Ganz entgegen ihrer üblichen
Gewohnheit, hatte die Wettervorhersage heute Morgen leider recht: als
ich aufwache gießt es in Strömen..Ein willkommenes Argument, um
sich noch mal im Bett umzudrehen :-)..Gegen 9 Uhr allerdings stehe
ich dann doch auf und begebe mich in den Frühstücksraum. Draußen
kübelt es noch immer. Na ja, soll mir ja alles recht sein- mir ist
es wichtiger am Freitag, für Cape Reinga, gutes Wetter zu haben. Zu
mir an den Tisch gesellt sich Katja, die auch schon gleich wieder
loslegt..Na ja, somit werde ich wohl nicht in die Verlegenheit
kommen, meinen Gedanken nachzuhängen :-)..Ein weiteres deutsches
Pärchen setzt sich zu uns, und sehr schnell entwickelt sich ein
Gespräch, da die beiden von Rewe Schwarzbrot mitgebracht haben- was
sie quasi direkt als Neuankömmlinge outet. Sie haben vor hier zu
arbeiten und ca. 6- 9 Monate hier zu bleiben. Die Zeit vergeht daher
schnell und auf einmal hört es auch auf zu regnen. Ich packe schnell
meinen Rucksack mit etwas Wasser und Proviant zusammen und mache mich
nun doch noch Richtung Haruru Wasserfälle auf den Weg (der Weg soll
ca. 4-5 Stunden dauern). Kurz bevor ich in den Weg einbiege, sehe ich
aus dem Augenwinkel einen braunen Schatten...Als ich mir den Schatten
näher betrachte, entpuppt er sich als kleines Kaninchenjunges, das
sich ängstlich versucht, im Gras unsichtbar zu machen. Überhaupt
scheine ich nach dem Regen relativ schnell reagiert zu haben. Auf
meinem Weg zu den Fällen begegne ich keiner Menschenseele. Was mir
aber gar nicht unrecht ist, denn so kann ich die Geräusche des
Waldes besser genießen und in mich aufnehmen. Um mich herum ist
wieder sehr intensives Vogelgezwitscher zu hören und den ein oder
anderen Piepmatz bekomme ich auch vor die Linse. Allerdings sind sie
sehr flott unterwegs und über Qualität lässt sich ja bekanntlich
nicht streiten :-)..Zwar hat der Regen aufgehört, dafür geht der
Wind aber umso stärker und lässt die Bäume, speziell die Pinien
laut knarrende Geräusche von sich geben, die sich anhören, wie die
knarrenden Holzbohlen der Schiffe aus alten Filmen. Nach ca. 2
Stunden erreiche ich die Wasserfälle, die nun wirklich dermaßen
unspektakulär sind. Dafür war der gesamte Weg wunderschön. Fast
nur Wald, kleine, verschlungene Pfade, schöne Ausblicke auf´s
Wasser, ein netter Weg durch die Mangroven und der Geruch von Moos,
Holz und von der Sonne langsam erwärmter Erde in der Nase. Auf dem
Rückweg begegne ich dann ein paar mehr Leuten. Sie haben wohl nun
auch beschlossen, dem Wetter zu trauen und den Weg doch noch zu
laufen.
Zurück im Hostel gibt’s erst mal was
zu essen und inzwischen sitze ich hier wieder im Aufenthaltsraum,
während im in der Glotze hier „Herr der Ringe III“ läuft.
Jetzt, wo ich so schreibe und auf´s
Datum schaue, wird mir bewusst, dass ich heute bereits genau seit 4
Monaten unterwegs bin. Kaum zu glauben :-)...
| Reiherart |
| die spektakulären Wasserfälle :-) |

