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Mittwoch, 19. Juni 2013

Entspannter Abschluss einer wundervollen Erfahrung- Bangkok 17.06.2013&Ankunft in Good old Germany-18.06.2013

Sehr entspannt ging ich den letzten Tag meiner Reise an. Das Internet war allerdings weiter alles andere als entspannend, da es auch den ganzen Vormittag nicht möglich war, meine Blogeinträge hochzuladen..Nun denn, wie dem auch sei: gegen 11.15 Uhr konnten Gabi&ich uns wieder in die Arme schließen, die Schweizerin, die ich in Singapur bei Yesky kennengelernt hatte. Auch für sie sind es nun die letzten Tage einer 2 jährigen Reise (übrigens die 3. in der Größenordnung, wie sie mir heute erzählt hat und nach 3 ½ Monaten in der Schweiz geht es für sie wieder los für die nächsten 2 Jahre, wo es dann wieder heißt: back on the road again :-)) angebrochen und sie fliegt am Samstag zurück in die Schweiz. Falls Du das liest Gabi: noch mal einen guten Flug und es war so schön, Dich noch mal zu sehen und zu quatschen!!
Da ich das letzte Mal den Lumpini-Park nicht besucht hatte, stand er dieses Mal auf dem Plan und ist ja auch, wenn man etwas Relaxtes machen möchte, und das war ja unser Ziel heute, eine gute Adresse.
Der Lumpini Park erstreckt sich am Ende der Silom Straße über 576 000 qm² und ist eine der wenigen Grünflächen des überfüllten Bangkoks.
Denkmal im Lumpini-Park

Lumpini-Park

Lumpini- Park

Direkt am Eingang des Parks befindet sich ein Denkmal für König Rama VI. Arbeitnehmer nutzen ihre Mittagspause, um im Schatten der Bäume wieder etwas aufzutanken, wohingegen die frühen, kühleren Morgenstunden zum Schattenboxen und Thai Chi genutzt werden.
Ich würde sagen der Park ist so ein bißchen die grüne Lunge von Bangkok..
Wir verbrachten mehrere Stunden im Park und tauschen Reise- und Lebensberichte aus. Sehr interessant und lustig war, dass uns diverse Eigenarten von Bevölkerungsgruppen, Eigenschaften eines Landes oder einfach nur enorme Unterschiede in Kultur, Verhalten oder der Wesensart von Menschen in den diversen Ländern aufgefallen ist.
In diesem Kontext wird mal wieder klar, wie viel Einfluss nicht nur die Gene auf einen Menschen haben, sondern auch das Umfeld (bei uns beiden Europa oder auch Schweiz und Deutschland). Denn uns beiden fielen so ziemlich die gleichen Dinge auf..
Ich möchte hier nur mal ein paar Dinge nennen, über die wir uns austauschten und z.T. auch köstlich amüsierten (zumindest, wenn man es mit etwas Abstand und entsprechender Toleranz sieht):
- die Bürgersteige. Bürgersteige haben in Asien- sei es Vietnam, Kambodscha, Thailand oder auch Indonesien, den Namen Bürgersteig eigentlich nicht verdient, denn sie sind nicht dafür gedacht, dass man sich dort sicher vor dem Straßenverkehr bewegen kann. Man ist vielmehr permanent gezwungen, DIREKT auf der Straße zu laufen. Dabei sind es nicht nur die Menschen, die die Bürgersteige gnadenlos zubauen (mit Mopeds, Essenständen, Stühlen, usw.), sondern auch die „Straßenplaner“, die einem ein „normales Gehen“ auf dem Bürgersteig unmöglich machen: so befindet sich MITTEN auf einem Bürgersteig ein kleiens Gebäude, so dass man auf die Straße wechseln muss oder ein Baum wurde samt dazugehörigem Gärtchen MITTEN auf dem Weg gepflanzt, so dass man keine Möglichkeit hat, den „Bürgersteig“ weiter zu benutzen, sondern man unweigerlich wieder auf die Straße treten muss..
- Oder das viele Menschen asiatischen Ursprungs: IMMER DER ERSTE sein will! Sei es im Verkehr, wenn man mal auf etwas warten muss etc.. Daher kommt es permanent zu Situationen, dass Menschen in Türen verkeilt sind, weil nicht gewartet werden kann, bis z.B. der Aussteigende den Bus verlassen hat. NEIN- man muss gleichzeitig losrennen, um dann in der Mitte festzustecken :-)..
- Oder- jemand wird gerade bedient- sei es, dass eine Frage beantwortet, Essen gekauft wird oder man sich in Verhandlungen befindet- so begibt es sich zumeist, dass „ein Asiate“ gerade mit seinem Moped anhält und von dort aus, direkt zu Reden anfängt, Dein Gegenüber das Gespräch unterbricht und sich dem „neuen asiatischen Gast“ zuwendet, und man selbst ziemlich blöd dasteht und man selbst drauf warten muss, bis einem wieder Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es ist nicht möglich, zu warten, bis der Vorangegangene das Gespräch beendet hat..
- Den Menschen ist es immer sehr wichtig, dass man sie mit Respekt behandelt..Allerdings gilt das immer nur für ANDERE! Sie selbst, legen wenig Wert darauf, andere Menschen mit Respekt zu behandeln..
-Oder anstatt zu sagen, dass sie nicht verstehen, wird stereotyp ein Satz wiederholt: Z.B. At what time is the bus? 30THB..Ähmm, do we leave the next time?5 minutes?10 minutes? 15 minutes? 30 THB...
Und diese Liste würde sich noch etwas weiterführen lassen :-)..

Interessant ist auch, dass, wenn man länger unterwegs ist (jedenfalls in den Ländern, in denen ich die letzten 9 Monate war), dass man sich so angewöhnt englisch zu sprechen, dass man manchmal auch, selbst wenn man dann nur unter Deutschen ist, mitten im Satz ins Englisch verfällt..oder, zu sich selbst in Englisch sprecht..JA, ich führe auch manchmal Selbstgespräche :-)..

Gabi hat mir erzählt, dass sie nach ihrer ersten Reise fast 2 Jahre gebraucht hat, um sich „zuhause“ wieder einzugewöhnen. Hmmm- mal schauen, wie schnell es bei mir geht:-)??
Im Moment fühlt sich der Gedanke, dass ich nun bald wieder zuhause bin (also, diese Tatsache, die ich damit verbinde, meine Familie&Freunde bald wieder zu sehen) schon gut an- im Gegensatz zu der Vorstellung, dass ich dann aber, wenn ich ab 01.08. wieder in mein „normales Arbeitsleben“ einsteige, für SEHR LANGE Zeit (jedenfalls für mich SEHR LANGE) nicht mehr (auf Entdeckungs-) reise(n) (gehen) kann. UND das ist keine schöne Vorstellung! Keine fremden Kulturen mehr, keine reisenden oder dort lebende interessante Menschen treffen, keine anderen Backpacker mit einer Menge hörenswerter Stories, keine fremden Gerüche riechen, keine fremdartigen Speisen kosten und vielleicht ist es auch einfach: nicht mehr das Gefühl von FREIHEIT haben??
Mal schauen, auch in meinem zuhause werden eine Menge neue Aufgaben auf mich zukommen und ein Sabbatjahr ist ja schließlich nicht auf Dauer das reale Leben :-)!
Für Gabi geht es am nächsten Samstag zurück in die Schweiz. Also, meine Liebe: guten Heimflug für Dich und gutes Ankommen in der Schweiz!! Wobei- richtig eingewöhnen musst Du Dich ja nicht, wenn es in 3 ½ Monaten schon wieder los geht :-)..Es war sehr schön Dich wieder zu treffen!!
Unser Weg führte uns weiter in Richtung China Town und Little India, wo wir uns dann auch später noch was Leckeres zu essen suchen wollten.
Für uns beide ist es erstaunlich, wie schlecht das Internet in Bangkok ist. Wir waren ja schon in den hinterwäldlerischen Orten und zumeist lief das Internet da super. Überhaupt läuft in Asien das Internet- im Vergleich zu Südamerika- wesentlich besser.
Nach etwas suchen und nachdem wir durch eine enge, verwinkelte Gasse durchgeschlendert sind, werden wir in einem kleinen, lokalen indischen „Restaurant“ fündig.
Die aushängende Speisekarte ist lediglich auf Indisch und so kommt es uns seeeehr entgegen, dass wir „Töpfe gucken“ konnten :-)..
Aber- es blieb nicht nur beim Schauen, wir durften auch überall probieren. Aber- dies ist zu betonen, mit jeweils einem Löffel, in den wir ein bisschen geschöpft bekamen..In so einem Moment ist es SEHR praktisch, in einem Land OHNE eng ausgelegte Regeln zu sein :-)..
Nachdem sich jede etwas ausgesucht hat, gab es noch einen leckeren Lassi dazu. Positiv anzumerken an dieser Stelle ist allerdings, dass ich mich schon darauf freue, in Deutschland auch mal wieder Hähnchen zu essen. Darauf habe ich seit Dezember verzichtet, da Indonesien, Malaysia, sowie Südostasien die unangenehme Eigenschaft haben, DAS GANZE HUHN zu verwenden..Womit ich meine: das Huhn wird mit einem großen Hackbeil so lange klein gehackt, bis es einigermaßen in mundgerechten Stücke zerkleinert ist. ALLERDINGS kommt es samt Knochen in den Topf und später auf den Teller. Ist immer super, die Knochenstücke und -splitter IM ESSEN zu haben....
Danach war es wieder an der Zeit, Abschied zu nehmen und ich machte mich durch Gehupe und buntes Gewusel zurück zu meinem Hotel. Als ich mich kurz vor dem chinesischen Tor, noch einmal vergewissern wollte, dass ich mich in die richtige Richtung bewege, habe ich einfach einen nett aussehenden, älteren Mann angesprochen, der mir bestätigt hat, dass ich auf dem richtigen Weg bin :-).
Aber- kaum wollte ich loslaufen, hat er mir angeboten, dass er mich doch mitnehmen und bei der Eisenbahnstation absetzen kann. Gesagt-getan. Er erklärte noch schnell seiner Frau, warum ich zu ihnen ins Auto steige und schon hatte ich eine freie Autofahrt zurück :-).
In diesen Ländern ist es sehr praktisch, dass es eigentlich in allen Hotels die Möglichkeit gibt, bevor man startet noch mal unter die Dusche zu hüpfen, so dass man nicht verschwitzt in einen Nachtzug/-bus einsteigen muss. Daher kam auch ich noch mal in den Genuss einer Dusche, bevor ich mich auf den Weg zum Flughafen machen musste.
Das Internet hat bis zuletzt nicht wirklich funktioniert. Da ich dieses Mal direkt an der MRT-Station gewohnt habe, konnte ich direkt dort hinein. Und NORMALERWEISE muss man mit seinem Gepäck durch die Kontrolle. Aber als der Sicherheitsmann meinen dicken Rucksack gesehen hat, hatte er wohl keine Lust, nach dem Grund zu suchen, warum der Detektor gepiepst hat :-)..Da ich aus der MRT nach ein paar Stationen in den Skytrain umsteigen musste, suchte ich beim Aussteigen die Schilder nach lateinischen Buchstaben ab, um den Weg zum Skytrain zu finden. Und auch da kam wieder schnelle Hilfe: ein Thai fragte mich in gebrochenem Englisch, ob er mir helfen könnte und ohne lang zu fackeln nahm er mich dann einfach ins Schlepptau. Wartete an der Kasse, wartete um in den Zug zu steigen und sorgte schließlich auch dafür, dass ich mich noch in den recht vollen Zug samt meinem Rucksack hineinquetschen konnte.. Tja, selbst in Bangkok sind freundliche Leute zu finden :-)..
Erfolgreich belatscherte ich dann den guten Mann von British Airways, dass er mir das Gepäck bis Frankfurt durchcheckt, da ich in London weniger als 2 Stunden zum umsteigen hatte. Allerdings musste er sich ganz schön ins Zeug legen, da es sich um zwei Einzeltickets handelte und er zunächst auf den zweiten Flug keinen Zugriff hatte..
Aber- wie zumeist: Ende gut- alles gut! Letztendlich hat es dann doch geklappt und ich habe in London-Heathrow eine Rekord- Umsteigezeit von 65 Minuten hingelegt (Terminal 3 zu Terminal 5). Kann wirklich nur JEDEM empfehlen: wenn es Flüge ohne London-Heathrow gibt: nehmt den anderen Flug! Dieser Flughafen ist wirklich ätzend!
Dass ich in Europa angekommen ist, merkte ich sehr schnell- konnte ich bei 28 (!) Flügen in jedem Land meiner Weltreise, meine genormte Plastiktasche für die Flüssigkeiten nutzen, so MUSSTE man in London-Heathrow die Flüssigkeiten in Plastiktüten abpacken, die einem vom Flughafenpersonal in die Hand gedrückt wurden. Und zwar in NUR DIESE :-)!
Wie auch immer, ich war happy, dass ich meinen Anschlussflug bekommen habe und so setzte ich 25 Minuten vor der Zeit in Frankfurt auf..
Hmmm- jedenfalls rein optisch sieht noch alles noch aus wie vorher. Und auch die Bäume haben im Moment ein herrliches grün.
Timing war heute ALLES: als ich an das Gepäckband kam, fuhr auch schon mein Rucksack heran und als ich nach außen kam, wartete schon die Delegation Margit&Paul M., sowie Tanja B. auf mich, um mich in GOOD OLD GERMANY zu begrüßen!
Ein einjähriges Abenteuer, aus welchem ich für mich selbst eine sehr positive Resonanz ziehe, ist nun zu Ende gegangen. ABER eins ist jetzt schon sicher: HEUTE ist nicht ALLER TAGE: ich KOMM/GEHE wieder, KEINE FRAGE!!

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