Leah (eine der Mitbewohnerinnen) ist so
süss, mir anzubieten, dass sie mich morgens um 06.15 Uhr an meinen
Abholpunkt fährt. Von dort werde zwei weitere Mädels und ich dann
von Barney abgeholt. Ziel des ersten Tages ist den
Kakadu-Nationalpark, wo wir auch auf einem permanenten Campingplatz
übernachten. Die Jim Jim Wasserfälle sind bereits seit Anfang
November gesperrt, so dass natürlich auch das Programm an die
„Regenzeit“, die im Januar/Februar ihren Höhepunkt erreicht
angepasst werden muss.
Der Kakadu Nationalpark wurde übrigens
zum UNESCO-Welterbe erklärt und ist mit 20.000 qkm der größte
Nationalpark Australiens. Kakadu ist größtenteils Arnhem- Land, so
nennt sich die Aborigines-Gruppierung hier. In ganz Australien gab es
ursprünglich über 250 verschiedene Stämme. Leider wurden auch hier
„Bodenschätze“ gefunden, nämlich Uran, welches hier auch
abgebaut wird. Den Konflikt zwischen Naturschutz und Profit muss ich
hier, denke ich, nicht näher ausführen. Der Park bietet eine
überaus abwechslungsreiche Fauna und Flora, wobei gerade die Fauna
natürlich schwierig zu beobachten ist- einerseits aufgrund der Hitze
und zweitens aufgrund der vielen Versteckmöglichkeiten, die die
Landschaft bietet..Hinzu kommen Wasserfälle, Schluchten, Kaskaden
und Wasserlöcher, die z.T. zum Schwimmen geeignet sind. Hier sollte
peinlichst genau auf die Schilder geachtet werden, wo Schwimmen
möglich ist, denn ansonsten teilt man sich nur einmal den Wasserpool
mit einem Saltie :-) oder auch Leistenkrokodil. Unsere erste Station
für den Morgen ist das Corroboree Billabong, wo wir eine 1 ½
stündige Flussfahrt machen, um uns die hier lebenden
Salzwasserkrokodile und auch die sonstigen hier lebenden Tiere und
Pflanzen aus der Nähe anzusehen. So sehen wir neben
Salzwasserkrokodilen, auch badende Wasserbüffel, Eisvögel, Adler,
Schlangenhalsvögel, Kormorane, Kraniche, Gänse, Ibisse und eine
Reihe anderer vorbeischwirrender Vögel. Interessant war auch die
Verwendung der Lotuslilien durch die Aborigines. Die Blätter der
Lilie können als Kelch verwendet werden, da die Oberfläche
wasserabweisend und wasserundurchlässig ist. Außerdem befindet sich
innerhalb des Stiels ein Material, das Baumwolle sehr ähnelt und das
gedreht, wie eine Schnur oder eine dünnes Seil verwendet werden
kann. Die Samen der Früchte sind ein netter Snack für
zwischendurch. Von der Form erinnern sie an eine Erdnuss und haben
auch einen leicht nussigen Geschmack. Allerdings viel frischer und
knackiger..
Während wir in Kakadu unterwegs sind,
kreuzen wir immer wieder den „South Alligator River“, der laut
Barney, der einzige Fluss ist, der in einem Nationalpark entspringt
und dort auch endet. Nach einer kurzen Mittagspause geht es weiter zu
Nawlandji, wo auf einem 1,5 km langen Rundweg schöne und noch gut
erhaltene Felsmalereien besichtigt werden können. Hier konnte Barney
uns auch Wildbienen zeigen, die ersten sehr klein waren und zweitens
nicht stechen können..Weiter ging es zur Barramundi Gorge zu einem
Wasserpool, in dem wir uns erfrischen konnten (Aboriginal Wort
„Maguk“). Darüber war jeder sehr froh, denn aufgrund des hier
herrschenden tropisch-schwülen Klimas, waren wir alle auch schön
durchgeweicht. Hinzu kommen diese hartnäckigen Fliegen (hatte schon
mal kurz in Sydney darüber berichtet). Diese Fliegen sind typisch
für die Region hier und immer vorhanden- einmal mehr und etwas
weniger vorhanden, aber IMMER da und anscheinend nur auf der Welt,
für einem auf die Nerven zu gehen :-). Sie sind so hartnäckig, dass
man sie nur loswird, indem man sie totschlägt- was allerdings bei
der Menge ein aussichtsloses Unterfangen ist. Auf der Suche nach
Flüssigkeit lassen sie sich durch nichts abhalten und erklimmen
hartnäckig und ausdauernd allen Widrigkeiten zum Trotz alles, was
ev. Flüssigkeit ausscheiden könnte. Kann man sie an den Armen,
Beinen oder anderen Körperteilen noch ignorieren, so ist das im
Gesicht auf Dauer nicht möglich, da sie einem nicht nur über´s
Gesicht krabbeln, sondern bevorzugt in den Augen- und Mundwinkeln,
Ohren und der Nase nach Flüssigkeit suchen. Anblasen stört sich gar
nicht, so dass man entweder ein komplettes Fliegenetz tragen muss
oder permanent am Wedeln mit der Hand ist. Ich sag nur: denkt an die
Kinder in Afrika, die das Gesicht voll von diesen Fliegen sitzen
haben—so ungefähr sah es bei uns auch aus, nur dass bei uns die
Lethargie gefehlt hat, die kleinen Biester an Ort und Stelle sitzen
zu lassen.
Am frühen Abend kamen wir dann an
unserem Campingplatz am Mary River Roadhouse an, wo wir unser
Nachtlager in Kontainern, die aber Gott sei Dank Klimaanlage hatten,
aufschlugen. Heute Abend wurde gegrillt und wir hatten die
Möglichkeit Känguru und Krokodil zu probieren. Zu Krokodil lässt
sich sagen, dass es mich an zu lang gebratenen Truthahn erinnert.
Känguru hatte überraschend wenig Wildgeschmack, war aber auch etwas
zäh. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich gehört habe, dass es
sehr schwierig ist, Känguru „auf den Punkt zu braten.“ Am Abend
gab es dann noch ein Heer voller schöner Blitze zu sehen- allerdings
ohne Niederschläge..
Am nächsten Morgen brachen wir gegen 8
Uhr auf, um die Moline Felslöcher zu besuchen. Vorteil dieser
Reisezeit ist, dass wir sie für uns allein hatten. Nachteil ist,
dass Einiges geschlossen ist und z.B. bei den Jim Jim Falls eine
schöne Wanderung gemacht werden kann. Dieser Tag war nämlich sehr
entspannt- wir hatten mehrfach die Möglichkeit schwimmen zu gehen
(Moline) und später in den Gunlom Falls, für die man ein spezielles
Permit braucht. Aber dennoch war es uns allen etwas zu wenig
Aktivität. Übrigens könnte ich wahrscheinlich sagen, dass mir
Australien als das Land der Ameisen erscheint. Ich habe selten so
viele verschiedene Ameisenarten und in ständiger Präsenz gesehen.
Eigentlich überall muss man aufpassen, nicht mitten in einer
Ameisenstraße zu stehen..Auch ist der Geruch, den die verschiedenen
Eukalypten ausströmen zumeist sehr intensiv. Allein durch den Geruch
fühlt es sich an, als ob man ein Eukalyptusbonbon im Mund hätte
oder wenn man die Augen schließt, dann kann man sich gut vorstellen,
dass man mit dem Kopf über einem Kessel mit heißem Wasser und
Eukalyptusöl hängt und inhaliert. Dieses Gefühl im Gesicht kommt
den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit hier seeeehr nahe..
Heute Abend werden wir zuerst mit einem
schönen Sonnenuntergang und später mit einem herrlichen
Sternenhimmel verwöhnt. In der Dunkelheit sehe ich eine Aga-Kröte
vorbeihüpfen- ein ungern gesehener Bewohner in Australien.
Ursprünglich wurden die Kröten aus ihrer ursprünglichen Heimat
Südamerika eingeführt, um den Zuckerrohr- Käfer zu bekämpfen.
Problem nun- vergleichbar mit dem „Hasenproblem“ (ein Grund,
warum versucht wird den Osterhasen abzuschaffen und den Osterbilbao
bei Kids bekannter zu machen)- die Kröten vermehren sich dank
fehlender, natürlicher Feinde ungehindert und verdrängen oder auch
töten die einheimische Tierwelt. Sie sondern ein hochgiftiges Sekret
ab, dem sogar schon Krokodile zum Opfer gefallen sind. Lieber gesehen
ist dann doch der Green Tree Frog, den ich bereits in Daintree schon
fotografiert habe und der hier auf dem Campingplatz Dauergast im
Damenklo..Sicher- hier ist ja auch permanentes Wasser :-)..
Dazu führt Barney uns auf einem
Didgeridoo in Rohformat die Atemtechnik vor.
Am nächsten Morgen geht es weiter zum
Litchfield-Nationalpark, der sich ca. 100 km südlich von Darwin
befindet. Hier besuchen wir die Wangi und Tolmer Falls (welche nur
von einer Plattform beobachtet werden können, da in der direkt
angrenzenden Schlucht eine seltene Fledermausart zu hause ist, sowie
die Florence Falls. Bei den Wangi-Falls haben wir endlich die
Möglichkeit, uns auf einem Rundweg zumindest für eine knappe Stunde
ein bisschen zu bewegen, bevor es hinterher ins erfrischende Nass
geht. Zur Hochzeit der Regenzeit sind selbst diese gesperrt, da durch
die Zuflüsse Salzwasserkrokodile den Pool in Besitz nehmen..Auch
besteht in Litchfield die Möglichkeit große Termitenhügel (hier:
grasfressend-Magnetic Termite Mounds) zu sehen. Es handelt sich dabei
um Kompasstermiten, die ihre Bauten streng nach der Sonnenstrahlung
in Nord-Süd-Richtung ausrichten.
Auf dem Rückweg machen wir einen
kurzen Stopp in Adelaide River, dass im 2.Weltkrieg durch die
Bombenangriffe der Japaner schwer zugerichtet wurde. Allerdings
erlangte Adelaide River erneut Berühmtheit, da hier Teile von
Crocodile Dundee gedreht wurden und auch der Büffel „Charlie“
von hier stammte. Charlie ist auch heute noch in seiner ganzen Pracht
hier ausgestopft.
Gegen 17 Uhr sind wir dann wieder
zurück in Darwin, wo ich dann feststellen kann, dass meine
Mitfahrgelegenheit für Samstag geplatzt ist. Also, wieder auf zu Mc
Donalds und weiter geht die Suche..
Nach ca. einer Stunde (überflüssig zu
erwähnen, dass ich in der Zwischenzeit insgesamt 4 x ausgeloggt
wurde; meinen Blog kann ich hier gar nicht hochladen) ergibt sich
eine neue Mitfahrgelegenheit. Jippieh- auf nach Katherine!!!
Der Rest des Abends unterhalte ich mich
nett mit Locky und Wendy und setze mich dann um 22 Uhr an die
Bilder..
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| Saltie |
 |
| Corroboree Billabong |
 |
| azurblauer Eisvogel |
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| Weihnachtensfeeling im Kakadu- Nationalpark |
 |
| ohne Worte! |
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| Aboriginal- Art in Nawlandji |
 |
| bei den Moline-Wassrlöchern |
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| Moline |
 |
| ...am besten nicht vergessen |
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| fahrendes Haus |
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| auch dieser Sittich hat Durst.. |
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| Sonnenuntergang auf dem Campingplatz vom Mary Roadhouse |
 |
| Termitenhügel im Litchfield-Nationalpark |
 |
| "Native Ginger" bei den Wangi-Falls |
 |
| an den Wangi-Falls |
 |
| Florence-Falls |
 |
| Schlangenhalsvogel |
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