Aktuelle Zeit bei mir :-)

Sonntag, 4. November 2012

Port Macquarie oder „Ein Leben als wandelndes Hustenbonbon“-03.11.2012 und 04.11.2012

Vanessa ist am Sonntag so lieb mit mir in aller Herrgottsfrühe aufzustehen und mich für 06:40 Uhr ans Busterminal zu fahren. Ach ja, hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich in Sydney 2 x kostenlos Bus gefahren bin? Das eine Mal bin ich auf einen Busfahrer gestossen, der seinen letzten Urlaub in Deutschland verbracht hatte und der das so toll fand, dass er mich „zum Dank“ kostenlos mitgenommen hat und das zweite Mal, bin ich an einer Haltestelle gelandet, wo man eigentlich das Ticket vorher irgendwo im Laden kaufen muss..Als ich dann im Bus bezahlen wollte, hat mich der Busfahrer einfach durchgewinkt und gesagt, ich solle mich setzen, da es hier keine Barzahlung im Bus gibt..Da hatte ich wohl seinen guten Tag erwischt.. Heute Morgen regnet es: also der perfekte Tag, um ihn mehrere Stunden im Bus zu verbringen. Draußen verpasst man bei dem Wetter sowieso nichts. Die Busfahrt vergeht trotz der Zeitspanne von über 7 Stunden doch recht schnell. Ich schaue aus dem Fenster, schlafe, höre mein Audiobuch und lasse einfach nur die Umgebung auf mich wirken. Gegen 14:20 Uhr sind wir dann an meinem heutigen Tagesziel Port Macquarie, wo ich für 2 Übernachtungen bleiben werde. Hier besteht sogar ein Abholservice vom Hostel, so dass man wirklich kaum mit Gepäck laufen muss. Nach dem Einchecken ziehe ich los, um hier noch etwas die Umgebung zu erkunden. Für diesen Tag nehme mir nicht viel vor: nur etwas umsehen, einkaufen, etwas zum Abendessen organisieren und später in der Hostelküche treffe ich noch auf Alina von Berlin und Dani von München. Mit denen ich ins Gespräch komme- was sich dann auch bis zum Schlafengehen zieht.
Beide berichten von ihren Erfahrungen hier mit Work and Holiday- was wohl zum Teil alles andere als rosig abgelaufen ist, aber es gab natürlich nicht nur schlechte, sondern auch gute Erfahrungen...Dani wollte eigentlich für 1 Jahr hier bleiben, fliegt nun aber bereits Anfang Dezember nach knapp 3 Monaten wieder zurück, da ihr Australien nicht „das geben konnte“, was sie „erwartet“ hat. Sie hat wohl noch mehrere Leute getroffen, denen es ähnlich ging. Letztendlich, so finde ich, ist das auch eine wichtige Erfahrung: wenn man merkt, dass einem „Langzeitreisen“ oder einfach das ausgesuchte Land nichts bringen, sollte man nicht versuchen, krampfhaft durchzuhalten, sondern dann die richtige Entscheidung treffen und abbrechen. Man muss nicht so viel Geld ausgeben, um sich unwohl zu fühlen..
Am darauffolgenden Tag breche ich gegen 9.15 Uhr nach dem Frühstück auf, um zunächst von meinem Hostel aus, durch die „Haupteinkaufsstraße“, die Horton Street, Richtung Strand zu laufen. Wie überall in Australien, sind auch hier die Geschäfte 7 Tage die Woche geöffnet. Am Strand angekommen, zieht es mich nach Osten, die Küstenlinie entlang. Zunächst passiere ich die Strandpromenade mit den ganzen bemalten Steinen. Jeder Stein ist individuell und je nach dem Geschmack „des Künstlers“ gestaltet. Zum Teil sind die Steine auch aus völlig unterschiedlichen Jahren. Wirklich nett anzusehen..Mein Weg führt mich zunächst zum Town Beach, von dort weiter am Oxley Beach vorbei, weiter zum Rocky Beach, im Anschluss folgt der Flynns Beach, der kurz darauf vom Nobby´s Beach abgelöst wird. Dahinter verbirgt sich der langezogene Shellybeach mit dem „Harry- Memorial“ (dem quasi bekanntesten, inzwischen verstorbenen Bewohner von Macquarie). Nachdem ich den Sea Acres Nationalpark passiert habe, gelange ich zum Miners Beach, an dessen Ende ein Leuchtturm steht. Als ich dort oben stehe, weht mich der Wind fast weg. Zwar sah es heute Anfangs sehr ungemütlich aus- die Temperaturen waren aber ausgesprochen warm und als dann später die Wolkendecke aufgerissen ist, hätte man sich beim Laufen gerne wieder den bedeckten Himmel zurückgewünscht :-)..Während ich entlang des Strandes gelaufen bin, konnte ich mir die Pflanzenwelt etwas genauer betrachten. Wenn man ganz genau hingeschaut hat und mit dem Finger über die Pflanzenblätter gestrichen ist, hat man die Salzschicht bemerkt bzw. an den Händen gehabt, die der Ozean durch die Gischt regelmäßig in die Luft abgibt. Da wird einem mal wieder klar, wie gut adaptiert diese Pflanzen an ihre Umgebung sind. Wenn man unterwegs Leuten begegnet, dann lautet die Begrüßung eigentlich immer, unabhängig von der Uhrzeit: „Good day“. Australien ist wirklich in Vielem Deutschland sehr ähnlich :-)..Außer, dass es hier ein bißchen wärmer ist und man mehr Strände hat, wie bei uns..Da ich nun schon wiederholt über den Kostenfaktor hier geschimpft habe, muss ich der Fairness halber, nun natürlich auch mal wieder was Positives loswerden: es gibt hier wahnsinnig viele, pickobello saubere, kostenlose, öffentliche Toiletten. Also daran könnte Deutschland sich mal eine Scheibe abschneiden..
Nachdem vom Leuchtturm aus, den Blick in die Umgebung genossen habe, mache ich mich auf den Weg ins Koalahospital, wo ich um 14 Uhr mit Dani verabredet bin. Hier findet auch um 15 Uhr eine kostenlose Führung statt. Es gibt viele Infos über Koalas. Hierzu ein kleiner Ausschnitt von den Infotafeln und den Erklärungen der vielen, freiwilligen Helfer, ohne die das Betreiben dieser Station gar nicht möglich wäre. Natürlich tragen auch die Spenden der Besucher und das Übernehmen von Patenschaften entscheidend zum Gelingen des Unternehmens bei. Koalas schlafen bis zu 20 Stunden am Tag, so dass wir uns glücklich schätzen konnten, dass wir den ein oder anderen wach antreffen konnten. Für die Nahrungsbeschaffung sind extra „Eukalyptuspflücker“ engagiert, die jeden Morgen um 6 Uhr antreten, um die spezifische Nahrung zu besorgen, damit bis 8 Uhr zur Fütterungszeit genug Nahrung zur Verfügung steht. Jährlich werden hier bis zu 300 Koalas behandelt, die Verkehrsunfällen, Hundeattacken, Feuersbrünsten oder Viruserkrankungen zum Opfer fallen. Soweit möglich, werden die Tiere auch wieder ausgewildert. Immer in der Gegend, wo sie gefunden wurden. Die strohtrockenen Kotpillen werden hier jeden Morgen eingesammelt und zum Düngen der Eukalyptusbäume verwendet. Manche Koalas wurden so verletzt (so starke Verbrennungen, dass ein Klettern nicht mehr möglich ist, amputierte Gliedmaßen..), dass sie den Rest ihres Lebens im Hospital verbringen. Absoluter Altersrekord hielt ein Koalaweibchen, dass das stolze Alter von 25 Jahren erreichte. Normalerweise liegt die Altersgrenze wohl bei ca. 16 Jahren. Der Nachwuchs, wird ähnlich wie beim Känguru, die ersten 30 Wochen im Beutel großgezogen und ist etwas größer als eine Erdnuss. Um sich nach der Muttermilch auf die Blätternahrung umzustellen, benötigt das Kleine zunächst mütterliche Hilfe, d.h. ein als „Papp“ bezeichnete Nahrung, der von der Koalamutter abgegeben wird, nachdem das Jungtier die Aftergegend mit Schnauze und Pfote massiert hat. Die Konsistenz ist weich- fast flüssig. Der aufgenommene Nahrungsbrei ermöglicht dem jungen Koala die Umstellung von Milch- auf Blattnahrung. Während des Aufenthaltes im Hospital ist überall der typische Eukalyptusgeruch vernehmbar, welcher bekanntermaßen daher kommt, da die komplette Nahrung der knuffigen Tieren aus WAS??? Ja, genau Eukalyptus besteht.
Aber nicht nur Hunde stellen eine Gefahrenquelle dar. Auch das Ertrinken in einem Pool ist keine Seltenheit. Zwar können Koalas schwimmen, kommen aber an den glatten Schwimmbadwänden nicht mehr aus dem Pool heraus. Daher sollte jeder verantwortungsbewusste Pool und Hundebesitzer a.) einen Möglichkeit anhand eines Seiles, Baumstammes schaffen, dass der Koala wieder aus dem Pool klettern kann und b.) seinen Hund über Nacht im Haus halten oder anbinden, so dass der Koala eine Chance hat, aus der Reichweite des Hundes zu gelangen.
Gegen 16 Uhr ist die interessante Führung und Dani und ich machen uns auf den Rückweg zum Hostel. Ich freue mich nun erst einmal auf eine heiße Dusche und verdrücke im Anschluss noch die Reste meiner Pizza von gestern Dazu gibt es ein: Achtung herhören: Schöfferhofer Cola-Weizen:-)..Nachdem auch das australische Bier hier im Einkauf rund 5 € pro Flasche kostet, habe ich beschlossen, dass ich mir auch das importierte, von mir heißgeliebte Weizen mal gönnen kann, wenn der Preis ja sowieso der gleiche ist..
Nun werde ich noch meine Unterkünfte, den Bus, meine Couchsurfing antworten checken und das war es dann für mich heute..
Dann mal bis die Tage..Ich komm wieder- keine Frage :-)



schwer erkennbar, wo ich bin:-)






harmloser Hai

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