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Sonntag, 9. Dezember 2012

Wüstenlebensräume- Der Desert Park von Alice Springs-08.12.2012

Heute Morgen kann ich ausschlafen, was bedeutet, dass ich mich gegen 07:30 Uhr aus den Federn schwinge. Meine Kakerlake, die ich gestern Abend mit einem Glas eingefangen habe, sitzt noch brav in diesem. In Australien scheint es nicht selten zu sein, dass man diese possierlichen Tierchen im Haus hat. Ich habe nun schon mehrfach welche in „ganz normalen, sauberen“ Häusern gesehen. Das macht wohl einfach das Klima und ist nicht zu vermeiden..
Nach dem Frühstück bringt Peter mich zum Büro der Reiseagentur, mit der ich im roten Zentrum war. Nach 6 wöchiger, vergeblicher Suche in 4 verschiedenen Forums mit Anzeige, gebe ich es nun auf, einen Mitfahrer/eine Mitfahrerin für Darwin, Kakadu, Litchfield und Kathrine zu bekommen. Eine einzige hat sich gemeldet und dann schnellstens wieder aufgelegt, nachdem sie gehört hat, dass ich kein eigenes Auto besitze..Der Spaß allein für mich für rund 7 Tage würde sich auf ca. 950 € belaufen- und das noch ohne Nationalparkgebühr und Übernachtugns- bzw. Stellplatzkosten..Es gibt zwar auch günstigere Angebote, aber die sind so schlecht versichert, dass man im Schadensfall (z.B. Wildunfall,- was ja hier nicht sooo ungewöhnlich ist, mal locker 4000 € locker machen kann). Soviel dazu. Dann kommt nun auch dazu, dass in Darwin nun „Wetsaison“ ist und die meisten Touren und auch Autoverleiher einfach Anfang bis Mitte Dezember für einen Monat ihre Pforten schließen. Die meisten Touren finden gar nicht mehr statt und die Tour, in die ich mich für nächsten Dienstag jetzt noch eingebucht habe (3 Tage Litchfield/Kakadu- besser als gar nicht dort), läuft an diesem Datum das letzte Mal und dann erst wieder im Januar. Mit der Kathrine Gorge sieht es nicht viel besser aus: der Bus hin und zurück 200 AUD, dann von dort noch 25 AUD um überhaupt zur Gorge zu kommen. Wenn ich dann dort übernachten will: 62 AUD pro Nacht und wahrscheinlich auch noch mal Nationalparkgebühr. Also langer Rede kurzer Sinn: rund 350 AUD oder wenn ich in Kathrine selbst übernachte rund 280 AUD. Und dann habe ich noch nichts gegessen...Es wird zwar auch eine Tagestour von Darwin aus angeboten, die allerdings kostet für einen Tag schon 209 AUD und die Unterkunft in Darwin muss ja auch bezahlt werden. Außerdem bin ich mir nicht sicher, wie lange wir dann überhaupt Zeit dort verbringen- es sind schließlich einfach über 300 km. Alles in allem eine unbefriedigende Situation. Ich hätte es mir nicht so schwierig vorgestellt, hier ein Travelmate zu finden, wo so viele Leute hier unterwegs sind..Aber- es scheint so zu sein!
Jedenfalls, zurück zum Tagesablauf :-). Nachdem ich das erledigt hatte, habe ich mich wieder mit Peter getroffen, der in der Zeit „shoppen“ war und er hat mich zum Desert Park. Und ich kann nur sagen: WOW! Ich war total begeistert-somit hatte sich der teure Eintritt von 25 AUD wenigstens gelohnt, und habe den restlichen Tag darin verbracht.
Der Park besteht aus verschiedenen Aspekten: den Außenanlagen, verschiedenen Themenhäusern und „Themenunterständen“, aufgelockert durch große, gepflegte Gehege, zum Teil begehbar, in denen die Vogelwelt Australiens ihren Einzug gehalten hat und fast stündlich stattfindenden Aktivitäten: z.B. „Wüstenmenschen“, „Pflanzen der Wüste“, „Tiere der Wüste“,“Greifvogelschau“ etc.. So weiß ich nun wie Buschtomaten (Achtung, es gibt auch etliche Giftige- von daher so sollte ICH vielleicht auf das eigene Sammeln darauf verzichten :-) und Baumbananen schmecken, welche Jagdtechniken, die Aborigines verwendeten; ich habe Fabelgeschichten zu nachtaktiven Tieren gehört und sie mir ausgiebig im Nachthaus betrachten können- auch das seltene Mala- Känguru, dass nur noch an wenigen Plätzen und wenn ich es richtig verstanden habe, sogar nur noch in Gefangenschaft existiert, da es durch eingeschleppten Füchse und Wildkatzen nahezu ausgerottet wurde), weiß nun, wie man hier Feuer macht :-) und vieles mehr..
Hinzu kommt ein Audioführer, mit welchem man sich an über 30 Punkten Informatives zu den jeweiligen Gegebenheiten anhören kann. In einem Satz: genau mein Ding :-)! Es hat mich auch nicht gestört, dass es den ganzen Tag über angenehme 42 °C war. Im Park gab es immer wieder die Möglichkeit, seine Wasserflasche aufzufüllen- was ich natürlich auch redlich genutzt habe, so dass ich mir schätzungsweise über 5 Liter Wasser über den Tag einverleibt habe: Omilein: hieran, solltest Du Dir mal ein Beispiel nehmen :-)!
Trotz der unterschiedliche Bepflanzung: „Thema: Wüstenflüsse: mit einer Menge an Eukalyptusbäumen, ausgetrockneten Flussbetten oder die Sandebene mit Salzpfanne und letztendlich das „Baumland“- wobei es sich mehr um buschartige Bäume handelt, wo natürlich auch das obligatorische rote Känguru, dass dazwischen herumhopst nicht fehlen darf :-)..Auch habe ich nun zum ersten Mal seit ich hier bin, Zebrafinken in freier Natur gesehen. Diese hübschen, possierlichen Vögel sind immer dort zu finden, wo es auch permanente Wasserstellen gibt. Dies war wirklich ein sehr schöner und informativer Tag..Wenn ich mir hier so meine Tage betrachte, dann kann ich jedenfalls nicht behaupten- wie so viele- dass Alice Springs und Umgebung nichts zu bieten hat. Gegen Abend war ich dann wieder zuhause und habe mich gleich an die Kochtöpfe geschwungen, denn heute war ich mit Kochen dran. Bis ich fertig war mit essen, abspülen und duschen, war es schon wieder 21:30 Uhr. Kaum zu glauben, wo hier immer die Zeit bleibt..
Ein mehr oder weniger „unangenehmes“ Thema bleibt es hier hintenanzuhängen: der Großteil der Aborigines in den Städten. Alice Springs ist u.a. auch für seinen hohen Anteil an Aborines bekannt, so dass man auch sehr oft auf Aborigines trifft, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Das läuft dann meistens so ab, dass beide Seiten sich „nicht sehen“. Auch wenn man versucht, Blickkontakt aufzunehmen, so wird dieser nicht erwidert. Ohne hier jemanden beleidigen oder diskriminieren zu wollen, riecht ein Großteil sehr unangenehm- ich würde sogar soweit gehen zu sagen: stinkt erbärmlich. Im Supermarkt konnte ich mich fast nicht auf 4 m Entfernung nähern ohne den penetranten Geruch in der Nase ist haben. Ich fühle mich wirklich schlecht damit, das so hart formulieren zu müssen- aber, so ist es nun mal. Verständlich wird das Ganze natürlich durch die Kultur der Menschen: Wasser war zum Trinken da und nicht zum Waschen. Allein an diesem kleinen Beispiel wird deutlich, wie zwischen den Welten, wie verloren hier viele der Ureinwohner sind. Sie gehören weder zu den „Weißen“ oder haben deren Lebensweise adaptiert, noch leben sie, wie sie in der Vergangenheit gelebt haben- im Einklang mit und von der Natur. Stattdessen stecken sie in westlicher Kleidung, lungern in Parks herum; Alkoholismus ist ein weit verbreitetes Problem. Es ist wie ein sich immer wiederholender Kreislauf: dadurch dass immer noch ein Großteil einfach verloren zwischen den Welten steckt, geben sie auch genau das, an ihre Kinder weiter..
Ein schwieriges Thema zu dem auch ich, wie alle, keine Lösung parat habe. Es ist einfach sehr viel schief gelaufen in der Vergangenheit und ich denke, es wird noch viele Jahre dauern, bis das Verhältnis zu den weißen Australiern und auch die Lebensweise der Aborigines eingependelt haben wird..
die besagten Zebrafinken (außerhalb vom Gehege)..

Eisvogel

schwarze Kakadus

den habe ich in der Mossman Gorge draußen gesehen

außerhalb vom Gehege..

Salzpfanne im "Sangebiet"

Baumkokosnuss

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