Heute Morgen kann ich ausschlafen, was
bedeutet, dass ich mich gegen 07:30 Uhr aus den Federn schwinge.
Meine Kakerlake, die ich gestern Abend mit einem Glas eingefangen
habe, sitzt noch brav in diesem. In Australien scheint es nicht
selten zu sein, dass man diese possierlichen Tierchen im Haus hat.
Ich habe nun schon mehrfach welche in „ganz normalen, sauberen“
Häusern gesehen. Das macht wohl einfach das Klima und ist nicht zu
vermeiden..
Nach dem Frühstück bringt Peter mich
zum Büro der Reiseagentur, mit der ich im roten Zentrum war. Nach 6
wöchiger, vergeblicher Suche in 4 verschiedenen Forums mit Anzeige,
gebe ich es nun auf, einen Mitfahrer/eine Mitfahrerin für Darwin,
Kakadu, Litchfield und Kathrine zu bekommen. Eine einzige hat sich
gemeldet und dann schnellstens wieder aufgelegt, nachdem sie gehört
hat, dass ich kein eigenes Auto besitze..Der Spaß allein für mich
für rund 7 Tage würde sich auf ca. 950 € belaufen- und das noch
ohne Nationalparkgebühr und Übernachtugns- bzw.
Stellplatzkosten..Es gibt zwar auch günstigere Angebote, aber die
sind so schlecht versichert, dass man im Schadensfall (z.B.
Wildunfall,- was ja hier nicht sooo ungewöhnlich ist, mal locker
4000 € locker machen kann). Soviel dazu. Dann kommt nun auch dazu,
dass in Darwin nun „Wetsaison“ ist und die meisten Touren und
auch Autoverleiher einfach Anfang bis Mitte Dezember für einen Monat
ihre Pforten schließen. Die meisten Touren finden gar nicht mehr
statt und die Tour, in die ich mich für nächsten Dienstag jetzt
noch eingebucht habe (3 Tage Litchfield/Kakadu- besser als gar nicht
dort), läuft an diesem Datum das letzte Mal und dann erst wieder im
Januar. Mit der Kathrine Gorge sieht es nicht viel besser aus: der
Bus hin und zurück 200 AUD, dann von dort noch 25 AUD um überhaupt
zur Gorge zu kommen. Wenn ich dann dort übernachten will: 62 AUD pro
Nacht und wahrscheinlich auch noch mal Nationalparkgebühr. Also
langer Rede kurzer Sinn: rund 350 AUD oder wenn ich in Kathrine
selbst übernachte rund 280 AUD. Und dann habe ich noch nichts
gegessen...Es wird zwar auch eine Tagestour von Darwin aus angeboten,
die allerdings kostet für einen Tag schon 209 AUD und die Unterkunft
in Darwin muss ja auch bezahlt werden. Außerdem bin ich mir nicht
sicher, wie lange wir dann überhaupt Zeit dort verbringen- es sind
schließlich einfach über 300 km. Alles in allem eine
unbefriedigende Situation. Ich hätte es mir nicht so schwierig
vorgestellt, hier ein Travelmate zu finden, wo so viele Leute hier
unterwegs sind..Aber- es scheint so zu sein!
Jedenfalls, zurück zum Tagesablauf
:-). Nachdem ich das erledigt hatte, habe ich mich wieder mit Peter
getroffen, der in der Zeit „shoppen“ war und er hat mich zum
Desert Park. Und ich kann nur sagen: WOW! Ich war total
begeistert-somit hatte sich der teure Eintritt von 25 AUD wenigstens
gelohnt, und habe den restlichen Tag darin verbracht.
Der Park besteht aus verschiedenen
Aspekten: den Außenanlagen, verschiedenen Themenhäusern und
„Themenunterständen“, aufgelockert durch große, gepflegte
Gehege, zum Teil begehbar, in denen die Vogelwelt Australiens ihren
Einzug gehalten hat und fast stündlich stattfindenden Aktivitäten:
z.B. „Wüstenmenschen“, „Pflanzen der Wüste“, „Tiere der
Wüste“,“Greifvogelschau“ etc.. So weiß ich nun wie
Buschtomaten (Achtung, es gibt auch etliche Giftige- von daher so
sollte ICH vielleicht auf das eigene Sammeln darauf verzichten :-)
und Baumbananen schmecken, welche Jagdtechniken, die Aborigines
verwendeten; ich habe Fabelgeschichten zu nachtaktiven Tieren gehört
und sie mir ausgiebig im Nachthaus betrachten können- auch das
seltene Mala- Känguru, dass nur noch an wenigen Plätzen und wenn
ich es richtig verstanden habe, sogar nur noch in Gefangenschaft
existiert, da es durch eingeschleppten Füchse und Wildkatzen nahezu
ausgerottet wurde), weiß nun, wie man hier Feuer macht :-) und
vieles mehr..
Hinzu kommt ein Audioführer, mit
welchem man sich an über 30 Punkten Informatives zu den jeweiligen
Gegebenheiten anhören kann. In einem Satz: genau mein Ding :-)! Es
hat mich auch nicht gestört, dass es den ganzen Tag über angenehme
42 °C war. Im Park gab es immer wieder die Möglichkeit, seine
Wasserflasche aufzufüllen- was ich natürlich auch redlich genutzt
habe, so dass ich mir schätzungsweise über 5 Liter Wasser über den
Tag einverleibt habe: Omilein: hieran, solltest Du Dir mal ein
Beispiel nehmen :-)!
Trotz der unterschiedliche Bepflanzung:
„Thema: Wüstenflüsse: mit einer Menge an Eukalyptusbäumen,
ausgetrockneten Flussbetten oder die Sandebene mit Salzpfanne und
letztendlich das „Baumland“- wobei es sich mehr um buschartige
Bäume handelt, wo natürlich auch das obligatorische rote Känguru,
dass dazwischen herumhopst nicht fehlen darf :-)..Auch habe ich nun
zum ersten Mal seit ich hier bin, Zebrafinken in freier Natur
gesehen. Diese hübschen, possierlichen Vögel sind immer dort zu
finden, wo es auch permanente Wasserstellen gibt. Dies war wirklich
ein sehr schöner und informativer Tag..Wenn ich mir hier so meine
Tage betrachte, dann kann ich jedenfalls nicht behaupten- wie so
viele- dass Alice Springs und Umgebung nichts zu bieten hat. Gegen
Abend war ich dann wieder zuhause und habe mich gleich an die
Kochtöpfe geschwungen, denn heute war ich mit Kochen dran. Bis ich
fertig war mit essen, abspülen und duschen, war es schon wieder
21:30 Uhr. Kaum zu glauben, wo hier immer die Zeit bleibt..
Ein mehr oder weniger „unangenehmes“
Thema bleibt es hier hintenanzuhängen: der Großteil der Aborigines
in den Städten. Alice Springs ist u.a. auch für seinen hohen Anteil
an Aborines bekannt, so dass man auch sehr oft auf Aborigines trifft,
wenn man in der Stadt unterwegs ist. Das läuft dann meistens so ab,
dass beide Seiten sich „nicht sehen“. Auch wenn man versucht,
Blickkontakt aufzunehmen, so wird dieser nicht erwidert. Ohne hier
jemanden beleidigen oder diskriminieren zu wollen, riecht ein
Großteil sehr unangenehm- ich würde sogar soweit gehen zu sagen:
stinkt erbärmlich. Im Supermarkt konnte ich mich fast nicht auf 4 m
Entfernung nähern ohne den penetranten Geruch in der Nase ist haben.
Ich fühle mich wirklich schlecht damit, das so hart formulieren zu
müssen- aber, so ist es nun mal. Verständlich wird das Ganze
natürlich durch die Kultur der Menschen: Wasser war zum Trinken da
und nicht zum Waschen. Allein an diesem kleinen Beispiel wird
deutlich, wie zwischen den Welten, wie verloren hier viele der
Ureinwohner sind. Sie gehören weder zu den „Weißen“ oder haben
deren Lebensweise adaptiert, noch leben sie, wie sie in der
Vergangenheit gelebt haben- im Einklang mit und von der Natur.
Stattdessen stecken sie in westlicher Kleidung, lungern in Parks
herum; Alkoholismus ist ein weit verbreitetes Problem. Es ist wie ein
sich immer wiederholender Kreislauf: dadurch dass immer noch ein
Großteil einfach verloren zwischen den Welten steckt, geben sie auch
genau das, an ihre Kinder weiter..
Ein schwieriges Thema zu dem auch ich,
wie alle, keine Lösung parat habe. Es ist einfach sehr viel schief
gelaufen in der Vergangenheit und ich denke, es wird noch viele Jahre
dauern, bis das Verhältnis zu den weißen Australiern und auch die
Lebensweise der Aborigines eingependelt haben wird..
| die besagten Zebrafinken (außerhalb vom Gehege).. |
| Eisvogel |
| schwarze Kakadus |
| den habe ich in der Mossman Gorge draußen gesehen |
| außerhalb vom Gehege.. |
| Salzpfanne im "Sangebiet" |
| Baumkokosnuss |
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