Sehr entspannt ging ich den letzten Tag meiner Reise
an. Das Internet war allerdings weiter alles andere als entspannend,
da es auch den ganzen Vormittag nicht möglich war, meine
Blogeinträge hochzuladen..Nun denn, wie dem auch sei: gegen 11.15
Uhr konnten Gabi&ich uns wieder in die Arme schließen, die
Schweizerin, die ich in Singapur bei Yesky kennengelernt hatte. Auch
für sie sind es nun die letzten Tage einer 2 jährigen Reise
(übrigens die 3. in der Größenordnung, wie sie mir heute erzählt
hat und nach 3 ½ Monaten in der Schweiz geht es für sie wieder los
für die nächsten 2 Jahre, wo es dann wieder heißt: back on the
road again :-)) angebrochen und sie fliegt am Samstag zurück in die
Schweiz. Falls Du das liest Gabi: noch mal einen guten Flug und es
war so schön, Dich noch mal zu sehen und zu quatschen!!
Da ich das letzte Mal den Lumpini-Park nicht besucht
hatte, stand er dieses Mal auf dem Plan und ist ja auch, wenn man
etwas Relaxtes machen möchte, und das war ja unser Ziel heute, eine
gute Adresse.
Der Lumpini Park erstreckt sich am Ende der Silom
Straße über 576 000 qm² und ist eine der wenigen Grünflächen des
überfüllten Bangkoks.
| Denkmal im Lumpini-Park |
| Lumpini-Park |
| Lumpini- Park |
Direkt am Eingang des Parks befindet sich ein Denkmal
für König Rama VI. Arbeitnehmer nutzen ihre Mittagspause, um im
Schatten der Bäume wieder etwas aufzutanken, wohingegen die frühen,
kühleren Morgenstunden zum Schattenboxen und Thai Chi genutzt
werden.
Ich würde sagen der Park ist so ein bißchen die grüne
Lunge von Bangkok..
Wir verbrachten mehrere Stunden im Park und tauschen
Reise- und Lebensberichte aus. Sehr interessant und lustig war, dass
uns diverse Eigenarten von Bevölkerungsgruppen, Eigenschaften eines
Landes oder einfach nur enorme Unterschiede in Kultur, Verhalten oder
der Wesensart von Menschen in den diversen Ländern aufgefallen ist.
In diesem Kontext wird mal wieder klar, wie viel
Einfluss nicht nur die Gene auf einen Menschen haben, sondern auch
das Umfeld (bei uns beiden Europa oder auch Schweiz und Deutschland).
Denn uns beiden fielen so ziemlich die gleichen Dinge auf..
Ich möchte hier nur mal ein paar Dinge nennen, über
die wir uns austauschten und z.T. auch köstlich amüsierten
(zumindest, wenn man es mit etwas Abstand und entsprechender Toleranz
sieht):
- die Bürgersteige. Bürgersteige haben in Asien- sei
es Vietnam, Kambodscha, Thailand oder auch Indonesien, den Namen
Bürgersteig eigentlich nicht verdient, denn sie sind nicht dafür
gedacht, dass man sich dort sicher vor dem Straßenverkehr bewegen
kann. Man ist vielmehr permanent gezwungen, DIREKT auf der Straße zu
laufen. Dabei sind es nicht nur die Menschen, die die Bürgersteige
gnadenlos zubauen (mit Mopeds, Essenständen, Stühlen, usw.),
sondern auch die „Straßenplaner“, die einem ein „normales
Gehen“ auf dem Bürgersteig unmöglich machen: so befindet sich
MITTEN auf einem Bürgersteig ein kleiens Gebäude, so dass man auf
die Straße wechseln muss oder ein Baum wurde samt dazugehörigem
Gärtchen MITTEN auf dem Weg gepflanzt, so dass man keine Möglichkeit
hat, den „Bürgersteig“ weiter zu benutzen, sondern man
unweigerlich wieder auf die Straße treten muss..
- Oder das viele Menschen asiatischen Ursprungs: IMMER
DER ERSTE sein will! Sei es im Verkehr, wenn man mal auf etwas warten
muss etc.. Daher kommt es permanent zu Situationen, dass Menschen in
Türen verkeilt sind, weil nicht gewartet werden kann, bis z.B. der
Aussteigende den Bus verlassen hat. NEIN- man muss gleichzeitig
losrennen, um dann in der Mitte festzustecken :-)..
- Oder- jemand wird gerade bedient- sei es, dass eine
Frage beantwortet, Essen gekauft wird oder man sich in Verhandlungen
befindet- so begibt es sich zumeist, dass „ein Asiate“ gerade mit
seinem Moped anhält und von dort aus, direkt zu Reden anfängt, Dein
Gegenüber das Gespräch unterbricht und sich dem „neuen
asiatischen Gast“ zuwendet, und man selbst ziemlich blöd dasteht
und man selbst drauf warten muss, bis einem wieder Aufmerksamkeit
geschenkt wird. Es ist nicht möglich, zu warten, bis der
Vorangegangene das Gespräch beendet hat..
- Den Menschen ist es immer sehr wichtig, dass man sie
mit Respekt behandelt..Allerdings gilt das immer nur für ANDERE! Sie
selbst, legen wenig Wert darauf, andere Menschen mit Respekt zu
behandeln..
-Oder anstatt zu sagen, dass sie nicht verstehen, wird
stereotyp ein Satz wiederholt: Z.B. At what time is the bus?
30THB..Ähmm, do we leave the next time?5 minutes?10 minutes? 15
minutes? 30 THB...
Und diese Liste würde sich noch etwas weiterführen
lassen :-)..
Interessant ist auch, dass, wenn man länger unterwegs
ist (jedenfalls in den Ländern, in denen ich die letzten 9 Monate
war), dass man sich so angewöhnt englisch zu sprechen, dass man
manchmal auch, selbst wenn man dann nur unter Deutschen ist, mitten
im Satz ins Englisch verfällt..oder, zu sich selbst in Englisch
sprecht..JA, ich führe auch manchmal Selbstgespräche :-)..
Gabi hat mir erzählt, dass sie nach ihrer ersten Reise
fast 2 Jahre gebraucht hat, um sich „zuhause“ wieder
einzugewöhnen. Hmmm- mal schauen, wie schnell es bei mir geht:-)??
Im Moment fühlt sich der Gedanke, dass ich nun bald
wieder zuhause bin (also, diese Tatsache, die ich damit verbinde,
meine Familie&Freunde bald wieder zu sehen) schon gut an- im
Gegensatz zu der Vorstellung, dass ich dann aber, wenn ich ab 01.08.
wieder in mein „normales Arbeitsleben“ einsteige, für SEHR LANGE
Zeit (jedenfalls für mich SEHR LANGE) nicht mehr (auf Entdeckungs-)
reise(n) (gehen) kann. UND das ist keine schöne Vorstellung! Keine
fremden Kulturen mehr, keine reisenden oder dort lebende interessante
Menschen treffen, keine anderen Backpacker mit einer Menge
hörenswerter Stories, keine fremden Gerüche riechen, keine
fremdartigen Speisen kosten und vielleicht ist es auch einfach: nicht
mehr das Gefühl von FREIHEIT haben??
Mal schauen, auch in meinem zuhause werden eine Menge
neue Aufgaben auf mich zukommen und ein Sabbatjahr ist ja schließlich
nicht auf Dauer das reale Leben :-)!
Für Gabi geht es am nächsten Samstag zurück in die
Schweiz. Also, meine Liebe: guten Heimflug für Dich und gutes
Ankommen in der Schweiz!! Wobei- richtig eingewöhnen musst Du Dich
ja nicht, wenn es in 3 ½ Monaten schon wieder los geht :-)..Es war
sehr schön Dich wieder zu treffen!!
Unser Weg führte uns weiter in Richtung China Town und
Little India, wo wir uns dann auch später noch was Leckeres zu essen
suchen wollten.
Für uns beide ist es erstaunlich, wie schlecht das
Internet in Bangkok ist. Wir waren ja schon in den
hinterwäldlerischen Orten und zumeist lief das Internet da super.
Überhaupt läuft in Asien das Internet- im Vergleich zu Südamerika-
wesentlich besser.
Nach etwas suchen und nachdem wir durch eine enge,
verwinkelte Gasse durchgeschlendert sind, werden wir in einem
kleinen, lokalen indischen „Restaurant“ fündig.
Die aushängende Speisekarte ist lediglich auf Indisch
und so kommt es uns seeeehr entgegen, dass wir „Töpfe gucken“
konnten :-)..
Aber- es blieb nicht nur beim Schauen, wir durften auch
überall probieren. Aber- dies ist zu betonen, mit jeweils einem
Löffel, in den wir ein bisschen geschöpft bekamen..In so einem
Moment ist es SEHR praktisch, in einem Land OHNE eng ausgelegte
Regeln zu sein :-)..
Nachdem sich jede etwas ausgesucht hat, gab es noch
einen leckeren Lassi dazu. Positiv anzumerken an dieser Stelle ist allerdings, dass ich mich schon darauf freue, in Deutschland auch mal wieder Hähnchen zu essen. Darauf habe ich seit Dezember verzichtet, da Indonesien, Malaysia, sowie Südostasien die unangenehme Eigenschaft haben, DAS GANZE HUHN zu verwenden..Womit ich meine: das Huhn wird mit einem großen Hackbeil so lange klein gehackt, bis es einigermaßen in mundgerechten Stücke zerkleinert ist. ALLERDINGS kommt es samt Knochen in den Topf und später auf den Teller. Ist immer super, die Knochenstücke und -splitter IM ESSEN zu haben....
Danach war es wieder an der Zeit, Abschied zu nehmen
und ich machte mich durch Gehupe und buntes Gewusel zurück zu meinem
Hotel. Als ich mich kurz vor dem chinesischen Tor, noch einmal
vergewissern wollte, dass ich mich in die richtige Richtung bewege,
habe ich einfach einen nett aussehenden, älteren Mann angesprochen,
der mir bestätigt hat, dass ich auf dem richtigen Weg bin :-).
Aber- kaum wollte ich loslaufen, hat er mir angeboten,
dass er mich doch mitnehmen und bei der Eisenbahnstation absetzen
kann. Gesagt-getan. Er erklärte noch schnell seiner Frau, warum ich
zu ihnen ins Auto steige und schon hatte ich eine freie Autofahrt
zurück :-).
In diesen Ländern ist es sehr praktisch, dass es
eigentlich in allen Hotels die Möglichkeit gibt, bevor man startet
noch mal unter die Dusche zu hüpfen, so dass man nicht verschwitzt
in einen Nachtzug/-bus einsteigen muss. Daher kam auch ich noch mal
in den Genuss einer Dusche, bevor ich mich auf den Weg zum Flughafen
machen musste.
Das Internet hat bis zuletzt nicht wirklich
funktioniert. Da ich dieses Mal direkt an der MRT-Station gewohnt
habe, konnte ich direkt dort hinein. Und NORMALERWEISE muss man mit
seinem Gepäck durch die Kontrolle. Aber als der Sicherheitsmann
meinen dicken Rucksack gesehen hat, hatte er wohl keine Lust, nach
dem Grund zu suchen, warum der Detektor gepiepst hat :-)..Da ich aus
der MRT nach ein paar Stationen in den Skytrain umsteigen musste,
suchte ich beim Aussteigen die Schilder nach lateinischen Buchstaben
ab, um den Weg zum Skytrain zu finden. Und auch da kam wieder
schnelle Hilfe: ein Thai fragte mich in gebrochenem Englisch, ob er
mir helfen könnte und ohne lang zu fackeln nahm er mich dann einfach
ins Schlepptau. Wartete an der Kasse, wartete um in den Zug zu
steigen und sorgte schließlich auch dafür, dass ich mich noch in
den recht vollen Zug samt meinem Rucksack hineinquetschen konnte..
Tja, selbst in Bangkok sind freundliche Leute zu finden :-)..
Erfolgreich belatscherte ich dann den guten Mann von
British Airways, dass er mir das Gepäck bis Frankfurt durchcheckt,
da ich in London weniger als 2 Stunden zum umsteigen hatte.
Allerdings musste er sich ganz schön ins Zeug legen, da es sich um
zwei Einzeltickets handelte und er zunächst auf den zweiten Flug
keinen Zugriff hatte..
Aber- wie zumeist: Ende gut- alles gut! Letztendlich
hat es dann doch geklappt und ich habe in London-Heathrow eine
Rekord- Umsteigezeit von 65 Minuten hingelegt (Terminal 3 zu Terminal
5). Kann wirklich nur JEDEM empfehlen: wenn es Flüge ohne
London-Heathrow gibt: nehmt den anderen Flug! Dieser Flughafen ist
wirklich ätzend!
Dass ich in Europa angekommen ist, merkte ich sehr
schnell- konnte ich bei 28 (!) Flügen in jedem Land meiner
Weltreise, meine genormte Plastiktasche für die Flüssigkeiten
nutzen, so MUSSTE man in London-Heathrow die Flüssigkeiten in
Plastiktüten abpacken, die einem vom Flughafenpersonal in die Hand
gedrückt wurden. Und zwar in NUR DIESE :-)!
Wie auch immer, ich war happy, dass ich meinen
Anschlussflug bekommen habe und so setzte ich 25 Minuten vor der Zeit
in Frankfurt auf..
Hmmm- jedenfalls rein optisch sieht noch alles noch aus
wie vorher. Und auch die Bäume haben im Moment ein herrliches grün.
Timing war heute ALLES: als ich an das Gepäckband kam,
fuhr auch schon mein Rucksack heran und als ich nach außen kam,
wartete schon die Delegation Margit&Paul M., sowie Tanja B. auf
mich, um mich in GOOD OLD GERMANY zu begrüßen!
Ein einjähriges Abenteuer, aus welchem ich für mich
selbst eine sehr positive Resonanz ziehe, ist nun zu Ende gegangen.
ABER eins ist jetzt schon sicher: HEUTE ist nicht ALLER TAGE: ich
KOMM/GEHE wieder, KEINE FRAGE!!

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