Heute Morgen wollen wir auch wieder
gegen 06:30 Uhr los, aber, da seine Frau nicht da ist, um ihn aus dem
Bett zu schmeißen, verschläft der Herr. Der Mann- ohne
selbsternannte Fehler lässt uns vier, welche alle um 06:30 Uhr
bereit sitzen, geschlagene 45 Minuten warten...Da auch niemand
reagiert, als ich an die Tür klopfe, gingen wir nämlich davon aus,
er sei mit seiner Frau mit dem Boot mitgefahren ist, um ev. noch etwas zu besorgen??..
Aber, für Herr O. ist das alles lustig
und keine Entschuldigung wert- so frühstücken wir zunächst und
dann ist es schon fast 8 Uhr bis wir endlich loskommen. (Vorallem, da
wir die Elefanten draußen auf der Straße dann später nämlich um
wieder um ca. 30-40 Minuten verpassen..aber- dazu später mehr).
Auf meine Frage, ob es vielleicht Sinn
macht, die Gummistiefel anzuziehen, erhalte ich ein: „Nein, es
wird nicht matschig und außerdem sind die viel zu schwer zum
laufen.“ Nachdem ich erwidert habe, dass ich normalerweise bisher
immer die Dschungeltrecks mit Gummistiefeln gemacht habe, meint er
nur wieder: „nein...die sind viiiiel zu schwer..“. (Anmerkung des Autors: Nein, ICH weiß besser, was das BESTE für DICH ist..). "Ich ziehe auch die Trekkingstiefel an.."
Als wir dann an unserem Ausgangspunkt
aussteigen, ärgere ich mich dann schon das zweite Mal an diesem
Morgen, denn der Herr hat nicht seine Trekkingschuhe an, wie er
gesagt hat, sondern eben seine Gummihalbstiefel...Na vielen Dank dann
mal für´s Gespräch und es dauert noch keine 2 Minuten und wir
versinken bis zu den Knöcheln im Matsch...Das nervt mich jetzt grad schon! Mit
Gummistiefeln wäre das viel besser gewesen, stattdessen saut man
sich nun die guten Schuhe voll und bekommt sie später wahrscheinlich
dann auch nicht mehr sauber..Es ist ja nicht so, als HÄTTEN WIR
KEINE ANDEREN SCHUHE ZUR VERFÜGUNG GEHABT!
Sehr aufmerksam ist außerdem dass Osman auch nicht nach
hinten schaut. Entweder man kann sein Tempo gehen- er hat auch keine
Rucksack o.ä. dabei, sondern nur sein Messer und eine Flasche
Wasser- oder man(n)/frau hat eben Pech gehabt. Und so läuft das für den Rest des Tages. Ohne Rücksicht
auf Verluste. Keine Hilfestellung- nur sein Ding. Ich frage mich
echt, wie der die guten Bewertungen auf Tripadvisor bekommen hat??
Gekauft? Keine Ahnung. Er ist für mich jedenfalls locker in der Top
10 der schlechtesten Guides, die ich die letzten 10 Jahre hatte...
Nachdem es ca. 2 ½ Stunden querfeldein
ging, finden wir ganz frischen Elefantendung und als Osman ein paar
Plantagenarbeiter fragt, teilen diese ihm mit, dass GESTERN gegen 17
Uhr die Elefanten aus der Deckung kamen..Wir haben sie also grad verpasst..Aber- so ist das in einer Gruppe nunmal- die Mehrheit entscheidet..
Schließlich kommt die Frage, ob wir
bereit sind „offroad“ zu gehen, um die Elefanten zu sehen. Wir
sind es- aber was dann folgt ist wirklich kein Zuckerschlecken. Erst
recht nicht, mit so einem Guide, für den es nicht wirklich von Belang ist, ob er alle Gäste beisammen hat oder nicht..Er rennt mit dem Buschmesser voraus und macht den
Weg einigermaßen frei und wir versuchen so schnell es eben geht,
nachzukommen. Und das zum Teil durch über knöcheltiefen Schlamm,
dornige Büsche, Lianen und und und..
Im Prinzip machen wir hier alles, was ich die letzten Jahre bei meinen Dschungeltrecks gelernt habe, was man nicht machen soll (z.B. wahllos nach Ästen und Bäumen greifen und und und). Aber- es bleibt keine andere Wahl: entweder so schnell wie möglich folgen, oder eben auf der Strecke bleiben..
Wenigstens werden wir nach einer
weiteren Stunde dann doch noch belohnt: wir können die Elefanten „sehen“-
also, vielmehr Teile von ihnen und können ihrer Kommunikation lauschen...Viele der Töne sind ja für unser Gehör überhaupt nicht wahrnehmbar..Aber das, was man zu hören bekommt, hat für mich immer etwas total Beruhigendes..
Allerdings bewegen sie sich recht
schnell und wir haben Mühe ihnen zu folgen. Aber dennoch müssen wir
natürlich immer aufpassen, ihnen nicht zu nahe zu kommen- denn
„wildes Tier“ bleibt „wildes Tier“.
Als wir schließlich den Rückweg
antreten, weiß Superman nicht mehr wirklich wo wir sind, so dass wir
bestimmt noch 1 ½ Stunden herumirren, bis wir die Straße erreichen.
Dank Adam- auch alle vollständig- denn unser „Guide“ riskiert
mal wieder selten einen Blick zurück, noch hilft er uns Mädels über
den Fluss oder Ähnliches...DAS ist nämlich unser Problem..
Bei den Besitzern der Plantage können
wir uns kurz ausruhen und etwas Kühles trinken. Dann werden wir mit
dem Frontlader zurück zum Boot chauffiert :-)- was zugegebenermaßen recht lustig war.
Vorher versucht Osman mal wieder, Essen und Getränke an all die zu verteilen, die einen Rucksack haben. Denn ER hat ja nichts mitgenommen. Dafür hat er ja uns..
Am Steg angekommen, verlangt Osman dann wieder mal mein Handy, um seine Frau anzurufen, welche uns mit dem Boot abholen soll. Da dies nun schon beide Tage so lief und ich heute gesehen habe, dass er mit seinem Handy telefoniert hat, meine ich daraufhin zu ihm nur, dass er doch sein Handy dabei habe und von seinem Handy aus anrufen könne..Worauf er nur meint: "Ne sorry, das geht nicht. Da habe ich kein Geld mehr drauf.."..Ohne Kommentar meinerseits...Wenigstens ICH hatte am Tag zuvor meinen Kredit noch mal aufgefüllt...
Zurück am Haus gibt es leckeres
Mittagessen und danach ist erst mal etwas Entspannung angesagt..Oder-
eben auch weniger, da Osman ständig über die drohende Gefahr redet.
Aber immer mit---“ach, ich will euch ja keine Angst machen,
aber...“. Er ist echt der Meister in: viele, viele Worte um nicht
viel Inhalt zu machen. Auch als es dann darum geht, für den nächsten Tag den
Bus zu reservieren, muss erst mal großes Trahra gemacht
werden..Also, viel länger könnte ich hier nicht bleiben..
Ich komme einfach echt mit Leuten nicht klar, die reine Selbstdarsteller sind, keine andere Meinung dulden und daher alles besser wissen, und einem die eigene Meinung aufzwingen wollen..Darauf reagiere ich einfach höchst allergisch..
Die drei Anderen entschließen sich
später, es nicht noch mal bei den Elefanten zu versuchen, sondern
wollen die Gomantong Caves sehen. Ich habe allerdings keine Lust, die
Kohle dafür hinzublättern, da ich a.) noch ca. 4 andere Höhlen
besichtigen werde, es b.) vor Kakerlaken wimmeln soll und das Teil
c.) voll mit stinkendem Kot ist.
Als Alternative gibt es für mich dann
eine Bootstour- so gut wie keine Chance auf die Elefanten- aber, da
ich allein gegen 3 stehe, hat sich das Thema dann auch schon wieder
erledigt.
Um 16 Uhr geht es für mich dann mit
dem Bruder von Osman´s Frau los. 4 Chinesen, die heute angekommen
sind, sind im wahrsten Sinne des Wortes: mit an Bord!
Die Tour war dann zwar auch ganz nett-
aber mehr als gestern habe ich dann auch nicht zu sehen bekommen und
die Elefanten- an denen es mir am meisten gelegen hätte- waren ja
„out of order“. Wäre halt schön gewesen, sie mal etwas besser
zu sehen- gerade weil ich ja auf Tabin verzichten muss :-(..
Gegen 18.15 Uhr bin ich wieder zurück
im Haus und als gegen 19 Uhr der Rest auftaucht, breitet sich Unruhe
aus..Osman habe neue Stories von Leuten gehört und mitbekommen, dass
die Menschen von der Grenze/Küste weiter landeinwärts „flüchten“.
Sukau sei voller Polizei und die beiden
Mädels sollen heute doch auch innen schlafen (zur Erklärung an
dieser Stelle: ihr Zimmer-(eingang) befindet sich auf der Terrasse).
Das passt den beiden Französinnen aber
gar nicht, denn, sie wollen nur ZUSAMMEN in einem Zimmer sein..
Letztendlich ist es dann so, dass ein
Mädel bei Adam schlafen soll und eins bei mir..Das bekomme ich dann
aber erst mit, als sie total entnervt mit ihrem Rucksack bei mir im
Zimmer steht, wo ich gerade an meinen Bildern arbeite..
Ich packe also meine Sachen zusammen
und bekomme auf alles, was ich sage, nur ein patzige Antwort. Wobei
sie die meiste Zeit immer nur „What???“ kreischt. Sie versteht
wirklich nichts! Wenn- dann muss ihre Freundin übersetzen...
Als ich dann Osman frage, ob ich
vielleicht mein Gepäck draußen- im „Wohnzimmer“ lagern kann, da
ich morgen früh packen möchte, eskaliert die Situation und ich
bekomme Vorhaltungen gemacht, dass ich die Französin nicht im Zimmer
haben will- und und und.
Irgendwann gebe ich es auf, erklären
zu wollen, dass ich gefragt habe- eben weil ich sie morgen nicht
früher als nötig aus dem Bett werfen will..Nein, ich bin der Arsch
und am Ende des Tages bleibt für mich nur ein Fazit: was für ein
selbstverliebter, intoleranter Vollidiot!
Osman hat inzwischen die Französin
schon wieder ausquartiert und in einem der Kinderzimmer
untergebracht..Verstehe seinen Aussetzer immer noch nicht- aber gebe
es nun einfach auf. Also so was habe ich noch nie erlebt. Bin echt
froh, wenn ich morgen aus seinem Dunstkreis bin, sonst müsste ich
ihn wahrscheinlich bald ungespitzt irgendwo in den nächsten
Schlammhaufen rammen..
Später kommt auch noch seine Frau zu
mir und fragt, ob alles o.k. und was denn passiert sei.
Nach und nach gibt sie zu, dass sie
auch ziemlich am Ende ihrer Kräfte sei, da immer alles an ihr hängen
bleibt. Die 6 Kinder und die meiste Arbeit mit den Gästen..Ich sage
zu ihr, dass ich das auch GENAU so sehe: sie steht morgens als Erste
auf. Über eine Stunde vor ihrem Mann, weckt die Kinder, macht
Frühstück, kümmert sich um Benzin und und und. Wenn sie mal nicht
da ist- wie heute, bringt es die Krone der Schöpfung noch nicht
einmal fertig, pünktlich aufzustehen..da seine Frau ihn dann nämlich
nicht auf die Beine stellen konnte..Während Osman lediglich quasi
jeweils rund 3 Stunden mit den Gästen „Dschungeltrecks“ macht,
steht seine Frau in der Küche, schmeist den Haushalt und und und.
Während er dann nur im Wohnzimmer auf dem Boden herum liegt. Wenn
man ihn aber reden hört, dann meint man, ER mache alles alleine.
Egal, ob man nach Wasser oder Klopapier fragt: Herr O. Brüllt durchs
ganze Haus nach seiner Frau, da er ja nicht vom Fernseher aufstehen
kann. Das ist wie: „Ey Alte, geh mal in den Keller Bier
holen...“..Puh..stelle wirklich mal wieder fest, dass ich mit so
einer Art „Mensch“ nicht kann: „selbstgerecht“, „intolerant-
nur SEINE Meinung zählt“, außerdem hat er immer recht, ist
sowieso der Beste, Klügste, Tollste und darüber hinaus in China
eine „Berühmtheit“- wie er mindestens dreimal am Tag zu sagen
hat-, machochistisch (was hier vielleicht einfach in der
Rollenverteilung begründet liegt und nicht meine Baustelle
ist)...Langer Rede kurzer Sinn: mit seiner Selbsteinschätzung
meilenweit von dem entfernt, was er wirklich ist..Ich weiß, ich wiederhole mich..Aber leider nicht so oft, wie Osman sich wiederholt hat in Bekundungen, was für ein toller Typ er doch ist...So, und nun genug
geärgert für heute. Das Leben ist zu kurz, um sich zu ärgern.
Daher gehe ich jetzt ins Bett und hoffe, mal wieder :-), auf ein
SICHERLICH besseres, osmanfreies Morgen:-).
P.S.: Nein, ich war heute beim
Schreiben weder angesäuert, noch ironisch; nur damit das klar ist!
P.P.S.: Übrigens musste mir O. noch
genüßlich unter die Nase reiben, dass sie ja einen Orang- Utang und
einen Maronenlangur gesehen hätten..Na ja, wenigstens kann ich mich
trotz allem noch für die anderen drei freuen.
Was für ein Unterschied zu der lieben
Familie in Poring..
P.P.P.S.: Sorry, der Eintrag war heute mal nötig zum Dampfablassen..War ja sonst keiner da, bei dem ich es hätte tun können :-)..
| der Fluss ganz verträumt am Morgen.. |
| Stamm einer Ölpalme |
| Eisvogel |
| Nasenaffe |
| Nasenaffe |
| Borneo- Zwergelefant |
| Borneo- Zwergelefant |
| Zustand des Untergrundes- hier allerdings ohne Unterholzgewirr |
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