Aktuelle Zeit bei mir :-)

Dienstag, 2. Oktober 2012

Sonntag in Vava´u oder „Juhu- es ist mal wieder Internetfrust angesagt...“-30.09.2012

Heute Nacht ist es sehr windig und es regnet auch ziemlich stark. Dadurch ist auch das Boot ziemlich unruhig und ich schlafe diese Nacht nicht gut. Das Wetter ist den ganzen Tag äußerst bescheiden. Kurze regenfreie Momente, wechseln sich mit ergiebigem Regen ab. Ich finde es immer noch faszinierend, dass man ein solches Boot das ganze Jahr über unterhält, inkl. dem Bordpersonal, um dann mal vielleicht zwei Wochen auf dem Boot zu verbringen..André und Ben haben schon recht: für das was sie tun wollen, haben sie den perfekten Job. Wenn ihr Chef da ist, haben sie zwar 24 Stunden Streß, aber dafür die restlichen Tage des Jahres, können sie sich ihre Zeit frei einteilen und durch die Welt segeln. Und das sogar in „offizieller Funktion“- nämlich um gute Ankerplätze auszuprobieren..Da der Wind gut steht, beschließt Kydesurfen zu gehen (keine Ahnung, ob man das so schreibt). Wir fahren aus der geschützten Bucht heraus zu einer weiteren kleinen Insel. Auf diesem befindet sich ein Resort. Wir gehen mit dem Beiboot an Land und während André die Wellen surft, unterhalte ich mich ein bisschen mit den Besitzern dort. Auch die meinen mit einem Blick auf mein Bein, dass das ja wohl alles andere als gut aussieht (die Blase ist weiter gewachsen- ein Hoch auf diese verflixten Moskitos!). Bis dahin hatte ich das Ganze immer noch versucht positiv zu sehen, denn es juckt weder, noch habe ich Schmerzen. Ich wollte daher einfach meine Haut ihre Arbeit tun lassen...Nun, nach dem aber jeder meint, wie hochinfektiös hier das Meerwasser ist und dass ich es mal checken lassen soll, werde ich also wohl morgen dort in der Apotheke auflaufen und nach der Meinung des Arztes fragen, bevor ich um 09:30 Uhr an der Anlegestelle sein werde, um mich für von Whaleswim-Adventures einsammeln zu lassen. Hat mir hier gerade noch gefehlt, da ja morgen die fünf Tage mit den Walen auf dem Programm stehen :-(.
Nachdem Ben wieder ein leckeres Mittagessen gekocht hat, bringen sie mich im Hafen mit dem Beiboot wieder zurück ins Portwine Guesthouse...
Und- welch eine Freude: mein tolles, gelbes Dreieck mit dem schwarzen Ausrufezeichen ist wieder da..Könnte jetzt grad K....Habe so viel im Internet zu erledigen, dass es vorneweg 3-4 Stunden dauert. Das war mit ein Grund, warum ich früher von Bord bin und nun funktioniert das Internet nicht...Es ist zum Verzweifeln. Der Besitzer nicht da- so komme ich auch nicht an den Router, um diesen mal „ein“ und „aus“ zu schalten; manchmal hilft das ja. Ganz toll! Inzwischen warte ich schon über 3 Stunden auf seine Rückkehr.
Sonntag ist hier immer Ausnahmezustand. Kein Mensch auf der Straße, Gottesdienst (die Leute hier sind sehr gläubig), ja selbst der Flugbetrieb ist eingestellt.
Ich hatte mich darauf gefreut, meine ganzen E-Mails abzuarbeiten (als ich auf´s Boot bin, waren es schon ca. 20 Stück und werden jetzt wohl nicht grad weniger geworden sein); außerdem hätte ich meine Unterkunft in Neuseeland bei meiner Ankunft zu organisieren, und, und, und..Sowas ist wirklich zum Mäusemelken und bisher haben sich inkl. mir schon 4 Leute das Hirn zermartert, wie man diese Fehlermeldung in den Griff bekommen kann...Aber es gibt offensichtlich keine Lösung. Nun sitze ich hier und warte und warte und warte...Hach, welch TOLLES TRAINING FÜR MEINE GEDULD!
Könnte grad echt den Brummkreisel auspacken..Morgen funktioniert es wahrscheinlich wieder, wo ICH dann keine Zeit habe...Aaah!
Aber- hilft ja alles nichts. Es geht nicht. Da kann ich auch noch so oft probieren- es kommt immer nur die gleiche Meldung..Und ich freue mich schon jetzt auf weitere tolle Mails, warum ich mich sooooo lange nicht melde..Ganz einfach: wenn ich mich melden könnte, dann funktioniert das Internet nicht! Das ist halt nicht wie in Deutschland.
Inzwischen ist es kurz vor 21 Uhr und er ist immer noch nicht aufgetaucht. Ich könnte inzwischen schon im Stehen einschlafen. Erledigt bekommen habe ich die letzten fünf Stunden nichts- super....Als Thai dann endlich gegen 21:30 Uhr auftaucht, meint er nur, dass aufgrund des Wetters auch sein Internet nicht funktioniert.
Auf meine Frage, warum sie keine Netze über den Betten hätten, meint Thai nur, dass sie nun mal in den Tropen seien und nun mal Moskitos hätten (was korrekt ist) und sie ja schließlich Fliegengitter vor den Fenster hätten (was allerdings nichts bringt, wenn beide Türen komplett aufstehen (war so bei meiner Ankunft)) und man letztendlich ja Gift sprühen kann..Und ob ich welches haben will, um mein Zimmer zu sprühen...Na suuuuper! Das ist natürlich viiiiiieeeel einfacher, als so ein Netz zu kaufen und zu installieren..Wie bescheuert...Was für die Moskitos tödlich ist, ist für Menschen bestimmt suuuuuupperr!! Langsam wundere ich mich auch nicht mehr über meine Reaktion auf die Stiche..Denn wenn hier alles vergiftet ist, brauch ich mich nicht zu wundern, warum meine Haut so überreagiert...
Also beschließe ich einfach, diesen recht sinnlosen Tag damit zu beenden, in dem ich ins Bett gehe..
Vielleicht sollte ich erwähnen, dass es hier bei schlechtem Wetter- wie ihr in den folgenden Posts lesen könnt- IMMER ein Problem gibt..Aber das- soll nicht mein "größtes Problem" hier sein die nächsten Tage...
Sonnenaufgang auf dem Boot

die Saravá

Nacht auf dem Boot :-)



Unser Zwischenstopp auf der kleinen Insel mit Resort

The day after :-)-29.09.2012

Den Morgen beginne ich mit einem Sprung ins kühle Nass- ist schon ganz schön praktisch, wenn man den großen Swimming-Pool immer dabei hat :-).
Was mich hier ja total fasziniert ist, dass man, wenn man mit dem Boot bei einer Insel vor Anker liegt, so viele Vögel hört. Man hat so irgendwie gar nicht das Gefühl, dass man auf Wasser ist. Den Jungs fällt es heute schwer in die Pötte zu kommen...Beide verschlafen den halben Tag und ich habe nun nach mehr als drei Monaten mal die Gelegenheit, mein Hörbuch auszupacken. So kann ich, während ich auf dem Sonnendeck liege, gemütlich mein Hörbuch hören. Auch auf allen anderen Booten ist irgendwie keine Aktivität zu beobachten.
Nachmittags zaubert Ben wieder ein super leckeres Essen. Also daran könnte ich mich ja echt gewöhnen :-) und danach beschließen die Jungs mal mit dem Beiboot rauszufahren, um ein bisschen die Umgebung hier zu erkunden. Unterwegs sehen wir einen kompletten Fischschwarm, der aus dem Wasser springt und Ben meint daraufhin nur trocken: „Ihr wisst ja, dass sie vor irgendwas flüchten :-)..“ Ganz gut, dass wir im Boot sitzen und nicht im Wasser sind ;-P..Zurück am Ankerplatz sehen die Beiden Aktivität auf einem der Boote und fahren hin, um spontan „Hallo“ zu sagen. Es sind die Holländer von gestern (Chris, sein Bruder und Mariel). Ihr Boot unterscheidet sich doch klar von den anderen: es sieht einfach aus, wie das totale Hippie-Boot: überall Love and Peace Gekritzel und das Peacezeichen..Na ja, zu den Jungs passt es ganz gut. Die Drei haben gerade Besuch von drei Norwegern, die ihren Katamaran ein kleines Stück weiter „geparkt“ haben und im Anschluss kommen wir noch mit auf deren Boot zum Erzählen. Leute, ich kann Euch sagen: DAS ist mal ein cooles Boot! Kann dazu nur sagen wie 3 Zimmer, Küche, Bad. Man meint gar nicht wirklich, dass man auf einem Boot ist. Es ist wirklich interessant, wie offen und „easy going“ hier jeder ist.
Als es schon fast dunkel ist, kehren wir zur Saravá zurück und haben noch einen entspannten Abend..

Das Regatta-Rennen-28.09.2012

Heute Abend ist in Vava´u eine Full-Moon Party als Abschluss eines Regatta-Rennens angesagt. Ben und André beschließen spontan daran teilzunehmen, da auch Lukas und Familie Lust auf das Rennen hat. Für die Laien, inkl. mir:-): das hat den Hintergrund, dass auf einem Segelboot immer gut mehrere helfende Hände gebrauchen kann. Wie ich es quasi bei Elmer schon gelernt habe, ist das meistens KEIN gemütliches Sitzen auf dem Boot, sondern Aktion...Zunächst gilt es aber zurück in den Hafen zu fahren und sich für das Rennen anzumelden. Von hier startet es letztendlich auch.
Mit an Bord sind nun Sandra, Lukas, Klara und Julia und ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen: die Männer sind wie kleine Jungs, die vor Vorfreude auf das Rennen total viele Hummeln im Arsch haben..
Dann endlich ertönt der Startschuss und los geht’s. Ab diesem Zeitpunkt habe selbst ich, kaum noch eine ruhige Minute. Jeder muss mit anpacken- was zum Teil gar nicht so einfach ist, wenn man keinen Plan hat und es schnell gehen muss..
Es ist ein herrlicher Tag mit tollem Wetter..Leider etwas zu wenig Wind für den Katamaran, was im Ende dazu führt, dass „wir“ insgesamt „nur“ 6. werden; allerdings 2. in der Katamaran-Klasse, so dass die Jungs letztendlich dann doch ganz zufrieden sind.
Nach dem wir im Ziel vor Anker gegangen sind, gibt es zunächst erst einmal ein erfrischendes Bad im kristallklaren Wasser und später noch ein spätes gemeinsames Mittagessen.
Eine Siegerehrung gibt es auch und die Stimmung ist bereits richtig gut. Na, dann steht ja der bevorstehenden Party nichts entgegen.
Um 18:30 Uhr fahren wir mit dem Beiboot an den Strand. Der Platz ist total süss dekoriert- überall mit Palmwedeln und in den Bäumen hängen selbstgebastelte Lampions; ein Teil der Leute ist verleidet oder trägt typische Kleidung von Tonga. Wer jemals in seinem Leben einmal Aussteiger, Weltreisende und ganz relaxt, lockere Leute treffen will, der sollte zu so einer Regatta im Pazifik oder der Südsee gehen. Alle möglichen Nationen sind vertreten: Holland, Kanada, Deutschland, Brasilien, Norwegen, Israel, USA, Neuseeland- und das waren jetzt nur die Leute, die ich kennengelernt habe gestern. Und ausnahmslos ALLE sind monate-, wenn nicht jahrelang unterwegs. Zum Teil mit der ganzen Familie samt Kleinkindern. Ein Teil der Leute kennt sich natürlich, denn vor allem beim Segeln gibt es natürlich Naturgesetze, die es zu beachten gibt (Hurrikan-Zeit z.B.), so dass sich viele der Segler zur gleichen Zeit in einer ähnlichen Gegend aufhalten. Für mich ist es zunächst schwierig, ein gutes Gespräch zu bekommen, da sich logischerweise alles hier um Segeln, Boote und das Rennen dreht..Wo ich nun mal ja nicht soooooo wirklich mitreden kann..Aber dann lerne ich Amit kennen (wer sich jetzt über den Namen wundert- israelischer Name) und er tut mir den Gefallen und wir können auch mal über was anderes reden. Er ist auch keiner der hier „klassischen Segler“, sondern arbeitet als eine Art Voluntär auf dem Boot. Wenn ich ihn richtig verstanden habe bei der lauten Musik, dann hat er Meeresbiologie studiert und ist nun, weil ihm sein theoretischer Job nicht mehr gefallen hat, losgezogen, um was Anderes zu sehen. Nun ist er inzwischen schon 6 Monate unterwegs. Hatte ich mir noch vorher gedacht, dass ich Euch Mädels hier jetzt mal echt vermisse, um die Tanzfläche zu rocken (meine beiden Brasilianer brauchten anscheinend mehr Bier, um dann mal das Tanzbein zu schwingen), scheint Amit meinen Gedanken erraten zu haben. War dann noch ziemlich lustig. Habe schon lange nicht mehr so ausgelassen getanzt..Was wahrscheinlich daran lag, dass ich nur von durchgeknallten Leuten, mit Leuchtstäben, die sichtlich sehr viel Spaß an der Musik hatten, umgeben war..
Zudem gab es noch Vorführungen von Feuerschluckern (bei denen fast die Bühne abgefackelt wäre: trockene Palmblätter sind nicht ganz soooo ideal bei Feuer...Aber macht ja nix), Tanzvorführungen von den Mädels Baströckchen und wirklich richtig viel gute Laune..
Auch die Flying Foxes sind wieder sehr aktiv. Diese Fledermausart muss riesig sein, denn schon beim Flug sehen sie von unten betrachtet, richtig groß aus..
Wir sind dann auch erst gegen 02:30 Uhr zurück ans Boot. Was sich als etwas schwierig herausgestellt hat: es war dann nämlich Ebbe und die Jungs hatten alle Mühe das Beiboot über das seichte Wasser zu zerren und ich hatte alle Mühe überhaupt über die sich nun mehrere Meter vom Strand befindlichen Korallen zu laufen...Unabhängig mal davon, dass es alles andere als toll für die Korallen ist..Habe dafür definitiv zu wenig Hornhaut auf den Füßen..
Heute Nacht habe ich jedenfalls geschlafen wie ein Stein :-)..

@Mel: es gab carne fresco---aber da ich ja nicht so der Fleischesser bin, habe ich da mal drauf verzichtet ;-)

Unser Kaptän- André- im Hintergrund Julia


die Boote hinter uns..


die beiden Mädels Julia und Klara

bei wenig Wind, vielleicht doch etwas mehr Fahrt bekommen?

Sandra at work

Klara und ich müssen das Segel aufgrund fehlenden Windes in Position halten..



Bühne mit Palmwedeln

Aussicht vom Strand aus

die Crew

Feuerschlucker

Good Morning Kapa Island-27.09.2012

Der Morgen startet relaxt gegen 07:30 Uhr. Ich bin positiv überrascht, dass ich noch mal so lange eingeschlafen bin und fühle mich einigermaßen erholt..Mein juckenden Moskitostiche allerdings auch. Den Blasen geht es auch weiterhin gut. Kann echt nur hoffen, dass ich es größtenteils vermeiden kann, hier noch mal übermäßig gestochen zu werden..Okay- also ist weiter ignorieren angesagt.
Heute Morgen gibt es erst mal eine leckere heiße Schokolade, die ich auf dem Gasofen zubereite. Nun weiß ich quasi auch, wie man Gas bedient..Man lernt ja bekanntlich nie aus.
Sowieso ist hier alles so anders. Bin ja das erste Mal auf so einem Boot. Lukas meint dann auch zu mir, wie glücklich ich sein kann, denn normalerweise, um solch ein Boot zu chartern, kostet es 3000 Dollar pro Tag- zwar auf 6-8 Personen verteilt, aber immer noch immens viel—jedenfalls für meinen Geldbeutel. Wenn man nämlich das ein oder andere Boot hier sieht, dann weiß man auch, dass sich diese Leute keine Gedanken über Geld machen müssen..
Der Name des Bootes ist übrigens Saravá. Ich überlege zunächst schnorcheln zu gehen- verzichte dann aber aufgrund der großen Blase auf meinem Fußrücken darauf. Die Flossen würden wohl eher wenig zur Heilung beitragen und Meerwasser enthält eben auch eine Menge Bakterien und ich will mir es für nächsten Mo nicht „verkacken“...Denn dann geht die Waltour los. So genieße ich es, einfach ein bisschen in meinem Reiseführer zu lesen, selbst zum übermäßig viel Fotos machen bin ich zu faul..:-).
Zum Mittagessen bereitet Ben ein leckeres Mittagessen mit selbstgefangenem Thunfisch und den restlichen Nudeln von gestern. Ben kocht wirklich richtig gut. Das ist hier auch sein Job on Board- neben natürlich einer Menge anderer Arbeiten. Er ist 31 und freut sich nun sehr, wenn diesen Donnerstag nach 7 Monaten seine Ehefrau an Bord kommt..Das ist echt eine verdammt lange Zeit. Letztes Jahr haben sie sich, glaube ich nur ein paar Mal im Jahr gesehen; aber das hat wohl ein Ende, denn er will sich nun zur Ruhe setzen und mit einem Boot um die Welt schippern..Zusammen mit seiner Frau..In Rente mit 31- auch nicht schlecht. Auf die Frage, wie er das finanziert meint er nur: „Auf einem Boot braucht man nicht zu viel Geld zum Leben...“. Ben hat übrigens holländische Wurzeln. Was man bei ihm auch gut optisch sehen kann..
Am Nachmittag gehen wir mit dem Beiboot an Land und erlaufen ein bisschen Kapa-Island.
Dabei kommen wir in ein Dorf, das wirklich sehr geordnet und sauber aussieht für „Inselverhältnisse“.
Zurück an Bord ruft André plötzlich: „Hey, ich sehe die Wale. Sollen wir raus?“.
Natürlich wollen/sollen wir raus. Also nichts wie ab ins Beiboot. Ich habe schlauerweise meine Kamera im Boot gelassen, denn wir fliegen so schnell mit dem kleinen Schlauchboot über Wasser, dass ich beide Hände voll zu tun habe, nicht ein ungeplantes Walschwimmen hinzulegen. Und dann sehen wir sie: einfach atemberaubend. Eine Gruppe von ca. 5-6 Tieren, die sehr schnell unterwegs sind. Wir haben wirklich Mühe ihnen zu folgen. Ben, der übrigens auch Divemaster ist, erklärt, dass es sich hierbei um ein Paarungsritual handelt: mehrere Männchen verfolgen ein Weibchen. Zumeist den ganzen Tag. Das ist auch der Grund, warum sie so schnell unterwegs sind..Wir können sie atmen hören und sehen immer wieder den Rücken und die Flosse abtauchen. Und zur Krönung des Tages sehen wir auch noch einen Sprung..Vor einiger Zeit haben Ben und André ganz tolle Erlebnisse mit den Walen gehabt. Ben hat ein Unterwasservideo gedreht, wo sie zusammen mit Weibchen und ihrem Jungen im Wasser waren. Und das für ca. eine Stunde..Und das Beste war, als die Wale auf André zugeschwommen sind..Denn normalerweise sollst Du Dich immer an der Seite befinden..
Da wurde es selbst André etwas mulmig. Letztendlich sind sie dann nur 1,5-2 Meter an ihm vorbeigeschwommen und zwar die Mutter links und ihr Kalb rechts von ihm..
Auf dem Rückweg begleiten uns fliegende Fische zurück ans Boot.
Zurück an Bord können wir wieder einen herrlichen Sonnenuntergang an Bord genießen...
Ausblick von unserem Boot aus..

das kleine Dörfchen


Ben war irgendwie noch in Tahiti :-)

keine Ahnung, was in DIESER Kokusnuss drin war??!!

Montag, 1. Oktober 2012

Urlaub Elmerlike :-)-26.09.2012

Am Morgen treffe ich mich mit Ben und André. Inzwischen ist die Entscheidung gefallen, dass ich für ein paar Tage bei die beiden auf´s Boot gehe. Ich muss zwar meine Unterkunft in Neiafu weiter bezahlen, aber ich denke, dass das eine schöne Chance ist, etwas mehr von der Inselgruppe zu sehen und hier habe ich im Endeffekt auch nur für die Verpflegung zu zahlen.
Außerdem wurde ich heute Nacht schon wieder dermaßen zerstochen, dass es echt zum Schreien ist. Ich habe im Laufe der Nacht allein in meinem Zimmer 4 Moskitos gekillt. Wenn ich zurück komme, muss ich irgendwie mein Netz in diesem Zimmer installieren...Wenn ich schon gedacht habe, dass meine Reaktion auf die Stiche in Galapagos mehr ist, als ich normal kenne, dann kann ich zu Tonga nur noch sagen: sind das alles „Killerinsekten“? Am Ende des Tages bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, die aussehen, wie bei einem ganz üblen Sonnenbrand. Und- auf einem Boot gibt es nun mal keine Moskitos..Was für eine Scheiße, ich habe noch nie solch extreme Reaktionen gehabt..Vielleicht benutzen die Leute hier mehr Gift, um die Moskitos zu bekämpfen: keine Ahnung..
Zunächst kaufen wir in dem verschlafenen Hafenstädtchen den Proviant, im Anschluss packe ich meine Sachen, wobei ich einen Teil in meiner Unterkunft lasse und gegen 11:30 Uhr geht’s dann auf´s Boot. Der Katamaran liegt hier ganz ruhig im Wasser und es ist total schön, die kleinen Inselchen vorbeiziehen zu sehen. Wir verbringen einen ganz relaxten Tag auf Wasser mit Lesen, Musik hören und ein bisschen Schwimmen zur Erfrischung.
Ben kocht sehr lecker und sie treffen hier einen Freund, den sie seit 3 Jahren nicht mehr gesehen haben. Lukas ist auch Brasilianer und reist nun samt Segelboot mit seiner Frau Sandra und den beiden Kindern (Grundschulalter) durch die Welt. Den Unterricht für die Kinder übernehmen sie selbst. Ein Leben wie ich es mir nie vorstellen könnte..Aber dafür bin ich wohl zu viel Beamter..
Mit einem Blick auf meine zerstochenen Beine meint Lukas, ob ich nicht ein Antihistaminikum nehmen will..Das sehe ja gefährlich aus, nicht dass mir aufgrund einer allergischen Reaktion noch die Luftröhre zuschwillt...Daraufhin meint Ben, dass ich ihnen bitte den Gefallen tun soll, nicht hier auf dem Boot zu sterben..
Na ja, also entschließe ich mich beim zu Bett gehen, wieder ein Antihistaminikum einzuwerfen. Wirklich das Einzige, was ich nicht in meiner Reiseapotheke hatte, war Antihistaminikum, da ich das bisher noch nie gebraucht habe..Ich habe jetzt nur noch ein Rest von einer Handvoll Tabletten noch von Galapagos, wo Nicole mir diese gegeben hat..Aber, wenn das mit den Stichen so weiter geht, werde ich wohl irgendwo in eine Apotheke gehen müssen und mir welche besorgen. Selbst André sagt, dass er solch eine Reaktion noch nie gesehen hat und die Beiden kommen ja wirklich viel rum..
Heute Nacht wache ich wieder kurz nach 3 Uhr auf und draußen ist ein richtiges Lichter meer. Etwas entfernt tobt ein kleiner Tropensturm..Ein interessantes Naturereignis..


Aufenthaltsraum :-)

Unser Kapitän: André


Sundowner


Die friedlichen Inseln-oder Malo e lelei Tonga-25.09.2012

Als ich heute Morgen um 04:30 Uhr am Flughafen ankomme, herrscht hier schon geschäftiges Treiben. Dank meinem Rucksack brauche ich mir nie Gedanken über Gewichtsgrenzen zu machen. Meistens werde ich von den Leuten hinter dem Schalter verwundert gefragt: „Nur dieses eine Gepäckstück??“ Ja, nur das eine Gepäckstück, das ich im Zweifelsfall ja auch alleine Tragen muss- nöb!
Mit etwas Verspätung heben wir mit Virgin Australia ab Richtung Tongatapu. Dort heißt es erst einmal die Einreiseformalitäten hinter sich bringen und man merkt sofort, dass man sich auf einer Pazifikinsel befindet...Alles geht ein bisschen- sagen wir mal: gemäßigter zu. Aber nach 3 Monaten Südamerika bin ich sowieso so schnell nicht mehr aus der Ruhe zu bringen..
Danach muss ich mir erst mal Kohle besorgen, um den Taxifahrer zu bezahlen, da ich das Terminal wechseln muss..
Weiter geht es mit Chathams Pacific...Hier fühlt man sich erst mal um Jahre zurückversetzt: beim Einchecken wollen sie von mir keine Reservierungsnummer wissen, sondern nur meinen Namen, der dann „von Hand zu Fuß“ auf einer Liste gesucht wird, die genauso wie die Tickets handgeschrieben ist. Das Gepäck erhält einfach eine Art Schleifchen und wird mit einem überdemensionierten Sackkarren Richtung Flugzuge gebracht. Später kann ich vom Flying Fox Café wie das Gepäck in die Maschine geladen wird...
Diese Maschine wäre was für Dich gewesen- Thorsten Z. :-). Das Gepäck wurde vorne hinter einem Netz gelagert, es gab nur eine Tür und man stand direkt im Cockpit und der Sound der Motoren war so laut, dass man sich echt anstrengen musste, sein eigenes Wort zu verstehen ;-)..In der Maschine waren eine Menge offiziell aussehende junge Männer in traditionellen Gewändern..Traditionell vor allem wegen der um die Hüften geschlungenen Baströcke..Jepp, ich habe selten so viele Männer im Rock gesehen..Aber ich war ja auch noch nicht in Schottland :-)..Allerdings habe ich auch selten so viele übergewichtige Menschen gesehen- um es mal gelinde auszudrücken...Ich vermute mal die Hintergründe in der „Entdeckung“ des Zuckers hier und das Klima und die geruhsame Lebensweise lädt wohl auch nicht gerade zur Bewegung ein..Als wir an dem kleinen Inselflughafen ankommen (bestehend aus einem kleinen Raum- zuzüglich Toiletten) konnte ich mir dann mal betrachten, wie man nicht vorhandene Rollstühle ersetzt...Indem die Person mit Gipsbein einfach Huckepack ins Flughafengebäude getragen wird...Ich wollte mir dann nicht vorstellen, wie sie das mit einem der keine-Ahnung-wie-schweren-Brummer anstellen wollten..
Der Taxifahrer, der mich zum Portwine Guesthouse bringt, hat Blumen im Auto, die ein Duftbäumchen gut ersetzen können..Der Geruch ist herrlich fruchtig-süss. Die Insel macht einfach einen relaxten Eindruck und als ich im Portwines Guesthouse ankomme, kommt gerade gegenüber aus dem einem „Restaurant“ eine kleine Schweinefamilie..
Die haben zum Teil so kleine Ferkel hier, dass ich die problemlos in meiner Netbooktasche verstecken könnte..total süss...
Nachdem ich mich häuslich eingerichtet habe, will ich das verbleibende Tageslicht nutzen, um mich hier ein bisschen umzusehen..Als ich so durch die Straßen schlendere, treffe ich auf
Ben und André, zwei Brasilianer und wir kommen ins Gespräch.
Letztendlich verquatschen wir den halben Abend bei einem gemeinsamen Abendessen und am Ende des Abends habe ich eine Einladung, ein paar Tage auf dem Katamaran der Beiden zu verbringen. Zur Zeit ist low season und sie müssen quasi „nur auf das Boot ihres Chefs“ aufpassen. Das Boot hat insgesamt 4 Kabinen, die beiden als Besatzung und eben bis zu 6 Gäste. Sie sind inzwischen schon über 2 Monate hier und auch heute erst in Vava´u angekommen. Vorher waren sie in Ha`apai- einer anderen Insel der Tonga-Inselgruppe.
Tonga besitzt die letzte polynesische Monarchie und ist offiziell besser bekannt als „Das Königreich Tonga“. Da ich immer noch mit der Zeitverschiebung zu kämpfen habe, gehe ich gegen 20:30 Uhr zurück ins Guesthouse. Dort steigt gerade eine Geburtstagsparty mit traditionellem, tongaischem Essen. Als ich dann später ins Bett gehe, ist die Party noch in vollem Gange..
Na Omilein: kannst Du meine Tasche mit Deiner Hülle sehen?

Blick auf die Inselchen

Auckland bei Wind und Kälte-24.09.2012

Heute Morgen geht es mit dem Bus nach Downtown Auckland. Von Anthony´s Haus bis in die Innenstadt ist es eine ca. 1 stündige Busfahrt..Was aber auch gar nicht soo schlecht ist, denn, dabei kann man gut Leute beobachten :-)..
In Auckland leben inzwischen eine Menge Menschen asiatischer Abstammung. Laut Aimy ist Auckland überhaupt die Stadt mit den meisten Asiaten in Auckland. Sie selbst kommen aus Tawain und sind 1995 nach Auckland gekommen. Zuhause wird englisch und taiwanesisch gesprochen und wenn ich immer schon gedacht habe, dass ich mir zu viele Gedanken mache..dann bin ich mir nun sicher, dass es bei mir noch gar nicht sooooooo schlimm ist :-)...
Zunächst kümmere ich mich um mein Busticket für meine Rückkehr nach Neuseeland nach Tonga. Es ist so windig und kalt heute, dass ich das Gefühl habe, mitten im europäischen Winter gelandet zu sein. Wie mir schon 2003 aufgefallen ist, haben die meisten Kiwi´s hier wirklich ein gänzlich anderes Kälteempfinden als ich: so laufen die Schulkinder hier bei vielleicht 08-10 °C mit kurzen Shorts und T-Shirts herum..(ich weiß Marcel: bei 08 °C
oder weniger beginnt gerade die Wohlfühltemperatur...aber darüber will ich jetzt mal nicht diskutieren ;-))..
Die nächste „skurile“ Situation habe ich dann, als ich ins Burgerking gehe: während ich mir schon überlegt hatte, wie ich möglichst unauffällig die Toilette benutzen kann, sitzen hier Leute mit MCDONALDS-TÜTEN....Okay- sich hier Gedanken um die Toilettenbenutzung zu machen, ist definitiv nicht angebracht.
Ich flaniere also entlang der Queensstreet und der Auckland Waterfront. Hier schaue ich mir auch das Viaduct an und passiere den Wynyard Quarter und die Queens Wharf. Anschließend gehe ich noch in einen kleinen Park und mache mich über den Aotea Square Auckland Richtung Heimweg. Genug gefroren für heute.
Vorsorglich habe ich mir die Adresse von Anthony aufgeschrieben und frage im Busterminal, wie die Haltestelle genau heißt, an der ich aussteigen muss. Die nette Dame hat mir den Namen der Haltestelle auch freundlicherweise auf meinen Zettel aufgeschrieben...aber, tja, was soll ich sagen: wenn selbst der Busfahrer seine eigenen Haltestellen nicht kennt...
Jedenfalls ging es so aus, dass er mich irgendwo im Nirgendwo rausgelassen hat, weil er meinte, dass dies nun definitiv die letzte Haltestelle der Chapel Road (das ist die Straße, wo Anthony und Familie lebt) ist und ehe ich mich versehen kann, war ich aus dem Bus und hatte keinen Plan. Leider war auch kein Mensch auf der Straße und die erste Frau, die ich getroffen habe, konnte mir mit der Nummernfolge auch nicht weiterhelfen..Aber- so what: es war noch hell und zumindest war ich ja schon mal in der richtigen Straße..Ich will ja mal nicht undankbar sein :-)..Sie hat mir dann den Tipp gegeben, noch ca. einen halben Kilometer weiter bis an die Geschäfte zu laufen, die mir dann sicher mit Hausnummern weiterhelfen können..Konnten sie auch: sie konnten mir sagen, dass ich in die falsche Richtung gegangen ist und meine gesuchte Adresse noch mal ca. 30 Minuten entfernt..(dank Google Routenplanter)..Er gab mir quasi dann auch noch den „guten Tipp“, doch den Bus zu nehmen, auf was ich dankend verzichtet habe...Hatte keine Lust ein zweites Mal an der Haltestelle vorbeizudonnern...Da verlass ich mich dann doch lieber auf meine eigenen Beine und na ja, so hatte ich dann auch mein workout für heute. Gegen 17 Uhr bin ich dann auch bei Anthony aufgelaufen.
Später wurde ich dann noch mit selbstgekochtem Curry-Hähnchen verwöhnt..Seeeehr lecker.
Dann war auch schon wieder Packen angesagt, da es heute Nacht um 04.00 Uhr ja schon wieder Richtung Flughafen geht...