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Montag, 17. Dezember 2012

Kroks, Wasserfälle, Wasserlöcher, Wald, Aboriginalkultur- Kakadu-Lichtfield vom 11.12.-13.12.2012

Leah (eine der Mitbewohnerinnen) ist so süss, mir anzubieten, dass sie mich morgens um 06.15 Uhr an meinen Abholpunkt fährt. Von dort werde zwei weitere Mädels und ich dann von Barney abgeholt. Ziel des ersten Tages ist den Kakadu-Nationalpark, wo wir auch auf einem permanenten Campingplatz übernachten. Die Jim Jim Wasserfälle sind bereits seit Anfang November gesperrt, so dass natürlich auch das Programm an die „Regenzeit“, die im Januar/Februar ihren Höhepunkt erreicht angepasst werden muss.
Der Kakadu Nationalpark wurde übrigens zum UNESCO-Welterbe erklärt und ist mit 20.000 qkm der größte Nationalpark Australiens. Kakadu ist größtenteils Arnhem- Land, so nennt sich die Aborigines-Gruppierung hier. In ganz Australien gab es ursprünglich über 250 verschiedene Stämme. Leider wurden auch hier „Bodenschätze“ gefunden, nämlich Uran, welches hier auch abgebaut wird. Den Konflikt zwischen Naturschutz und Profit muss ich hier, denke ich, nicht näher ausführen. Der Park bietet eine überaus abwechslungsreiche Fauna und Flora, wobei gerade die Fauna natürlich schwierig zu beobachten ist- einerseits aufgrund der Hitze und zweitens aufgrund der vielen Versteckmöglichkeiten, die die Landschaft bietet..Hinzu kommen Wasserfälle, Schluchten, Kaskaden und Wasserlöcher, die z.T. zum Schwimmen geeignet sind. Hier sollte peinlichst genau auf die Schilder geachtet werden, wo Schwimmen möglich ist, denn ansonsten teilt man sich nur einmal den Wasserpool mit einem Saltie :-) oder auch Leistenkrokodil. Unsere erste Station für den Morgen ist das Corroboree Billabong, wo wir eine 1 ½ stündige Flussfahrt machen, um uns die hier lebenden Salzwasserkrokodile und auch die sonstigen hier lebenden Tiere und Pflanzen aus der Nähe anzusehen. So sehen wir neben Salzwasserkrokodilen, auch badende Wasserbüffel, Eisvögel, Adler, Schlangenhalsvögel, Kormorane, Kraniche, Gänse, Ibisse und eine Reihe anderer vorbeischwirrender Vögel. Interessant war auch die Verwendung der Lotuslilien durch die Aborigines. Die Blätter der Lilie können als Kelch verwendet werden, da die Oberfläche wasserabweisend und wasserundurchlässig ist. Außerdem befindet sich innerhalb des Stiels ein Material, das Baumwolle sehr ähnelt und das gedreht, wie eine Schnur oder eine dünnes Seil verwendet werden kann. Die Samen der Früchte sind ein netter Snack für zwischendurch. Von der Form erinnern sie an eine Erdnuss und haben auch einen leicht nussigen Geschmack. Allerdings viel frischer und knackiger..
Während wir in Kakadu unterwegs sind, kreuzen wir immer wieder den „South Alligator River“, der laut Barney, der einzige Fluss ist, der in einem Nationalpark entspringt und dort auch endet. Nach einer kurzen Mittagspause geht es weiter zu Nawlandji, wo auf einem 1,5 km langen Rundweg schöne und noch gut erhaltene Felsmalereien besichtigt werden können. Hier konnte Barney uns auch Wildbienen zeigen, die ersten sehr klein waren und zweitens nicht stechen können..Weiter ging es zur Barramundi Gorge zu einem Wasserpool, in dem wir uns erfrischen konnten (Aboriginal Wort „Maguk“). Darüber war jeder sehr froh, denn aufgrund des hier herrschenden tropisch-schwülen Klimas, waren wir alle auch schön durchgeweicht. Hinzu kommen diese hartnäckigen Fliegen (hatte schon mal kurz in Sydney darüber berichtet). Diese Fliegen sind typisch für die Region hier und immer vorhanden- einmal mehr und etwas weniger vorhanden, aber IMMER da und anscheinend nur auf der Welt, für einem auf die Nerven zu gehen :-). Sie sind so hartnäckig, dass man sie nur loswird, indem man sie totschlägt- was allerdings bei der Menge ein aussichtsloses Unterfangen ist. Auf der Suche nach Flüssigkeit lassen sie sich durch nichts abhalten und erklimmen hartnäckig und ausdauernd allen Widrigkeiten zum Trotz alles, was ev. Flüssigkeit ausscheiden könnte. Kann man sie an den Armen, Beinen oder anderen Körperteilen noch ignorieren, so ist das im Gesicht auf Dauer nicht möglich, da sie einem nicht nur über´s Gesicht krabbeln, sondern bevorzugt in den Augen- und Mundwinkeln, Ohren und der Nase nach Flüssigkeit suchen. Anblasen stört sich gar nicht, so dass man entweder ein komplettes Fliegenetz tragen muss oder permanent am Wedeln mit der Hand ist. Ich sag nur: denkt an die Kinder in Afrika, die das Gesicht voll von diesen Fliegen sitzen haben—so ungefähr sah es bei uns auch aus, nur dass bei uns die Lethargie gefehlt hat, die kleinen Biester an Ort und Stelle sitzen zu lassen.
Am frühen Abend kamen wir dann an unserem Campingplatz am Mary River Roadhouse an, wo wir unser Nachtlager in Kontainern, die aber Gott sei Dank Klimaanlage hatten, aufschlugen. Heute Abend wurde gegrillt und wir hatten die Möglichkeit Känguru und Krokodil zu probieren. Zu Krokodil lässt sich sagen, dass es mich an zu lang gebratenen Truthahn erinnert. Känguru hatte überraschend wenig Wildgeschmack, war aber auch etwas zäh. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich gehört habe, dass es sehr schwierig ist, Känguru „auf den Punkt zu braten.“ Am Abend gab es dann noch ein Heer voller schöner Blitze zu sehen- allerdings ohne Niederschläge..
Am nächsten Morgen brachen wir gegen 8 Uhr auf, um die Moline Felslöcher zu besuchen. Vorteil dieser Reisezeit ist, dass wir sie für uns allein hatten. Nachteil ist, dass Einiges geschlossen ist und z.B. bei den Jim Jim Falls eine schöne Wanderung gemacht werden kann. Dieser Tag war nämlich sehr entspannt- wir hatten mehrfach die Möglichkeit schwimmen zu gehen (Moline) und später in den Gunlom Falls, für die man ein spezielles Permit braucht. Aber dennoch war es uns allen etwas zu wenig Aktivität. Übrigens könnte ich wahrscheinlich sagen, dass mir Australien als das Land der Ameisen erscheint. Ich habe selten so viele verschiedene Ameisenarten und in ständiger Präsenz gesehen. Eigentlich überall muss man aufpassen, nicht mitten in einer Ameisenstraße zu stehen..Auch ist der Geruch, den die verschiedenen Eukalypten ausströmen zumeist sehr intensiv. Allein durch den Geruch fühlt es sich an, als ob man ein Eukalyptusbonbon im Mund hätte oder wenn man die Augen schließt, dann kann man sich gut vorstellen, dass man mit dem Kopf über einem Kessel mit heißem Wasser und Eukalyptusöl hängt und inhaliert. Dieses Gefühl im Gesicht kommt den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit hier seeeehr nahe..
Heute Abend werden wir zuerst mit einem schönen Sonnenuntergang und später mit einem herrlichen Sternenhimmel verwöhnt. In der Dunkelheit sehe ich eine Aga-Kröte vorbeihüpfen- ein ungern gesehener Bewohner in Australien. Ursprünglich wurden die Kröten aus ihrer ursprünglichen Heimat Südamerika eingeführt, um den Zuckerrohr- Käfer zu bekämpfen. Problem nun- vergleichbar mit dem „Hasenproblem“ (ein Grund, warum versucht wird den Osterhasen abzuschaffen und den Osterbilbao bei Kids bekannter zu machen)- die Kröten vermehren sich dank fehlender, natürlicher Feinde ungehindert und verdrängen oder auch töten die einheimische Tierwelt. Sie sondern ein hochgiftiges Sekret ab, dem sogar schon Krokodile zum Opfer gefallen sind. Lieber gesehen ist dann doch der Green Tree Frog, den ich bereits in Daintree schon fotografiert habe und der hier auf dem Campingplatz Dauergast im Damenklo..Sicher- hier ist ja auch permanentes Wasser :-)..
Dazu führt Barney uns auf einem Didgeridoo in Rohformat die Atemtechnik vor.
Am nächsten Morgen geht es weiter zum Litchfield-Nationalpark, der sich ca. 100 km südlich von Darwin befindet. Hier besuchen wir die Wangi und Tolmer Falls (welche nur von einer Plattform beobachtet werden können, da in der direkt angrenzenden Schlucht eine seltene Fledermausart zu hause ist, sowie die Florence Falls. Bei den Wangi-Falls haben wir endlich die Möglichkeit, uns auf einem Rundweg zumindest für eine knappe Stunde ein bisschen zu bewegen, bevor es hinterher ins erfrischende Nass geht. Zur Hochzeit der Regenzeit sind selbst diese gesperrt, da durch die Zuflüsse Salzwasserkrokodile den Pool in Besitz nehmen..Auch besteht in Litchfield die Möglichkeit große Termitenhügel (hier: grasfressend-Magnetic Termite Mounds) zu sehen. Es handelt sich dabei um Kompasstermiten, die ihre Bauten streng nach der Sonnenstrahlung in Nord-Süd-Richtung ausrichten.
Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Stopp in Adelaide River, dass im 2.Weltkrieg durch die Bombenangriffe der Japaner schwer zugerichtet wurde. Allerdings erlangte Adelaide River erneut Berühmtheit, da hier Teile von Crocodile Dundee gedreht wurden und auch der Büffel „Charlie“ von hier stammte. Charlie ist auch heute noch in seiner ganzen Pracht hier ausgestopft.
Gegen 17 Uhr sind wir dann wieder zurück in Darwin, wo ich dann feststellen kann, dass meine Mitfahrgelegenheit für Samstag geplatzt ist. Also, wieder auf zu Mc Donalds und weiter geht die Suche..
Nach ca. einer Stunde (überflüssig zu erwähnen, dass ich in der Zwischenzeit insgesamt 4 x ausgeloggt wurde; meinen Blog kann ich hier gar nicht hochladen) ergibt sich eine neue Mitfahrgelegenheit. Jippieh- auf nach Katherine!!!
Der Rest des Abends unterhalte ich mich nett mit Locky und Wendy und setze mich dann um 22 Uhr an die Bilder..
Saltie

Corroboree Billabong

azurblauer Eisvogel

Weihnachtensfeeling im Kakadu- Nationalpark

ohne Worte!

Aboriginal- Art in Nawlandji

bei den Moline-Wassrlöchern

Moline

...am besten nicht vergessen

fahrendes Haus

auch dieser Sittich hat Durst..

Sonnenuntergang auf dem Campingplatz vom Mary Roadhouse

Termitenhügel im Litchfield-Nationalpark

"Native Ginger" bei den Wangi-Falls

an den Wangi-Falls

Florence-Falls

Schlangenhalsvogel

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