Also, ich kann der Stadt hier wirklich
keinen Charme abgewinnen: es ist einfach nur eine Ansammlung von
Hochhäusern, die direkt an einem Strand plaziert wurden..
Im MacDonalds gönne ich mir noch einen
Eiskaffeé, um hier auch noch mal ins Internet gehen zu können..Und
dort trifft mich fast der Schlag! Mein Couchsurfinghost, mit dem
schon seit einer Woche abgemacht war, dass ich kommen kann, hat mir
gestern Nacht abgesagt...Okay- jetzt muss ich erst mal checken, wo
ich heute Nacht schlafen kann..Mit Vorreservieren am gleichen Tag ist
da nicht mehr so viel..Ich beschließe, einen weiteren Host
anzuschreiben, der mich auch eingeladen und dem ich wegen dem anderen
Host abgesagt hatte, anzuschreiben und meine Telefon zu
hinterlassen..Vielleicht hat er ja spontan ab Freitag Zeit oder
so..Echt ärgerlich! Na ja, irgendwann musste ja die erste „negative“
Erfahrung kommen..Aber- es wird sich eine Lösung finden.
Zurück im Hostel frühstücke ich erst
mal ausgiebig mit gebackenen Bohnen und Toast (freue ich mich wieder
auf meine „normalen“ Essgewohnheiten zuhause :-))..
Gerade als ich dann um 13.15 Uhr in den
Bus steige, bekomme ich eine SMS von dem anderen Host- Roland, dass
ich sogar schon ab heute kommen kann. Na bitte! Ich kann mich also
entspannen und muss nicht weitersuchen..Allerdings können wir uns
erst gegen 18:30 Uhr treffen, da er noch arbeitet uns so werde ich
mir überlegen, wie ich die Zeit bis dahin überbrücke mit dem
ganzen Gepäck...
Dieses Mal ist der Bus richtig voll,
voller als alle anderen Busse vorher, so dass ich mich zu einem
jungen Mann setze..Es dauert auch nicht lange, da kommen wir ins
Gespräch..Und wie sollte es anders sein, kommt natürlich die Frage,
was ich genau mache, was ein Sabbatjahr ist und was ich arbeite. Und
danach ist die Neugier geweckt. Er will alles wissen- kurz darauf
klärt er mich dann auch auf: er hat seinen Führerschein vor ca. 1
Jahr wegen Cannabis verloren und kommt aus München..Nun ja- was soll
ich sagen: die folgenden 1 ½ Stunden bin ich mit einer MPU- Beratung
beschäftigt. Man ist aber auch wirklich nirgendwo sicher und mir ist
sogar das Meiste wieder direkt eingefallen ;-)..
Gegen 14:30 Uhr kommen wir in Brisbane
an und mein Mitreisender und seine Freunde, ein Mädel und ein
weiterer Junge, sind nun erst einmal krampfhaft damit beschäftigt
eine Unterkunft bzw. einen Zeltplatz zu finden (Kostenersparnisgründe
versteht sich). Aber die Leute hier an der Vermittlung meinen nur,
dass es in den Hostels keine freien Betten mehr gibt und der
Zeltplatz außerhalb liegt. Alle drei sind auch krampfhaft auf der
Suche nach Arbeit, da natürlich bei den Preisen hier chronisch
pleite..Er hatte mir erzählt, dass er nun seit 2 Monaten hier ist,
nicht wirklich viel gesehen hat, weil kein Geld, um großartig was zu
machen oder sich vom Fleck zu bewegen, die Jobs schwierig zu bekommen
sind, da alle Leute mit Erfahrung suchen und man z.T., wenn man mal
was bekommt, manchmal mit einen Hungerlohn abgespeist wird- wie er in
einem Hostel, wo er letztendlich auf dem Balkon geschlafen hat, da
das Zimmer keine Fenster hatte, sie Bettwanzen bekommen hatten und er
äußerst allergisch auf die Bisse reagiert hat..Na, wenn das mal
keine tollen Australienerlebnisse sind...Ich krame meinen Reiseführer
raus und anhand dessen, finden sie letztendlich auch einen
Campingplatz, zu dem sie aufbrechen. Wir wünschen uns noch „Save
travels“ und dann geht jeder seiner Wege.
Ich beschließe hier im Transitcenter
zu bleiben: es ist kühl, es gibt bequeme Sitzecken, Essen,
Toiletten, also alles, was das Herz begehrt *lach*.
Ich schalte mein Hörbuch an und lasse
mich ganz und gar die nächsten Stunden von der Handlung fesseln.
Gegen 17:30 Uhr breche ich mit dem Zug auf zu unserem verabredeten
Treffpunkt. Von der Zugstation sind es noch mal ca. 15 Minuten zu
Fuß, bis ich an „The old museum“ ankomme.
Es dauert auch nur ca. 5 Minuten, da
kommt Roland auch schon. Ich kann meine Taschen ins Auto laden und
dann eröffnet er mir, dass wir im „Old Museum“, das entgegen
seinem Namen noch nie ein Museum war, in eine Konzertshow gehen, die
für uns keinen Eintritt kostet, da er den Veranstalter kennt. Ich
kann nur sagen, dass ich mit Abstand der underdresste Mensch in
dieser Veranstaltung war mit meinem T-Shirt und der Treckkinghose
samt Trekkingschuhen..Aber- das Konzert war absolut toll!! Eine der
bekanntesten Jazz-Sängerinnen, Liah Jottaill, war mit von der Partie
und noch vier weitere Frauen mit einem 5 köpfigen Orchester. Die
Musik war eine Mischung zwischen Jazz und Blues, zum Teil auch etwas
Rock der 60-70iger Jahre, also ein bunte Mischung und jede der Frauen
hatte eine absolut geniale Stimme. Ich war hingerissen..
Gegen 22.15 Uhr brachen wir dann nach
Shornscliff auf, dem Ortsteil, in dem Roland sein altes Holzhaus
besitzt. Wir haben dann noch kurz zu Abend gegessen und einen Wein
getrunken, dann ging es auch schon nach einem langen Tag ins Bett, da
Roland um 6 Uhr morgen früh, auf die Arbeit fährt und mich dann
direkt mit in die Stadt nimmt, damit ich mir Zentral-Brisbane etwas
anschauen kann...
Ach ja: ein lustiges Erlebnis gab´s
noch beim Abendessen. Wir waren kaum fertig, da hörte man ein
Rascheln und kratzen auf den Holzdielen...Ich schaute in Richtung der
offen stehenden Tür und sah: zwei POSSUMS, die sich am Mülleimer in
der Küche zu schaffen machten....Wie süss!!!! Roland meinte, dass
sie öfters kommen würden...Was ich noch weniger verstand, als er
mir dann erzählte, dass einmal Couchsurfer auf seinen Stuhl
gesprungen sind, weil sie so Panik vor den possierlichen Possums
hatten..Das hat mich dann irgendwie direkt an Margit´s Reaktion auf
meinen Hamster erinnert :-)...
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