Nachdem mir E-plus eine SMS geschickt
hat, was mich hier das Telefonieren kosten würde, habe ich mich
entschlossen, auch für Indonesien eine SIM-Karte zu kaufen. Bis zum
15.02.2013 bin ich nun daher erreichbar unter: +6285792504788. Laut
meinem Reiseführer ist es wohl auch noch relativ günstig mit
Vorwählen dieser Nummer: 01054 auf meinen Handy anzurufen. Angaben
natürlich ohne Gewähr, da der Reiseführer zwar von 2012, aber die
Billignummern ändern sich ja auch immer sehr schnell
Yoyo war so lieb, und hat mich heute
Morgen mit dem Moped ans Museum gefahren und mir auch den Markt
gezeigt, in dem ich mich später ins Getümmel werfen werde, um einen
Sarong zu erwerben. Ohne diesen ist es kaum möglich, einen Tempel zu
besuchen oder man sieht eben nur einen Teil davon..
Aber zunächst war das Bali Museum
angesagt, das wohl an dem Platz steht, wo der alte Königspalast
gestanden hat, bzw. manche Teile sind auch noch heute vorhanden
davon. Die Darstellung in dem Museum ist sehr vielfältig und ich bin
im nach hinein sehr zufrieden, dass ich mich auf „eine geführte
Tour“ eingelassen habe. Nachdem wir uns auf 40 % des ursprünglichen
Preises (und ich denke, da hat Putu immer noch ein gutes Geschäft
gemacht) geeinigt haben, führt er mich für 2 Stunden durch das
Museum und beantwortet geduldig und ausführlich all meine Fragen.
Ach ist das herrlich nicht mit einem Englisch- Muttersprachler zu
reden. Das versteht man im Gegensatz zu Vorgenannten nämlich
wesentlich besser :-)..
Anhand der Ausstellungsstücke im
Museum und der Tempelteile, erzählt mir Putu über den
Krieg mit Holland, welches Anfang des
20igsten Jahrhunderts Bali „kolonisiert“ hat, über den dadurch
ausgelösten Selbstmord des Königspaares, das daran geglaubt hat,
dass es durch den eigenen Selbstmord, „die Seele“ der Christen
auch töten kann. Weiterhin erklärt er mir, dass Jungen, wie Mädchen
mit 17 Jahren zu einer Zeremonie in den Tempel müssen. Dabei werden
6 Ihrer Zähne angefeilt. Diese Zähne stehen für sechs negative
Eigenschaften (z.B. Neid, Eifersucht, etc.). Nach dieser Zeremonie
ist es den jungen Erwachsenen erlaubt, zu heiraten, da sie durch
diese Zeremonie in der Lage sind, diese negativen Eigenschaften zu
kontrollieren. Eine weitere Zeremonie ist die Reinigung des Hauses
von negativer Energie, bevor man in ein neues Haus einzieht. Danach
sollte jedes halbe Jahr eine Zeremonie zur Reinigung der Energie im
Haus durchgeführt werden. Dies ist allerdings nicht alle 6 Monate,
sondern früher, da der balinesische Kalender nur 210 Tage hat. Am
Tag des balinesischen Neujahrs, steht das Leben für die gläubigen
Hinduisten quasi still. Es wird nicht gegessen, keine Musik, man
verbringt den Tag im Haus. Laut Putu ist es, als würde Bali reell an
diesem Tag „sterben“.
Auch zum Thema „Sterben“ und
Beerdigung gab es Einiges zu berichten. So ist die Beerdigung eine
sehr teuere Angelegenheit, da der Leichnam zuerst auf einer Bahre in
einer Prozession zur Verbrennungsstätte getragen wird. Dabei
bestimmt die Kaste, wie viele Holzsprossen verbaut werden. Der
Leichnam selbst, wird dann von dieser Bahre in eine hölzerne Kuh,
welche man oben durch einen Deckel öffnen kann (wie ein Sarg in
Kuhform) gelegt und dann samt Kuh verbrannt. Die Asche wird im Meer
oder am Fluss verstreut.
Für die untere Kaste, die sich eine
solche Beerdigung nicht jedes Mal leisten kann, läuft es
folgendermaßen ab. Zunächst werden die Leichen „aufbewahrt“.
Alle 10 Jahre findet dann eine Massenverbrennung statt. Zwar sind
dann meist nur noch die Knochen übrig, aber dennoch ist mit dieser
Verbrennungszeremonie die Seele frei für die Wiedergeburt.
Kinder dürfen erst nach 6 Monaten,
nachdem sie eine spezielle Zeremonie durch einen Priester erhalten
haben, den Boden berühren. Auch, darf bis zu dieser Zeremonie das
Kind nur durch die eigene Familie gesehen werden, um es „vor dem
bösen Blick“ zu schützen..
Das ganze Leben im Hinduismus ist
bestimmt durch den „Kampf“ zwischen Gut und Böse und dem Finden
des Ausgleichs- Ying und Yang- zwischen beiden. Daher auch die
ausgewogene Verehrung für Götter UND Dämonen. Die Opferschälchen
z.B. sind, wie ich gestern schon mal geschrieben habe, mit Reis,
Zuckerrohr-Blättern und Blumen gefüllt (u.a.). Dabei ist die
Nahrung am Boden und die Blumen obenauf. Die Blumen werden den
Göttern geopfert- der Reis am Boden ist für die Dämonen..
Es gibt die Schöpfergottheit, den
Beschützergott und den Zerstörergott, wobei grundsätzlich aber an
einen Gott, der eben in verschiedenen Gestalten auftritt geglaubt
wird.
Bei traditionellen Tänzen werden in
der Kleidung oft die Farben schwarz und weiss getragen. Auch dies
wieder ein Zeichen für den ewig währenden Kampf zwischen Gut und
Böse..
Interessant fand ich auch die Info,
dass eine Frau durch Heiraten zwischen den verschiedenen Kasten
aufsteigen kann- dies allerdings nur durch Reincarnation, d.h. sie
kann nach ihrem Ableben in der höheren Kaste wiedergeboren werden.
Wie man an vorangegangenem Beispiel sieht, ist es möglich, in
unterschiedlichen Kasten zu heiraten, was allerdings selbst heute
manchmal problematisch ist.
Nach den Holländern kamen die Japaner,
was die buddhistischen Elemente hier im Glauben hervorgerufen hat.
Auch hier im Tempel finden sich vereinzelt buddhistische Statuen.
Der Hinduismus selbst kam ganz zu
Beginn aus Indien- daher wird von den Hinduisten auch Sanskrit als
eigentliche Sprache verwandt. Früher schrieb man mit einer Art
Steinmeisel auf Palmblätter und imprägnierte sie mit Palmöl.
Insgesamt war es wirklich ein sehr interessanter Ausflug durch die
balinesische Geschichte..
Im Anschluss hatte ich erst einmal
Hunger und machte mich auf den Weg zum Markt, wo es sicherlich auch
etwas zu Essen gibt..Dort dauerte es natürlich nicht lange und ich
hatte eine Verfolgerin an meinen Fersen kleben, die es sich, nachdem
ich sie nicht abschütteln konnte, nicht nehmen lassen wollte, mir
einen Platz zum Essen zu zeigen. Nachdem ich mich entschieden hatte,
was ich will, war die Frau hinter der Theke verschwunden. Gefunden
habe ich sie dann auf dem Gebetsteppich :-)..Wie ihr Euch schon
denken könnt, bin ich an einen moslemischen Warung geraten..Das
Essen war aber lecker und zu dem Essen habe ich einen „es jeruk
sedikit gula“ getrunken- das ist sowas wie eine ausgepresste
Mandarine mit Eis und für mich mit wenig Zucker, denn auch hier wird
gerne super süss getrunken. An diesem Warung habe ich auch Erni und
ihre Freundin kennengelernt, mit denen ich mich nett unterhalten habe
und die mich sogleich zu sich nach hause eingeladen hat. Wir haben
dann mal Telefonnummern ausgetauscht. Mal schauen, wenn es sich
ergibt und ich wieder in der Gegend bin und Zeit habe- warum nicht.
Meine Verfolgerin saß brav ein paar Meter weiter und hat sehnlichst
darauf gewartet, dass ich fertig werde. Nachdem ich 15 000 IRA
gezahlt habe (das Essen hier ist wirklich sagenhaft günstig), ging
es dann zu Teil 2: ich kaufe einen Sarong. Es hat mir ja vorher schon
etwas davor gegraut, da ich im Prinzip nicht gerne handele und auch
nicht gerne bedrängt werde und für Beides ist ein Markt hier DER
OPTIMALE PLATZ! Wie dem auch sei, nach weiteren 20 Minuten ist diese
Frau mir so auf die Nerven gegangen, dass ich sie einfach stehen
gelassen habe. Sie hat mich dann samt Freundin- die mri den Sarong
verkaufen wollte, durch den ganzen Markt verfolgt. Nachdem ich ihr 3
Mal gesagt habe, dass ich nun allein gehen will und sie das nicht
akzeptieren wollte, habe ich, nach Vorankündigung beim letzten Mal,
diesen Markt verlassen. Da konnte sie mir auch bis auf die Straße
nachlaufen und mir „Tipp, Tipp“ nachbrüllen. DAS, hat mich dann
auch nicht mehr interessiert. Ich mache keine leeren Versprechungen
;-)..
Wie zumeist im Leben zahlt Geduld sich
aus und letztendlich bin ich dann mit einem Sarong nachhause, den ich
nach zähen Verhandlungen ( 1.Preis 350 000 IRA) für 90 000 IRA mit
nach hause genommen habe. Und auch hier denke ich, die Mädels haben
kein so schlechtes Geschäft gemacht und auch für mich war es in
Ordnung. Ich habe mich dann noch etwas über das Marktgeschehen
treiben lassen. Hier bin ich immer wieder fasziniert über die Frauen
und die riesigen, schweren Lasten auf ihrem Kopf. Es gab alles zu
kaufen, von der lebenden Ente, über Gemüse, Obst, Kleidung, und und
und.
Yoyo hat mich dann samt Felix wieder
mit dem Moped abgeholt und dann ging es wieder zurück ins Home sweet
home :-). Nicole&Yoyo sind wirklich sehr gastfreundlich und ich
fühle mich sehr Und nu bin ich schon wieder seit gefühlten
Ewigkeiten mit Blogschreiben beschäftigt..Für heute fällt jetzt
mal die Klappe..Gut´s Nächtle nach Deutschland..
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| Überblick über das Bali-Museum in Denpasar |
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| Eingangstür mit Dämonenschutzwall |








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