Daher gebe ich die Recherche nun zunächst auf und mache mich auf den Weg zum „Grand Palace“- dem Königspalast. Da ich entschlossen habe, wenn ich zurück bin, nicht mehr in der Gegend um die Khaosan Road zu wohnen, möchte ich meine drei Tage hier nutzen, um die Gegend bzw. die Sehenswürdigkeiten, die ich zu Fuß erreichen kann, zu erkunden.
Zu Fuß bis zum Königspalast sind es ca. 25-30 Minuten. Das Wetter ist strahlend schön- was aber auch bedeutet, dass es über 40 °C im Schatten ist. Am Eingang gibt es zunächst erst mal die „Kleider- Challenge zu bestehen..Missmutig gelaunte Wärter schnautzen jeden an, der nicht standesgemäß gekleidet ist- d.h. kurze Hosen, kurzer Rock, schulterfrei- wobei auch ein Bedecken der Schultern mit einem Tuch NICHT als standesgemäß gilt...Da ich mich vorher schlau gemacht habe, betrifft es mich nicht wirklich. Habe meinen Sarong dabei, den ich mir um die Hüften schwinge und mich so schnell von „kurzhosig“ in bodenlanger Rock verwandele..Für alle übrigen heißt es erst einmal: ab in die Kleiderkammer und mit entsprechender Kleidung eindecken..
Der Königspalast ist 1782 nach Bangkok (in thailändischer Schrift hat der Name „Bangkok“ übrigens 139 Zeichen ohne Leerzeichen und ist somit trägt somit den längsten bekannten Namen) verlegt worden. Dabei wurde darauf geachtet, dass sich das neue Gelände auf einem höhergelegenen Gebiet befand, welches vor Überschwemmungen sicher war. Ursprünglich befand sich der Königspalast Ayutthaya (der Königsstadt von Siam; hier werde ich im letzten Teil meiner Reise noch vorbeischauen). Als die Stadt 1767 von birmesischen Truppen dem Erdboden gleich gemacht wurde, konnte ein kleiner Teil der Bevölkerung fliehen. Allerdings starb wohl der König unterwegs an Erschöpfung oder dem Hungertod. Genaueres ist wohl nicht überliefert..
Betrachtet man die Karte des heutigen Geländes, so kann man mit etwas Fantasie erkennen, dass versucht wurde, den Aufbau des damaligen Ayutthaya nachzubauen (Insellage, künstlich angelegte Kanäle etc.). Die dort siedelnden Chinesen wurden „gebeten“ das Gebiet zu verlassen und sich im heutigen „Chinatown“ niederzulassen.
Der aktuelle amtierende König ist ein sehr beliebter König(Rama XI) und hatte, wenn ich mich recht erinnere, 2006 sein 60ig jähriges Thronjubiläum. Da sich der König auf den Geldscheinen befindet, ist es auch tunlichst zu vermeiden, sollte einem mal ein Geldschein herunterfallen und fortzufliegen drohen, den Fuss auf den Geldschein zu setzen, da man ansonsten „auf das Gesicht des Königs treten“ würde. Die Thais sind sehr königstreu und bisher war ich noch in keinem Gebäude, wo man nicht irgendwo ein Bild von König&Königin entdecken konnte..Also- für die ganz Vorlauten: auch negative oder kritisierende Bemerkungen über die Königsfamilie sind tunlichst zu vermeiden- wenn man einen unbeschwerten Urlaub verbringen möchte..
Am Eingang konnte man sich eine Infobroschüre in deutsch abholen und danach in strenger Reihenfolge das Gelände betreten. Da der Königspalast zu DER Must-Sees in Bangkok gehört, ist hier entsprechend jeden Tag die Hölle los und bei über 40 °C im Schatten sollte man gesundheitlich fit sein, um nicht zusammen zu klappen, wenn man den ganzen Tag hier verbringt (so wie ich :-)). Gut ist, dass es Wasserautomaten gibt, wo man sich seine Flasche kostenlos auffüllen kann. Auch hier wurden die Gebühren zu Jahreswechsel nun auf 500THB erhöht.
Auf dem Gelände des Königspalasts befinden sich auch die königlichen Throninsignien, eine Münzsammlung (letztere fand ich interessant, da sie auch „alte“ Zahlungsmittel zeigt) und eine Gewändersammlung der Königsfamilie (einmal fühlen wie Sissi :-)).
Hauptattraktion ist allerdings der Jadebuddha, welcher sich im Wat Phra Kaeo befindet und zu jeder Jahreszeit mit unterschiedlichen Gewändern „geschmückt“ wird. Diese Buddhastatue ist die Meistverehrte in Thailand, da er als Beschützer des Landes und der Dynastie gilt. Die Buddhastatue ist „nur“ 66cm hoch und sein grünes Jadegestein war zunächst unter einem anderen Material bedeckt. Erst als entdeckt wurde, dass sich unter dem unscheinbar aussehenden Material eine solche Kostbarkeit verbarg, erlangte er, die bis heute andauernde Berühmtheit..
Wenn man sich hier auf dem Gelände so von einem Gebäude zum Nächsten bewegt, ist man permanent von funkelnden Gebäuden umgeben..Ich glaube, ich habe nicht mehr so viel Gold gesehen seit dem letzten Indiana Jones Film :-)..Weiterhin befindet sich eine beeindruckende Buddhasammlung auf dem Gelände. Auch hier gilt: noch nie so viele Buddhastatuen auf einmal gesehen..
Ein Teil der Gebäude ist am heutigen Tag für Besucher wegen religiöser Feierlichkeiten gesperrt..Man sieht also- der Königspalast ist nicht nur „Ausstellungsgegenstand“..
Letztendlich war ich dann aber am späten Nachmittag froh, das Gelände verlassen zu können, da es so vollgepackt mit Menschen war, dass es bei der Hitze nicht wirklich auf Dauer Spaß macht..:-)..
Auch heute gab es wieder leckeres Essen von der Straße und gegen 19 Uhr bin ich dann wieder in meinem Hostel aufgelaufen. Da heute der 85. Geburtstag meiner Oma war, konnten ich dank guter Internetverbindung auch persönlich gratulieren :-)..
| selbst in der Gegend Khaosan Road ist der Glaube allgegenwärtig.. |
| Wandmalereien im Königspalast |
| Königspalast |
| Königspalast |
| Wächterfigur im Königspalast |
| Gold, Gold, Gold.. |
| Königspalast |
| Königspalast |
| wo so viel Gold ist, dürfen die Wächter natürlich nicht fehlen.. |
| Königspalast |
| Königspalast |
| Königspalast |
| weißte Bescheid, Schätzelein :-)! |
Am nächsten Morgen ging es gleich wieder früh los in die gleiche Ecke des Königspalastes- nämlich zum liegenden Buddha- Wat Pho.
Hier ist der Eintritt deutlich günstiger (100THB), aber es ist nicht weniger touristisch: auch hier ist am Morgen schon die Hölle los.
Auch der Wat Pho hat einige beeindruckende Gebäude aufzuweisen, so dass man hier einige Stunden verbringen kann- wobei natürlich die überdimensionale, goldene, liegende Buddhastatue das eigentliche Highlight ist..
Als ich gegen 12.15 Uhr Wat Pho verlasse, sehe ich überall nur noch Glitzer und Gold. Nun heißt es auf dem Menam Chao Phraya ein Passagierboot (orangene Linie, Landesteg 8) zu erwischen, um mit diesem für nur 18THB bis zu Landsteg 15 zu fahren. Auf dem Boot lerne ich eine deutsche Familie kennen, die mir berichten, dass es heute im Königspalast wieder so brechend voll war. Daher und aufgrund der Hitze, hatten sie sich entschlossen nicht mehr Wat Pho zu besuchen, sondern nur noch den Blumenmarkt an Landepier 15. Aufgrund dessen haue ich sie an, ob ich nicht ihr Ticket haben könne- wenn sie selbst dafür keine Verwendung mehr haben..Da dies so ist, erhalte ich ihr Ticket und habe somit freien Eintritt in den Wimanmek-Palast, die dortigen Museen und die Anantasamakom Thron Halle (dies funktioniert aber nur, wenn Du eine Eintrittskarte vom Königspalast vom GLEICHEN Tag hast).
Der Vimanmek Palast ist schon sehr beeindruckend. Der komplette Palast besteht aus Teakholz. Lt. Wikipedia gilt das Gebäude mit seinen 81 Zimmern als das größte Teakholzgebäude der Welt. Nicht alle Zimmer sind der Öffentlichkeit zugänglich gemacht- aber selbst das was man sieht, ist schon sehr schön und interessant (also für mich jedenfalls :-): ist ja bekanntlich nicht jedermann´s Sache sich Gebäude anzusehen..). Auch hier gilt: da königliches Gebäude erneut die strenge Kleiderordnung..Nach dem Durchlaufen diverser weiterer Museen, geht es zur letzten Station des heutigen Tages: die Thronhalle.
Und hier kann ich nur sagen: das Interessanteste, was ich in Bangkok die vergangenen Tage zu sehen bekommen habe: architektonisch und inhaltlich..
Diese Thronhalle könnte genauso gut irgendwo in Europa stehen. Sie ist gefüllt mit handgefertigten Wandteppichen, komplett aus Gold bestehenden „Modellen“: z.B. einer königlichen Barke, einer Porzellan-, Schmuck-, Bilder- und Accessoiressammlung.
Am Eingang gibt kostenlos einen Audioguide. Auch hier ist natürlich der Sicherheitshype groß: Sicherheitsschleuse, „regelkonforme“ Kleidung, kein Handy und Taschen und Rucksäcke müssen ins Schließfach..
Es ist faszinierend, wie filigran die Modelle gearbeitet sind. Zum Teil waren an die 200 Künstler an die 2 Jahre mit dem Fertigstellen eines Modelles beschäftigt. Wahnsinn!
Auch die Schnitzereien sehen sind sehr aufwendig und detailgetreu gebildet.
Gegen 17 Uhr werde ich dann quasi aus der Ausstellung „gekehrt“, da auch die Leute hier mal Feierabend machen wollen..Beim Verlassen des Gebäudes, konnte ich noch eine- für mich- lustige Szene beobachten: ein kleines Mädchen hüpfte auf den akribisch gestutzten englischen Rasen, zog seine Hosen hinunter und pinkelte neben einem Baum..Der Sicherheitsmann, der dies sah, aber zu weit weg stand- um irgendetwas verhindern zu können, blies verzweifelt seine Trillerpfeife: mit null Erfolg! Die Kleine lies sich nicht stören und war darüber hinaus der festen Überzeugung, dass die Pfeife ja gar nicht ihr gelten könne...Als sie ihr „Geschäft“ erledigt hatte, zog sie ihre Hosen wieder hoch und verlies den Ort des Geschehens..Für mich zum Brüllen komisch- für den Wachposten irgendwie weniger :-)..Tja, Kinder scheren sich eben nicht wirklich um Etikette..
Mein Weg zurück zur Khaosan Road (zu Fuß) dauerte fast 40 Minuten, verging aber schnell, da es ja überall so viel zu sehen gibt. In Thailand findet das Leben hauptsächlich auf der Straße statt; kaum jemand kocht zuhause oder legt Wert auf Wohnkomfort- wie das in Europa so üblich ist..
Bevor ich ins Hostel zurück kehre, habe ich wieder Spaß im Supermarkt: finde mal eine Bodylotion ohne Whitener hier (die teueren, aus Europa importierten Marken einmal ausgenommen;aber selbst Niveau gibt es hier mit Whitener)! Ne, das kann ich nun wirklich gar nicht gebrauchen..Es ist für mich immer schon lustig, dass mich einige Leute anscheinend unbedingt berühren müssen- oder vielmehr gesagt: meinen weißen Flaum auf meinen Armen- dieser löst eine Faszination aus oder gilt wohl einfach als „schön“- weil weiß oder hell..
| auf dem Weg zum Wat Pho |
| auf dem Weg zum Wat Pho |
| einer meiner "geliebten" Stände mit frischen Säften.. |
| Gelände Wat Pho |
| Gelände Wat Pho |
| Wächterfigur (früher Menschenfresser-danach vom Buddhismus bekehrt und Wächter der Tempel und der Lehre..) |
| der berühmte liegende Buddha |
| Buddhas, Buddhas, Buddhas |
| liegender Buddha |
| liegender Buddha (kaum zu übersehen :-)) |
| der Teakholzpalast |
| andere Perspektive des liegenden Buddhas.. |
Für meinen letzten Tag in Bangkok habe ich mir vorgenommen, um 09:30 Uhr am Nationalmuseum zu sein, da Donnerstags um diese Zeit eine kostenlose Führung durch das Museum in „deutsch“ angeboten wird..Yeah- endlich wieder jedes kleine Detail verstehen :-)..
Daher muss ich mich am Morgen ziemlich sputen, da ich ja noch, bevor ich lostigern kann, auschecken, mein Gepäck umsortieren und für das Zurücklassen präparieren muss.
Für Letzteres bin ich nicht so wirklich glücklich, da das Hostel hier 100THB pro Tag verlangt..Eine andere Mitreisende hat mir eine Adresse an die Hand gegeben, wo nur 8 THB pro Tag fällig werden. Das muss ich später dann mal checken, denn es bringt ja auch nichts zwar weniger zu zahlen und dafür später nur die Hälfte vom Gepäck wieder zu bekommen..
Auf dem Weg gönne ich mir noch mal ein Joghurt-Smoothie (hach, ich liebe diese frischen Säfte und Smoothies in diesen Ländern..) und bin pünktlich um 09:20 Uhr am Eingang.
Heike&Heike führen die kleine Gruppe (ca. 7 Leute) durch die Ausstellung. Wir sind fast 3 Stunden mit der Führung unterwegs und haben nur einen Bruchteil des Museums gesehen. Das Museum ist wohl das Größte seiner Art im asiatischen Raum und hat sowohl prähistorische Funde als auch Funde der jüngeren Bangkok- Periode im Repertoir. Das Museum steht an der Stelle des früheren Palastes des 2.Königs (der quasi eine Art Stellvertreterfunktion innehatte). Auch Teile davon kann man heute noch besichtigen (www.thailandmuseum.com). Eine Besonderheit der Ausstellung ist z.B. die Buddhaisawan-Kapelle, in welcher bis zum heutigen Tag die originalen Wandmalereien (über 200 Jahre alt) bestand werden können. Diese wurde nach eine speziellen Technik gefertigt, bezüglich derer das Wissen leider verloren gegangen ist, so dass man sich schwer damit tut, diese Malereien zu restaurieren. Die Malereien stellen 28 Szenen aus Buddhas Leben dar.
Desweiteren konnten wir Verbrennungskutschen, die Waffen-, Kleider-, Puppen- und Buddhafigurensammlung bewundern. Mit den kurzweiligen Erklärungen von Heike&Heike (deren Männer in Thailand arbeiten; für deren Frauen ist es verboten hier zu arbeiten), vergingen die 3 Stunden auch wie im Flug. Im Anschluss haben wir uns noch alle beim Essen zusammengesetzt und ein paar persönliche Fragen ausgetauscht. Ich bin dann hinterher noch mal ca. eine dreiviertel Stunde los, um mir die verbleibenden Gebäude anzusehen- allerdings ohne Erklärung, war das Ganze natürlich nur halb so interessant, da die Artifakte kaum bis sehr spärlich beschriftet sind.
Nun war ich dann allerdings natürlich schon wieder später als geplant zurück im Hostel und nachdem ich Tripadvisor gecheckt hatte, wollte ich definitiv meine Sachen dann nicht in dem Guesthouse lassen. Habe dann das Hostel angerufen, wo ich ab 12.04. für 2 Nächte bin und die sagten mir zu, dass ich die Sachen heute noch vorbeibringen kann (denn 1.) bezahle ich dort nur 20THB pro Tag und 2.) wird vom 13.04.-15.04. Ausnahmezustand in Bangkok herrschen: hatte nämlich in meiner Allumfassenden Weisheit verdrängt, dass wenn ja dieses Wasserfest oder Thailändisches Neujahr ist, die Straßen rund um die Khaosan Road gesperrt (auch nicht gerade die optimale Zeit um dann Gepäck hier abzuholen) sind und ich ev. auch Probleme bekommen könnte, am nächsten Tag früh zum Flughafen zu kommen :-(..na ja, mal schauen). Also, habe ich dann spontan beschlossen, zum Hua Lamphong Hostel zu fahren. Am Besten mit dem Bus- was angeblich auch nicht DAS PROBLEM sein sollte und man für das Taxi ungefähr den 5-fachen Preis zahlt.
Nun ja- nach 45 Minuten verzweifelter Suche nach der richtigen Bushaltestelle habe ich es dann aufgegeben...Und mit einem Tuk Tuk Fahrer einen für beide Seiten annehmbaren Preis ausgehandelt- inkl. Wartezeit seinerseits und mich wieder zurückbringen in die Khaosan Road.
Dort bin ich dann wieder nach 18 Uhr aufgelaufen und erst mal unter die Dusche gehüpft. Netterweise hat das Hostel erlaubt, obwohl ich ja bereits ausgecheckt hatte, dass ich die sanitären Einrichtungen bis zu meiner Abreise (heute Abend geht um 21 Uhr der Bus nach Koh Tao) noch nutzen kann.
In den verbleibenden 1 ½ Stunden bis zum einchecken bekam ich dann natürlich nicht mehr ansatzweise „so viel gerissen“ mit meinen Bildern und dem Blog, wie ich mir ursprünglich erhofft hatte und rucki-zucki muss ich zum Bus.
An der Haltestelle lerne ich ein Paar aus Spanien kennen, mit denen ich mich unterhalte, bis es ans Einsteigen geht.
Ich sitze auch kaum im Bus, da gehen, als wir losfahren nach kürzester Zeit die Lichter aus..und ich döse weg, so k.o. bin ich..
| die Schlafkabine..und ne, es hat sich nicht angefühlt, wie in einem Sarg.. |
| ...war sogar recht gemütlich- viel Platz, nur die Matratze zu dünn |
| Gelände des Nationalmuseums |
| die o.g. berühmten Wandmalereien |
| chinesische Gallionsfigur, die zum Beschweren der Warenschiffe verwendet wurde (z.B. Seide wiegt nicht so viel, wie das Tauschgut..) |
| Gelände des Nationlmuseums.. |
| das achtfache Rad |
| Verbrennungskutsche |
| Tragevorrichtung für Elefanten aus Elfenbein |
| Buddhafigur |
| Ganesha-Figur |
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