Also spätestens als dann um kurz nach
1 Uhr als mein Handy mich weckt- frage ich mich wirklich, was ich
hier mache???
Eine gute halbe Stunde später bin ich
dann unten, wo es auch kurz darauf ein Frühstück mit gebratenen
Nudeln, Suppe, Reis und und und gibt...
Gegen 2:40 Uhr geht’s dann auch an
den Aufstieg..Was recht lustig ist, da ja ziemlich alle zur gleichen
Zeit aufbrechen (das Frühstück gab´s erst ab 2 Uhr). So schlängelt
sich ziemlich schweigend, die Schlange der „Möchtegern-
Gipfelbezwinger“ stetig nach oben. Auch die Wetterfee ist uns
wieder hold: es ist trocken, etwas windig und ein noch recht voller
Mond, so dass die Sichtverhältnisse mit Taschenlampe auch recht gut
sind..
Es bleibt anstrengend und ich bin mir
sicher, dass ich noch nie so viele keuchende, seufzende Menschen um
mich hatte..Und ich dachte immer, Asiaten zeigen erst mal wenig
Gefühlsregungen..Hier bei Anstrengung kann ich das jedenfalls nicht
behaupten..Da wird herzergreifen gestöhnt und geseufzt was das Zeug
hält..
Nach dem letzten Checkpoint, wo dann
auch noch mal das Permit gecheckt wird, geht’s dann ans
Eingemachte. Ein Großteil des Weges ist nun nur noch mit
Kletterseilen begehbar. Und bei dem Blick zurück sieht es aus, als
würde ein Laternenzug sich auf dem Weg nach oben befinden..Ahha- ich
befinde mich also wieder im Mittelfeld.
Schön fand ich dann auch, dass mein
Guide die letzten 45 Minuten vorm Gipfel einfach verschwunden
ist..Aber, das Positive war, dass mir ein anderer, netter Guide (Joe)
dann über die schwierigen Passagen geholfen hat und erklärt hat,
welcher weg der Beste ist, denn ER konnte englisch. Und pünktlich
zum Sonnenaufgang nach 3 Stunden kann ich sagen: „It´s done!“.
Ich stehe auf dem Gipfel! Hier verbringe ich auch fast 40 Minuten,
weil es einfach zu schön ist, dem wechselnden Farbenspiel der
aufgehenden Sonne zuzusehen und es wäre schade gewesen, auch nur
eine Nuance zu verpassen..
Inzwischen ist auch Ramlat wieder
aufgetaucht und auf meine etwas „angespannte“ Frage, wo er denn
gewesen sei, antwortet er nur lächelnd: „Soooorrrriiiieeee!“...Ja, DAS sind dann so DIE MOMENTE, wo man sich eine riesige Bratpfanne auf
dem Mt. Kinabalu wünschen würde..
Da er wohl an meiner Stimme gemerkt
hat, dass die Aktion wohl net so dolle war, weicht er mir zumindest
beim Abstieg keinen cm mehr von der Seite..Dennoch dauert es ermüdende,
gute 2 Stunden, bis wir wieder kurz vor 9 Uhr am Resthouse sind.
Hier ist nun erst mal kurzes
Kräftesammeln, 2. Frühsück und auschecken angesagt.
Um 10 Uhr kommen wir dann auch von hier
los. Also, um ehrlich zu sein, hatte ich schon keine Lust mehr bei
dem Gedanken nun noch 5 Stunden absteigen zu müssen :-), aber als
ich dann nach kurzer Strecke Johannes (der Reiseleiter von Wikinger)
treffe, vergeht die Zeit doch schneller und der Abstieg doch
angenehmer, da wir uns die ganze Zeit übers Reisen
austauschen..Bisher fühlen sich meine Beine auch noch erstaunlich
gut an..Aber- ich bin mir sicher DER Muskelkater wird nicht allzu
lange auf sich warten lassen..
Erschöpft, aber glücklich erreiche
ich kurz vor 15 Uhr das Timpohon Gate. Von hier aus, werde ich dann
per Minibus zurück gebracht zum Headaquarter, wo ich mir dann meine
Urkunde (für das „Erstürmen oder soll ich eher sagen „Erklettern“
des Gipfels) abholen kann.
Im Anschluss geht’s dann ins
Restaurant, wo ich mal wieder Bekannte von Unterwegs treffe und so
mein Essen bei nettem Plausch habe. So breche ich dann auch nach 16
Uhr auf und nun kommt das nächste Problem auf mich zu: wie komme ich
jetzt noch nach Poring??
Zunächst muss ich noch mal ins Hostel
und meine restlichen Sachen packen.
Die Mädels vom Hostel meinen, ich
solle einfach mal versuchen, oben an der Straße einen der
vorbeifahrenden Minibusse zu stoppen. Es gäbe natürlich auch noch
die Privattransport- Variante—aber darüber, aufgrund des Preises,
muss ich mich hier nicht auslassen..
Nun gut- gesagt- getan.
Also, stehe ich ab 17.15 Uhr an der
Straße und versuche einen Minibus zu erwischen, der nach Poring oder
zumindest bis Ranau fährt..
Ca. eine Stunde später, kommen drei
Männer aus dem Restaurant hinter mir und steigen in ihren klapprigen
Minibus..Kurz bevor sie auf die Straße fahren, halten sie an und
fragen, wo ich denn hinmüsse..Ich nenne ihnen mein Ziel und der
Fahrer meint, er fahre bis Ranau. Also, steige ich ein und los
geht’s. So bin ich zumindest schon mal etwas näher. In der
Zwischenzeit habe ich schon mehrfach mit Jonis (dem Landverpächter
von Lupa Masa gesimst und in dessen Erna Lodge ich 2 Nächte
verbringen werde). Schließlich komme ich dann auch gegen 19 Uhr in
Ranau an, um dann dort festzustellen, dass es keine Taxis mehr
gibt...Schließlich komme ich mit Jonis überein, da mir ein
„wahnsinniges“ einheimisches Paar im dicken Auto angeboten hat
mich für 100RM nach Poring zu bringen. Nachdem ich schallend gelacht
habe, lehne ich ab (das letzte Mal im Minibus habe ich 5 RM bezahlt),
komme ich mit Jonis überein, dass ich seinem Bruder den Taxipreis
bezahle und er mich abholen kommt. So kann ich auch getrost das
Angebot von so einem komischen Typen ablehen, mit dem ich definitiv
nicht mitgefahren wäre..Da hätte ich mir eher noch eine Unterkunft
in Ranau gesucht..
Aber nun ist alles gut. Was für ein
Akt heute. Bin einfach nur stehend k.o. und als Jonis Bruder gegen 20
Uhr auftaucht, auch wieder froh, mich setzen zu können.
Endlich- gegen 20:40 Uhr komme ich in
der Erna Logde an..Eigentlich wollte ich meine Eltern noch eine kurze
E-Mail Nachricht schreiben, dass ich gut angekommen bin, aber ich bin
so müde, dass ich nur noch kurz nach 21 Uhr ins Bett falle..Tja, der
fehlende Schlaf von gestern und heute, das Bergaufsteigen (6Stunden)
vom Tag zuvor und das über 10 stündige, stetige Laufen heute,
zollen ihren Tribut..Aber- jeder, mit dem ich gesprochen habe,
bestätigt mir, so gut wie gar nicht geschlafen zu haben im
Resthouse..Schien dort wohl in der Luft zu liegen...Jedenfalls hier-
schlafe ich trotz durchgelegener Matraze- wie ein Stein..Und heute
Nacht habe ich das Guesthouse samt Aufenthaltsraum für mich oder,
wie Jonis zu mir sagte: „Good night, Kristina, this is your house
now :-)...“
| It´s done!:-) |
Es folgen ein paar herrliche Bilder vom Sonnenaufgang auf dem Gipfel:
| alles eine Frage der Perspektive, oder??!! |
| wieder Blick auf´s Resthause |
| auf dem Weg nach unten eröffnen sich wieder herrliche Ausblicke.. |
| so werden alle Produkte den Berg hoch transportiert.. |
| so sah es dann zumeist auf dem letzten Teilstück aus.. |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen