Aktuelle Zeit bei mir :-)

Mittwoch, 13. März 2013

Kubah- Nationalpark- 11.03.+12.03.2013

Als heute Morgen um 6 Uhr mein Wecker klingelt, bin ich wirklich noch ziemlich müde..
Nach einem Kaffee sieht die Welt allerdings schon anders aus und ich stehe pünktlich um 07:35 Uhr an der Bushaltestelle. Der Bus fährt auch tatsächlich schon um 07:40 Uhr vor und 10 Minuten später ab (so viel dazu: planmäßige Abfahrt 8 Uhr..).
Nach guten 40 Minuten steige ich an der Abzweigung zum Headquarter aus und laufe die 500 m bis zum Eingang. Der Park liegt ca. 20 km nordwestlich von Kuching und ist 2230 ha groß. Die umliegenden Berge bestehen aus Sandstein. Auch hier habe ich „nur“ ein Bett gemietet- da der Park aber wenig besucht ist, habe ich ein 6 Bett Zimmer für mich alleine. Im gleichen Haus ist noch der Italiener Nicola, der irgendetwas im Bereich „Botanik“ studiert hat. Zu dem Hostel gehört ein Aufenthaltsraum, 2 Toiletten, eine Dusche und eine Küche.
Hier gibt es auch Toilettenpapier- nicht wie in Bako. Konnte mich dort einmal mehr auf meine „ausgerüstet-für-jede-Situation“- Art verlassen (indem ich nämlich- wie immer- eine Rolle Klopapier dabei hatte). Rühmten sie sich gebenüber meiner Mitbewohnerin im Schlafsaal noch damit, dass der „gemixte Dorm“ ja so westlich sei..Haben sie DIESE Einstellung bei den Toiletten wohl vergessen. Dort gab´s kein Papier- auch nicht auf Nachfrage- und nur den Wasserschlauch..
Gegen 09:30 Uhr ziehe ich, nachdem ich meine Sachen abgestellt habe, los, um den Gipfel- Weg zu laufen. Einer der anderen Wege, welchen ich gerne gelaufen wäre, ist gerade gesperrt. Laut dem Ranger sind mehrere der Orang- Utans der Auffangstation ausgebrochen und das eine oder andere männliche Tier sei zu aggressiv und der Weg daher gesperrt..
Meine Nachfrage, dass sich die Tiere sicher nicht an markierte Trails halten und sie dann ja auch andere Trails sperren müssten, wurde geflissentlich ignoriert :-)..
Tja- und der Gipfel- Weg macht seinem Namen alle Ehre. Es geht geschlagene 3 Stunden in einem Winkel von ca. 30 °C steil nach oben.
Der Park ist bekannt für seinen Pflanzenreichtum (Kannenpflanzen, Orchideen, Palmen)- weniger für gute Tierbeobachtungsmöglichkeiten.
Dennoch genieße ich den Weg total. Ich bin völlig alleine und habe nur die Geräusche des Dschungels um mich herum. Mal sehe ich ein Eichhörnchen, mal höre ich nur die Grillen und Vögel. Als ich gerade Pause mache und was trinke, entdeckte ich einen etwas taubengroßen, orange-roten Vogel mit schwarzem Kopf und schwarz- weißen Schwanzfedern. Ein solches rot habe ich bisher nur bei den Aras in Südamerika gesehen und daher sticht er aus dem grün-braun auch sehr farbenfroh heraus. Die Vögel, die ich später noch entdecken kann, tragen alle eher die gedeckten Farben des Dschungels (grau, schwarz, grün, braun).
Interessant ist auch, als eine Echse meinen Weg kreuzt: rostrotfarben: auf beiden Hinterbeinen, mit weiß-rot geringeltem Schwanz schießt sie an mir vorbei (für Interessierte: Gonocephalus liogaster)..Heute war mehr der Tag der kleinen Tiere: eine knallblaue Libelle (Orthetrum glaucum), ein seeeeehr großer Tausendfüßler (Thyropygus sp.- übrigens meint Nicolas (siehe unten), dass mich viell. ein Tausendfüßler am Bein erwischt hätte, da Borneo eigentlich nicht wirklich giftige Spinnen hätte...aber wie DER in das Hotelzimmer gekommen sein soll?? Es wird eines der ungelösten Geheimnisse bleiben :-)). Auch weiß ich nun, dass die Rafflesia, die ich in Poring gesehen habe, eine „Rafflesia keithi“ war. Ist schon ziemlich cool, mal jemanden kennenzulernen, der ein solches Buch, in dem man selbst dann alle „Schlauheiten“ nachschlagen kann, geschrieben hat..

Laut Dominic- dem einen Ranger- hat hier vor ein paar Jahren ein Hamburger Student ( http://www.postart.info/asia/natur/frogs.htm) den kleinesten Frosch der Welt entdeckt. Er „lebt“ diversen Kannenpflanzen. Überhaupt kann man hier- soweit zur Theorie- über 1/3 aller Froscharten (150) von Borneo beobachten. Beste Zeit ist ca. 1 Stunde nach Sonnenuntergang. Somit werde ich mich dann heute Abend noch mal für ca. 20 Uhr an die entsprechende Stelle begeben.
Auch sehe ich unterwegs wieder super viele Schmetterlinge, die sich tanzend-schaukelnd ihren Weg suchen..Als ich schließlich nach 3 Stunden am Aussichtspunkt ankomme, ist die Aussicht zwar nicht berauschend (da viele Wolken), dafür aber die Atmosphäre sehr schön..
Nachdem ich bereits gegen 14:40 Uhr wieder zurück im Hostel bin und noch meinen Schlüssel abhole, bin ich grade mal froh, heute nicht so spät dran zu sein. So kann ich mir in Ruhe meine Instand- Nudeln (hi,hi) „kochen“ und noch etwas relaxen, bevor es heute Abend gegen 20 Uhr wieder los geht (für den Beobachtungsplatz muss man auch erst mal ca. 900m bergauf laufen).

Interessanterweise ist mein Zimmernachbar so etwas wie studierter Biologe und was auch interessant ist: er hat ein Artbestimmungsbuch dabei..und zwar eins, das er selbst herausgegeben hat. Daher stammen alle o.g. lat. Bezeichnungen von Nicola Messina.
Er arbeitet hier auch als Guide; wobei seine Haupteinnahmequelle in der Herausgabe von Büchern liegt. Wie sein Name schon richtig verrät, ist Nicola Messina- Italiener.

Mit der Anwesenheit „eines Fachkundigen“ hat die Froschbeobachtung im Dunkeln gleich doppelt Spaß gemacht :-). Und wahrscheinlich hätte ich ohne sein fachkundiges Auge, auch nur einen Teil der Tiere überhaupt entdeckt..
Nach über einer Stunde Frösche suchen und beobachten, machen wir uns auf den Rückweg. Jetzt nur noch unter die kalte Dusche und ab ins Bett. Ist schon wieder fast 23 Uhr..
Gipfel des Gunung Serapi

auch hier wieder Farne, die ich so gerne mag (ja Torsten--auch zu mir sprechen sie immer wieder ;-))..

Orchidee mit kl. Mitbewohner

schön anzusehende Palmen..

Orthetrum glaucum

"meine Gipfelaussicht" :-)

weitere Gipfelaussicht..


Frösche, Frösche, Frösche..




Polypedates otilophus



zur Abwechslung mal ein Gecko

Am nächsten Morgen klingel mein Wecker gegen 7 Uhr. Ich will bereits gegen 8Uhr schon wieder auf dem nächsten Wanderweg sein, da ich heute Mittag bereits um 15 Uhr wieder an der Bushaltestelle stehen muss, um meinen Bus nach Kuching zu erwischen (planmäßige Abfahrt 15:30 Uhr: über das „Zeitproblem“ bei den Bussen hatte ich ja schon ausführlich berichtet :-)..). Heute Morgen möchte ich zum Wasserfall laufen und im Anschluss den Selang Trail laufen. Der Belian Trail mit den Eisenholz- Bäumen (eine auf Borneo beschränkte Baumart, welche ein extrem hartes, haltbares Holz besitzt) ist leider auch gesperrt.
Nachdem ich gepackt habe und Nicolas noch einen „Abschiedszettel“ hinterlassen habe, verlasse ich das Hostel und bringe meine Tasche ins Headoffice. Auch diese Unterkunft im Nationalpark ist sehr einfach gestaltet- aber für ein paar Tage kann man hier gut unterkommen. Das einzig Schwierige ist die Verpflegung. Die nächste „Einkaufsmöglichkeit“ ist 3 Kilometer entfernt und das Wasser muss vor dem Trinken abgekocht werden. Aber selbst danach schmeckt es nicht Besonders. Außerdem kann man sich an kleinen Zimmernachbarn erfreuen (Schaben und Kakerlaken), von welchen eine so dreist war und dachte, sich in meiner Tasche einquartieren zu können..Tja- falsch gedacht: habe alles, bevor ich gepackt habe, noch einmal einer gründlichen Inspektion unterzogen, da ich irgendwie kein Interesse daran hatte, ein solch nettes Tierchen in meinem Gepäck zu befördern..:-)
Aber dennoch ist der Park absolut empfehlenswert. Ich jedenfalls, habe meinen Aufenthalt dort absolut genossen.
Aber nun weiter im Text:
Zunächst bin ich wieder ganz allein mit meiner immergrünen Umgebung. Nur der Gesang der Vögel und das Gezeter der Eichhörnchen (mir war bisher gar nicht so klar, dass diese kleinen Gesellen so einen Aufruhr veranstalten können) begleiten mich.
Als ich schließlich fast am Wasserfall angelangt bin, erreicht mich auch ein junges, deutsches Päärchen und kurz darauf noch Marcel (ein Mitte 50ig jähriger Mann aus Belgien).
Letzterer schießt wohl auch ein recht lustiges Foto von mir. Denn einer der riesigen Schmetterlinge hat beschlossen, meinen Kopf als Landeplatz zu benutzen und richtet sich dort dann auch mal häuslich ein :-). Marcel hat versprochen, das Foto mir demnächst zukommen zu lassen..
Von dort aus gehe ich wieder zurück und mache nochmals bei den Nestern der stachellosen Bienen halt. Wer sich erinnert: wir hatten im Wari Wari Village den Honig dieser kleinen Krabbler probiert- sehr lecker. Auch sehe ich hier ein sehr interessant aussehendes Eichhörnchen: relativ groß mit einem knallroten Schwanz, der aussieht wie eine Flaschenbürste..
Auch hier muss man echt immer auf seine Füße achten, da desöfteren zentimeterdicke Ameisenstraßen den Weg kreuzen..Ich würde wirklich gerne mal wissen, wie viele verschiedene Arten Ameisen es hier gibt. Von klein bis zu einer Größe von gut und gerne 2 ½ cm und in unterschiedlichen Farben..
Für meinen nächsten Weg benutze ich den Anfang des Rayu Trails (der angeblich wegen der Orang- Utans gesperrt ist), bis zur Gabelung zum Selang Trail. Der Rayu Trail wird übrigens auch, so konnte ich mich bei Stefan Loose schlau machen, auch „Trail of Hope“ genannt, da Forscher hier ein pflanzliches Aids- Medikament entdeckt haben.
Unterwegs komme ich dann mit dem deutschen Päärchen (Kassel/Freiburg) und Marcel aus Belgien näher ins Gespräch. Sri Lanka scheint der Reisetipp der nächsten Jahre zu sein..und Marcel will mir auch noch eine E-Mail schreiben, von Reisezielen, welche er als besonders lohnenswert empfand. Tja- ich würde mal sagen: Gott sei Dank, dass ich noch so jung bin und noch genug Zeit habe, das alles zu entdecken :-).
Übrigens habe ich es geschafft- wohl als Einzigste (von allen Leuten, mit denen ich gesprochen habe, welche diesen Weg gelaufen sind) einen Blutegel „zu finden“. Also dafür hätte ich wohl wahrlich einen Preis verdient :-)..War aber noch rechtzeitig, denn ich habe die Bewegung am Fuß gespürt und ihn gleich eliminiert :-). Danach habe ich mich dann komplett verpackt-- was bei bei über 30 °C nicht gerade angenehm war- aber lieber schwitzen als Blutegel. Soweit jedenfalls meine Entscheidung..Nicolas sieht das wohl Anders. Er hat in seinem Buch schöne Bilder von sich selbst: mit Blutegel auf der Brust und dem „Blutsturz“, nachdem er sie entfernt hat..Und er hat mir allen Ernstes erzählt, dass er Blutegel mag????
Also- bis zu diesem Zeitpunkt war ich der festen Überzeugung, dass die Viecher wirklich keiner mögen kann..Aber- wie so oft wird man auf Reisen eines Besseren belehrt..

Jedenfalls ist auch dieser Weg ein schöner Weg durch den Wald und bevor ich zum Headquarter gelange, kann man noch eine Runde entlang des Palmenweges drehen. Hier im Park gibt es 95 verschiedene Palmarten; wobei 18 als endemisch registriert sind.
So habe ich z.B. Bilder von der Johannesteijsmannia aitifrans und der Licuala orbicularis gemacht. Letztere ist endemisch für Sarawak.
So gegen 14.10 Uhr komme ich dann ans Headquarter und hätte somit noch eine gute ¾ Stunde Zeit, bis der Bus vielleicht kommt...Vielleicht kommt er auch gegen 15:30 Uhr..
Als ich mich gerade mit der netten Dame (sie bietet mir auch einen für Sarawak typischen Snack an: ein in Fett ausgebackenes Teigstück mit Erdnüssen und gesalzenem kleinen, kompletten Fisch) hinter dem Empfang unterhalte, die mein Gepäck netterweise verwahrt hat, kommt ein junges einheimisches Päärchen vorbei, welchen ich schon auf dem Wasserfallweg begegnet bin.
Auch ich mache mich dann mal auf den Weg zur Bushaltestelle, da ich genauso gut dort sitzen kann wie hier. Kurz darauf sehe ich die Beiden in einen Wagen steigen und denke mir spontan: „Naja- fragen kostet ja nichts..“. Und siehe da: Frechheit siegt- wie so oft und ich bekomme eine kostenlose und direkte Autofahrt nach Kuching spendiert.
Unterwegs unterhalte ich mich mit den Beiden noch nett, bekomme Ginger Beer (gar nicht mein Fall) und bin innerhalb von 25 Minuten am Ziel. So haben die Beiden mir eine gute Stunde Zeit gespart- die ich gut gebrauchen kann, denn heue will ich schnell noch Wäsche waschen gehen (habe hier einen Selfservice- Waschsalon gefunden) und kann sie so über Nacht trocknen lassen..
Als ich in der Woija Lodge ankomme, ist es fast wie „heimkommen“ :-), da ich wieder „mein“ Zimmer Nummer 7 bekomme.
Schnell lade ich meine Sachen ab, springe unter die Dusche und packe dann meine Wäsche.
Auf dem Weg nach draußen, treffe ich Martin wieder (der junge Mann aus der Tschechei) und wir gehen gemeinsam zur Wäscherei. Die Maschine braucht nur eine knappe halbe Stunde (ob da alles sauber wird??) und ich nutze die Zeit, um ein paar Bilder der Katzenstatuen und der chinesischem Tempel in der Umgebung zu schießen.
Als ich dann später in der Woija Lodge meine Sachen aufhänge, wundert es mich nicht, dass meine Hosen, welche ich in Kinabatangan für die „Schlammschlacht“ mit den Elefanten anhatten, nicht wirklich sauber sind..Okay- dann seh ich halt weiterhin aus, als käme ich vom Bau :-)..
Für heute habe ich mir nicht mehr viel vorgenommen: nur noch Bilder, Blog schreiben und mit Martin bin ich für den Sonnenuntergang an der Waterfront verabredet. Dieser war auch recht nett- der kurz darauf einsetzende Regen- weniger. Wir wurden dann doch etwas „gewaschen“ :-)..Bei dieser Gelegenheit hat mich Martin gefragt, für wie lange ich plane, das nächste Mal in Deutschland zu bleiben..Zuerst war ich etwas irritiert über die Frage, aber dann dachte ich mir: „Ja klar, die meisten „Langzeitreisenden“ haben entweder bereits „alle Brücken gebrochen oder für sie ist unterwegs schon klar, dass es nur einen Stopp im Heimatland gibt zum Geldverdienen, oder wie bei Martin, der sich nun zum Dive- und Skydivemaster ausbilden lassen und dann überall arbeiten kann..
Tja, bei mir wird der nächste Deutschlandaufenthalt dann doch eher auf Dauer angelegt sein :-)..

Übrigens bin ich mit Astrid (wenn sich jemand erinnert: die Österreicherin, welche ich in Quito getroffen habe), weiter in E-Mail Kontakt. Sie ist zur Zeit auf den Phillipinen..Und hatte dort auch gleich eine „geniale Story“ in Petto..
Sie traf nämlich auf dem Hinflug ein Päärchen...Nachdem sie ins Gespräch gekommen sind, schlug Letzteres vor, dass Astrid doch einfach ihre Touren organisieren solle und sie dafür alles bezahlen. Zuerst wollte sie es nicht annehmen, aber dann ließen sie sie einfach nichts bezahlen. Sogar eine SIM- Karte samt Guthaben, haben sie ihr spendiert..Manchmal passieren wahrlich lustige Dinge..
So, morgen geht es dann für mich wieder zurück nach Kota Kinabalu..Mann oh Mann- das ist selbst für mich Rekord: 5 Flüge in 15 Tagen...
In meinem nächsten Leben werde ich- außer Millionär- bestimmt Pilot ;-P..
besagtes Eichhörnchen mit dem knallroten Schwanz


Johannesteijsmannia altifrons


ein farbenfrohes Gebäude in Kuching

für Sarawak endemisch: licuala orbicularis

einer der chinesischen Tempel

eine kleine Auswahl der Katzenstatuen in Kuching


Sonnenuntergang auf dem Sungai Sarawak


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