Da es sich ja schließlich um
Angkor Wat handelt, habe ich mich
entschlossen, mir heute einen Guide zu gönnen. Der- darf aber im
Gegensatz zu mir etwas länger schlafen, da ich ihn erst um 7 Uhr am
Eingang treffe, während ich mich bereits um 5 Uhr morgens im Tuk Tuk
auf dem Weg zu Angkor befinde.
Und heute Morgen werde ich nicht enttäuscht. Das Licht und
Farbenspiel ist fantastisch und wie in einem kitschigen Bollyood-
Film.
Verspätet baut neben mir die russische Fraktion ihr
Kameraequipment auf- das sehr, sehr teuer und „ausführlich“
ist..Tja, was soll ich dazu sagen: erst „zu spät“ kommen, dann
noch stundenlang Ausrüstung aufbauen und als das beste Licht bereits
verflossen war, sich dann wundern, warum die Bilder, trotz teurer
Ausrüstung nichts geworden sind..
Bis 7 Uhr habe ich noch Zeit, während der Tag langsam erwacht,
durch die Anlage zu streifen. Am meisten ins Auge fallen die 5
maiskolbenartien Türme. Angkor Wat wurde dem Hindugott Vishnu
gewidmet. Ob ein Tempel buddhistisch oder hinduistisch geweiht wurde,
kam immer auf die „aktuelle“ Laune des amtierenden Königs
an..Die Bauzeit soll angeblich fast 30 Jahre betragen haben. Zu
Lebzeiten des Königs wurde die Anlage für den Devaraja-Kult
genutzt; später diente sie als Mausoleum. Leider war heute einer der
4 Tage pro Monat, wo die 3. Etage für Besucher offiziell verboten
ist- als Ehrerbietung und Respekt vor den Hindu-Göttern.
Schließlich treffe ich meinen Guide um 7 Uhr und wir beginnen
unsere Tour mit
Angkor Thom. Hierbei soll die Stadtmauer hier bereits
mehr als 5 Meilen lang sein und hat insgesamt 5 Tore. Ein
Wassergraben umgibt die Stadt, über den man über Dämme zu den
Eingangstoren kommen kann. Jeder Damm wird auf der einen Seite von
Göttern (jeweils 54) und auf der anderen Seite von Dämonen aus
Stein bewacht, um Unheil von der Stadt abzuwenden. Auffallend bei den
Eingangstoren sind die vier Gesichter, die in alle Richtungen
schauen.
Innerhalb von Angkor Thom befindet sich der
Bayon, welcher im
12/13 Jhd. die Religionen des Landes zusammenführen und auch den
Islam mit einschließen sollte, der die Religion der gerade
unterworfenen Cham war. Ursprünglich geweiht wurde es als
buddhistischer Tempel, aber als der Hinduismus zur Staatsreligion
erhoben wurde, rissen fanatische Gläubige das Buddhabildnis des
zentralen Heiligtums nieder und stürzten es in den nahen Brunnen.
Von vorgenannten, bereits am Eingangstor erwähnten lächelnden
Gesichtern hat der Bayron mehr als 200 aufzubieten. An den Wänden
sind oftmals Reliefs mit Kriegsszenen zu erkennen; aufgrund der
vielen lächelnden Gesichter allerdings, heißt der Tempel auch
„freundlicher Tempel“!.
Nachdem wir zwei kleinere, recht beschädigte Tempel passiert
habe- nicht ohne mal wieder die Erfahrung von „ins Bild springenden
Asiaten“ zu machen, welche ohne Rücksicht auf Verluste
wahrscheinlich sogar einen Scheißhaufen mit sich vornedran
fotografieren würden, gelangen wir zur
Elefantenterrasse.
Interessant ist, dass sogar meinem Guide schon aufgefallen ist, wie
egoistisch sich Asiaten verhalten, wenn es darum geht, auf andere im
Tempel Rücksicht zu nehmen. Das ging gestern schon den ganzen Tag so
und setzt sich natürlich auch heute fort.
Auf der Elefantenterrasse thronte zu früheren Zeiten der König
und schaute seiner Garde beim Trainieren der Elefanten zu. Außerdem
befand sich hier der Palast von Jayavarman VII. Durch die Erhöhung
durch die Terrasse war es für die Mahouts auch einfacher, ihre
Elefanten zu besteigen. Vorbei an der Terrasse des Leprakönigs geht
es zum
Ta Keo.
Dieser Staatstempel von Jayavarman V wurde 975 begonnen, aber bis
zum heutigen Tag nicht vollendet. Der Legende nach, stellte man die
Bauarbeiten ein, nachdem ein Blitz in den Tempel eingeschlagen war
und man das als schlechtes Omen deutete. Für mich war dieser Tempel
recht unspektakulär, da er auch fast keine Ornamente enthielt.
Viel spannender hingegen war
Ta Prohm. Wer sich an die Szenen von
Tomb Raider erinnert, wird hier den einen oder anderen Flecken
wiedererkennen. Riesige, urtümliche Kapokbäume wachsen auf den
Mauern, Gebäuden und Terrassen und halten alles in festem Würgegriff
ihrer Wurzeln. Sie haben die Macht, riesige Steinblöcke auseinander
zu sprengen. Keiner der 39 Türme ist heil geblieben und zwischen den
kreuz und quer liegenden Gesteinsbrocken ist es schwierig sich einen
Weg zu bahnen. Der Tempel wurde um 1186 von Jayavarman VII errichtet
und enthielt ein buddhistisches Kloster und beherbergte einst eine
Statue in Form der Königinmutter. Hier musste ich dann mal meinem
Temperatment freien Lauf lassen und unter Schneidung übelster
Grimassen einem Asiaten direkt vors Gesicht springen, als er sich
fotografieren lassen wollte. Dieser nette Mensch war mir nämlich zum
2. Mal in Folge- mal wieder ohne Rücksicht auf Verluste- ins Bild
gerannt, nachdem ich brav gewartet hatte, bis ICH an der Reihe war,
um ein Bild vom Szenario zu machen. Nachdem er noch nicht mal auf
meine Ansprache reagiert hat, hat mein Temperament nichts anders
zugelassen, als Taten folgen zu lassen :-)..Danach ging´s mir besser
und ich konnte mich herrlich an dem saudummen Gesicht dieses Typen
erfreuen..Und selbst mein Guide hatte sehr schwer mit sich zu
kämpfen, um nicht laut loszulachen..:-)
Letzter Tempel vor dem Highlight war
Banteay Kdei. Für mich war
dieser Tempel jetzt auch nicht sonderlich speziell, da große Teile
des Tempels eingestürzt sind. Die „Zitadelle der Zellen“ wurde
Mitte des 10 Jhd. erbaut und später in ein Kloster verwandelt, was
es bis in die 1960iger Jahre blieb.
Gegenüber befindet sich das Königsbad
Srah Srang, welches, so
wie ich jedenfalls sehen konnte, HEUTE eher dafür verwendet wird,
die Kühe zu baden :-).
Gegen 12:30 Uhr betraten wir nun Angkor Wat. Wie ich ja schon
geschrieben habe, war leider an diesem speziellen Tag die 3. Etage
gesperrt. Zwar befinden sich im 1. Stock herrliche Reliefs und das
Bauwerk sieht von außen sehr imposant aus, aber um ehrlich zu sein:
ich hätte mir von Angkor Wat „mehr erwartet“. Ich kann jetzt für
mich selbst nicht sagen, dass es mich soooooo umgehauen hätte. Da
würden mir weit kraftvollere Orte einfallen.
So kam es, dass wir dann auch gegen 14:30 Uhr fertig waren und
zurück zum Hotel fuhren. Mr. Why Not (diesen Spitznamen haben im Gäste zu seinen als Tuk-Tuk Fahrer gegeben..) vom Angkor Hostel samt Familie
ist sooooo freundlich gewesen. Er hatte mir sogar angeboten, aufgrund
der Tatsache, dass ich sicher im Nachtbus nicht viel schlafen werde, ich mich gerne noch mal eine Stunde ins Bett legen dürfe und
außerdem könne ich auch jederzeit noch mal duschen. Wirklich total
lieb.
Übrigens würde ich allen Frauen mit größerer Oberweite BEIM
Besuch von Angkor raten, einen guten BH zu tragen. Die Straßen zu
und auf dem Gelände sind teilweise so schlecht, dass es einen fast
nicht im Sitz des Tuk Tuks hält :-).
Nachdem ich mir bei einem vertrauenserweckenden Restaurant mit der
Aufschrift „We serve no monkeys, cats, dogs, rats or worms..“ :-) noch was zu essen geholt und mit den Bildern (allein von heute
waren es fast 200) angefangen hatte, wurde ich um 19:30 Uhr für den
Nachtbus abgeholt.
Dieser ist ein echt seltsames Gebilde, bestehend von einer
Außenhaut als Bus und innen eine Reihe mit „Zweierliegesitzen“
und eine Reihe mit „Einerliegesitzen“. Auch auf die Gefahr hin,
dass ich mich wiederhole: 1,63 m ist eine WUNDERBARE Größe! Es
Tinche hätte hier auch ideale „Reisegröße“ gehabt :-). Das ist
wie mit den „Toilettenartikeln in Reisegröße“- so kann man sich
hier vorstellen, wie die „Größe“ der Reisenden kalkuliert wird
:-) oder kurzum: landestypisch :-). Mal wieder :-).
Siem Reap hat bei mir gemischte Gefühle hinterlassen. Ich kann
wirklich nicht sagen, dass es mich jetzt so umgehauen hätte..Diese
Mischung aus quietschbunter Neonbeleuchtung und massiv bettelnden
Kindern, inmitten „nichtssagender“ Straßen..Sicher nicht der schönste Ort in Kambodscha mit der schönsten Atmosphäre..
Also- ich glaube, Siem Reap hat überhaupt nur deswegen Besucher,
weil es eben der Ausgangspunkt zu Angkor oder eben in die Tonle Sap
Region ist..
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| Angkor Wat bei Sonnenaufgang |
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| für alle, die sich immer schon mal überlegt hatten: was kann ich so alles in einer Toilette machen und darf es nicht :-)?! Aber wie gesagt: es gibt Menschen, die BRAUCHEN diese Schilder! |
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| Götter- und Dämonenfiguren auf dem Damm Richtung Angkor Thom |
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| die "Guten" |
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| die "Bösen" |
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| wer Zeit, Laune und Kohle hat, kann sich von den armen Rüsseltieren übers Gelände kutschieren lassen.. |
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| im Bayon |
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| unwesentliche Unterschiede :-) |
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| ein kleiner Größenvergleich, um zu zeigen, wie "klein" die Wurzelchen sind:aufgenommen in Ta Prohm |
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| Ta Prohm |
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| Ta Prohm |
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| Ta Prohm |
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| Banteay Kdei |
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| umfunktioniertes Königsbad: Srah Srang- heute baden hier Kinder&Kühe :-) |
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| Angkor Wat |
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| Reliefs in Angkor Wat |
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| einer der Innenhöfe von Angkor Wat |
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