Aktuelle Zeit bei mir :-)

Donnerstag, 7. März 2013

Auf der Suche nach dem grauen Riesen-05.03.2013

Heute Morgen wollen wir auch wieder gegen 06:30 Uhr los, aber, da seine Frau nicht da ist, um ihn aus dem Bett zu schmeißen, verschläft der Herr. Der Mann- ohne selbsternannte Fehler lässt uns vier, welche alle um 06:30 Uhr bereit sitzen, geschlagene 45 Minuten warten...Da auch niemand reagiert, als ich an die Tür klopfe, gingen wir nämlich davon aus, er sei mit seiner Frau mit dem Boot mitgefahren ist, um ev. noch etwas zu besorgen??..
Aber, für Herr O. ist das alles lustig und keine Entschuldigung wert- so frühstücken wir zunächst und dann ist es schon fast 8 Uhr bis wir endlich loskommen. (Vorallem, da wir die Elefanten draußen auf der Straße dann später nämlich um wieder um ca. 30-40 Minuten verpassen..aber- dazu später mehr).
Auf meine Frage, ob es vielleicht Sinn macht, die Gummistiefel anzuziehen, erhalte ich ein: „Nein, es wird nicht matschig und außerdem sind die viel zu schwer zum laufen.“ Nachdem ich erwidert habe, dass ich normalerweise bisher immer die Dschungeltrecks mit Gummistiefeln gemacht habe, meint er nur wieder: „nein...die sind viiiiel zu schwer..“. (Anmerkung des Autors: Nein, ICH weiß besser, was das BESTE für DICH ist..). "Ich ziehe auch die Trekkingstiefel an.."
Als wir dann an unserem Ausgangspunkt aussteigen, ärgere ich mich dann schon das zweite Mal an diesem Morgen, denn der Herr hat nicht seine Trekkingschuhe an, wie er gesagt hat, sondern eben seine Gummihalbstiefel...Na vielen Dank dann mal für´s Gespräch und es dauert noch keine 2 Minuten und wir versinken bis zu den Knöcheln im Matsch...Das nervt mich jetzt grad schon! Mit Gummistiefeln wäre das viel besser gewesen, stattdessen saut man sich nun die guten Schuhe voll und bekommt sie später wahrscheinlich dann auch nicht mehr sauber..Es ist ja nicht so, als HÄTTEN WIR KEINE ANDEREN SCHUHE ZUR VERFÜGUNG GEHABT!
Sehr aufmerksam ist außerdem dass Osman auch nicht nach hinten schaut. Entweder man kann sein Tempo gehen- er hat auch keine Rucksack o.ä. dabei, sondern nur sein Messer und eine Flasche Wasser- oder man(n)/frau hat eben Pech gehabt. Und so läuft das für den Rest des Tages. Ohne Rücksicht auf Verluste. Keine Hilfestellung- nur sein Ding. Ich frage mich echt, wie der die guten Bewertungen auf Tripadvisor bekommen hat?? Gekauft? Keine Ahnung. Er ist für mich jedenfalls locker in der Top 10 der schlechtesten Guides, die ich die letzten 10 Jahre hatte...
Nachdem es ca. 2 ½ Stunden querfeldein ging, finden wir ganz frischen Elefantendung und als Osman ein paar Plantagenarbeiter fragt, teilen diese ihm mit, dass GESTERN gegen 17 Uhr die Elefanten aus der Deckung kamen..Wir haben sie also grad verpasst..Aber- so ist das in einer Gruppe nunmal- die Mehrheit entscheidet..
Schließlich kommt die Frage, ob wir bereit sind „offroad“ zu gehen, um die Elefanten zu sehen. Wir sind es- aber was dann folgt ist wirklich kein Zuckerschlecken. Erst recht nicht, mit so einem Guide, für den es nicht wirklich von Belang ist, ob er alle Gäste beisammen hat oder nicht..Er rennt mit dem Buschmesser voraus und macht den Weg einigermaßen frei und wir versuchen so schnell es eben geht, nachzukommen. Und das zum Teil durch über knöcheltiefen Schlamm, dornige Büsche, Lianen und und und..
Im Prinzip machen wir hier alles, was ich die letzten Jahre bei meinen Dschungeltrecks gelernt habe, was man nicht machen soll (z.B. wahllos nach Ästen und Bäumen greifen und und und). Aber- es bleibt keine andere Wahl: entweder so schnell wie möglich folgen, oder eben auf der Strecke bleiben..
 
Wenigstens werden wir nach einer weiteren Stunde dann doch noch belohnt: wir können die Elefanten „sehen“- also, vielmehr Teile von ihnen und können ihrer Kommunikation lauschen...Viele der Töne sind ja für unser Gehör überhaupt nicht wahrnehmbar..Aber das, was man zu hören bekommt, hat für mich immer etwas total Beruhigendes..
Allerdings bewegen sie sich recht schnell und wir haben Mühe ihnen zu folgen. Aber dennoch müssen wir natürlich immer aufpassen, ihnen nicht zu nahe zu kommen- denn „wildes Tier“ bleibt „wildes Tier“.
Als wir schließlich den Rückweg antreten, weiß Superman nicht mehr wirklich wo wir sind, so dass wir bestimmt noch 1 ½ Stunden herumirren, bis wir die Straße erreichen. Dank Adam- auch alle vollständig- denn unser „Guide“ riskiert mal wieder selten einen Blick zurück, noch hilft er uns Mädels über den Fluss oder Ähnliches...DAS ist nämlich unser Problem..
Bei den Besitzern der Plantage können wir uns kurz ausruhen und etwas Kühles trinken. Dann werden wir mit dem Frontlader zurück zum Boot chauffiert :-)- was zugegebenermaßen recht lustig war.
Vorher versucht Osman mal wieder, Essen und Getränke an all die zu verteilen, die einen Rucksack haben. Denn ER hat ja nichts mitgenommen. Dafür hat er ja uns..  
Am Steg angekommen, verlangt Osman dann wieder mal mein Handy, um seine Frau anzurufen, welche uns mit dem Boot abholen soll. Da dies nun schon beide Tage so lief und ich heute gesehen habe, dass er mit seinem Handy telefoniert hat, meine ich daraufhin zu ihm nur, dass er doch sein Handy dabei habe und von seinem Handy aus anrufen könne..Worauf er nur meint: "Ne sorry, das geht nicht. Da habe ich kein Geld mehr drauf.."..Ohne Kommentar meinerseits...Wenigstens ICH hatte am Tag zuvor meinen Kredit noch mal aufgefüllt...
Zurück am Haus gibt es leckeres Mittagessen und danach ist erst mal etwas Entspannung angesagt..Oder- eben auch weniger, da Osman ständig über die drohende Gefahr redet. Aber immer mit---“ach, ich will euch ja keine Angst machen, aber...“. Er ist echt der Meister in: viele, viele Worte um nicht viel Inhalt zu machen. Auch als es dann darum geht, für den nächsten Tag den Bus zu reservieren, muss erst mal großes Trahra gemacht werden..Also, viel länger könnte ich hier nicht bleiben..
Ich komme einfach echt mit Leuten nicht klar, die reine Selbstdarsteller sind, keine andere Meinung dulden und daher alles besser wissen, und einem die eigene Meinung aufzwingen wollen..Darauf reagiere ich einfach höchst allergisch..
 
Die drei Anderen entschließen sich später, es nicht noch mal bei den Elefanten zu versuchen, sondern wollen die Gomantong Caves sehen. Ich habe allerdings keine Lust, die Kohle dafür hinzublättern, da ich a.) noch ca. 4 andere Höhlen besichtigen werde, es b.) vor Kakerlaken wimmeln soll und das Teil c.) voll mit stinkendem Kot ist.
Als Alternative gibt es für mich dann eine Bootstour- so gut wie keine Chance auf die Elefanten- aber, da ich allein gegen 3 stehe, hat sich das Thema dann auch schon wieder erledigt.
Um 16 Uhr geht es für mich dann mit dem Bruder von Osman´s Frau los. 4 Chinesen, die heute angekommen sind, sind im wahrsten Sinne des Wortes: mit an Bord!
Die Tour war dann zwar auch ganz nett- aber mehr als gestern habe ich dann auch nicht zu sehen bekommen und die Elefanten- an denen es mir am meisten gelegen hätte- waren ja „out of order“. Wäre halt schön gewesen, sie mal etwas besser zu sehen- gerade weil ich ja auf Tabin verzichten muss :-(..
Gegen 18.15 Uhr bin ich wieder zurück im Haus und als gegen 19 Uhr der Rest auftaucht, breitet sich Unruhe aus..Osman habe neue Stories von Leuten gehört und mitbekommen, dass die Menschen von der Grenze/Küste weiter landeinwärts „flüchten“.
Sukau sei voller Polizei und die beiden Mädels sollen heute doch auch innen schlafen (zur Erklärung an dieser Stelle: ihr Zimmer-(eingang) befindet sich auf der Terrasse).
Das passt den beiden Französinnen aber gar nicht, denn, sie wollen nur ZUSAMMEN in einem Zimmer sein..
Letztendlich ist es dann so, dass ein Mädel bei Adam schlafen soll und eins bei mir..Das bekomme ich dann aber erst mit, als sie total entnervt mit ihrem Rucksack bei mir im Zimmer steht, wo ich gerade an meinen Bildern arbeite..
Ich packe also meine Sachen zusammen und bekomme auf alles, was ich sage, nur ein patzige Antwort. Wobei sie die meiste Zeit immer nur „What???“ kreischt. Sie versteht wirklich nichts! Wenn- dann muss ihre Freundin übersetzen...
Als ich dann Osman frage, ob ich vielleicht mein Gepäck draußen- im „Wohnzimmer“ lagern kann, da ich morgen früh packen möchte, eskaliert die Situation und ich bekomme Vorhaltungen gemacht, dass ich die Französin nicht im Zimmer haben will- und und und.
Irgendwann gebe ich es auf, erklären zu wollen, dass ich gefragt habe- eben weil ich sie morgen nicht früher als nötig aus dem Bett werfen will..Nein, ich bin der Arsch und am Ende des Tages bleibt für mich nur ein Fazit: was für ein selbstverliebter, intoleranter Vollidiot!
Osman hat inzwischen die Französin schon wieder ausquartiert und in einem der Kinderzimmer untergebracht..Verstehe seinen Aussetzer immer noch nicht- aber gebe es nun einfach auf. Also so was habe ich noch nie erlebt. Bin echt froh, wenn ich morgen aus seinem Dunstkreis bin, sonst müsste ich ihn wahrscheinlich bald ungespitzt irgendwo in den nächsten Schlammhaufen rammen..
Später kommt auch noch seine Frau zu mir und fragt, ob alles o.k. und was denn passiert sei.
Nach und nach gibt sie zu, dass sie auch ziemlich am Ende ihrer Kräfte sei, da immer alles an ihr hängen bleibt. Die 6 Kinder und die meiste Arbeit mit den Gästen..Ich sage zu ihr, dass ich das auch GENAU so sehe: sie steht morgens als Erste auf. Über eine Stunde vor ihrem Mann, weckt die Kinder, macht Frühstück, kümmert sich um Benzin und und und. Wenn sie mal nicht da ist- wie heute, bringt es die Krone der Schöpfung noch nicht einmal fertig, pünktlich aufzustehen..da seine Frau ihn dann nämlich nicht auf die Beine stellen konnte..Während Osman lediglich quasi jeweils rund 3 Stunden mit den Gästen „Dschungeltrecks“ macht, steht seine Frau in der Küche, schmeist den Haushalt und und und. Während er dann nur im Wohnzimmer auf dem Boden herum liegt. Wenn man ihn aber reden hört, dann meint man, ER mache alles alleine. Egal, ob man nach Wasser oder Klopapier fragt: Herr O. Brüllt durchs ganze Haus nach seiner Frau, da er ja nicht vom Fernseher aufstehen kann. Das ist wie: „Ey Alte, geh mal in den Keller Bier holen...“..Puh..stelle wirklich mal wieder fest, dass ich mit so einer Art „Mensch“ nicht kann: „selbstgerecht“, „intolerant- nur SEINE Meinung zählt“, außerdem hat er immer recht, ist sowieso der Beste, Klügste, Tollste und darüber hinaus in China eine „Berühmtheit“- wie er mindestens dreimal am Tag zu sagen hat-, machochistisch (was hier vielleicht einfach in der Rollenverteilung begründet liegt und nicht meine Baustelle ist)...Langer Rede kurzer Sinn: mit seiner Selbsteinschätzung meilenweit von dem entfernt, was er wirklich ist..Ich weiß, ich wiederhole mich..Aber leider nicht so oft, wie Osman sich wiederholt hat in Bekundungen, was für ein toller Typ er doch ist...So, und nun genug geärgert für heute. Das Leben ist zu kurz, um sich zu ärgern. Daher gehe ich jetzt ins Bett und hoffe, mal wieder :-), auf ein SICHERLICH besseres, osmanfreies Morgen:-).

P.S.: Nein, ich war heute beim Schreiben weder angesäuert, noch ironisch; nur damit das klar ist!
P.P.S.: Übrigens musste mir O. noch genüßlich unter die Nase reiben, dass sie ja einen Orang- Utang und einen Maronenlangur gesehen hätten..Na ja, wenigstens kann ich mich trotz allem noch für die anderen drei freuen.

Was für ein Unterschied zu der lieben Familie in Poring..

P.P.P.S.: Sorry, der Eintrag war heute mal nötig zum Dampfablassen..War ja sonst keiner da, bei dem ich es hätte tun können :-)..

der Fluss ganz verträumt am Morgen..

Stamm einer Ölpalme

Eisvogel

Nasenaffe

Nasenaffe

Borneo- Zwergelefant

Borneo- Zwergelefant

Zustand des Untergrundes- hier allerdings ohne Unterholzgewirr

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