam eher dann, als auf ¾
des Weges die Ermüdung der Knie einsetze, da man zusätzlich die
ganze Zeit höllisch aufpassen musste, nicht auszugleiten und sich
alle Gräten zu brechen..Der Weg besteht nämlich nur aus feuchtem,
oft bemoostem Gestein und blanken Wurzeln...
Als ich gegen 16:20 Uhr ins Camp kam,
meinte ich nur kurz vorher noch zu Won, dass er, auch wenn ich rosa
bin und schwitze wie ein Sch..., er doch bitte NICHT mit seinem
Luftgewehr auf mich schießen solle (das hatten die Jungs nämlich
dabei, in der Hoffnung eines der „bearded Pigs“ vor den Lauf zu
bekommen)..
Matt erwartete mich schon mit einem
Kaffee und bei herrlichstem Wetter konnte ich noch etwas die
wunderschöne Umgebung genießen, bevor es unter die eiskalte Dusche
ging..
Auch heute Abend gab es wieder sehr
leckeres Abendessen und Obst.
In der Zwischenzeit war eine bunt
gemischte Truppe aus Dänemark, Holland, Polen und Belgien
eingetroffen, welche nach dem Briefing (was sie auf dem Treck zu den
Pinnacles erwartet) alles andere als glücklich aussah.
Matt und ich hatten uns definitiv den
besten Tag ausgesucht: nur wir beide samt Guide auf dem Weg und
herrlichstes Wetter...
Während wir am Tisch unsere Beine
ausstreckten, welche uns tapfer nach oben und wieder nach unten
gebracht haben- HABEN WIR DIE TRUPPE NICHT BENEIDET :-)..
Später habe ich mit den Mädels noch
ein bisschen gequatscht und ihnen viel Glück mit auf den Weg
gegeben. Wobei Matt und ich uns einig waren, dass die ein oder andere
definitiv den Gipfel nicht erreichen wird (Won hatte erzählt, dass
er letztens eine Gruppe Italiener hatte: von 16 Leuten, kamen 3 bis
zum Gipfel; von diversen Rettungsaktionen, einem Todesfall
(allerdings mit klinischer Vorgeschichte) mal ganz zu schweigen..)
Für das, dass Matt von Edinburgh ist,
ist sein Englisch wirklich gut zu verstehen bzw. kann er den
schottischen Akzent wohl gut verstecken.
Mit ihm habe ich mit auch lange über
Thailand und SOA im Allgemeinen unterhalten und er will mir noch
einige Infos per Mail zukommen lassen. Echt ein sehr angenehmer
Reisepartner..
Auch heute werden wir nicht alt und
freuen uns, bereits gegen kurz vor 22 Uhr unsere Glieder auf den
Matten ausstrecken zu können...
| die besagten Pinnacles |
| yepp! Der Weg nach oben war steinig :-).. |
| mein Kletterpartner.. |
| Blick vom Camp 5 auf den Fluss |
| Camp 5 |
| Matt´s und mein Domizil |
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