Da das Wetter sich langsam einzuregnen schien, ist der
beste Platz für heute: der Minivan oder- als ich kurz nach 12 Uhr in
Kanchanaburi angekommen bin: wie kann man einen regnerischen Tag am
Besten nutzen: Genau! Zeit für´s Museum.
Ich besuchte das Thailand-Burma Eisenbahn Center (für nähere Infos- hier-klicken)
Kanchanaburi, ein ca. 67 000 Einwohnerstädtchen, ist
vor allem wegen seiner „Brücke am Kwai“ bekannt, welche die
Vorlage zu dem gleichnamigen Film darstellte. Auch sind die
Soldatenfriedhöfe hier nicht zu übersehen; was mich unwillkürlich
an die Soldatenfriedhöfe in Frankreich erinnert hat.
Vorgenanntes Museum beschäftigt sich mit „Der
Eisenbahn des Todes“. Im 2. Weltkrieg ließen oder eher gesagt
erzwangen die Japaner den Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Burma und
Thailand, der ihren Nachschub sichern sollte. Der Seeweg war zu
gefährlich. Über 400 km lang war die Strecke, die über 100 000
(Malayen, Burmesen, Briten, Javanesen, Australier, Hölländer,
Chinesen, Amerikaner, sowie Japaner und Koreaner) Menschen das Leben
kostete, die unter unmenschlichen Bedingungen einen unmöglichen
Zeitplan zu erfüllen hatten. Die an verschiedenen Standorten
errichteten Camps, wurden mit aisatischen Zwangsarbeitern oder
Kriegsgefangenen (hauptsächlich Australier, Briten und Holländer)
bestückt.
Die Menschen wurden gezwungen in Rekordzeit, eine
Eisenbahntrasse durch die Wildnis zu treiben..Aber- zu welchem Preis.
Bilder der 1945 befreiten Arbeiter zeigen nur Skelette. Viele starben
an Unter- und Mangelernährung, sowie Cholera, Ruhr, Malaria oder
bildeten tropische Geschwüre aus. Über die medizinische Versorgung,
brauche ich, glaube ich, kein Wort zu verlieren. Das wenige
medizinische Personal, dass eingesetzt wurde, hatte NICHTS in Händen,
außer ihre Fantasie, provisorische Hilfe zu leisten.
Das Museum ist sehr interessant gestaltet. Es reicht
von Schautafeln, über altes Filmmaterial, bis hin zu Originalbriefen
oder Utensilien der Gefangenen. Sehr aufschlussreich und fesselnd.
Und ich habe mich einmal mehr fragen müssen: zu was sind Menschen
alles fähig??
Als ich das Museum verlasse, geht gerade ergiebiger
Regenguss zu Ende, so dass ich mehr oder weniger trocken wieder im
Gästehaus (VN Gästehaus) ankomme.
Das gefällt mir ausgesprochen gut, da sich mein Zimmer
auf einem Floß befindet- mit Balkon und Blick direkt auf den Fluss.
Wenn ich auf meinem Balkon oder im Zimmer sitze, höre ich das leise
Plätschern des Flusses und das Fiepen der Vögel. Nur ein hin und
wieder vorbeiziehendes Discoboot stört die romantische Stimmung
etwas :-). Wobei diese Boote echt cool aussehen- wie schwimmende
Häuser...
Nun denn- heute Nacht kann ich mich von den sanften
Wellenbewegungen in den Schlaf schaukeln lassen :-)..
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